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Aufstand gegen das System Apple

+ aus der Praxis: Den Verschuldungsgrad richtig bemessen und einordnen!

Insbesondere die US-Wirtschaft zeigte sich in den letzten Wochen sehr dynamisch. Die Arbeitsmarktdaten, genauso wie einige Stimmungsbarometer sind weitaus positiver als zuletzt von vielen Analysten befürchtet. Gleichzeitig nimmt der Inflationsdruck zu. Die Nachfrage nach 30-jährigen Staatsanleihen war bei der letzten Auktion eher flau. Der US-amerikanische Staat muss den Anleihekäufern mehr zahlen. Die Renditen steigen. Dennoch spülte die Auktion nur rund 26 Mrd. USD in die Staatskassen.

Es wird noch spannend zu beobachten sein, wie insbesondere die Fed in Sachen Zinsen agieren wird, wenn sich die Wirtschaftsdaten in Folge auslaufender Hilfsprogramme wieder abschwächen werden. Noch haben sich Republikaner und Demokraten nicht auf ein gemeinsames Wirtschaftspaket einigen können. Ende Juli lief der CARES Act aus. Die letzten Zusatzschecks an Arbeitslose wurden am 25. Juli verschickt.

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Kommen wir zu Handfestem:

Die Geschäfte des deutschen Batterieherstellers Varta laufen rund. Das Unternehmen hat im ersten Halbjahr 2020 ein rasantes Wachstum hingelegt. Der Umsatz stieg um knapp 158 Prozent auf 390,7 Mio. EUR. Varta hatte erst vor knapp zwei Wochen einen Patentstreit mit Samsung beendet und mit dem Technologieriesen einen Liefervertrag geschlossen.

Im 10-Jahres-Durchschnitt wuchs der Umsatz zuletzt um 83 Prozent pro anno, der Nettogewinn im 3-Jahres-Durchschnitt um 74 Prozent. Der freie Cashflow entwickelte sich jedoch volatil. Für eine Dividende reicht es noch nicht. Die Bilanz ist jedoch solide mit einem Verschuldungsgrad von 0,09 und einem Current Ratio von 1,38.

Ein anderes deutsches Unternehmen feierte am vergangenen Freitag seinen Börsengang. Curevac startete an der Nasdaq mit einem Kurs von 50 USD pro Aktie. Mit dem IPO nahm Curevac rund 213 Mio. USD ein. Mit dem Geld will es die Corona-Impfstoffentwicklung auf Basis der sogenannten mRNA-Technologie vorantreiben. Auch eine beschleunigte Zulassung wird nicht mehr ausgeschlossen. Die Ergebnisse der kürzlich gestarteten klinischen Erprobung des Impfstoffkandidaten sollen demnach im Herbst veröffentlicht werden. Die Zulassung sei nach bisheriger Planung für die erste Jahreshälfte 2021 geplant.

Der mRNA-Impfstoff von Curevac codiert das Spike-Protein von SARS-CoV-2 samt seiner Rezeptor-bindenden Domäne – so, dass sie aussehen wie mRNA. Man gibt der menschlichen Zelle also ein Molekül, das einer Anweisung ihres eigenen Zellkerns entspricht, dieses Protein herzustellen. Die Proteine, die das Immunsystem gegen SARS-CoV-2 „scharf schalten“, produziert der menschliche Körper dank der Impfung also eigenständig.

Der mRNA-Impfstoff muss dabei nicht bis in den Zellkern gelangen, da die Körperzelle sie direkt in Proteine übersetzt. Promoter und Adjuvantien sind damit nicht notwendig. Die bloße Präsenz der fremden RNA erzeugt eine starke Immunreaktion.

Boeing zieht die 747-400 aus dem Verkehr

Ursprünglich wollte man die 31 Jumbo-Jets erst im Jahr 2024 aus dem Verkehr ziehen. Jedoch mussten aufgrund der Corona-Pandemie die Pläne geändert werden. Eine Modernisierung ist nun nicht mehr angedacht.

„Wegen des durch die Covid-19-Pandemie verursachten Rückgangs des Reiseverkehrs ist es unwahrscheinlich, dass unsere Königin der Lüfte“ jemals wieder kommerzielle Dienste für British Airways anbieten wird“, teilte British Airways bereits im Juli 2020 mit.

Erstaunliches Detail am Rande: Wie die Cyber-Sicherheitsfirma Pen Test Partners herausfand, spielt die gute alte 3,5-Zoll-Diskette noch immer eine wichtige Rolle bei Boeing, wenn es um die Bereitstellung von Software-Updates für die 747-400 geht. Insbesondere die Navigationsdatenbanken dieser Flugzeuge werden alle 28 Tage mit wichtigen System-Updates über acht solcher Disketten aktualisiert.

Aufstand gegen das System Apple

Technisch deutlich weiter vorn liegen Apple, Alphabet und Epic Games. Der Spiele-Publisher gehört zu rund 40 Prozent der chinesischen Holding Tencent. Epic Games wirft Apple und Google vor, exzessive Gebühren in ihren App Stores zu verlangen. Daher wurde im Spiel „Fortnite“ ein eigenes Zahlungssystem eingeführt, das die 30-prozentige Kommission umgeht. Prompt haben Apple und Google den Epic-Hit aus ihren Stores geworfen. Der Kampf wird vor Gericht weitergeführt.

Aufstand gegen Wucher, schön und gut… Doch auch Epics Weste ist nicht blütenweiß. Sein Geschäftsmodell ist es, Kindern, Jugendlichen und deren Eltern über diverse Glücksspiel- und Sucht-Tricks Geld aus der Tasche zu ziehen.

Für uns Anleger ist er Ausgang des momentanen Streits durchaus von Interesse. Schließlich sind die 30 Prozent ein gewichtiger Posten in den Geschäftsberichten von Apple und Google.

Und wie sieht es aus mit Epic-Anteilseigner Tencent?

In den letzten Jahren entwickelte sich die Aktie zwar sehr volatil, doch Geld haben die Chinesen immer verdient. In sehr vielen IT-Bereichen wird groß investiert: Online-Gaming, Zahldienste, Musik, Versandhandel, Mobilität. Während Alibaba im E-Commerce der chinesische Platzhirsch ist, hat sich Tencent nahezu den Rest der Internetwelt gegriffen. Die politischen Gefahren, gerade mit Blick auf den Handelsstreit mit den USA, sind natürlich groß, doch ebenso die Wachstumsfantasien.

Tencent arbeitet profitabel. Die EBIT-Marge mit zuletzt 28 Prozent, die operative Marge mit 25 Prozent und die Bruttomarge mit 45 Prozent sind sehr interessant. Umsatz und Gewinn steigen seit 10 Jahren im zweistelligen Bereich. Auch der Free Cashflow entwickelte sich positiv. Die Dividende wird seit 2010 Jahr für Jahr angehoben. Doch selbst wenn Sie die Aktie nicht Depot haben: Wenn Sie in einen großen ETF investiert haben, sind Sie über diesen Weg sicherlich auch an dem einen oder anderen Tencent-Unternehmen beteiligt.

Aus der Praxis: Was bedeutet der Verschuldungsgrad?

„Mehr als alles andere sind es die Schulden, die darüber entscheiden, welche Unternehmen in einer Krise überleben können und welche pleitegehen werden.“ – Peter Lynch –

Krisen à la Corona machen uns Anlegern deutlich, wie sehr es auf eine stabile Bilanz ankommt. Dem Verschuldungsgrad kommt dabei eine besonders wichtige Rolle zu. Wie hoch dieser ausfällt, können Sie in den Geschäftsberichten nachlesen, die Sie auf den Internetseiten eines jeden börsennotierten Unternehmens finden (Investor Relations). Die Formel zu seiner Berechnung lautet:

Verschuldungsgrad = Fremdkapital / Eigenkapital

Dass ein Unternehmen Fremdkapital, meist Kredite von Banken, aufnimmt, um beispielsweise größere Investitionen in Technik, Infrastruktur und Personal zu tätigen, ist völlig normal und aus unserer Aktionärssicht in den meisten Fällen positiv zu bewerten. Schließlich wollen wir, dass das Unternehmen auch in Zukunft wächst und gedeiht und uns ordentliche Renditen und Dividenden beschert. Doch bevor Sie Aktien eines Unternehmens kaufen, sollten Sie sich stets den Verschuldungsgrad anschauen. Vor einigen Jahren hat Peter Lynch diese Definition aufgestellt: „Im Normalfall weist eine Unternehmensbilanz 75 Prozent Eigenkapital und 25 Prozent Schulden auf.“

Doch heutzutage hat sich dieses Verhältnis nahezu komplett umgekehrt. In vielen Branchen gilt bereits eine Eigenkapitalquote von 30 Prozent als „solide“.

Mein Tipp: Gerade bei familiengeführten Unternehmen aus dem Mittelstand finden Sie noch einige börsennotierte Kandidaten, die eine vergleichsweise hohe Eigenkapitalquote aufweisen.

Der Verschuldungsgrad variiert von Branche zu Branche. Heute wird ein Verschuldungsgrad von 2 (die aufgenommenen Schulden sind doppelt so hoch wie das Kapital der Aktionäre!) noch als akzeptabel eingestuft. Möchten Sie es so strikt wie Warren Buffett handhaben, sollten Sie bereits bei einem Verschuldungsgrad von 0,5 stutzig werden.

Der Privatinvestor – jetzt unverbindlich und kostenlos kennenlernen.

Testen Sie unseren Börsenbrief – für wertbasierte Aktien-Investments in gute Unternehmen und Vermögensgegenstände, die wir kontinuierlich analysieren und mit nachweislich erfolgreichen Kriterien und Mechanismen bewerten. Durch unsere systematische und auf Langfristigkeit und Kontinuität ausgerichtete Anlagestrategie realisieren wir stabile Renditen zu angemessenen Chance-Risiko-Profilen. Unsere Value-Investing-Strategie machen wir Ihnen als Privatanleger über unseren Kapitalanlagebrief Der Privatinvestor inklusive angeschlossener Aktien-Datenbanken, Musterdepots und Sonderpublikationen zugänglich.

Keine Kosten. Kein Risiko. Keine Abofalle.

Das Testabonnement ist ab dem Zeitpunkt der Anmeldung vier Wochen lang gültig. Sie gehen damit keine Verpflichtungen ein. Eine Notwendigkeit einer Kündigung besteht somit nicht.

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Insbesondere die US-Wirtschaft zeigte sich in den letzten Wochen sehr dynamisch. Die Arbeitsmarktdaten, genauso wie einige Stimmungsbarometer sind weitaus positiver als zuletzt von vielen Analysten befürchtet. Gleichzeitig nimmt der Inflationsdruck zu. Die Nachfrage nach 30-jährigen Staatsanleihen war bei der letzten Auktion eher flau. Der US-amerikanische Staat muss den Anleihekäufern mehr zahlen. Die Renditen steigen. Dennoch spülte die Auktion nur rund 26 Mrd. USD in die Staatskassen.

Es wird noch spannend zu beobachten sein, wie insbesondere die Fed in Sachen Zinsen agieren wird, wenn sich die Wirtschaftsdaten in Folge auslaufender Hilfsprogramme wieder abschwächen werden. Noch haben sich Republikaner und Demokraten nicht auf ein gemeinsames Wirtschaftspaket einigen können. Ende Juli lief der CARES Act aus. Die letzten Zusatzschecks an Arbeitslose wurden am 25. Juli verschickt.

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Die Geschäfte des deutschen Batterieherstellers Varta laufen rund. Das Unternehmen hat im ersten Halbjahr 2020 ein rasantes Wachstum hingelegt. Der Umsatz stieg um knapp 158 Prozent auf 390,7 Mio. EUR. Varta hatte erst vor knapp zwei Wochen einen Patentstreit mit Samsung beendet und mit dem Technologieriesen einen Liefervertrag geschlossen.

Im 10-Jahres-Durchschnitt wuchs der Umsatz zuletzt um 83 Prozent pro anno, der Nettogewinn im 3-Jahres-Durchschnitt um 74 Prozent. Der freie Cashflow entwickelte sich jedoch volatil. Für eine Dividende reicht es noch nicht. Die Bilanz ist jedoch solide mit einem Verschuldungsgrad von 0,09 und einem Current Ratio von 1,38.

Ein anderes deutsches Unternehmen feierte am vergangenen Freitag seinen Börsengang. Curevac startete an der Nasdaq mit einem Kurs von 50 USD pro Aktie. Mit dem IPO nahm Curevac rund 213 Mio. USD ein. Mit dem Geld will es die Corona-Impfstoffentwicklung auf Basis der sogenannten mRNA-Technologie vorantreiben. Auch eine beschleunigte Zulassung wird nicht mehr ausgeschlossen. Die Ergebnisse der kürzlich gestarteten klinischen Erprobung des Impfstoffkandidaten sollen demnach im Herbst veröffentlicht werden. Die Zulassung sei nach bisheriger Planung für die erste Jahreshälfte 2021 geplant.

Der mRNA-Impfstoff von Curevac codiert das Spike-Protein von SARS-CoV-2 samt seiner Rezeptor-bindenden Domäne – so, dass sie aussehen wie mRNA. Man gibt der menschlichen Zelle also ein Molekül, das einer Anweisung ihres eigenen Zellkerns entspricht, dieses Protein herzustellen. Die Proteine, die das Immunsystem gegen SARS-CoV-2 „scharf schalten“, produziert der menschliche Körper dank der Impfung also eigenständig.

Der mRNA-Impfstoff muss dabei nicht bis in den Zellkern gelangen, da die Körperzelle sie direkt in Proteine übersetzt. Promoter und Adjuvantien sind damit nicht notwendig. Die bloße Präsenz der fremden RNA erzeugt eine starke Immunreaktion.

Boeing zieht die 747-400 aus dem Verkehr

Ursprünglich wollte man die 31 Jumbo-Jets erst im Jahr 2024 aus dem Verkehr ziehen. Jedoch mussten aufgrund der Corona-Pandemie die Pläne geändert werden. Eine Modernisierung ist nun nicht mehr angedacht.

„Wegen des durch die Covid-19-Pandemie verursachten Rückgangs des Reiseverkehrs ist es unwahrscheinlich, dass unsere Königin der Lüfte“ jemals wieder kommerzielle Dienste für British Airways anbieten wird“, teilte British Airways bereits im Juli 2020 mit.

Erstaunliches Detail am Rande: Wie die Cyber-Sicherheitsfirma Pen Test Partners herausfand, spielt die gute alte 3,5-Zoll-Diskette noch immer eine wichtige Rolle bei Boeing, wenn es um die Bereitstellung von Software-Updates für die 747-400 geht. Insbesondere die Navigationsdatenbanken dieser Flugzeuge werden alle 28 Tage mit wichtigen System-Updates über acht solcher Disketten aktualisiert.

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Aufstand gegen Wucher, schön und gut… Doch auch Epics Weste ist nicht blütenweiß. Sein Geschäftsmodell ist es, Kindern, Jugendlichen und deren Eltern über diverse Glücksspiel- und Sucht-Tricks Geld aus der Tasche zu ziehen.

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Und wie sieht es aus mit Epic-Anteilseigner Tencent?

In den letzten Jahren entwickelte sich die Aktie zwar sehr volatil, doch Geld haben die Chinesen immer verdient. In sehr vielen IT-Bereichen wird groß investiert: Online-Gaming, Zahldienste, Musik, Versandhandel, Mobilität. Während Alibaba im E-Commerce der chinesische Platzhirsch ist, hat sich Tencent nahezu den Rest der Internetwelt gegriffen. Die politischen Gefahren, gerade mit Blick auf den Handelsstreit mit den USA, sind natürlich groß, doch ebenso die Wachstumsfantasien.

Tencent arbeitet profitabel. Die EBIT-Marge mit zuletzt 28 Prozent, die operative Marge mit 25 Prozent und die Bruttomarge mit 45 Prozent sind sehr interessant. Umsatz und Gewinn steigen seit 10 Jahren im zweistelligen Bereich. Auch der Free Cashflow entwickelte sich positiv. Die Dividende wird seit 2010 Jahr für Jahr angehoben. Doch selbst wenn Sie die Aktie nicht Depot haben: Wenn Sie in einen großen ETF investiert haben, sind Sie über diesen Weg sicherlich auch an dem einen oder anderen Tencent-Unternehmen beteiligt.

Aus der Praxis: Was bedeutet der Verschuldungsgrad?

„Mehr als alles andere sind es die Schulden, die darüber entscheiden, welche Unternehmen in einer Krise überleben können und welche pleitegehen werden.“ – Peter Lynch –

Krisen à la Corona machen uns Anlegern deutlich, wie sehr es auf eine stabile Bilanz ankommt. Dem Verschuldungsgrad kommt dabei eine besonders wichtige Rolle zu. Wie hoch dieser ausfällt, können Sie in den Geschäftsberichten nachlesen, die Sie auf den Internetseiten eines jeden börsennotierten Unternehmens finden (Investor Relations). Die Formel zu seiner Berechnung lautet:

Verschuldungsgrad = Fremdkapital / Eigenkapital

Dass ein Unternehmen Fremdkapital, meist Kredite von Banken, aufnimmt, um beispielsweise größere Investitionen in Technik, Infrastruktur und Personal zu tätigen, ist völlig normal und aus unserer Aktionärssicht in den meisten Fällen positiv zu bewerten. Schließlich wollen wir, dass das Unternehmen auch in Zukunft wächst und gedeiht und uns ordentliche Renditen und Dividenden beschert. Doch bevor Sie Aktien eines Unternehmens kaufen, sollten Sie sich stets den Verschuldungsgrad anschauen. Vor einigen Jahren hat Peter Lynch diese Definition aufgestellt: „Im Normalfall weist eine Unternehmensbilanz 75 Prozent Eigenkapital und 25 Prozent Schulden auf.“

Doch heutzutage hat sich dieses Verhältnis nahezu komplett umgekehrt. In vielen Branchen gilt bereits eine Eigenkapitalquote von 30 Prozent als „solide“.

Mein Tipp: Gerade bei familiengeführten Unternehmen aus dem Mittelstand finden Sie noch einige börsennotierte Kandidaten, die eine vergleichsweise hohe Eigenkapitalquote aufweisen.

Der Verschuldungsgrad variiert von Branche zu Branche. Heute wird ein Verschuldungsgrad von 2 (die aufgenommenen Schulden sind doppelt so hoch wie das Kapital der Aktionäre!) noch als akzeptabel eingestuft. Möchten Sie es so strikt wie Warren Buffett handhaben, sollten Sie bereits bei einem Verschuldungsgrad von 0,5 stutzig werden.

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Covid-19: Die ersten 100 Tage nach dem Mini-Crash

+ aus der Praxis: Nutzen Sie das Price-Earnings-to-Growth-Ratio zur Aktienbewertung!

Makroökonomen schauen, nicht nur in der Corona-Zeit, besonders gerne auf die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA. Diese Zahl liegt für die vergangene Woche bei 963.000 und damit leicht besser als erwartet. Zuvor lag die Zahl 21 Wochen lang bei über 1 Million. Der Wall Street war dies schnuppe. Der S&P 500 bewegt sich weiter seitwärts.

Die Bilanz der ersten 100 Tage nach dem Covid-19-Mini-Crash ist sehr positiv. Der S&P 500 konnte um 50 Prozent zulegen – seine beste Performance seit 1933! Der Nasdaq legte sogar um 60 Prozent zu – die stärkste Rallye seit dem Frühjahr 2000. Das liegt natürlich an den großen Tech-Überfliegern. Apple kratzt am 2-Billionen-USD-Market-Cap. In nur 2 Jahren wurde der Börsenwert des Giganten nun verdoppelt.

Doch vergessen wir nicht die Zinsen: Die Realzinsen lagen im Jahr 2000 noch bei 4 Prozent. Aktuell liegen sie 500 Basispunkte darunter, bei -1 Prozent. Mit Blick auf die Aktienbewertungen macht dies einen großen Unterschied aus.

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Finanzwirtschaft hui, Realwirtschaft pfui

An den Finanzmärkten läuft es zurzeit also richtig gut, doch die Risse in der US-Realwirtschaft werden größer. Immer mehr Verbraucher und Haushalte kommen ins Schwimmen.

CARES, das Moratorium für Zwangsräumungen in den USA ist inzwischen ausgelaufen. Experten warnen davor, dass ein beispielloser Ansturm von Zwangsräumungen bevorsteht, der Millionen von Amerikanern mit Obdachlosigkeit bedroht, während sich Covid-19 weiter ausbreitet.

Millionen von US-Amerikanern haben aufgrund der Krise ihre Arbeit verloren, müssen aber weiter ihre Rechnungen begleichen. Eine aktuelle Umfrage des Portals EnergyBot unter 2.000 US-Bürgern stellt fest, dass seit Beginn der Pandemie bereits 24 Prozent der Befragten mindestens eine Zahlung versäumt haben. In dieser Gruppe geben 26 Prozent an, dass sie ihre Mobiltelefon- oder Kabel-TV-Rechnungen nicht bezahlt haben. Weitere 25 Prozent haben es versäumt, für Streaming-Dienste zu bezahlen, und vielleicht noch beunruhigender ist, dass sie einige ihrer Strom- oder Versorgungsrechnungen nicht bezahlen konnten.

38 Prozent haben Abonnements sowie Mitgliedschaften in Fitnessstudios gekündigt. 35 Prozent wiederum senken ihre Kosten, indem sie keine Lebensmittel zum Mitnehmen mehr bestellen.

Insgesamt sagen 52 Prozent, dass sie heutzutage nur noch „das Nötigste“ kaufen. Einige nehmen einen neuen Lebensstil an: 41 Prozent sagen, dass sie eine „minimalistische Lebenseinstellung“ gewählt haben.

Die Nahrungsmittelunsicherheit für US-Haushalte erreichte in den vergangenen Wochen den höchsten gemeldeten Stand seit Beginn der Datenerfassung durch das Census Bureau im Mai. Fast 30 Millionen Amerikaner berichteten, dass sie in den sieben Tagen bis zum 21. Juli nicht genug zu essen gehabt hätten.

Die New Yorker Fed veröffentlichte derweil einen Bericht über die Kreditwürdigkeit von Haushalten. Er fasste zusammen, was einzelne Kreditgeber über ihre eigenen Praktiken berichtet hatten: Wenn Kreditnehmer die Zahlungen für ihre Hypothek, ihren Autokredit, ihre Kreditkartenschulden oder ihren Studentenkredit nicht leisten können, bitten sie um einen Zahlungsaufschub oder eine Stundung, und sie müssen die Zahlungen nicht leisten. Der Kredit gilt nicht als säumig, wenn er nicht schon vorher säumig war. Und selbst wenn er vorher säumig war, können sie einen Zahlungsrückstand „heilen“, indem sie den Kredit zurückstellen und ändern lassen.

Keine Zahlung, kein Problem.

Darlehensnehmer von Studentendarlehen wurden im Rahmen des CARES-Gesetzes automatisch in Unterlassungshaftung versetzt, und obwohl viele Studenten ihre Zahlungen eingestellt hatten, sanken die Säumigkeitsraten. Laut Daten der New Yorker Fed fiel die Säumigkeitsrate der Kreditnehmer von Studentendarlehen, obwohl viele ihre Zahlungen eingestellt hatten, von 10,75 Prozent im ersten Quartal auf 6,97 im zweiten Quartal 2020 – den niedrigsten Stand seit 2007.

Die Stundung von Studentendarlehen ist bis zum 30. September möglich, und bis dahin wird auf die Zinsen verzichtet, statt sie dem Darlehen hinzuzurechnen.

Weil Zahlungsrückstände bei Studienkrediten, Autokrediten, Kreditkartenschulden und Hypotheken „geheilt“ werden, indem die Kredite in Stundungsprogramme überführt und die säumigen Kredite modifiziert werden, werden sie zu „laufenden“ Krediten, auch wenn keine Nachholzahlungen geleistet wurden.

Verrückte Welt. Ally Financial berichtete für das zweite Quartal, dass etwa 21 Prozent seiner Autokreditkunden an seinem Stundungsprogramm teilnahmen, bei dem sie 120 Tage lang keine Zahlungen leisten müssen. „Die überwiegende Mehrheit unserer Darlehensstundungen für Kunden im Programm sollen bis Ende August 2020 auslaufen“, hieß es in dem Bericht. Und was passiert danach?

Ist der Kreditdienstleister Ally Financial für Aktionäre ein Chance? In den letzten 10 Jahren wuchs der Umsatz um 1,87 Prozent pro anno. Der Free Cashflow schwankte jedoch stark. Eine Dividende wird seit 2016 gezahlt und Jahr für Jahr angehoben. Der Cash-Bestand wächst ebenso stetig. Dennoch ist der Verschuldungsgrad hoch. Das Kreditgeschäft verspricht zwar auf den ersten Blick verlässlichen Cashflow, doch die konjunkturellen Aussichten geben Anlass zur Sorge. Kreditgeber selbst könnten Probleme bekommen.

Auch deutsche Versorger fürchten Zahlungsausfälle der Kundschaft

Wegen der geringen Nachfrage musste beispielsweise Eon bereits beschafften Strom im zweiten Quartal 2020 wieder verkaufen. Zudem legte der Konzern Geld für mögliche Zahlungsausfälle von Kunden beiseite. Inklusive dieser Effekte rechnet das Unternehmen für das Gesamtjahr mit Corona-bedingten Belastungen von 300 Mio. EUR. Der Verschuldungsgrad ist heute bereits mit 4,7 sehr hoch, das Current Ratio zu niedrig. Der Cash-Bestand von Eon schmilzt seit 2016 rapide. Einzig die Dividende hält die Anteilseigner derzeit noch bei Laune. Sie soll trotz Krise um jährlich 5 Prozent angehoben werden. Trotz schwacher Bilanz sicherlich ein verlässlicher Titel für die Rente, jedoch ohne jede Wachstumsfantasie. Für Geschäftsjahr 2019 liegt das KGV bei 14. Die Aktie scheint also fair bewertet zu sein.

Das Price-Earnings-to-Growth-Ratio (PEG)

Obacht: Das KGV ist in vielen Fällen wenig  verlässlich. Bei Unternehmen mit starkem Gewinnwachstum fällt es oft relativ hoch aus. Und dabei ist genau dieses Gewinnwachstum ein sehr wichtiges Bewertungskriterium.

An diesem Punkt hilft Ihnen das Price-Earnings-to-Growth-Ratio (PEG) weiter. Zur Berechnung dieser Kennzahl teilen Sie das KGV durch das erwartete Gewinnwachstum in Prozent. Sind KGV und Gewinnwachstum identisch, liegt das PEG folglich bei 1. Sehr günstige Aktien weisen ein PEG von unter 1 auf. Bei ihnen liegt das Gewinnwachstum also über dem KGV.

Ein Beispiel: Das Gewinnwachstum von Amazon lag im Geschäftsjahr 2019 bei 13,44 Prozent. Im gleichen Jahr lag das KGV bei 78,76. Wir rechnen also:

78,76 / 13,44 = 5,86

Das PEG von Amazon lag 2019 bei 5,86. Die Aktie wurde an der Börse also höher bewertet, als es das reale Gewinnwachstum des Konzerns empfiehlt. Gemessen am PEG war Amazon 2019 kein günstiges Investment.

Doch Vorsicht: Eine mögliche Schwachstelle dieser Kennzahl liegt im Betrachtungszeitraum. Vor allem zu Zeiten unberechenbarer Konjunkturentwicklungen und systematischen Krisen können wir Anleger uns kaum auf Wachstumsprognosen verlassen. Doch achten Sie bei der Aktienauswahl auf Management, Geschäftsmodell und Bilanz, werden auch Sie regelmäßig Unternehmen finden, die relativ berechenbare Zahlen abliefern. Das PEG ist in solchen Fällen eine sinnvolle Ergänzung zum traditionellen KGV. Es hilft uns, die Bewertungen am Markt differenzierter zu betrachten. Eine Aktie mit KGV 30 muss nicht zwangsläufig zu teuer sein. Wenn die Gewinne des Unternehmens stark wachsen, kann auch ein solch hohes KGV noch im Rahmen einer gesunden Investmententscheidung liegen. Umgekehrt kann aber auch eine Aktie mit KGV 10 bereits zu teuer sein, wenn die Gewinn stagnieren. Wie für jede Kennzahl gilt auch für das PEG: Niemals sollte es der einzige Maßstab für ein Investment sein.

Werfen also noch einen zweiten Blick auf Amazon. Die Aktie ist nicht besonders günstig anhand des PEG. Doch der große Corona-Gewinner hat für das zweite Quartal 28 Prozent Umsatzwachstum gemeldet. Im Gesamtjahr hat man bislang 321 Mrd. USD eingenommen. Der Cloud-Dienst AWS hat dabei für 40 Mrd. USD gesorgt. Sicherlich nutzt auch die eine oder andere App auf Ihrem Smartphone die Amazon Web Services. Bei der Nettomarge sollten wir angesichts der aktuellen Zahlen eher mit einer 6 als einer 5 vor dem Komma rechnen, wodurch auch der Gewinn in den kommenden 12 Monaten auf rund 25 Mrd. USD steigen sollte. Angesichts der derzeitigen Verteilung der digitalen Welt zwischen China und den USA kann mit Fug und Recht auch über die Aufnahme des Amazon-Papiers in das eigene Depot nachgedacht werden, wenn Sie nicht schon investiert sind. Bei einer solcher zukunftsweisenden Story spielt dann auch das PEG eine untergeordnete Rolle.

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V, U oder L? Schwache Erholung erhöht das Kreditrisiko

+ aus der Praxis: Mit Kredithebel investieren: Eine gute Idee für Privatanleger?

Die französische Zentralbank ärgert sich über die ausufernde Unternehmensverschuldung. In unserem Nachbarland ist der Schuldenstand der Firmen im April um 9,9 Prozent gestiegen. Ein Großteil dieser, während der Pandemie neu aufgenommenen, Schulden wird vom französischen Staat garantiert – im Fall der großen Unternehmen in Höhe von bis zu 80 Prozent. Die Zinssätze für Unternehmenskredite französischer Banken lagen im April durchschnittlich bei nur 1 Prozent. Dies ist der niedrigste Stand seit 2003. Die Banque de France warnt nun: „Der Anstieg der Unternehmensverschuldung könnte die Solvenz vieler Unternehmen beeinträchtigen, und dieses Risiko könnte sich noch verschlimmern, wenn die Erholung schwach ist und sich ihre Ratings verschlechtern. Eine starke Zunahme von Unternehmenskonkursen könnte wiederum die notleidenden Kredite der Banken erhöhen und den für die wirtschaftliche Erholung notwendigen Kreditfluss verlangsamen.“

Europas Geschäftsbanken werden für das zweite Quartal 2020 einen deutlichen Anstieg der zu erwartenden Kreditverluste ausweisen müssen. Zu dieser Erkenntnis gelangt die Ratingagentur Fitch Ratings in seinem neuesten „Large European Banks Quarterly Credit Tracker“. Europäische Banken hatten bereits vor Beginn der aktuellen Krise ein Rentabilitätsproblem. Das letzte Mal, dass die durchschnittliche Eigenkapitalrendite in diesem Sektor die 10-Prozent-Schwelle erreichte, war 2007. Zu dieser Zeit notierten auch viele Bankaktien auf ihrem All Time High. Seitdem hat der durchschnittliche Return on Equity der europäischen Banken dieses Niveau nicht annähernd wieder erreichen können. Er war sogar in drei von fünf Jahren nach dem Höchststand der Aktienkurse 2007 negativ: in den Jahren 2008, 2011 und 2012.

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Die Pandemie-Lage belastet insbesondere Geschäftsimmobilien

Intu Properties, das 17 Einkaufszentren in Großbritannien besitzt, darunter 9 der 20 größten, ist unter Konkursverwaltung gestellt worden, nachdem die Gespräche mit seinen Gläubigern gescheitert waren. Mit einer Marktkapitalisierung von 13 Mrd. GBP in der Spitze vor über einem Jahrzehnt ist Intu das bisher größte britische Unternehmensopfer der Corona-Krise. Der nahende Untergang gefährdet 132.000 Arbeitsplätze, sowohl im Unternehmen als auch in den Tausenden von Geschäften, die es in seinen Einkaufszentren unterhält. Schulden in Höhe von 4,5 Mrd. GBP stehen zur Diskussion. Zuletzt wurden im Jahr 2017 rund 83 Prozent des damaligen Gewinns ausgeschüttet, um Aktionäre bei der Stange zu halten. Der Free Cash Flow lag letztmals 2016 in den schwarzen Zahlen. In den vergangenen 3 Jahren schrumpfte der Bruttogewinn um 5,15 Prozent pro anno.

Auch der Fracking-Vorreiter Chesapeake Energy musste Insolvenz anmelden. Nun soll gemäß Chapter 11 des US-Insolvenzrechts die Kapitalstruktur neu geordnet werden. Der Schuldenberg des Unternehmens ist gewaltig. Allein die langfristigen Finanzverbindlichkeiten übersteigen das gesamte Firmenvermögen um mehr als 17 Prozent. Kurios: Bilanzmathematisch schulden die Aktionäre dem Unternehmen nun sogar Geld. Das Current Ratio ist mit 0,8 wenig erfreulich. Das Geschäft mit Fracking-Gas und -Öl verlief in den letzten Jahren überaus schwankend. In den letzten 5 Jahren fiel der Umsatz um 16,5 Prozent pro anno. Der Bruttogewinn fiel in den vergangenen 10 Jahren um 10 Prozent jährlich. Doch Chesepeake steht nicht allein da wie der sprichwörtliche begossene Pudel. Die gesamte Branche steckt in einer schweren Krise. In diesem Jahr haben schon mindestens 20 Öl- und Gasproduzenten aus den Vereinigten Staaten Insolvenz angemeldet.

Und auch die US-Autoindustrie steht unvermindert unter Corona-Druck. Am 27. Juni haben mehrere Arbeiter zweier Werke von Fiat Chrysler in Detroit, aus Protest gegen die mangelhaften Corona-Sicherheitsmaßnahmen, ihre Arbeit niedergelegt. Drei Arbeitsschichten hintereinander lehnten es ab, die Produktion in der Jefferson North Assembly Plant (JNAP), wo 5.000 Arbeitnehmer beschäftigt sind, weiterzuführen. Auch im Sterling Heights Assembly Plant (SHAP) mit 7.300 Beschäftigten, wurde die Produktion am Samstag stillgelegt, nachdem Arbeiter von einem positiv getesteten Materiallieferanten, der Kontakt mit Produktionsarbeitern hatte, erfahren haben. In dem Werk hat es bisher fünf Tote unter den Arbeitern im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gegeben.

Dass es in diesen Zeiten vor allem auch um das Image geht, hat Konkurrent Ford verstanden. Spätestens in 30 Jahren will der traditionsreiche Autobauer CO2-neutral produzieren. In Europa nutzt das Unternehmen in den Werken in Großbritannien, im rumänischen Craiova und in Köln bereits zu 100 Prozent regenerativ erzeugten Strom. Bis 2035 will das Unternehmen überall nur noch lokal bezogenen Strom aus erneuerbaren Energiequellen für alle seine Produktionsstätten weltweit zu nutzen. Bis 2022 will Ford 11,5 Mrd. USD in Elektrofahrzeuge investieren, in jeder PKW-Produktlinie soll mindestens eine elektrifizierte Version in Europa angeboten werden.

Fahrdienstvermittler Uber muss sich auf eine Sammelklage vorbereiten. Der kanadische UberEats-Fahrer David Heller möchte für sich und andere Chauffeure den Angestelltenstatus erstreiten. Trotz einer Schiedsgerichtsklausel in Hellers Vertrag darf dieser nun im kanadischen Ontario vor Gericht ziehen. Dies entschied der kanadische Supreme Court vor wenigen Tagen mit Verweis auf die grobe Benachteiligung durch Uber. Weitere Uber-Fahrer könnten Hellers Beispiel nun folgen. Uber selbst operiert noch tief in den roten Zahlen. Der operative Verlust liegt für die letzten 12 Monate bei 8,8 Mrd. USD, der Free Cashflow bei -4,7 Mrd. USD. Die Bilanz allerdings ist stabil. Der Verschuldungsgrad liegt bei 0,64 und das Current Ratio bei 1,68 für das letzte Quartal. Auch die Wachstumsstory ist trotz Krise intakt. Im letzten Quartal wurde der Umsatz um 14 Prozent, der Bruttogewinn um 22 Prozent gesteigert.

Hoffnung wächst auch in der Luft. Boeing verkündete den ersten Flug einer 737 Max seit mehr als einem Jahr. Am gestrigen Montag hob in Seattle eine Maschine für einen Testflug zur Neuzertifizierung ab. Weitere Testflüge sollen folgen, um das umstrittene Flugzeugmodell eines Tages doch wieder im Normalbetrieb fliegen lassen zu können. Nachdem die 737 Max seit März 2019 nicht mehr starten darf, fiel der Umsatz um 24,2 Prozent im Gesamtjahr 2019 sowie um weitere 26,2 Prozent im letzten Quartal. Der Bruttogewinn stürzte um 163 Prozent. Der Free Cashflow war zuletzt 2018 positiv. Die Ausschüttungsquote wurde 2019 von 38 auf 120 Prozent hochgetrieben, um Aktionäre bei Laune zu halten. Die langfristigen Verbindlichkeiten kennen seit 2018 nur noch eine Richtung: aufwärts.

Die letzte Story präsentiere ich Ihnen heute aus dem Tech-Sektor. Hardware-Produzent Lenovo aus Hongkong hat unter den Namen „M75n“ und „M75n IoT“ zwei neue ThinkCentre-Systeme vorgestellt, die vor allem durch ihre geringe Größe überzeugen sollen. Bei M75n handelt es sich um einen Desktop, dessen Gehäuse 179 mm x 88 mm × 22 mm misst und nur rund 505 g wiegt. Beim Prozessor hat Lenovo sich für einen Ryzen 3 Pro 3300U bzw. einen Ryzen 5 Pro 3500U, beide von AMD, entschieden. Der CPU stehen in beiden Rechnern 8 GByte Arbeitsspeicher zur Seite. In den USA wird der M75n mindestens 539 USD und der M75n IoT mindestens 329 USD kosten.

Lenovo selbst ist von der Corona-Krise nicht verschont geblieben. Im letzten Quartal schrumpfte der Umsatz um mehr als 24 Prozent, der Bruttogewinn um 61 Prozent. Die Margen jedoch wurden stabil gehalten. Lenovo wirtschaftet profitabel. Der Free Cashflow wurde zuletzt sogar um 60 Prozent gesteigert. Der Verschuldungsgrad ist mit 0,46 gesund.

Mit Kredithebel investieren: Eine gute Idee für Privatanleger?

Bei einem Wertpapierkredit verpfändet ein Anleger seine Wertpapiere und bekommt dafür Geld geliehen. Da es sich um einen Kredit handelt, wird das Geld aus dem Nichts erschaffen, muss aber auch wieder vernichtet werden, wenn der Pfand, in diesem Fall die Wertpapiere, zu wenig wert ist. Sie wissen, werte Leser, die Geldanlage in Aktien kann riskant sein. Sie können im schlimmsten Fall alles verlieren. Ein Wertpapier kann daher auch eines Tages absolut wertlos werden. Genau deshalb sorgen die Banken für sich vor und bauen hier eine Sicherheitsmarge ein. Für DAX-Aktien beispielsweise erhalten Kreditnehmer rund 70 Prozent des aktuellen Kurses, für chinesische Titel ca. 30 Prozent. Andere Regionen und Märkte werden von den Banken als noch unsicherer bewertet.

Gehen wir nun einmal davon aus, ein Beispiel-Anleger namens Bernd besitzt 1.000 Aktien von BASF. Am gestrigen Montag schloss die Aktie bei 50,12 EUR. Das macht einen aktuellen Gegenwert von 50.120 EUR. Von seiner Bank erhält Bernd nun 70 Prozent dieser Summe als Kredit, also 35.084 EUR. Von diesem Geld kauft er 1.000 Aktien des DAX-Unternehmens Covestro zum Kurs von 34,42 EUR. Bernd besitzt nun also verpfändete BASF-Aktien im Wert von 50.120 EUR sowie Covestro-Aktien im Wert von 34.420 EUR. Auch diese Covestro-Aktien kann er nun verpfänden. Er erhält von seiner Bank abermals 70 Prozent des Gegenwertes, also 24.094 EUR. Dieses Geld investiert er in 1.000 Aktien von Infineon zum Kurs von 20,54 EUR…

Gut, Sie wissen, worauf ich hinaus will. Das Spiel kann mehrfach wiederholt werden. Mittels zweier Kreditanträge und zweier Transaktionen bereits hat Bernd den Wert seines Aktiendepots von 50.120 EUR auf 108.634 EUR mehr als verdoppelt. Solange die Kurse stabil seitwärts verlaufen oder sogar steigen, sieht das wunderbar aus für unseren Beispiel-Anleger.

Doch nicht vergessen: Bernd hat 100 Prozent seiner BASF-Aktien und 100 Prozent seiner Covestro-Aktien verpfändet, aber jeweils nur 70 Prozent des Gegenwerts als Kredit erhalten. Und leider haftet Bernd mit seinem gesamten Privatvermögen für dieses geliehene Geld. Beginnen eines Tages die Aktienkurse zu fallen, wird seine Bank ihn nur kurz darauf aufmerksam machen, dann aber recht zügig damit beginnen, die als Sicherheit verpfändeten Aktien zu veräußern. Je schneller der Wagen auf der Börsen-Achterbahn nach unten saust, desto schneller dreht sich auch die Verkaufsspirale. Die Erlöse pro Verkauf sinken dabei proportional zur steigenden Verkaufspanik an den Börsen. Letzten Endes bleiben im schlimmsten Fall nur noch die Schulden übrig. Und dann greift die Bank womöglich auch zum kleinen Reihenhäuschen, das Bernd für sich und seine Familie vor kurzem noch erstanden hat.

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Die „Big 5“ pushen die Rallye

+ aus der Praxis: Verschuldung als Kriterium für den Management-Test

Der Nasdaq Composite Index genießt zurzeit sein bestes Quartal seit 1999, getrieben von den großen Tech-Playern. Gestern liefen die Märkte jedoch etwas schwächer. Der Grund aus Sicht kreativer Nachrichtensprecher: SARS-CoV-2. In den Tagen zuvor wollten viele die weltweiten steigende Zahlen der Neuinfektionen noch nicht sehen, nun spielen sie angeblich schon wieder eine wichtige Rolle für die Börsen. Gründe für alles finden sich immer überall…

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Die „Big 5“ dominieren den Aufschwung seit mehr als 2 Jahren

Die Marktkapitalisierung der fünf größten Tech-Unternehmen zusammen – Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet und Facebook – stieg bis zum gestrigen Mittwoch auf 6,07 Bio. USD. Seit ihrem gemeinsamen Tiefststand am 16. März ist ihre Marktkapitalisierung um mehr als 50 Prozent in die Höhe geschnellt. Das ist ein Anstieg um 2,1 Bio. USD in wenig mehr als drei Monaten. Seit Januar 2017 ist die Marktkapitalisierung der „Big 5“ sogar um 164 Prozent gestiegen.

Nun zur Einordnung: Der Wilshire 5000 Market Cap Index umfasst 3.451 in den USA börsennotierte Unternehmen. Am gestrigen Mittwoch schloss er mit 31.105,62 Punkten. Jeder Punkt entspricht dabei einem Gegenwert von 1,2 Mrd. USD. Die gesamte Börsenkapitalisierung, gemessen am Wilshire 5000 Market Cap Index, beläuft sich damit aktuell auf 37,3 Bio. USD. Seit seinem Tief im März 2020 kletterte der Index um mehr als 38 Prozent.

Gemessen am Wilshire 5000 Market Cap Index machen die „Big 5“ rund 16,2 Prozent der US-Börsenkapitalisierung aus. Im Januar 2017 lag ihr Anteil noch bei 10 Prozent. Nehmen wir nun diese fünf größten Aktien aus dem Index heraus, erhalten wir einen Rest von 31,2 Bio. USD. Gegenüber dem Tiefststand im März ist dieser Rest um 28,4 Prozent gestiegen. Obwohl dieser Zugewinn für eine dreimonatige Rallye stark ist, spielen die „Big 5“ mit einem Sprung von 50 Prozent doch in einer anderen Liga.

Der Knackpunkt kommt noch: Ohne Facebook, Amazon, Alphabet, Amazon und Microsoft liegt der Wilshire 5000 Market Cap Index noch immer unter seinem Höchststand vom 20. Februar 2020. Seit Januar 2018 bereits hat der Index ohne die „Big 5“ nichts hinzugewonnen.

Dies im Hinterkopf wollen wir uns nun ein paar Einzeltiteln widmen…

Amazon rüstet seine Web Services auf. Neu im Portfolio des Cloud-Segments ist ein „Rechner für raue Bedingungen“ namens Snowcone. Er dient der Verarbeitung und dem Transport von Daten direkt am Einsatzort, ausgestattet mit 2 Hauptprozessoren, 4 GByte Arbeitsspeicher, 8 TByte Festplattenspeicher und einer USB-Stromversorgung. Als typische Einsatzszenarien werden extreme Standorte genannt, die keinen Netzzugriff haben, beispielsweise Ölbohrplattformen, Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr, Krankenhäuser, aber auch Militäreinrichtungen.

Auch seine Prime-Kunden will Amazon zukünftig Neues bieten: Live-Sendungen. Das geht aus aktuellen Stellenangeboten des Konzerns hervor, in denen Mitarbeiter für die Produktion von Nachrichten-, Sport- und Musiksendungen gesucht werden.

Facebook muss derweil eine Schlappe in Brasilien hinnehmen. Bereits kurz nach seinem Start muss WhatsApp Pay pausieren. Die Zentralbank will zunächst die Auswirkungen auf den Zahlungsverkehr und den Datenschutz analysieren. Facebook verteidigt seinen Standpunkt, die App sei ein reiner Vermittler und benötige keine Genehmigung der Zentralbank oder anderer Behörden. Mastercard und Visa wurden bis auf weiteres dazu aufgefordert, von WhatsApp Pay übermittelte Transaktionen nicht auszuführen.

In Deutschland versucht Facebook seinem chinesischen Konkurrenten Bytedance Paroli zu bieten. Mit einem Upgrade will Mark Zuckerberg seine App Instagram so weit aufmöbeln, dass es mit der, unter jungen Menschen immer beliebter werdenden, App TikTok mithalten kann. Sogenannte „Reels“ nennt Facebook ab sofort bis zu 15 Sekunden lange Kurzvideos, die die Nutzer aufnehmen, mit Musik und Spezialeffekten versehen und der Community präsentieren können. Facebooks Bemühungen sind nachvollziehbar. Schließlich haben mittlerweile mehr als 2 Mrd. Menschen weltweit den Instagram-Konkurrenten TikTok installiert, mit 315 Mio. Downloads im ersten Quartal 2020 mehr als jemals jede andere App.

Für den Pay-TV-Anbieter Sky kommt die Konkurrenz aus allen Richtungen. Seit 2016 ist der Sport-Streaming-Dienst DAZN aktiv. Und auf der anderen Seite wächst die Zahl der Serien- und Filme-Anbieter. Netflix, Amazon Prime und Disney sind starke Wettbewerber. Für den deutschen Mark ist Sky nun Entscheidendes gelungen: Am Montag bereits wurde der Kauf der überlebenswichtigen Bundesliga-Rechte verkündet. Auch der Erwerb von Formel-1-Rechten sowie die Produktion von deutlich mehr eigenen Serien wird das Angebot stärken. Das Management der deutschen Abteilung spricht von einer „neuen, großen Programmoffensive“. Besonders unter Druck stand Sky bei den Fußball-Übertragungen. Der Verlust der Champions-League wiegt hier sehr schwer. Die neuen Bundesliga-Rechte geben wieder Luft zum Atmen.

Die Sky-Gruppe gehört seit 2018 dem US-Konzern Comcast, der ordentliche Wachstumszahlen vorweisen kann. In den letzten 10 Jahren stieg der Umsatz um 11,79 Prozent pro anno, der Bruttogewinn um 11,34 Prozent und der Nettogewinn um 13,63 Prozent. Auch der Free Cash Flow konnte in den letzten Jahren stetig gesteigert werden, beläuft sich aktuell auf 12 Mrd. USD. Aktionäre profitieren von einer Dividende, die seit 2010 Jahr für Jahr wächst. Aktuell werden 34 Prozent des Gewinns und damit 0,86 USD pro Aktie ausgeschüttet. Die Bilanz jedoch verdient erhöhte Aufmerksamkeit. Zwar konnten die kurzfristigen Verbindlichkeiten in den letzten Jahren etwas reduziert werden, doch ist der Verschuldungsgrad von 1,23 relativ hoch und das Current Ratio von 0,87 relativ niedrig.

Verschuldung ist ein wichtiges Kriterium für den Management-Test

Ich bin nicht der Erste, der Sie darauf aufmerksam macht: Je höher die Schulden eines Unternehmens sind, desto größer ist auch das Potenzial für Betrug.

Wenn ein böswilliger Manager Geld aus dem Unternehmen ziehen will, kann er das Volumen seines Raubzuges erhöhen, in dem er zusätzlich zum Eigenkapital möglichst hohe Schulden aufnimmt. Sich von übertriebener Verschuldung fernzuhalten löst für uns Investoren also auch dieses Problem.

Ausgangspunkt solcher Betrugsversuche ist natürlich stets ein grundlegender Interessenkonflikt zwischen Manager und Aktionären. Beide wollen ihre finanziellen Vorteile maximieren, doch ihre Ziele sind nur teilweise identisch. Leider werden sich nur wenige Manager für die Aktie entscheiden, wenn es darum geht, entweder den Aktienwert zu steigern oder das eigene Vermögen.

Eine möglichst hohe Beteiligung am Unternehmen hilft an dieser Stelle und stärkt das Eigentümer-Mindset des Managements. Doch eine gesunde Dosis Skepsis sollten Sie sich bewahren, wenn Sie das Fundament eines Unternehmens bewerten wollen – vor allem in Fällen hoher Verschuldung.

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Facebook vs. Amazon: Zalando als lachender Dritter?

+ aus der Praxis: 4 Fragen zur Analyse des Aufsichtsrats

Schlechte Nachrichten sind keine Nachrichten. Die steigenden Infektionszahlen in den USA, neue Ausbrüche in Südkorea und die lokalen Hotspots in Europa werden geflissentlich ignoriert. Neue Kurstiefs an den Börsen werden gefeiert. Immer mehr Privatanleger steigen jetzt ohne fundamentale Analysen ein. Neue Trading Apps wie Robinhood verzeichnen Rekordzugriffe. Und die Bilanzen der Notenbanken wachsen munter an. Sehen wir also schon eine neue Spekulationsblase?

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Die US-Einzelhandelsumsätze stiegen im Mai stärker als erwartet und machten einen wesentlichen Teil der Verluste des Vormonats wieder wett. Nichtsdestotrotz signalisieren die BIP-Schätzungen für das zweite Quartal ein Minus von rund 30 Prozent. Andere Wirtschaftsdaten, wie die wöchentlichen Arbeitslosenanträge, unterstreichen weiterhin die enormen Belastungen der Krise. Die in den USA als sehr wichtig wahrgenommene Zahl der Eigenheimverkäufe ist im Mai weiter deutlich gefallen. Nach Angaben der National Association of Realtors wurden 340.000 Häuser weniger verkauft als im Mai 2019. Das ist der stärkste Rückgang seit der Finanzkrise 2008. Im Bericht wird eine pandemiebedingte „Flucht in die Vorstädte“ diagnostiziert. Home Office macht es möglich.

Und damit kommen wir auch schon zu einer Betongold-Aktie: TAG Immobilien aus dem MDAX. Das Portfolio des Unternehmens umfasst rund 84.000 Mietwohnungen – vor allem im Osten Deutschlands. Trotz dieser Menge schafft es das Management, die Zahlen relativ verständlich aufzubereiten und transparent zu kommunizieren. Ein bisschen Wachstumsmusik liegt noch dank einiger potenzieller Übernahmen in der Luft. Die Eigenkapitalrendite liegt bei gut 20 Prozent, die Gesamtkapitalrendite bei 8,17 Prozent. Über die letzten 10 Jahre wuchs der Umsatz um 14 Prozent pro anno, der Bruttogewinn um 7,43 Prozent. Auch der Free Cashflow konnte in den letzten Jahren stetig gesteigert werden, liegt aktuell bei 0,91 EUR pro Aktie. Insgesamt ist TAG Immobilien eine solide Aktie. Die Bilanz ist mit einem Current Ration von 1,52 und einem Verschuldungsgrad von 1,07 akzeptabel. Für diese kapitalintensive Branche sind das gute Werte. Auch als Dividendentitel ist TAG interessant. In den letzten 9 Jahren wurde die Ausschüttung stets angehoben. Zurzeit liegt sie 0,75 EUR pro Anteil, ist also gut gedeckt vom Free Cashflow. Bezogen auf den Gewinn liegt die Payout Ratio bei 75 Prozent, die aktuelle Dividendenrendite bei 4 Prozent.

Gestern hatte ich Ihnen bereits vom ewigen Hahnenkampf zwischen Facebook und Amazon berichtet. Zuckerbergs Shop-Angebot sorgt für neuen Wirbel. Auf diesem Segment ist nicht nur Amazon der Angegriffene. Auch Zalando muss aufpassen. Mitten in der Finanzkrise als reiner Modehändler gegründet und 2014 an die Börse gebracht, zählt der Modehändler mittlerweile zu den stärksten Titeln im MDAX und starker Amazon-Konkurrent.

Die Zahlen zum ersten Quartal 2020 verdeutlichten bereits die gestiegene Nachfrage während des Lockdowns. Ein aktueller Zwischenbericht zur Krise verweist nun auf die um 17,8 Prozent gestiegene Zahl der Bestellungen. Die Zahl der Neukunden ist im April um 40 Prozent gestiegen. Im Schnitt lassen die Kunden 56 EUR pro Einkauf in den Kassen der Mode-Plattform. Gewinn jedoch wird nicht erzielt. Der Cashflow wird komplett für mehr Wachstum investiert. Entsprechend sank der Operative Cashflow für die letzten 12 Monate auf 125 Mio. EUR. Der Free Cashflow ist negativ.

In den letzten 5 Jahren wuchs der Umsatz um 23,97 Prozent pro anno, der Nettogewinn jährlich um 16,18 Prozent. Wer nun auf hohe Schulden spekuliert, liegt jedoch falsch. Das Current Ratio liegt bei gesunden 1,52 und die langfristigen Verbindlichkeiten machen gerade einmal die Hälfte des Eigenkapitals aus. Allerdings ist der Verschuldungsgrad seit 2018 wieder deutlich gestiegen und sollte von Aktionären genau im Blick behalten werden. Auf dem Wachstumspfad der letzten Jahre – weg vom Händler-Image, hin zum Plattform-Gedanken – wurde auch die Cash-Position deutlich heruntergefahren. Von ihrem Höchststand des Jahres 2014 ist sie weit entfernt. Liquidität macht aktuell 24,51 Prozent der Zalando-Bilanz aus. Für das 2. Quartal „warnt“ das Management vor einem signifikanten Umsatzsprung. Die Plattformstrategie wird noch konsequenter als früher umgesetzt, das Partnerprogramm entsprechend erweitert. Zalando kooperiert seit Corona auch verstärkt mit dem lokalen Handel, dessen Geschäfte deutlich leerer sind als zuvor. Statt via eBay oder Amazon sollen die Kunden ihre Lieblingsboutiquen auf Zalando besuchen. Alles in allem ein interessanter Wachstumstitel und spannender Amazon-Konkurrent. Mit Blick auf den Abstieg von Wirecard ergibt sich nun sogar vielleicht eine Aufstiegschance in den DAX.

Volkswagen will sich ein Stück weit unabhängiger machen von Google dessen System Android Auto. Mit vw.os entwickelt der Autobauer ein eigenes Betriebssystem für die Cockpits in seinen Fahrzeugen. Kunden können damit ihre Apps vom Smartphone direkt auf das Display im Fahrzeug bringen. Vor allem Datenschutzgründe brachte das Management gegen eine weitere Kooperation mit Google vor. Das eigene System soll zu großen Teilen als Open-Source-Projekt auch anderen Herstellern zur Verfügung gestellt werden. Von den Assistenzsystemen über Einparkhilfen und Ladetechnologien bis zur Unterhaltung der Fahrgäste soll vw.os alles abdecken können. Investitionen in Höhe von 7 Mrd. EUR bis zum Jahr 2025 wurden veranschlagt. Doch ganz ohne Google wird es auch Volkswagen nicht schaffen. Auch vw.os wird auf dem Linux-Derivat Android basieren.

Fujitsu rüstet Japans neuen Supercomputer mit Prozessoren von ARM aus. Mit 415 Petaflops setzt sich „Fugaku“ ganz klar an die Spitze der neuen Top-500-Liste der weltweiten Supercomputer. Das System ist rund 2,8-mal so schnell wie der bisherige Spitzenreiter, der US-amerikanische Summit von IBM.

Gaming-Legende Nintendo wird von seinen bisherigen Plänen im Mobil-Bereich abrücken. Als einer der Gründe dafür nannte das Management die enttäuschenden Umsätze des Smartphone-Spiels Super Mario Run im Vergleich zu anderen Gaming Apps in den vergangenen Monaten. Die Umsätze seien im Gegensatz zur Konkurrenz deutlich gefallen. Vor zwei Jahren hatte Shuntaro Furukawa, der aktuelle Präsident von Nintendo, noch verkündet, dass Nintendo plane, drei Smartphone-Spiele pro Jahr zu veröffentlichen und einen Jahresumsatz von 1 Mrd. USD prognostiziert.

Nintendo gilt zwar als „Bleib-zu-Hause-Aktie“, doch der Gesamtumsatz sank trotz Corona im vergangenen Quartal um 4,88 Prozent. Die Konkurrenz durch Sony und Microsoft macht den Japanern das Leben schwer. In den vergangenen 10 Jahren fiel der Umsatz um 4,17 Prozent pro anno, der Bruttogewinn um 8,53 Prozent, der Nettogewinn um 3,57 Prozent. Der Free Cashflow zumindest konnte 2019 wieder leicht um 12 Prozent steigen, wird aktuell mit umgerechnet 2,6 Mrd. USD beziffert. Die Bilanz des Unternehmens ist stark. Das Current Ratio liegt bei 4,10. Die liquiden Mittel machen 57 Prozent der Buchwerte aus. Für Zukunftsinvestitionen ist Geld vorhanden. Doch dafür muss mehr kommen als das Mario-Franchise. Die neue Konsole Switch konnte in den letzten 3 Jahren Fans zurückholen. Doch gerade technisch hat Nintendo in der letzten Dekade wenig vorangebracht, während die Konkurrenten auf- und überholten.

Und schon sind wir wieder beim Thema Management. Mit dieser Brille auf der Nase erkennt man viel Interessantes bei so manchem Unternehmen – auch bei Nintendo. Wie schaut hier das Board of Directors aus? Schließlich sollte dieser Aufsichtsrat die Interessen der Aktionäre vertreten.

Insgesamt sehen wir bei Nintendo 8 Direktoren, angeführt von Shuntaro Furukawa und Satoru Shibata, der auch im Board der Pokémon-Franchise sitzt. Wie bei jedem anderen Großkonzern auch, stellt sich hier die Frage, wie unabhängig und aktionärsorientiert diese Aufseher wirklich sind…

Wir Anleger sollten uns bei jedem zu analysierenden Unternehmen auch diese 4 Fragen stellen:

  1. Profitieren die Aufsichtsräte finanziell durch ihren Aktienbesitz am Unternehmen oder durch die Honorare für ihre Teilnahme an den Board-Sitzungen?
  2. Wäre das Board, wenn nötig, tatsächlich bereit, dem CEO zu widersprechen oder ihm sogar zu kündigen?
  3. Sind die Aufsichtsratsmitglieder Günstlinge der Geschäftsführung oder tatsächlich qualifiziert?
  4. Haben sie früher vielleicht für weniger überzeugende Unternehmen gearbeitet?

Warren Buffett pflegt hinsichtlich des Aufsichtsrats eine radikale Meinung und spricht sich dafür aus, dass die Befugnis über wichtige Unternehmensentscheidungen wie Fusionen und Übernahmen bei den Aktionären liegen sollte. Er geht sogar so weit, den Aufsichtsrat als Teil des Managements zu sehen statt als Vertreter der Aktionäre.

Wie aggressiv Sie hier analysieren, liebe Leser, liegt bei Ihnen. Ein kritischer Blick auf Management und Board gehört in jedem Fall zum A und O einer soliden Unternehmensbewertung.

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Die Post-Corona-Herausforderungen für Online-Plattformen

+ aus der Praxis: Deshalb sollten Investoren den Principal-Agent-Konflikt ernst nehmen

Nein, heute geht es nicht um Wirecard. Über Markus Braun und seine Kapriolen mit asiatischen Banken werden Florian König, Alan Galecki, Pascal Andres und ich in unserem Podcast am kommenden Freitag detailliert sprechen. Dann wird sich der Staub etwas gelegt haben und wir können klarer sehen.

Wagen wir zunächst einen vorsichtigen Blick in die Glaskugel: Fidelity Investments hat einmal mehr die Volatilität des S&P 500 in den historischen Kontext gestellt. Ergebnis: Die Korrelation zur Finanzkrise 2008 ist recht ausgeprägt. Charttechniker gehen nun davon aus, dass wir in den kommenden Wochen stabile, sich seitwärts bewegende Märkte sehen werden…

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In mehreren US-Bundesstaaten steigen die Covid-19-Infektionszahlen weiter, weshalb Mitarbeiter von Disney nun darum baten, die Wiedereröffnung der Freizeitparks weiter nach hinten zu verschieben. Mit Sicherheit wird es hier nicht nur zu einer Verschiebung der Umsätze innerhalb der einzelnen Sparten kommen. Auch die enormen Arbeitsplatzverluste weltweit, vor allem in den USA, reduzieren die Konsumbereitschaft der potenziellen Kundschaft. Das Problem betrifft nicht nur Disney. Doch dieser Konzern ist besonders anfällig. Schließlich brummt seine wichtigste Sparte nur dann richtig gut, wenn viel Personal eingesetzt wird. Entsprechend schwer wiegt dieser Kostenblock auch in Zeiten geringer Auslastung. Die kommenden Wochen und Monate werden also noch holprig für Mickey und Donald.

Landesweit sinken die Infektionszahlen auch in den USA. Die Sektflaschen werden vielerorts bereits aus dem Kühlschrank geholt. Etwas anderes als gute Nachrichten und gute Stimmung wollen viele Marktakteure aktuell nicht wahrnehmen. Wirecard außen vor, stehen alle Zeichen auf V. Die schnelle, V-förmige Erholung ist das, was nun die meisten sehen wollen. Die Menschen gehen wieder raus. Sie kaufen wieder ein. Es geht wieder los…

Doch wir sind keine Sentiment-Analysten.

Wir schauen auf Fundamentales.

Activision Blizzard hat als eine der „Bleib-zu-Hause-Aktien“ von der Corona-Zeit profitiert. Nach Hochrechnungen von Nielsen Super Data haben PC- und Konsolenspieler innerhalb von nur 80 Tagen 200 Mio. EUR in das Call-of-Duty-Franchise gepumpt – pro Tag 2,6 Mio. EUR nur durch Online-Transaktionen und physische Einkäufe direkt bei Activision Blizzard. Dies dürfte um einiges mehr sein, als World of Warcraft – seit Jahren verlässlicher Umsatzlieferant des Spiele-Publishers – in seiner Hochphase von 2008 bis 2011 geschafft hat. Auch mit dem Erfolg des Free-to-Play-Battle-Royale-Ablegers „Call of Duty – Warzone“ kann man bei Activision Blizzard zufrieden sein. Im ersten Monat nach Erscheinen haben sich bereits mehr als 50 Mio. Spieler auf den digitalen Schlachtfeldern bekämpft.

Heute wird es spannend für Amazon. Mit Extra-Rabatten soll die ohnehin exorbitante Marktmacht weiter ausgebaut werden. Zwar laufen die meisten Betriebe in China mittlerweile wieder wie gewohnt, aber das Problem hat sich verlagert: Das Angebot steigt wieder, doch die Nachfrage ändert sich. Einige Produktkategorien, wie Mode und Schuhe, erleben seit dem Beginn der Pandemie einen Rückgang, andere Kategorien wie Lebensmittel und Haushaltswaren, Home-Office-Ausstattung, Garten, Fitness oder der Unterhaltungssektor verzeichnen hingegen einen Anstieg der Verkäufe. Zum Teil liegt dies auch an weiterhin getätigten Hamsterkäufen. Die Kunden kaufen auf Vorrat und sie versuchen, ihr Home Office für den nächsten Lockdown zu präparieren. Dazu benötigen sie beispielsweise technische Ausrüstung für das Home Office, aber auch Fitnessgeräte.

Obwohl die Geschäfte in den Innenstädten wieder ihre Pforten öffnen, dürfte die Zurückhaltung der Kunden im stationären Handel noch anhalten. Viele Kunden werden den Gang ins Kaufhaus noch meiden aus Unsicherheit über die wirtschaftliche Gesamtlage und aufgrund von Bedenken bezüglich der weiterhin vorhandenen Infektionsgefahr. Die Verlagerung vom Offline-Handel hin zum Online Shopping wird noch anhalten.

Nicht zu verachten: Die vor einem Jahr eingeführte Visa-Kreditkarte ermöglicht es Amazon, noch sehr viele genauere Daten über seine Kundschaft zu sammeln. Zudem wird weiter an der Lock-in-Schraube gedreht: Die gesammelten Bonuspunkte können die Kunden nur auf Amazon einlösen.

Daten werden auch in Zukunft ganz oben auf dem Menüplan der Plattformen stehen

Mark Zuckerberg zieht mit Facebook Shops nach, will Amazon Konkurrenz machen. Seine Nutzer können damit direkt  auf der Plattform shoppen, ohne zur Website des Händlers wechseln zu müssen. Ärgerlich für Plattformen wie Zalando und Amazon, auch wenn ihre Infrastruktur deutlich besser ausgebaut ist. Auf der anderen Seite mischt Amazon auch immer stärker mit im Werbegeschäft und knabbert hier an der Marktmacht von Facebook. Das Ringen der Platzhirsche dauert also noch an.

Nicht wenige Analysten setzen große Stücke auf Delivery Hero. Der Lieferdienst sollte insbesondere dank Corona seinen Umsatz gesteigert haben. Aktuell beläuft sich die Marktkapitalisierung auf rund das Dreifache von Wirecard. Ja, der Umsatz stieg bereits vor Corona lässig um 50 Prozent pro anno. Corona gab da nochmal einen Push. Doch der Cashflow ist tiefrot: -459 Mio. EUR für die letzten 12 Monate. Zusätzliches Wachstumspotenzial soll ab sofort auch durch Lebensmittellieferungen aus dem Supermarkt generiert werden. Das Geschäftsmodell ist sehr kapitalintensiv. Für 2023 peilt das Management die ersten Gewinne an.

Während Tesla konkrete Pläne für den Bau eines neuen Werkes im texanischen Landkreis Travis County vorgelegt hat, kursieren Gerüchte, nach denen Daimler 2.000 Arbeitsplätze streichen will. In welcher Abteilung? Ausgerechnet in der IT. Hardware, Netzwerke und Kundenservice sollen auf verschlankt und effizienter werden. Teslas neue Fabrik wird derweil aller Voraussicht nach 5.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Die insgesamt nun vierte Tesla-Autofabrik erscheint dringend nötig angesichts des kommenden Model Y und des Cybertrucks.

Der Autovermieter Hertz hat seinen Versuch einer Kapitalerhöhung zurückgezogen, begibt sich nun auf die Suche nach einem Insolvenzkredit in Höhe von 1 Mrd. USD.

Die Flugbranche steht weltweit unter Druck

Mexikos wichtigste Fluggesellschaft, Aeromexico, sah sich am Freitag gezwungen zu dementieren, dass sie ein Umstrukturierungsverfahren nach Kapitel 11 des Konkursgesetzes der Vereinigten Staaten einleiten werde. Entsprechende Mutmaßungen waren zuvor in der meistgelesenen mexikanischen Finanzzeitung „El Financiero“ formuliert worden.

In ihrer Pressemitteilung verkündete das Management, nach Möglichkeiten zu suchen, seine kurz- und mittelfristigen finanziellen Verpflichtungen umzustrukturieren. Die Nerven der Investoren konnten jedoch nicht beruhigt werden. Die Aktie von Aeromexico beendete den Freitag mit einem Minus von 4,5 Prozent. In den letzten 12 Monaten hat sie 60 Prozent verloren. Allein der Blick auf die Bilanz schockiert. Der Verschuldungsgrad liegt für das letzte Quartal bei 13,23 und das Current Ratio bei nur 0,44. Der Umsatz fiel im letzten Quartal um fast 14 Prozent. Die Eigenkapitalrendite ist negativ. Auch alle anderen Profitabilitätskennzahlen zeigen auf „Stopp“.

In Europa landete Alitalia im Visier der EU-Kontrollbehörden, die untersuchen, ob gezahlte Corona-Hilfen auch wirklich zur Überwindung der Krise genutzt wurden. Alitalia befindet sich seit Mai 2017 bereits in Konkursverwaltung. Eine absolute Ausnahme, da es im italienischen Konkursrecht gängige Praxis ist, ein Unternehmen nach spätestens einem Jahr zu liquidieren, wenn kein neuer Käufer gefunden oder kein Sanierungsplan vereinbart werden konnte. Am 18. März 2020 beschloss die italienische Regierung die Verstaatlichung von Alitalia. Kosten sofort: 600 Mio. EUR. Langfristig: 3 Mrd. EUR.

Ermittler der EU-Behörden haben nunmehr eine lange Reihe von Ungereimtheiten aufgezeigt. Zu den Hauptproblemen gehören die genaue Art von zwei noch laufenden „Überbrückungskrediten“ in Höhe von insgesamt 1,3 Mrd. EUR sowie die außergewöhnlich lange Zeit, die in der Konkursverwaltung verbracht worden ist, ohne dass ernsthaft versucht wurde, das Unternehmen zu verkaufen oder umzustrukturieren. Die italienischen Regierung muss nun bis zum 1. September 2020 einen neuen Sanierungsplan vorlegen.

Von Agenten und Prinzipalen

Nicht zuletzt das Beispiel Alitalia zeigt uns Anlegern, wie wichtig es ist, dem Management auf die Finger zu schauen. Risiken ergeben sich für uns oft daraus, dass die Interessen der Führungskräfte nicht mit unseren übereinstimmen.

Aktionäre wie Manager freuen sich, wenn die Aktie steigt. Doch wenn Manager die Wahl haben, ob sie den Aktienwert oder ihr eigenes Vermögen steigern, wird sich manch einer nicht für die Aktien entscheiden.

Eine wichtige Rolle spielt hier der Principal-Agent-Konflikt, d.h. die Befürchtung, dass die angestellten Agenten, die Manager des Unternehmens, im Zeitablauf die Interessen der Principals, der Aktionäre als Eigentümer des Unternehmens, vergessen und sogar aktiv konterkarieren. Die konkrete Gefahr besteht darin, dass die Manager über sehr viel bessere Möglichkeiten verfügen, die Zukunft des Unternehmens zu beeinflussen, und diese Macht schließlich missbrauchen.

Viele Manager glauben, dass sie im Geschäft sind, um Geld zu verdienen – wovon auch Aktionäre profitieren würden. Nicht selten jedoch ist dies ein Trugbild. Geld ist nicht alles, auch nicht für CEOs und Vorstände. Attraktiv erscheint es auch, schicke neue Produkte herzustellen, Arbeitsplätze zu schaffen, eine Branche umzukrempeln, den eigenen Ruhm zu mehren oder einfach nur Gesprächsstoff für das nächste Dinner zu sammeln.

Manch einer möchte auch schlicht und einfach nur den konkurrierenden Managern zeigen, welch toller Hecht er ist. Es gibt so viele andere Arten als den schnöden Mammon, sich als Führungskraft Befriedigung zu verschaffen. Jedoch leiden unter den meisten von ihnen die Eigentümer des Unternehmens, da auf diesen Wegen der Unternehmenswert nicht gesteigert wird.

Der Principal-Agent-Konflikt besteht zu jeder Zeit. Und uns Anlegern obliegt es, ihn niemals aus dem Blick zu verlieren. Bis zu einem gewissen Grad müssen wir das Management misstrauisch bewerten. Wie aggressiv Sie letztendlich analysieren, ist sicherlich auch eine Frage Ihres individuellen Charakters und liegt ganz bei Ihnen.

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Fraport muss sparen. Softbank muss verkaufen.

+ aus der Praxis: Ist Robinhood das neue Tipico?

Die Berichtssaison läuft langsam wieder an. Corona-bedingt schauen wir mit besonderer Spannung auf die kommenden Zahlen. Der Lampenhersteller Osram rechnet für sein drittes Geschäftsquartal, das am 30. Juni enden wird, aktuell mit einem Umsatzminus von bis zu 35 Prozent. Das Gesamtjahr 2020/21 soll mit einem Umsatzminus von bis zu 19 Prozent enden. Die schwache Nachfrage der Automobilhersteller nannte das Management als Hauptgrund der Misere. In den letzten 3 Jahren hat sich die Höhe der kurzfristigen Verbindlichkeiten merklich erhöht. Das Current Ratio liegt für die letzten 12 Monate bei 1,01. Dennoch ist die Bilanz mit einer Schuldenquote von 0,14 solide. In den letzten 12 Monaten wurde auch wieder ein deutlich positiver Free Cashflow erwirtschaftet. Mit einer Dividende ist dennoch nicht zu rechnen.

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Oracle vermeldete einen um 6 Prozent gefallen Umsatz für den Zeitraum März bis Mai. Der Nettogewinn sank um 17 Prozent auf 3,1 Mrd. USD. Das Cloud-Geschäft konnte die negative Entwicklung etwas abfedern, doch in der Krise wurden einige Aufträge verschoben oder storniert. Der Free Cashflow ist dennoch stabil bei rund 12 Mrd. USD. Die Dividende wurde sogar auf 0,96 USD erhöht. Die Payout Ratio ist mit 31,2 Prozent recht niedrig. Die langfristigen Schulden lasten jedoch schwer auf der Bilanz. Die Schuldenquote liegt bei 3,46.

Deutlich besser läuft es für Zalando – glaubt man zumindest der Pressestelle. Der Modehändler aus dem MDAX rechnet mit „deutlich besseren“ Zahlen für das zweite Quartal, verglichen mit den Erwartungen von Analysten. Branchenexperten hatten zuvor mit einem Umsatzplus von 16 Prozent gerechnet. Konkrete Zahlen zum zweiten Quartal werden am 16. Juli veröffentlicht.

Flughafenbetreiber Fraport kündigte an, in den kommenden Jahren zwischen 3.000 und 4.000 Arbeitsplätzen abzubauen. CEO Stefan Schulte rechnet mit einer „Normalisierung“ des Geschäfts erst ab 2023. Die Bilanz ist mit einem Current Ratio von 1,09 und einer Schuldenquote von 1,2 nicht sonderlich stabil. Ein positiver Free Cashflow wird seit drei Jahren nicht mehr erwirtschaftet. Um die Aktionäre dennoch bei der Stange zu halten, wurde die Dividende zuletzt 2019 auf 2 EUR pro Anteilsschein erhöht.

Auch Volvo, Nutzfahrzeughersteller aus Schweden, baut Stellen ab: insgesamt 4.100. Das Management rechnet mit einer mittelfristig stagnierenden bis fallenden Nachfrage. Die ersten Kündigungen sollen bereits im zweiten Halbjahr 2020 ausgesprochen werden.

Nach der aktuellen Studie „Global Automotive Outlook 2020“ von AlixPartners sollen die weltweiten Autoverkäufe in diesem Jahr um 20 Mio. geringer ausfallen als in 2019. „Als wäre ein Markt von der Größe Europas über Nacht verschwunden”, so die düstere Beschreibung im Bericht. Dabei liegen die wirklich guten Zeiten schon einige Monate zurück. Der automobile Vertriebshöhepunkt war bereits 2017 mit weltweit 94 Mio. verkauften Pkw erreicht worden. Aus der aktuellen Krise werde vor allem Tesla als Gewinner emporklimmen. Den stärksten Einbruch prognostizierten die Analysten auf dem europäischen Markt – ein sattes Minus von 32 Prozent.

Der japanische Mischkonzern Softbank steht weiter unter hohem Druck seiner Investoren. Um die Verluste des vergangenen Geschäftsjahres zu kompensieren und die Schuldenlast zu senken, sollen nun milliardenschwere Anteile an T-Mobile USA feilgeboten werden. Zum aktuellen Kurs ist das Aktienpaket derzeit mehr als 30 Mrd. USD wert. Auch andere Beteiligungen stehen auf der Verkaufsliste.

Chiphersteller preschen vor

Qualcomm hat mit dem Snapdragon 690 einen neuen Prozessor mit 5G-Modem für Mittelklasse-Smartphones in der Preisklasse von 400 bis 600 EUR vorgestellt. Erste Endgeräte erwartet das Unternehmen für die zweite Hälfte 2020, unter anderem von Nokia, Motorola und LG. Gefertigt wird der Chip im 8-nm-Verfahren von Samsung. Die neue Lösung erreicht im Snapdragon 690 maximale Transferraten von 2,5 GBit/s im Down- und 660 MBit/s im Upstream. Qualcomms Free Cashflow wuchs in den letzten Jahren ordentlich. Die Dividende wurde regelmäßig erhöht, jedoch bei einer recht hohen Payout Ratio von aktuell 73,4 Prozent. Die Schuldenlast liegt mit einer Quote von 4,42 für das letzte Quartal jedoch schwer. Die 2018 sprunghafte gestiegen langfristige Verschuldung konnte bis heute nicht signifikant gedrückt werden.

Konkurrent AMD hat eine neue Mobil-GPU für Apples MacBook Pro vorgestellt: die Radeon Pro 5600M. Sie setzt auf 8 GByte HBM2-Speicher anstatt GDDR6-RAM. Wichtigster Fortschritt: HBM2-RAM benötigt bei vergleichbarer Leistung weniger Strom und Platz als GDDR6. Statt acht Speicherchips um den GPU-Träger herum zu platzieren, sitzen die zwei HBM2-Stacks direkt neben dem Grafikchip.

Umstritten bleibt derweil die Frage, inwieweit Huawei auf dem deutschen 5G-Markt mitspielen darf. Nach Berechnungen der Deutschen Telekom würde ein Ausschluss des chinesischen Unternehmens Mehrkosten in Höhe von 3 Mrd. USD bedeuten. Zudem wären technische Rückschritte bei 4G die Folge.

Cloud-Anbieter Dropbox erweitert seine Feature-Palette um automatische Rechner-Backups und eine Passwortverwaltung. Zudem wurde eine Art digitaler Tresor für wichtige Dokumente angekündigt, den Nutzer gegebenenfalls auch ausgewählten anderen Nutzern öffnen können.

Am vergangenen Dienstag startete Facebook seinen neuen Bezahldienst WhatsApp Pay. Den Anfang dürfen Nutzer in Brasilien machen. Der Kundenkontakt für Unternehmen wird auf diesem Wege deutlich erleichtert. Für eine Transaktion muss der Service-Chat nicht mehr verlassen werden.

Ein anderes Tool aus dem Hause Zuckerberg wird bald womöglich wichtigste Nachrichtenquelle der Welt: Instagram. Zu diesem Schluss kommt der diesjährige Digital News Report von Reuters. 30 Prozent der Befragten gaben an, soziale Medien als wichtigste Nachrichtenquelle zu sehen. Besonders Instagram stach in den Antworten hervor. Über alle Altersgruppen hinweg verdoppelte sich der Nachrichtenkonsum via Instagram seit 2018. Die Corona-Krise stärkte diesen Trend.

Aktienwette statt Sportwette?

Die vergangenen Woche waren sehr arm an sportlichen Highlights. Corona und Lockdowns machten auch den bekannten Wettanbietern eine  dicken Strich durch die Rechnung. Doch die Kundschaft will weiter zocken. Profitiert haben davon womöglich auch neue Trading-Plattformen wie Robinhood. Dank geschickten Affiliate-Marketings (neu vermittelte Kunden erhalten eine kostenlose Aktie im Wert von maximal 10 USD ins Depot) und kostenloser Transaktionen meldeten sich im März und April drei Millionen neue Kunden an. Rund zwei Millionen Kunden sind täglich auf Robinhood aktiv. Und obwohl institutionelle Anleger weiterhin den Großteil aller täglichen Investitionen stemmen, hat der Robinhood-Anteil an den weltweiten Transaktionen doch schon ein paar Spuren hinterlassen. Seit der letzten Finanzierungsrunde wird das Start-up mit rund 8,3 Mrd. USD bewertet.

Die Kundenstamm-Demographie von Robinhood erinnert durchaus an die der Sportwettanbieter: männlich, zwischen 25 und 34 Jahren alt. Zudem ist der Aufbau der App auf dem Smartphone und ihre Funktionsweise kaum mit klassischen Handelsplattformen vergleichbar. Geschickt verbindet die App Spiel und Wette.

Und noch ein Indiz: Die Aktie von DraftKings wurde im vergangenen Monat so oft in Robinhood-Portfolios aufgenommen wie kaum ein zweites Unternehmen. Was macht DraftKings? Es bietet sogenannte Fantasy-Sports-Ligen an, in den sich Sportenthusiasten online als Manager betätigen können.

Aber auch zwei weitere, auf ihre Art interessante, Aktien wurden bislang besonders gerne gehandelt auf Robinhood: Der Autovermieter Hertz, der in den USA Gläubigerschutz beantragt hat, sowie Nikola.

Was macht Nikola? Das Unternehmen baut Elektro-Lkws… Oder will sie eines Tages bauen… Aktuell steht der Umsatz bei genau 0 USD. Dennoch war das Unternehmen an der Börse zeitweise 34 Mrd. USD teuer. CEO Trevor Milton tönt von Pick-up-Plänen und einem Großangriff auf Ford. Doch verpflichtende Orders von zahlungsbereitenden Kunden gibt es aktuell nicht.

Robinhood ist kein Einzelfall. Seit es Börsen gibt, werden sie auch von Wettfreudigen und Spielern genutzt, um das schnelle Geld zu machen. Ein anderes Beispiel unserer Zeit ist Plus 500. Der Online-Dienstleister für den internationalen Handel mit Contracts for Difference (CFDs) hat für sein erstes Quartal 2020 ein sensationelles Ergebnis vorgelegt. In den drei Monaten wurden bereits 90 Prozent der Einnahmen erzielt, die im gesamten letzten Jahr erzielt werden konnten. Mehr Kunden, höhere Kundenaktivität und niedrigere Akquisitionskosten halfen dabei.

Anzeichen für Glücksspiel treten bei Plus 500 noch etwas deutlicher zutage als bei Robinhood. Die Haltedauer von CFDs ist extrem gering, liegt bei weniger als einer Stunde im Durchschnitt. In der gesamten Branche verlieren rund 80 Prozent der Kunden ihr Geld.

Robinhood: Segen oder Fluch für Privatanleger?

Könnte es nun sein, dass Robinhood den Markt so verzerrt, dass eine nachhaltige Investmentstrategie unmöglich wird? Nein.

Immerhin hat die Plattform viel dafür getan, Transaktionskosten deutlich zu senken. Die gesamte Branche muss sich an dieser neuen Preispolitik orientieren. Und mit Smartbroker gibt es bereits eine deutsche Plattform, die einen ähnlichen Weg geht.

Geringe Kosten beim Einkauf gehören zum A und O des Börsenerfolgs.

Jedes Unternehmen, das hilft, die Kosten zu senken, ist eine große Hilfe für uns Anleger. Und letztendlich ist auch Robinhood nur ein Werkzeug. Die DraftKings-Aktie können Sie auch über Ihre Hausbank kaufen. Sie können via Robinhood aber auch die Tipps und Strategien aus unserem Börsenbrief umsetzen. Wie Sie solche und andere Tools einsetzen, obliegt ganz allein Ihnen.

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CureVac-IPO bereits im Juli

+ aus der Praxis: Messen Sie das Management an seinem ROCE

Am gestrigen Handelstag drehten einige Finanzwerte und manche Zykliker ins Plus. Tech-Aktien stehen seit Wochen ohnehin auf der Gewinnerseite. Von den steigenden SARS-CoV-2-Infektionen in vielen US-Bundesstaaten lässt sich Morgan Stanley nicht abschrecken. Die Analysten der Großbank prognostizieren weiterhin eine V-förmige Erholung. Voraussetzung sei jedoch, dass keine übertriebene Virus-Angst in der Bevölkerung ausbreche, ein weiterer Lockdown ausbleibe und die medizinischen Einrichtungen nicht an ihr Belastungslimit stießen.

Die kleine Korrektur der vergangenen Woche nimmt manch einer nun wieder zum Anlass, neue Wirtschaftshilfen in Billionen-Höhe zu fordern. Andere wiederum spekulieren nun mit einer großen Verkaufswelle, die vor wenigen Tagen ihren Anfang genommen habe. Ich schließe mich den Analysten von Fidelity an und sage, solche Rücksetzer sind absolut normal. Die Gegenbewegung war überfällig nach der sensationellen Rallye im Mai. Viele Titel waren und sind aktuell immer noch sehr teuer. Die kommenden Tage können durchaus noch einige interessante Einstiegschancen bieten, wenn die Kurse deutlicher purzeln.

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Auch die Emerging Markets bieten noch Potenzial

Aktive Fondsmanager haben zwischen 2003 und 2020 deutlich besser performt als der MSCI Emerging Markets ETF von iShares. Zu dieser Erkenntnis kommt FactSet, das die Leistung von 210 aktiv gemanagten Schwellenländer-Fonds analysierte. Gerade die wachsenden Märkte der Welt sind noch von einigen Ineffizienzen geprägt. Dies bedeutet, dass Informationen weniger schnell übermittelt und eingepreist werden als in anderen Regionen. Stock Picker finden hier also einige Chancen, wenn sie ausdauernd graben.

Das Graben jedoch ist schwierig. Der Vorwurf der Intransparenz wird in den Emerging Markets immer wieder laut. Zudem gibt es noch relativ wenige Analysten, die diese Regionen kompetent abdecken. Sprachliche und kulturelle Unterschiede steuern ihren Teil dazu bei.

Die relativ hohe Volatilität der Märkte ist eine weitere Hürde, die Anleger überwinden müssen. Aktive Aktienselektion bietet auf der Gegenseite aber auch die höchsten Renditechancen, betrachten wir die Performance-Differenz zwischen den einzelnen Titeln.

Die Chancen sind groß, die Risiken ebenso. Solange wir noch starke Unternehmen in den USA und in Europa zu günstigen Preisen finden, rate ich Privatanlegern von allzu großen Abenteuern in den Schwellenländern ab. Sicherlich müssen wir auch hierzulande mit Durststrecken klarkommen, wenn Mr. Market ganz besonders euphorisch ist. Doch solche Phasen der Überbewertung halten nicht ewig an. Sie geben uns vielmehr die Chance, Cash einzusammeln für die nächsten lukrativen Einkaufstouren.

Covid-19 bewirkt substanzielle Änderungen

Hier sollten Anleger Obacht geben: Im Zuge von Corona sind viele Aktien im März und April nicht einfach nur günstiger geworden. Viele der Unternehmen stehen nun auch vor substanziell neuen Herausforderungen. Corona wird unsere Lebensweise noch viele Monate beeinflussen. Viele Trends haben sich, gerade im Tech-Bereich, beschleunigt. Vorher schon brüchige Geschäftsmodelle knirschen nun gewaltig. Der Virus wirkt als Katalysator. Und bei der Analyse kommt es nun darauf an, diese neuen Gegebenheiten einzupreisen. Wir müssen Unternehmen finden, die diese Krise nicht einfach nur irgendwie überleben werden, sondern solche, die gestärkt aus ihr hervorgehen können.

Das Mantra wiederhole ich gerne Tag für Tag: Unternehmen mit zukunftsfähigem Geschäftsmodell, einer soliden Bilanz und erstklassigem Management sind heute wichtiger denn je. Zum Thema Management verrate ich Ihnen später etwas mehr.

Werfen wir nun zunächst noch einen kurzen Blick auf zwei Einzeltitel.

Angesichts einer möglichen zweiten Corona-Welle mehren sich die Bedenken über das Impfstoffangebot. Sanofi gab bekannt, dass das Unternehmen etwa 20 Prozent mehr Grippe-Impfstoff als üblich produzieren könne. Dies jedoch werde die vermutlich hohe Nachfrage ab kommenden Herbst nicht befriedigen. Problematisch ist die lange Produktionszeit der Vakzine. Besonders viel Zeit nimmt die Qualitätskontrolle in Anspruch. Gleichzeitig ist die verfügbare Zeit für die Herstellung des Impfstoffs knapp, da bei der saisonalen Grippe immer erst sehr spät klar wird, gegen welche der vielen kursierenden Grippeviren geimpft werden muss. Am 28. Februar veröffentlichte die WHO ihre diesjährige Empfehlung für die kommenden Impfstoffe. Neben den Subtypen A/H3N2 und A/H1N1 sollen diesmal auch zwei Varianten der Influenza B enthalten sein.

Im Rennen um einen Covid-19-Impfstoff erhält der Tübinger Impfstoffentwickler CureVac weitere massive staatliche Unterstützung. Der Bund erwarb gestern für 300 Mio. EUR eine Beteiligung von rund 23 Prozent. Doch der Kapitalhunger bleibt riesig. Gemäß eines Schreibens des Bundesfinanzministeriums an den Haushaltsausschuss des Bundestages plant CureVac einen Börsengang an die Nasdaq noch im Juli dieses Jahres, um frisches Geld einzusammeln. CureVac ist und bleibt begehrter Übernahmekandidat ausländischer Großinvestoren – womit wir auch wieder beim Thema Management sind…

Kapitalallokation im Sinne der Aktionäre

In Zeiten volatiler Märkte können geschickte Manager mit gut durchdachten Übernahmen und Fusionen die Aktienrendite signifikant steigern. Und wenn die Kurse wild schwanken, entstehen auch immer wieder günstige Gelegenheiten für Aktienrückkäufe.

Gute Manager wissen, dass in solchen Phasen das Timing eher zweitrangig ist. Sie begnügen sich mit dem Pessimismus der Mehrheit und reinvestieren, wenn ihr Unternehmen deutlich unterbewertet wird.

Interessanterweise nimmt die Zahl der Übernahmen und Fusionen genau dann ab, wenn die Kurse weit gefallen sind und die Marktteilnehmer eher pessimistisch unterwegs sind. Wenn aber alle Welt zur Börse rennt und Aktien selbst in den Boulevardmedien angepriesen werden, steigt auch das Interesse an Übernahmen.

Messen Sie das Management an seinem ROCE!

Des Managers wichtigstes Ziel sollte stets sein, die Differenz zwischen Kapitalkosten und Kapitalrendite zu erhöhen. Die exakte Höhe der Kapitalkosten ist dabei sehr schwierig zu ermessen. Profis nehmen gerne einen pauschalen Zinssatz von 10 Prozent an. Auf Grundlage dieser Pauschale rückt die Kapitalrendite in den Fokus des Interesses.

Wir Anleger müssen uns regelmäßig fragen: Was könnten wir Besseres anstellen mit unserem Geld, als es gerade diesem Manager dieses Unternehmens anzuvertrauen? Der womöglich wichtigste Indikator zur Leistungsbeurteilung einer Geschäftsführung ist daher die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE). Ihre Formel lautet:

ROCE = EBIT / eingesetztes Kapital

Diese Kennziffer sollten wir auf mehreren Ebenen hinterfragen: Wie hoch ist sie im Vergleich zum Durchschnitt bei ähnlichen Unternehmen? Wie hat sich die Differenz der Renditen in der Vergangenheit entwickelt? Wie hoch ist die Rendite im Vergleich zum historischen Durchschnitt beim gleichen Unternehmen? Wie hoch war sie, bevor das aktuelle Management übernommen hat?

Die Antworten geben uns einen guten ersten Anhaltspunkt für das Kapital-Handling der Manager. So weit für heute der finanzmathematische Exkurs…

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US-Einzelhandel: Auf den desaströsen April folgte ein schwerer Mai

+ aus der Praxis: Buy and Hold – Dürfen sich Anleger während Covid-19 schlafen legen?

Am Ende der vergangenen Börsenwoche legte die Rallye eine kurze Pause ein. Zuvor war der Volatilitätsindex VIX wieder so hoch wie seit März, dem Corona-Tief an den Märkten, nicht mehr gestiegen. Manche Analysten sehen Parallelen zu den Entwicklungen während der Finanzkrise 2008. Doch Fidelity Investments machte kürzlich auf eine interessante Besonderheit aufmerksam: Während die Kurse in den Jahren 2008 im gleichen Zeitfenster nach dem ersten Tief noch einige weitere Rücksetzer erlebt hatten, bleiben die Märkte davon bislang verschont. Seit dem Tiefstand im März geht es vor allem im S&P 500 steil nach oben.

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Die Menschen kaufen kein neues Outfit, um zu Hause zu bleiben

Der US-Einzelhandel erlebt aktuell eine schwere Zeit. Tailored Brands, eine Holdinggesellschaft für Herrenbekleidungsgeschäfte, u.a. Men’s Wearhouse und JoS. A. Bank, erwägt nun, Konkurs anzumelden. Dieser würde es dem Unternehmen ermöglichen, schwächere Standorte zu schließen, während andere Geschäfte weiter betrieben würden. Das Unternehmen begann am 7. Mai mit der Wiedereröffnung seiner Geschäfte und hatte bis zum 5. Juni insgesamt 634 Geschäfte wieder eröffnet. In der Kalenderwoche 23, die am 5. Juni endete, gingen die Umsätze bei Men’s Wearhouse um 65 Prozent, bei JoS. A. Bank um 78 Prozent und bei K&G um 40 Prozent zurück.

Signet Jewelers gab bekannt, dass es bis zum Ende seines Geschäftsjahres mindestens 300 Geschäfte in Nordamerika schließen wird – von denen mindestens 150 Geschäfte überhaupt nicht wiedereröffnet werden, und mindestens weitere 150 Geschäfte wiedereröffnen, aber bis zum Ende des Geschäftsjahres schließen werden. Und das Unternehmen plant, die Umstellung auf den elektronischen Handel zu beschleunigen. Signet Jewelers besitzt rund 3.200 Läden unter sieben Marken: Kay Jewelers, Zales, Jared, H.Samuel, Ernest Jones, Peoples und Piercing Pagoda.

Konkurrent Macy’s teilte in einem Update mit, dass der Nettoumsatz im zweiten Quartal um 45 Prozent eingebrochen sei und einen Betriebsverlust von fast 1 Mrd. USD verursacht habe. Der Umsatz in den wiedereröffneten Geschäften sei etwa halb so hoch wie vor der Pandemie gewesen, so CEO Jeff Gennette bei einer virtuellen Investoren-Konferenz.

In Europa geht es den Offline-Modehändlern nicht besser. Die meisten Bekleidungsgeschäfte sind hier seit rund vier Wochen geöffnet, doch die Umsätze schrumpfen weiter. Im April brach der Verkauf von Kleidung und Accessoires in Großbritannien um 50 Prozent und in Frankreich um 67 Prozent ein, in Spanien gar um 80 Prozent.

Doch selbst im Mai, als viele Modegeschäfte in den meisten spanischen Städten wiedereröffnet wurden, sanken die Einnahmen branchenweit um 72 Prozent im Jahresvergleich. Und trotz des boomenden Online-Handels sanken die Einnahmen bis heute um 45 Prozent.

Personal-Karussell im Tech-Sektor

Mark Zuckerberg holt mit Chris Cox einen seiner engsten Vertrauten zurück ins Management von Facebook. Cox wird nach einer rund einjährigen Pause erneut Produktchef und damit verantwortlich für Instagram, WhatsApp und den Facebook Messenger.

Für US-amerikanische Nutzer hat Facebook nun einen eigenen Nachrichtendienst gelauncht. Neben der nationalen Berichterstattung können User über Facebook News auch ihre lokale Nachrichten abrufen. Dabei setzt die Software auf eine Mischung aus relevanten journalistischen Inhalten und personalisiertem Content.

Content spielt auch für die großen Handelsplattformen eine stetig wachsende Rolle. Alibaba will nun bei AliExpress Influencer von TikTok und Instagram in den Vordergrund schieben. Sie sollen die Produkte via Live Shopping an ihre Follower verkaufen. Insgesamt plant AliExpress international 100.000 solcher Promoter anzuwerben, die Händlern helfen, auf YouTube, Facebook, Instagram und TikTok mehr Reichweite zu gewinnen.

Mit Jim Keller verlässt der bisherige Chip-Chefentwickler den Branchenprimus Intel. Im April 2018 war Keller als Senior Vice President von Tesla gekommen, wo er seit 2016 die Hardware-Entwicklung des Autopiloten verantwortet hatte. In den kommenden sechs Monaten wird er Intel noch als Berater zur Seite stehen.

Viel Spannung bietet uns die kommende Berichtsphase

Wie viel Corona ist heute schon in den Kursen eingepreist? Kommt der große Einbruch erst noch? Dies sind die Fragen, die sich in den nächsten Tagen aufdrängen werden. Zudem ist die Frage spannend, ob die zuletzt unter Druck geratenen Value-Titel zurückkommen werden. Tech und Growth waren in der heißen Covid-19-Phase besonders angesagt. In den vergangenen Tagen legten aber auch so manche Zykliker wieder zu. Der Aufschwung stand auf einer breiteren Basis. Kann also die Growth-Value-Schere in den kommenden Wochen wieder etwas geschlossen werden?

André Kostolany ist heute noch ein guter Ratgeber

Aktien kaufen und sich dann schlafen legen? Ja, aber… In den vergangenen Wochen haben sich vor allem solche Unternehmen gut erholt, die stabile Cashflows generieren können und keine großen Liquiditätsengpässe erlitten haben. Kommen die nächsten Einstiegschancen, sind Privatanleger mit Sicherheit gut beraten, wenn sie nicht blind kaufen, sondern weiterhin auf diese starken Unternehmen mit außerordentlicher Marktmacht setzen. In den vergangenen Tagen und Wochen habe ich es an dieser Stelle immer wieder betont: Gerade der aktuelle Boom des S&P 500 wird nur von wenigen großen Aktien getrieben.

Buy and Hold führt auch 2020 zum Börsenerfolg. Aber eben nur, wenn wir auf die richtigen Pferde setzen. Nicht die Turnaround-Kandidaten sind es, die langfristig hohe Renditen bringen, sondern solche Unternehmen, die, auch dank eines kompetenten Managements mit Eigentümer-Mentalität, ein langfristig profitables Geschäftsmodell mit einer Wachstums-Story, starker Position am Markt und einer soliden Buchführung verbinden.

Haben wir ökonomisch das Tal der Tränen hinter uns?

Eines scheint mir sicher: Kein politischer Entscheider der Welt wird sich dazu durchringen, einen zweiten großen, überregionalen Lockdown zu forcieren. Ganz gleich, wie hoch die Ansteckungsraten in Zukunft sein werden: Die Politik wird alles versuchen, die Stagnationsphase von März und April nicht zu wiederholen. Ökonomisch kann und will niemand dieses Risiko tragen.

Die Aussichten auf eine medizinische Lösung verbessern sich derweil von Tag zu Tag. In der vergangenen Woche hatte ich Ihnen bereits von AstraZeneca berichtet. Die Regierungen von Italien, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden haben nun einen Vertrag mit dem Pharmaunternehmen über die Lieferung von 400 Mio. Dosen eines sich noch in der Entwicklung befindlichen Impfstoffs geschlossen. Laut Management sollen die ersten Lieferungen bereits Ende des Jahres erfolgen können.

Und auch die Akutbehandlung macht Fortschritte. Remdesivir gilt derzeit als größter pharmazeutischer Hoffnungsträger. Gilead Sciences hat bereits die Zulassung in den USA erhalten. In der EU läuft das Verfahren noch.

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Mastercard: Das macht den Zahlungsdienstleister so stark

+ aus der Praxis: Erste Grundlagen zur Berechnung der unternehmerischen Ertragskraft

Der Automarkt kommt nicht zur Ruhe: Marktforscher von Ernst & Young haben nun errechnet, dass der Gesamtgewinn der 17 weltgrößten Autobauer im ersten Quartal 2020 auf den niedrigsten Stand seit 2009 gefallen ist: 7,5 Mrd. EUR. Der Umsatz sei um 9 Prozent gefallen, die Zahl abgesetzten Neuwagen um 21 Prozent. China verzeichnete mit -38 Prozent den stärksten Einbruch, gefolgt von Westeuropa mit -28 Prozent. Die USA folgen mit -15 Prozent.

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Die Krise beschleunigt die kreative Zerstörung

EY spricht von einem „Niedergang im Zeitraffer“. Im Zuge vermehrter Investitionen in die Elektrifizierung waren die Margen der Autokonzerne bereits im Vorjahr stark unter Druck geraten. Bereits 2019 waren die Gewinne um insgesamt 13 Prozent gefallen. Unternehmensinsolvenzen und steigende Arbeitslosenzahlen wirken nun wie Katalysatoren auf den ohnehin bestehenden Trend.

Einen Trend, den womöglich nicht alle Beteiligten überleben werden. Die Last der Überkapazitäten nimmt zu. Werkschließungen wären bei vielen die logische Folge der Entwicklung.

Autozulieferer Continental hat bereits reagiert, will die Dividende sowie Vorstandsgehälter kürzen sowie betriebsbedingte Kündigungen aussprechen.

Die Krise motiviert zur Kooperation

So haben bereits Ford und Volkswagen eine Zusammenarbeit bei Nutz- und E-Fahrzeugen angekündigt. Auch am Autonomen Fahren will man gemeinsam tüfteln. 884 Mrd. EUR investiert Volkswagen in die Ford-Tochter Argo AI, die entsprechende Hard- und Software entwickelt.

Richtig glänzen kann in dieser Phase jedoch nur Tesla. Kurzzeitig sprang die Aktie auf über 1.000 USD. Zur gestrigen Schlussglocke notierte sie bei 972,84 USD. Damit beträgt die Marktkapitalisierung nunmehr 180 Mrd. USD. Zum Vergleich: Die drei deutschen Flaggschiffe Daimler, BMW und Volkswagen gemeinsam bringen es umgerechnet auf 176 Mrd. USD.

Ein anderer einprägsamer Vergleich: Teslas Model 3 fand im ersten Quartal 70.000 Käufer. Kein einziges deutsches E-Auto kam in dieser Zeit auf mehr als 11.500 Stück.

Trotz des aktuellen Höhenfluges am Aktienmarkt: Auch Tesla wird noch einige Rückschläge erleben. Elon Musk kann nicht allzu viele Modelle gleichzeitig produzieren lassen. Dabei haben die Modelle S und X schon einige Jahre auf dem Buckel. Die Investitionen in neue Werke und Technologie sind also noch lange nicht abgeschlossen. Zudem muss die Infrastruktur ausgebaut werden. Dies alles wird nicht ohne Auswirkung auf Margen und Aktienbewertung bleiben. Die eine oder andere Einstiegschance wird mit Sicherheit noch kommen.

Mastercard: Wann ist die Aktie kaufenswert?

Das Kreditkartenunternehmen arbeitet mit einer sehr schlanken Kostenstruktur, beschäftigt weltweit nur rund 18.600 Mitarbeiter – wenig im Vergleich zu Konkurrenten wie Paypal (23.000) und American Express (64.000).

Der Burggraben der Zahlungsanbieter ist tief. Die Europäische Zentralbank fordert von europäischen Banken bereits einheitliche Standards für den digitalen Zahlungsverkehr ein, da ihr die Marktstellung von Mastercard und Co. zu stark erscheint.

Der Online-Handel floriert und Mastercard investiert weiter in die Zukunft. Der Umsatz wurde in den letzten 12 Monaten auf 17 Mrd. USD gesteigert, der Free Cashflow auf 7,9 Mrd. USD. Letzterer konnte im Jahr 2019 um 30 Prozent gesteigert werden.

Mastercard arbeitet profitabel. Die operative Marge liegt bei mehr als 56 Prozent, die Eigenkapitalrendite sogar bei mehr als 150 Prozent.

Der Ausbau des digitalen Angebots schlägt jedoch auf die Bilanz. Das Current Ratio ist mit 1,8 zwar solide. Doch die Schulden wiegen mehr als das Doppelte des Eigenkapitals.

Die Aktie hat sich vom März-Tief bei 192 EUR gut erholt auf zuletzt 262 EUR. Ist sie nun ein Investment wert?

In den letzten 5 Jahren erzielte Mastercard einen durchschnittliche Gewinn von 4,85 USD pro Aktie. Wenn Sie von dem Geschäftsmodell überzeugt sind, davon ausgehen, dass dieser Gewinn auch in Zukunft realistisch ist und wenn Sie eine Rendite von 10 Prozent erzielen möchten, sollten Sie nicht mehr als 48,50 USD für die Aktie ausgeben.

Diese Berechnung verwendet womöglich die große Mehrheit der Privatanleger. Doch sie ist nur auf den ersten Blick stichhaltig! Denn hier lauert bereits der erste Fallstrick:

Der Gewinn ist wahrscheinlich die am meisten manipulierte Kennzahl in einem Geschäftsbericht. Die Zahl wird allein schon aus steuertechnischen Gründen gerne kleingerechnet. Auch müssen in den USA alle nicht-realisierten Gewinne und Verluste (bspw. die Gewinne gehaltener, aber nicht verkaufter Aktien) in der Rechnung auftauchen. Hinzu kommen Sonder- und Einmaleffekte (Bilanzanpassungen und Währungseffekte), die diese Position belasten.

Welche Kennzahlen und Formeln besser geeignet sind für die Einschätzung der unternehmerischen Ertragskraft zeige ich Ihnen an dieser Stelle in den kommenden Tagen.

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Die Notenbanken treiben den Bullen: Warum hält sich Warren Buffett zurück?

+ Kurz-Analyse: Biotech-Unternehmen CSL (WKN: 890952)

Die Notenbanken treiben den Bullen vor sich her. Allein die Anleihekäufe der EZB bis zum Jahresende belaufen sich auf 750 Mrd. EUR. Die Geldhüter der Fed haben ein Limit gar nicht erst eingerichtet. Sie kauften im April Staatsanleihen für 931 Mrd. USD – so viel wie 12 Prozent der gesamten Staatsausgaben der USA im Jahr 2019. Dazu kommen gigantische Hilfs- und Rettungspakete der Regierungen für die Realwirtschaft.

Die Bank of England hat kürzlich eine Liste der 53 Unternehmen veröffentlicht, denen sie im Rahmen ihrer Coronavirus Corporate Financing Facility (CCFF) mehr als 16 Mrd. GBP zu sehr niedrigen Zinssätzen geliehen hat. Zu den Unterstützten zählen u.a. British Airways (300 Mio. GBP), Ryanair (600 Mio. GBP), Nissan Motor Company (600 Mio. GBP), Rolls Royce (300 Mio. GBP), Chanel (600 Mio. GBP) und Easyjet (600 Mio. GBP).

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Wie hoch ist die Inflationsgefahr?

Auf der anderen Seite haben Corona und die Lockdowns für Lieferengpässe und begrenzte Angebote gesorgt. Entsprechend sind einige Verbraucherpreise in den vergangenen Wochen signifikant gestiegen.

Auf den Aktienmärkten ist die Euphorie im Schlepptau des frischen Geldes deutlich zu spüren. Die Tiefstände vom April liegen größtenteils hinter uns. Das führt zu einer gewissen Sorglosigkeit, die aktuell bereits wieder in Risikofreude umschlägt. Gegen die steigende Inflation schützen erfahrungsgemäß Sachwerte am besten, also Unternehmensbeteiligungen in Form von Aktien. Aber auch Gold und Silber gehören zum Mix dazu. Auch und gerade in Zeiten von Corona.

Zu den aktuellen Bewertungen einzusteigen, gestaltet sich schwierig. Wir haben einige starke Unternehmen auf der Watchlist. Doch ihre Kurse sind in den letzten Tagen und Wochen wieder deutlich gestiegen.

Unsere treue Abonnentin Monika S. hat uns einen Vorschlag unterbreitet, den ich an dieser Stelle gerne besprechen möchte.

Es handelt sich um das Biotech-Unternehmen CSL (WKN: 890952). Das australische Unternehmen wurde bereits 1916 gegründet. 1994 erfolgte der IPO an der australischen Börse ASX. Das operative Geschäft wird von CSL Behring (Pharmazie) und Seqirus (Impfstoffe) geführt. CSL Behring entspringt der Übernahme des deutschen Unternehmens Aventis Behring aus dem Jahr 2004.

CSL ist ein Wachstumstitel. Der Umsatz stieg in den letzten 10 Jahren um 10 Prozent pro anno, der Nettogewinn um 9 Prozent, der Gewinn pro Aktie um 12 Prozent. Auch der Buchwert des Unternehmens wurde Jahr für Jahr gesteigert. Der Free Cashflow jedoch entwickelte sich sehr volatil. Bezogen auf die letzten 12 Monate steht er bei fast 1,3 Mrd. AUD (Australische Dollar) – ein Rekordwert. CSL konnte seine Margen in den letzten Jahren recht konstant steigern. Für 2019 liegt die Bruttomarge bei 55,8 Prozent, die EBIT-Marge bei 27,5 Prozent und die Operative Marge bei 29 Prozent.

CSL ist sehr solide finanziert. Der Zinsdeckungsgrad liegt für 2019 bei 11. Gerade einmal 9 Prozent des Gewinns müssen für den Schuldendienst aufgewandt werden. Das Current Ratio liegt bei sehr gesunden 2,53, der Verschuldungsgrad bei noch vertretbaren 0,8. Für ein forschendes Pharmaunternehmen sind dies gute Werte.

CSL zahlt eine halbjährliche, seit 1994 stetig steigende Dividende. 2019 wurden 2,66 AUD pro Aktie ausgeschüttet. Für 2020 werden insgesamt 3 AUD angepeilt. Allerdings stieg der Aktienkurs in den letzten 10 Jahren um gut 580 Prozent. Die aktuelle Dividendenrendite liegt damit lediglich bei rund 1 Prozent. Die Ausschüttungsquote ist relativ niedrig. Auch 2020 wird sie wahrscheinlich nicht mehr als 52 Prozent betragen. Dies aus gutem Grund: Forschung kostet Geld. Wir sollten skeptisch sein, wenn forschende Unternehmen auf dem Wachstumspfad allzu viel ihres Gewinns an die Anteilseigner ausschütten.

So viel an dieser Stelle zum Aktien-Tipp unserer Abonnentin. Wir werden CSL auf der Watchlist behalten und für unseren Börsenbrief womöglich eine tiefergehende Analyse inklusive Königstest und Berechnung des Inneren Wertes vorbereiten.

Corona-Impfstoff: Die dritte Phase entscheidet

Über das folgende Biotech-Unternehmen hatte ich Ihnen an dieser Stelle bereits letzte Woche berichtet: Moderna vermeldete kürzlich, sein RNA-basierter Impfstoff gegen den Corona-Virus habe sich in ersten klinischen Tests als verträglich erwiesen und bei allen 45 Studienteilnehmern eine Immunreaktion hervorgerufen. Ob sich die Vakzine auch in der zweiten und dritten Phase als sicher und wirksam erweisen werden, bleibt abzuwarten.

Klinische Tests der dritten Phase gelten als der entscheidende und langwierigste Teil der Impfstoff-Entwicklung. In dieser Phase wird er Hunderten bis Tausenden von Menschen verabreicht. Und erst wenn die Testergebnisse aus dieser Phase vorliegen, kann ein Impfstoff durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) bzw. die Food and Drug Administration (FDA) in den USA zugelassen werden. Den bisherigen Rekord für die schnellste Entwicklung bis zur Zulassung hält derzeit ein Impfstoff gegen Mumps. Vier Jahre nur hat hier der komplette Durchlauf bis zur Massenproduktion gedauert.

Doch es existieren auch Viren, an denen sich die Forscher die Zähne bislang ausgebissen haben: HIV oder Hepatitis C beispielsweise. Bisherige Studienergebnisse mit Rhesusaffen sprechen gegen die Vermutung, dass das SARS-CoV-2 ähnliche Probleme bereiten wird, doch der Weg ist noch lang.

Neben Moderna arbeitet aktuell auch der britische Konzern AstraZeneca an einem Corona-Impfstoff. Gerüchten zufolge soll das Unternehmen erste Fusionsgespräche mit seinem Konkurrenten Gilead Sciences begonnen haben. Die Marktkapitalisierung von AstraZeneca beläuft sich auf 140 Mrd. USD. Gilead Sciences ist am Markt rund 96 Mrd. USD wert.

Konjunkturhilfe für die Brennstoffzelle

In der vergangenen Woche hatte die Bundesregierung weitere finanzielle Hilfen in Höhe von 130 Mrd. EUR versprochen. Mit 9 Mrd. EUR sollen auch Forschungen und Produkte aus dem Bereich Wasserstoff gefördert werden.

Gutes Timing: Wenig später, am gestrigen Montag verkündete Daimler eine Kooperation mit Volvo auf dem Feld der Brennstoffzellen-Technologie für schwere Nutzfahrzeuge. Ein neues Unternehmen namens „Daimler Truck Fuel Cell GmbH & Co. KG“ wurde gegründet, das später in das geplante Joint Venture mit der Volvo Group übergehen soll.

In diesem sollen sämtliche Aktivitäten von Daimler rund um die Brennstoffzelle gebündelt werden. Ziel sei es, in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts in eine Serienproduktion einzusteigen. Daimler plant zudem eine Kooperation mit Rolls-Royce Power Systems im Bereich von stationären Brennstoffzellen-Systemen. Bis Ende des Jahres soll auch hier ein Kooperationsvertrag unterzeichnet werden.

Wachsender Energiebedarf auch im Internet

Wäre das World Wide Web ein Land, läge es in Sachen Strombedarf auf Platz 3 hinter den USA und China. Server und Rechenzentren benötigten im Jahr 2017 insgesamt 350 Terrawattstunden – 20 Prozent mehr als noch 2015. Eine aktuelle  Studie von Huawei kalkulierte eine Worst-Case-Szenario, in dem allein die Rechenzentren bis 2030 rund 8 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs ausmachen könnten.

Zunächst gute Aussichten für den Energiesektor. In nächster Zeit jedoch will der Ölkonzern BP weltweit 10.000 Arbeitsplätze streichen – vor allem auf den Führungsebenen. Ein Drittel der Gruppenleiter soll gehen. Auch die Auszahlung von Boni rückt in weite Ferne. Der Ölpreisverfall sorgte im ersten Quartal für einen starken Gewinneinbruch. Während Konkurrent Shell die Dividende kappte, hielt BP an seiner Ausschüttung an die Aktionäre fest. Die Payout Ratio war bereits in den letzten Jahren außerordentlich hoch. 2019 lag sie bei 175 Prozent. Die Verschuldungsrate ist mit 0,73 dennoch recht solide. Das Current Ratio liegt bei mageren 1,01.

Wettbewerbshüter untersuchen Amazon

Sie hegen den Verdacht, Amazon habe Daten von seinen Marktplatz-Händlern dazu genutzt, eigene Produkte zu entwickeln und erfolgreicher zu bewerben. Dass Amazon als Plattform und gleichzeitig als Händler auftritt, wird in Brüssel kritisch beäugt. Die EU-Wettbewerbsbehörde kritisiert, dass auf diesem Wege deutliche Preisgestaltungsvorteile für den Online-Riesen entstehen. Derzeit führt Amazon 45 Eigenmarken mit insgesamt 243.000 Produkten auf der Plattform. Diese Produkte tauchen in den Suchergebnissen oft oben auf, während Konkurrenten bis zu 30 Prozent ihrer auf Amazon generierten Einnahmen für entsprechende Marketing-Maßnahmen aufwenden.

Auch Investment Manager von Berkshire Hathaway haben vor einiger Zeit in Amazon investiert. Warren Buffett bedauert mittlerweile, die Aktie nicht selbst schon viel früher gekauft zu haben.

Warum scheut Warren Buffet in dieser Zeit neue Investments?

Mit jedem neuen Dollar, der in die Kassen von Berkshire Hathaway fließt, schrumpft das Feld möglicher neuer Deals. Buffett kann seinen enormen Cash-Berg nicht entscheidend abtragen, ohne dabei enorme Kurs-Rallyes zu provozieren und sich den eigenen Einstiegskurs zu vermiesen.

Bei Konzernen mit einer Marktkapitalisierung von 20 Mrd. USD und mehr sind zudem ETFs stark investiert. Wenn die großen passiven und aktiven Fonds nicht verkaufen, kann Buffett nicht kaufen.

Am Ende bleiben ihm nur die ganz großen, aber rar gesäten Brocken. Doch auch bei ihnen muss alles stimmen: verlässliches Management, profitables Geschäftsmodell, solide Bilanz und letztlich auch günstiger Preis. Ist er hier in der jüngeren Vergangenheit fündig geworden, waren andere Investoren, mit Taschen voller billigen Fremdkapitals, oft schneller. Und vor allem auch spendabler. In ihren Augen war der Preis weniger wichtig als für Buffett.

Und so sucht das „Orakel aus Omaha“ weiter…

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Krise als Turbo: Tesla nutzt seine Chance

+ aus der Praxis: Don’t buy the News!

Im Mai wurden 2,5 Mio. neue Arbeitsplätze in den USA geschaffen. Die offizielle Arbeitslosenrate liegt nun bei 13 Prozent. Auch diese Zahlen haben sicherlich den Aktienmarkt Ende vergangener Woche weiter gepusht. Wir beobachteten zuletzt hohe Mittelzuflüsse in Unternehmensanleihen der Schwellenländer, aber auch aus den USA in Richtung europäischer Aktien. Die Bullen laufen ungebremst weiter.

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Von Jeremy Grantham habe ich Ihnen an dieser Stelle schon mehrfach berichtet. In der „Financial Times“ widersprach der Value Investor nun vor wenigen Tagen den Bullen und warnte vor einer „Spirale des Optimismus“. Die Spanne zwischen Finanzmärkten und Realwirtschaft sei so groß wie nie zuvor, weshalb er selbst nun auf sinkende Kurse setze.

Kann die Konjunktur einfach wieder angeknipst werden?

Analysten von Morgan Stanley glauben weiterhin an eine V-förmige Erholung. Die Entwicklung des Nasdaq gibt ihnen zumindest in Bezug auf die Finanzmärkte recht. Doch es stellt sich die Frage, was die Börsen aktuell repräsentieren. Nehmen sie die konjunkturelle Erholung in der Realwirtschaft vorweg? Oder spiegeln sie doch eher die rasant wachsenden Bilanzen der Notenbanken wider?

Letzteres bejahen Analysten der Citigroup. Sie mahnen an, dass die aktuellen Gewinnschätzungen für 2021 viel zu hoch seien. Der aktuellen Rallye sollten Investoren nicht hinterherlaufen. Auch viele Hedgefonds halten sich noch zurück. Der Druck auf ihre Asset Manager wächst natürlich angesichts eines sich ebenfalls erholenden MSCI World Index.

Auch die Großinvestoren können den seit Jahren anhaltenden Tech-Trend nicht komplett ignorieren. Die hochkapitalisierten Internet-Unternehmen wie Amazon, Facebook und Netflix begeben sich mittlerweile wieder auf Rekordjagd. Entsprechend gut läuft es auch beim TecDAX, der ein wenig am Schlepptau des amerikanischen Nasdaq hängt.

Doch jüngere Anzeichen sprechen auch dafür, dass manche Unternehmen aus den alten Industriebranchen eine Aufholjagd starten werden. In Deutschland sind diese Dinosaurier überrepräsentiert. Sehr ähnlich stellt sich das Bild in Japan dar. Hier hatte der Nikkei Index zuletzt einen guten Lauf. Das Land ist relativ gut verschont geblieben von Covid-19 und es finden sich noch einige Unternehmen mit soliden Bilanzen. Gerade in der Krise kommt es auf solch stabile Fundamente ganz besonders an.

Tesla hat es einfacher: Krise als Chance

Forschung und Entwicklung ist ein anderes Standbein, das während der Pandemie an Bedeutung gewinnt. Nehmen wir beispielsweise die Autoindustrie: Deutsche Schwergewichte wie BMW, Daimler und Volkswagen haben mit Altlasten zu kämpfen und müssen Kosten reduzieren, während Tesla seinen ohnehin großen technischen Vorsprung noch weiter ausbauen kann.

Das Model 3 verbraucht nahezu 10 Prozent weniger Strom auf 100 Kilometer als das Elektro-Vorzeigeprojekt ID.3, das Volkswagen für den Sommer angekündigt hatte. Das nunmehr seit 8 Jahren produzierte Model S von Tesla ist 20 Prozent effizienter als der Audi e-tron. Teslas Antriebsstränge kosten pro Auto rund 3.000 EUR weniger als die der deutschen Konkurrenz.

Und dank des florierenden Online-Handels verkaufte sich das Model 3 im März 2020 auch innerhalb Europas deutlich häufiger als alle Diesel- und Benzin-Fahrzeuge von Volkswagen.

Nun verdient Tesla sogar Geld

Mit Blick auf die vergangenen 12 Monate liegt die operative Marge bei 3,23 Prozent. Der operative Cashflow liegt bei 2,6 Mrd. USD und der Free Cashflow bei 992 Mio. USD. Währenddessen wurden die langfristigen Verbindlichkeiten deutlich gesenkt, das Current Ratio auf 1,24 gesteigert.

TUI will sich gesundschrumpfen

Die Touristikbranche kann sich aktuell gerade so über Wasser halten. Bei TUIfly stehen 700 Arbeitsplätze und die Standorte Köln, Bremen und Münster-Osnabrück zur Diskussion. Nach dem Darlehen der Förderbank KfW in Höhe von 1,8 Mrd. EUR sollen bereits weitere Anträge in Arbeit sein. Die Abnahme neuer Boeing-Maschinen des Typs Max 737 wurde nach hinten verschoben. Nachdem Auftraggeber wie Eurowings ebenfalls Flottenkürzungen angekündigt haben, muss sich TUIfly zukünftig wieder verstärkt auf das hausinterne TUI-Geschäft konzentrieren.

Im ersten Quartal 2020 schrumpfte der TUI-Umsatz um mehr als 10 Prozent. Die Verschuldung wurde deutlich nach oben getrieben. Das Umlaufvermögen deckt nur noch rund die Hälfte der kurzfristigen Verbindlichkeiten. Doch eine Ende ist nicht in Sicht. Die Corona-Monate April bis Juni werden den Konzern sicherlich noch härter getroffen haben.

Profitiert Slack vom Zoom-Effekt?

Interessantere Investments finden wir weit ab der Touristik-Branche. Der Bürokommunikations-Dienst Slack steigerte seinen Umsatz in dem Ende April abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal um 49,57 Prozent auf 201,7 Mio. USD. Für Branchenkenner eine Enttäuschung. Nicht wenige hatten mit deutlich höherem Wachstum gerechnet. Der Verlust im ersten Quartal belief sich auf 74,4 Mio. USD.

In den vergangenen 12 Monate erwirtschaftete Slack jedoch zum ersten Mal einen positiven operativen Cashflow. Auch der Free Cashflow kommt den schwarzen Zahlen immer näher.

Die Bilanz ist für ein solch junges Tech-Unternehmen erfreulich solide. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten wurden im ersten Quartal nochmals reduziert, die Cash-Position erhöht. Das Current Ratio liegt aktuell bei 3,32.

Mit Hilfe von Amazon Web Services will Slack die eigenen Dienste in Zukunft optimieren und für eine engere Verzahnung mit den B2B-Diensten von Amazon sorgen. In Sachen technischer Performance und bei der Gewinnung neuer Nutzerkreise bietet dieses Vorhaben interessantes Potenzial.

Don’t buy the News!

U, V, W oder L? Oder doch ganz anders? Das in den Wirtschaftsmedien rauf und runter zitierte Alphabet der Wirtschaftserholung wird immer länger. Nur eines ist gewiss: Makroökonomische Entwicklungen liegen außerhalb unserer Kontrolle.

Was wir beeinflussen können, ist unser persönliches Anlageverhalten. Wenn Sie Ihre Strategie langfristig auslegen, werden kurzfristige Marktschwankungen, die durch Angst und Gier verursacht werden, wenig Einfluss auf Ihren Börsenerfolg haben. Sie müssen nicht darauf verzichten, zu wissen, was in der Welt geschieht, aber Sie sollten sich genau überlegen, von wem Sie sich beraten lassen.

Das Erfolgsrezept für Investitionen besteht darin, über die Unternehmen, an denen Sie interessiert sind, genau Bescheid zu wissen und Ihr Geld dann zu investieren, wenn Sie Ihre Nachforschungen abgeschlossen haben.

Vergessen Sie nicht: Auch Finanzmedien müssen Aufmerksamkeit generieren – die Währung des Internets.

Je besser es Ihnen persönlich gelingt, den auf diesem Weg entstehenden Lärm auszublenden, desto erfolgreicher werden Sie als Investor sein.

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