Beiträge

Technologie-Konzerne – vor allem aus den USA – haben in den letzten Jahren gigantische Wachstumsraten hingelegt. Dies hat einen Grund: die Digitalisierung schreitet nicht erst seit der Pandemie mit Siebenmeilenstiefeln voran. Mit der Folge, dass Tech-Unternehmen immer mächtiger werden. Ihr Einfluss auf unseren Alltag und unsere gesellschaftlichen Strukturen ist mittlerweile derart groß, dass dies nun die Politik auf den Plan ruft. Die Stoßrichtung ist dabei international dieselbe: der Marktmacht von Big Tech soll Einhalt geboten werden.

Lange hatte die EU zugelassen, dass sich Amazon & Co. nahezu unreguliert ausbreiten. Damit soll nun Schluss sein. Ende 2021 verabschiedete die EU-Kommission ein Reformpaket mit neuen Wettbewerbsgesetzen. Im Zentrum stehen dabei der „Digital Markets Act“ (DMA) und der Ende Januar 2022 beschlossene „Digital Services Act“ (DSA). Eine Reihe neuer Wettbewerbsvorgaben richtet sich dabei ganz gezielt an die „Gatekeeper“ (dt. „Torhüter“) der Tech-Branche. Als eben solche werden in der digitalen Welt Unternehmen mit sehr großer Marktmacht und hoher Nutzerreichweite bezeichnet.

Worum geht es beim DMA und DSA?

Der Digital Market Act soll wettbewerbsschädliches Verhalten seitens der Internetriesen einschränken. Der Wettbewerb soll wieder belebt werden. So könnte beispielsweise Apple dazu gezwungen werden, auf seinen iPhones Apps der Konkurrenz zuzulassen. Oder Google und Amazon könnte untersagt werden, ihre eigenen Angebote in ihren Suchergebnissen zu bevorzugen. Noch bleibt dies abzuwarten.

Der Digital Services Act soll die Macht von Big Tech zusätzlich begrenzen, indem er die Nutzerwelt es Internet verändert. Dabei geht es grob zusammengefasst um größere Rechtssicherheit, höhere Transparenz, faireren Wettbewerb und besseren Verbraucherschutz in der Online-Welt.

Was für neue Regeln bringt der DSA?

Ein zentrales Element des DSA sind die neuen Regularien gegen die Verbreitung von rechtswidrigen Waren, Dienstleistungen oder Inhalten im Internet. Plattformbetreiber sollen künftig direkt und ohne richterlichen Beschluss behördliche Anordnungen zur Entfernung von illegalen Inhalten erhalten können und diese unmittelbar umsetzen müssen.

Dabei geht es zum Beispiel um strafbare Hasskommentare, gezielte Desinformation, Aufrufe zur Gewalt, Drogen- und Waffenhandel oder die unautorisierte Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke. Bei besonders schweren Verstößen müssen die Anbieter zusätzlich proaktiv die Polizei miteinbeziehen.

privatinvestor-kapitalanlage-fonds-werbung

Mehr Transparenz und Schutz der Persönlichkeitsrechte

Ein weiterer Bestandteil des DSA ist die Offenlegung der Empfehlungsalgorithmen seitens der Digitalkonzerne. Damit soll für Verbraucher erkennbar werden, wer welche Inhalte zu sehen bekommt und auf welcher Informationsgrundlage dies geschieht. Sehr große Plattformen sollen zudem alternative Empfehlungssysteme anbieten, die nicht auf der Erstellung von Nutzerprofilen basieren.

Außerdem sollen besonders sensible persönliche Informationen wie Religionszugehörigkeit, Gesundheit und sexuelle oder politische Orientierung ohne ausdrückliche Zustimmung seitens der User überhaupt nicht mehr genutzt werden dürfen, um individuell priorisierte Inhalte oder personalisierte Werbung auszuspielen. Personalisierte Werbung an Minderjährige soll grundsätzlich ausgeschlossen werden.

Das Recht auf Nicht-Verfolgung

Die Verbraucher sollen durch den DSA die Hoheitsrechte über ihre persönlichen Daten und Informationen zurückerhalten. Das soll nicht nur der Hand der Unternehmen überlassen werden. Das Recht, digitale Dienste und Angebote anonym nutzen zu können (zumindest dort, wo es möglich ist), soll auch technisch wieder zum Nutzer zurückgehen.

Dafür sollen beispielsweise die nervigen Cookie-Abfragen bei nahezu jedem Website-Besuch wegfallen. Die gängige Praxis, die Zustimmung zum Tracking (also der Nachverfolgung der Web-Aktivitäten des einzelnen Users) viel einfacher zu gestalten als die oft komplizierte Verweigerung des Ganzen, soll ein Ende finden. Stattdessen soll eine Standardeinstellung im Internetbrowser oder im Betriebssystem jedem Nutzer ermöglichen, einmal und ganzheitlich festzulegen, ob man getrackt werden möchte oder eben nicht.

Was heißt das alles für die Tech-Giganten konkret?

Ob mit Blick auf den DMA oder den jüngst verabschiedeten DSA – Meta, Alphabet, Apple, Twitter, Amazon und alle sonstigen Online-Giganten müssen sich zukünftig in Europa auf strengere Regeln und Kontrollen einstellen. Die Internetriesen sollen ihren Kunden und Konkurrenten nicht länger die Regeln diktieren können. Bei Verstößen gegen die neuen Wettbewerbsregeln drohen den Konzernen empfindliche Geldstrafen von bis zu 6 % ihres Jahresumsatzes.

Der DSA soll die derzeit geltenden Regeln der E-Commerce-Richtlinie aus dem Jahr 2000 ablösen. „Wir holen uns die Kontrolle über die Internetgiganten zurück”, so die dänische Abgeordnete Christel Schaldemose, die den Entwurf im EU-Parlament federführend vorangetrieben hatte. Dabei ist noch unklar, wann der DSA schlussendlich in Kraft treten wird.

Noch bürokratische Wegstrecke bis zum Ziel

Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments haben Ende Januar mit großer Mehrheit für den DSA gestimmt. Details zum verabschiedeten Gesetzesentwurf finden Sie hier auf den Seiten der EU-Kommission.

Als nächster Schritt folgt der Abstimmungsprozess, in dem die drei großen europäischen Institutionen – Parlament, Kommission und Rat – ein finales Gesetz erarbeiten. Dabei können und werden sicherlich noch punktuelle Anpassungen vorgenommen, bis der DSA zur praktischen Anwendung finden wird. Man rechnet damit, dass dies 2023 der Fall sein wird.

Gute Impulse, ja – Trendwende, eher weniger

Wie schon bei den verschiedenen Initiativen zur Wettbewerbsregulierung innerhalb der internationalen Gemeinschaft sehen wir auch im Reformpaket der EU-Kommission und ganz aktuell beim DSA viele gute und sinnvolle Ansätze. Das grundsätzliche Interesse, unsere Online-Welt zu einem besseren Ort zu machen, trifft wohl nirgends auf Widerspruch. Wie und mit welchem Effekt sich das Ganze in der Praxis umsetzen lässt, wird sich wohl erst retrospektiv zeigen. Was für uns allerdings schon jetzt sicher ist: Die weitere Entwicklung und das weitere Wachstum der Tech-Branche und seiner erfolgreichen Unternehmen wird sich fortsetzen.

Die Geschäftsmodelle der Internetgiganten und ihrer Peripherie sind derart stabil und zukunftssicher, dass jegliche Reglementierungsinitiative seitens der Politik einem natürlichen Evolutionsschritt im gesellschaftlich-wirtschaftlichen Entwicklungsprozess entspricht. Denn letztlich werden die einzelnen Punkte des DSA nur im Dialog zwischen den politischen und gesellschaftlichen Institutionen und Vertretern der branchenführenden Unternehmen selbst zum Leben erweckt werden können. Die Ära der Internetgiganten ist jedenfalls sicher noch lange nicht vorbei. Ganz im Gegenteil.

Der Privatinvestor – Ihr kostenloser Testbezug

Testen Sie unseren Börsenbrief Der Privatinvestor – für einen Vermögensaufbau nach den Erfolgsprinzipien der wertorientierten Kapitalanlage (Value Investing).

Durch unsere systematische und auf Langfristigkeit und Kontinuität ausgerichtete Anlagestrategie spüren wir Qualitätsaktien mit angemessenem Chance-Risiko-Profil auf.

Der Testbezug umfasst 4 Ausgaben unseres Kapitalanlagebriefs Der Privatinvestor und ist ab dem Zeitpunkt der Anmeldung vier Wochen lang gültig. Sie gehen damit keine Verpflichtungen ein. Eine Notwendigkeit einer Kündigung besteht somit nicht.

Keine Kosten. Kein Risiko. Keine Abofalle.

KERSTIN_FRANZISI_CHEFREDAKTION


Auf gute Investments!

Ihre Kerstin Franzisi, Chefredakteurin

Weitere Blogbeiträge

atoss-erzielt-weiterhin-gewinne-und-lässt-den-umsatz-weiter-steigen-nummer-eins-in-der-niesche
marken-wie-zewa-tempo-oder-tena-gehören-zum-sortiment-des-großen-hygeneproduzenten-essity
philip-morris-gehört-zu-den-weltweit-größten-hersteller-von-tabakprodukten
Einkaufswagen-supermarkt-nestle-um-jeden-preis
privatinvestor-max-otte-warren-buffet

Immer auf dem Laufenden bleiben:
Der Privatinvestor Newsletter

Technologie-Konzerne – vor allem aus den USA – haben in den letzten Jahren gigantische Wachstumsraten hingelegt. Dies hat einen Grund: die Digitalisierung schreitet nicht erst seit der Pandemie mit Siebenmeilenstiefeln voran. Mit der Folge, dass Tech-Unternehmen immer mächtiger werden. Ihr Einfluss auf unseren Alltag und unsere gesellschaftlichen Strukturen ist mittlerweile derart groß, dass dies nun die Politik auf den Plan ruft. Die Stoßrichtung ist dabei international dieselbe: der Marktmacht von Big Tech soll Einhalt geboten werden.

Lange hatte die EU zugelassen, dass sich Amazon & Co. nahezu unreguliert ausbreiten. Damit soll nun Schluss sein. Ende 2021 verabschiedete die EU-Kommission ein Reformpaket mit neuen Wettbewerbsgesetzen. Im Zentrum stehen dabei der „Digital Markets Act“ (DMA) und der Ende Januar 2022 beschlossene „Digital Services Act“ (DSA). Eine Reihe neuer Wettbewerbsvorgaben richtet sich dabei ganz gezielt an die „Gatekeeper“ (dt. „Torhüter“) der Tech-Branche. Als eben solche werden in der digitalen Welt Unternehmen mit sehr großer Marktmacht und hoher Nutzerreichweite bezeichnet.

Worum geht es beim DMA und DSA?

Der Digital Market Act soll wettbewerbsschädliches Verhalten seitens der Internetriesen einschränken. Der Wettbewerb soll wieder belebt werden. So könnte beispielsweise Apple dazu gezwungen werden, auf seinen iPhones Apps der Konkurrenz zuzulassen. Oder Google und Amazon könnte untersagt werden, ihre eigenen Angebote in ihren Suchergebnissen zu bevorzugen. Noch bleibt dies abzuwarten.

Der Digital Services Act soll die Macht von Big Tech zusätzlich begrenzen, indem er die Nutzerwelt es Internet verändert. Dabei geht es grob zusammengefasst um größere Rechtssicherheit, höhere Transparenz, faireren Wettbewerb und besseren Verbraucherschutz in der Online-Welt.

Was für neue Regeln bringt der DSA?

Ein zentrales Element des DSA sind die neuen Regularien gegen die Verbreitung von rechtswidrigen Waren, Dienstleistungen oder Inhalten im Internet. Plattformbetreiber sollen künftig direkt und ohne richterlichen Beschluss behördliche Anordnungen zur Entfernung von illegalen Inhalten erhalten können und diese unmittelbar umsetzen müssen.

Dabei geht es zum Beispiel um strafbare Hasskommentare, gezielte Desinformation, Aufrufe zur Gewalt, Drogen- und Waffenhandel oder die unautorisierte Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke. Bei besonders schweren Verstößen müssen die Anbieter zusätzlich proaktiv die Polizei miteinbeziehen.

privatinvestor-kapitalanlage-fonds-werbung

Mehr Transparenz und Schutz der Persönlichkeitsrechte

Ein weiterer Bestandteil des DSA ist die Offenlegung der Empfehlungsalgorithmen seitens der Digitalkonzerne. Damit soll für Verbraucher erkennbar werden, wer welche Inhalte zu sehen bekommt und auf welcher Informationsgrundlage dies geschieht. Sehr große Plattformen sollen zudem alternative Empfehlungssysteme anbieten, die nicht auf der Erstellung von Nutzerprofilen basieren.

Außerdem sollen besonders sensible persönliche Informationen wie Religionszugehörigkeit, Gesundheit und sexuelle oder politische Orientierung ohne ausdrückliche Zustimmung seitens der User überhaupt nicht mehr genutzt werden dürfen, um individuell priorisierte Inhalte oder personalisierte Werbung auszuspielen. Personalisierte Werbung an Minderjährige soll grundsätzlich ausgeschlossen werden.

Das Recht auf Nicht-Verfolgung

Die Verbraucher sollen durch den DSA die Hoheitsrechte über ihre persönlichen Daten und Informationen zurückerhalten. Das soll nicht nur der Hand der Unternehmen überlassen werden. Das Recht, digitale Dienste und Angebote anonym nutzen zu können (zumindest dort, wo es möglich ist), soll auch technisch wieder zum Nutzer zurückgehen.

Dafür sollen beispielsweise die nervigen Cookie-Abfragen bei nahezu jedem Website-Besuch wegfallen. Die gängige Praxis, die Zustimmung zum Tracking (also der Nachverfolgung der Web-Aktivitäten des einzelnen Users) viel einfacher zu gestalten als die oft komplizierte Verweigerung des Ganzen, soll ein Ende finden. Stattdessen soll eine Standardeinstellung im Internetbrowser oder im Betriebssystem jedem Nutzer ermöglichen, einmal und ganzheitlich festzulegen, ob man getrackt werden möchte oder eben nicht.

Was heißt das alles für die Tech-Giganten konkret?

Ob mit Blick auf den DMA oder den jüngst verabschiedeten DSA – Meta, Alphabet, Apple, Twitter, Amazon und alle sonstigen Online-Giganten müssen sich zukünftig in Europa auf strengere Regeln und Kontrollen einstellen. Die Internetriesen sollen ihren Kunden und Konkurrenten nicht länger die Regeln diktieren können. Bei Verstößen gegen die neuen Wettbewerbsregeln drohen den Konzernen empfindliche Geldstrafen von bis zu 6 % ihres Jahresumsatzes.

Der DSA soll die derzeit geltenden Regeln der E-Commerce-Richtlinie aus dem Jahr 2000 ablösen. „Wir holen uns die Kontrolle über die Internetgiganten zurück”, so die dänische Abgeordnete Christel Schaldemose, die den Entwurf im EU-Parlament federführend vorangetrieben hatte. Dabei ist noch unklar, wann der DSA schlussendlich in Kraft treten wird.

Noch bürokratische Wegstrecke bis zum Ziel

Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments haben Ende Januar mit großer Mehrheit für den DSA gestimmt. Details zum verabschiedeten Gesetzesentwurf finden Sie hier auf den Seiten der EU-Kommission.

Als nächster Schritt folgt der Abstimmungsprozess, in dem die drei großen europäischen Institutionen – Parlament, Kommission und Rat – ein finales Gesetz erarbeiten. Dabei können und werden sicherlich noch punktuelle Anpassungen vorgenommen, bis der DSA zur praktischen Anwendung finden wird. Man rechnet damit, dass dies 2023 der Fall sein wird.

Gute Impulse, ja – Trendwende, eher weniger

Wie schon bei den verschiedenen Initiativen zur Wettbewerbsregulierung innerhalb der internationalen Gemeinschaft sehen wir auch im Reformpaket der EU-Kommission und ganz aktuell beim DSA viele gute und sinnvolle Ansätze. Das grundsätzliche Interesse, unsere Online-Welt zu einem besseren Ort zu machen, trifft wohl nirgends auf Widerspruch. Wie und mit welchem Effekt sich das Ganze in der Praxis umsetzen lässt, wird sich wohl erst retrospektiv zeigen. Was für uns allerdings schon jetzt sicher ist: Die weitere Entwicklung und das weitere Wachstum der Tech-Branche und seiner erfolgreichen Unternehmen wird sich fortsetzen.

Die Geschäftsmodelle der Internetgiganten und ihrer Peripherie sind derart stabil und zukunftssicher, dass jegliche Reglementierungsinitiative seitens der Politik einem natürlichen Evolutionsschritt im gesellschaftlich-wirtschaftlichen Entwicklungsprozess entspricht. Denn letztlich werden die einzelnen Punkte des DSA nur im Dialog zwischen den politischen und gesellschaftlichen Institutionen und Vertretern der branchenführenden Unternehmen selbst zum Leben erweckt werden können. Die Ära der Internetgiganten ist jedenfalls sicher noch lange nicht vorbei. Ganz im Gegenteil.

Der Privatinvestor – Ihr kostenloser Testbezug

Testen Sie unseren Börsenbrief Der Privatinvestor – für einen Vermögensaufbau nach den Erfolgsprinzipien der wertorientierten Kapitalanlage (Value Investing).

Durch unsere systematische und auf Langfristigkeit und Kontinuität ausgerichtete Anlagestrategie spüren wir Qualitätsaktien mit angemessenem Chance-Risiko-Profil auf.

Der Testbezug umfasst 4 Ausgaben unseres Kapitalanlagebriefs Der Privatinvestor und ist ab dem Zeitpunkt der Anmeldung vier Wochen lang gültig. Sie gehen damit keine Verpflichtungen ein. Eine Notwendigkeit einer Kündigung besteht somit nicht.

Keine Kosten. Kein Risiko. Keine Abofalle.

KERSTIN_FRANZISI_CHEFREDAKTION


Auf gute Investments!

Ihre Kerstin Franzisi, Chefredakteurin

Weitere Blogbeiträge

atoss-erzielt-weiterhin-gewinne-und-lässt-den-umsatz-weiter-steigen-nummer-eins-in-der-niesche
marken-wie-zewa-tempo-oder-tena-gehören-zum-sortiment-des-großen-hygeneproduzenten-essity
philip-morris-gehört-zu-den-weltweit-größten-hersteller-von-tabakprodukten
Einkaufswagen-supermarkt-nestle-um-jeden-preis
privatinvestor-max-otte-warren-buffet

Immer auf dem Laufenden bleiben:
Der Privatinvestor Newsletter

Die Energiewende ist im vollen Gange. Insbesondere nachdem nun endlich auch „grüne“ Verfahren zur Herstellung von Wasserstoff existieren, könnte es mit dieser Technologie etwas werden. Die denkbaren Einsatzgebiete sind vielfältig. Sie gehen weit über die Automobilindustrie hinaus. Wasserstoff könnte fossile Brennstoffe in (fast) allen Bereichen ersetzen – sei es nun in Fahrzeugen, sonstigen mit Motor betriebenen Maschinen oder als Energiequelle für Haushalte.

In Japan sind bereits mehr als 400.000 Haushalte mit Wasserstoff-Brennstoffzellen ausgestattet. Diese werden mit Wasserstoff gespeist und erzeugen Strom und Warmwasser für die Heizung. Auch in der Landwirtschaft gibt es Verwendung für Wasserstoff. Aus dem Gas kann Ammoniak gewonnen werden – eine chemische Grundsubstanz für die meisten Stickstoffdünger.

All dies zeigt: Wasserstoff kann in der Tat Zukunft haben. Dennoch halten wir „reinrassige“ Wasserstoff-Aktien von diversen Start-ups wie Ballard Power oder NEL ASA für überbewertet. Selbst wenn die Bewertungen gemäßigter wären, ist uns ein anderer Weg lieber, um von dem möglichen Potenzial zu profitieren.

Breit aufgestellt – der Allround-Spezialist für Gase

Der französische Konzern Air Liquide ist mit 64.500 Mitarbeitern in 80 Ländern und über 3,8 Millionen Kunden das zweitgrößte Gasunternehmen der Welt. Das Gaseportfolio ist daher sehr breit und geht weit über Wasserstoff hinaus. 2020 lag der Konzernumsatz bei 20,5 Mrd. EUR. Das Kompetenz-Spektrum reicht von der Produktion und Lieferung technischer Gase über den Bau von Industrieanlagen bis hin zu Tauchausrüstungen. In Deutschland beispielsweise beliefert das Unternehmen 900 von 2.000 Krankenhäusern mit medizinischen Gasen.

Das ist aus unserer Sicht als Investoren ein hoher Sicherheitsaspekt. Denn sollte die Wasserstoff-Technologie künftig doch nicht so großflächig eingesetzt werden, wie wir uns dies derzeit vorstellen können, stünde nicht gleich die Existenz des Unternehmens (und damit Ihr Investment) auf dem Spiel. Bei einem kleinen Start-up, das ausschließlich auf dieses eine Thema setzt, wäre dies in einem solchen Szenario sehr wahrscheinlich der Fall.

privatinvestor-kapitalanlage-fonds-werbung

Auch für Air Liquide wäre ein Scheitern der Wasserstoff-Technologie schade. Außer dass ein Bereich wegfiele, könnte der Konzern aber seinen Geschäften nachgehen wie bisher. Air Liquide nimmt hinsichtlich Gase und damit verbundenen Dienstleistungen eine global führende Rolle ein. Und das sowohl im Industrie- als auch im Gesundheitswesen.

Energieträger mit Riesenpotenzial

Air Liquide ist seit über 50 Jahren im Wasserstoff-Sektor unterwegs und erzielt damit bereits einen Umsatz von über 2 Mrd. EUR. Das reicht dem Konzern jedoch bei weitem aber noch nicht aus. Das Management setzt bei seinen Investitionen konsequent auf den Hoffnungsträger Wasserstoff als einen zentralen Stoff, mit dem die Energiewende gemeistert werden kann.

Das Unternehmen betreibt schon jetzt mehr als 50 Wasserstoff- und/oder Karbonmonoxid-Produktionsanlagen. Auch die bislang größte Wasserstoff-Tankstelle der Welt wurde von Air Liquide errichtet. Zahlreiche weitere Projekte sind angepeilt. Fokus und Timing sind vielversprechend, denn die Energiewende begünstigt alternative Formen der Energieerzeugung, während die staatliche Förderung in diesem Bereich – jetzt verstärkt auch durch den „Green Deal“ der EU – deutlich zunimmt und bereits in die Milliarden geht. Zudem wächst die Zahl der Anwendungen für Wasserstoff und die Nachfrage dürfte in den kommenden Jahren kräftig steigen.

Eine Studie des Hydrogen Council und des Beratungsunternehmens McKinsey hat im Juli vorgerechnet, dass angesichts beschleunigter Klimaziele allein seit dem Februar 2021 weltweit 131 Wasserstoff-Großprojekte angekündigt wurden und sich die Gesamtinvestitionen entlang der kompletten Wertschöpfungskette bis 2030 auf etwa 500 Mrd. USD summieren.

Next Level: „grüner“ Wasserstoff

So wie Elektrizität ist auch Wasserstoff kein Primärenergieträger. Er muss zuerst gewonnen werden. Wenn man das mit konventionellen, sprich fossilen Energieträgern wie Erdöl oder Gas macht, wird von „grauem“ Wasserstoff gesprochen. Wird er aber mit regenerativ erzeugtem Strom, der aus Wind, Wasser oder Sonne stammt, von Wasser abgespalten, spricht man von „grünem“ (CO2-armen) Wasserstoff. Hier greift ein Elektrolyseverfahren.

Durch die Elektrolyse wird Wasser unter Strom gesetzt, um die Bindung zwischen Wasserstoff und Sauerstoff zu lösen. Die Verwendung ist dann annähernd oder ganz klimaneutral. Bislang gibt es lediglich Pilotprojekte zur Herstellung von grünem Wasserstoff, welcher aber noch teuer ist. Dies soll sich ändern. Gemeinsam mit Siemens Energy baut Air Liquide deshalb große Elektrolyseanlagen für die Produktion von grünem Wasserstoff.

Vorreiter für die deutsche Industrie

In Oberhausen nimmt Air Liquide zusammen mit Siemens Energy das Projekt Trailblazer (dt.: Vorreiter) in Angriff. Es handelt sich um einen Elektrolyseur mit einer Leistung von 30 Megawatt zur Erzeugung von klimaneutralem Wasserstoff. Es ist das erste Projekt, das im Rahmen der Nationalen Wasserstoffstrategie des Bundes einen Förderbescheid erhalten hat. Trailblazer wird an die bestehende Wasserstoff-Pipeline von Air Liquideangeschlossen. Der grüne Wasserstoff, der dort erzeugt wird, soll an Raffinerien sowie an Kunden in der Stahl- und Chemieindustrie geliefert werden.

Die Kooperationspläne zwischen Air Liquide und Siemens Energy reichen aber noch viel weiter. Gemeinsam wollen die Unternehmen ein regelrechtes europäisches Ökosystem für Elektrolyse und Wasserstofftechnologie initiieren. Die Regierungen in Berlin und Paris unterstützen die Kooperation. Eines der gemeinsamen Vorhaben ist das „H2V“-Projekt in der Normandie mit einer Leistung von 200 Megawatt. Hier wird der Anspruch deutlich, die Skalierung auf industrielle Größen zu bringen.

Schon im Januar 2021 hat Air Liquide im kanadischen Québec die weltweit größte membranbasierte Produktionsanlage für kohlenstoffarmen Wasserstoff eingeweiht. Hier werden bis zu 8,2 Tonnen grüner Wasserstoff pro Tag hergestellt. Dadurch sichert sich Air Liquide nicht nur den Zugang zu großen Mengen erneuerbarer Energie von Hydro-Québec, es profitiert außerdem von der Nähe zum Wasserstoff-Mobilitätsmarkt im Nordosten des Kontinents.

Treue-Dividende als Anreiz für Langfristanleger

Das Thema „Nachhaltigkeit“ schreibt Air Liquide nicht nur bei seinen Wasserstoff-Projekten groß, sondern auch bei seiner Dividendenpolitik. Wenn möglich, hebt der Konzern die Ausschüttung je Aktie von Jahr zu Jahr an. Zudem sind Air Liquide langfristige Investoren enorm wichtig. Deshalb bietet das Unternehmen Aktionären, die Air Liquide lange die Treue halten, die Möglichkeit einer Bonusdividende an.

Regelmäßig bietet Air Liquide Aktionären an, sich als Langfristinvestoren beim Unternehmen registrieren zu lassen und die regulär an der Börse gehandelten Aktien in registrierte Aktien zu tauschen. Immer wieder sind Anleger darüber verunsichert, weil diese alternative Aktiengattung nicht an der Börse gehandelt werden kann. (Dazu müssen die Aktien vorher wieder zurückgetauscht werden.) Dafür bieten sie aber den Vorteil einer 10 %-igen Bonusdividende für all diejenigen, die die registrierten Aktien länger als zwei Jahre halten.

Für Anleger, die von Anfang an vorhaben, bei Air Liquide langfristig dabei zu sein, kann sich dies lohnen. Zuletzt gab es (Mai 2021) 2,75 EUR je Anteilsschein. Anteilseigner, die zum Bezug der Bonusdividende berechtigt waren, erhielten zusätzlich 0,275 EUR und damit insgesamt 3,025 EUR je Aktie.

Kontinuierlicher Wachstumskurs setzt sich fort

Die Umsatz- und Gewinnentwicklung bei Air Liquide kennt quasi nur eine Richtung: nach oben. Das zeigen – nach einem überaus erfolgreichen ersten Halbjahr (hier konnte das Unternehmen seinen Umsatz um 9,2 % steigern, das operative Ergebnis legte um 17,1 % zu) – auch die Zahlen zum dritten Quartal 2021. Der Konzernumsatz ist verglichen zum Vorjahreszeitraum um 7,1 % auf 5,834 Mrd. EUR gestiegen. Verglichen mit Q3 im Vor-Corona-Jahr 2019 sprechen wir immer noch von starken 6 % Umsatzwachstum. Die Marke von 21 Mrd. EUR Umsatz dürfte dieses Jahr jedenfalls geknackt werden.

Die EBIT-Marge lag in den letzten zehn Jahren nur ein einziges Mal (2017) ganz knapp unter 15 %. Ansonsten bewegte sie sich stets zwischen 16 und 17 %. Der Dekadenschnitt von 16,9 % ist damit kein Durchschnittswert aus ständigen Aufs und Abs, sondern das Ergebnis beeindruckender Stetigkeit.

Mit einem aktuellen Kurs von knapp 149,72 EUR (Stand: 21.12.2021) ist die Aktie von Air Liquide kein Schnäppchen. Gemessen am immensen Zukunftspotenzial und mit Blick auf ein langfristiges Investment kann sich jedoch auch jetzt noch eine Aufnahme des Titels ins Anlageportfolio lohnen. Wir behalten die Entwicklungen von Markt und Unternehmensbewertung in jedem Fall weiterhin für Sie unter Beobachtung.

Der Privatinvestor – Ihr kostenloser Testbezug

Testen Sie unseren Börsenbrief Der Privatinvestor – für einen Vermögensaufbau nach den Erfolgsprinzipien der wertorientierten Kapitalanlage (Value Investing).

Durch unsere systematische und auf Langfristigkeit und Kontinuität ausgerichtete Anlagestrategie spüren wir Qualitätsaktien mit angemessenem Chance-Risiko-Profil auf.

Der Testbezug umfasst 4 Ausgaben unseres Kapitalanlagebriefs Der Privatinvestor und ist ab dem Zeitpunkt der Anmeldung vier Wochen lang gültig. Sie gehen damit keine Verpflichtungen ein. Eine Notwendigkeit einer Kündigung besteht somit nicht.

Keine Kosten. Kein Risiko. Keine Abofalle.

KERSTIN_FRANZISI_CHEFREDAKTION


Ihre Kerstin Franzisi

Chefredakteurin

Weitere Blogbeiträge

atoss-erzielt-weiterhin-gewinne-und-lässt-den-umsatz-weiter-steigen-nummer-eins-in-der-niesche
marken-wie-zewa-tempo-oder-tena-gehören-zum-sortiment-des-großen-hygeneproduzenten-essity
philip-morris-gehört-zu-den-weltweit-größten-hersteller-von-tabakprodukten
Einkaufswagen-supermarkt-nestle-um-jeden-preis
privatinvestor-max-otte-warren-buffet

Immer auf dem Laufenden bleiben:
Der Privatinvestor Newsletter

Seit Jahren gilt er als der US-Großinvestor, der einen riesigen Geldspeicher á la Onkel Dagobert sein Eigen nennt: Warren Buffett. Nach neuesten Zahlen sind die Barreserven seiner Holding weiter nach oben geklettert – und dies, obwohl auch die Aktienrückkäufe von Berkshire Hathaway einen neuen Rekord markieren.

Bereits seit geraumer Zeit muss Warren Buffett immer wieder Kritik einstecken: Er habe die Marktrallye im weiteren Verlauf der Pandemie nicht für Käufe genutzt, um den riesigen Cashberg endlich abzubauen, den Berkshire Hathaway seit Jahren vor sich herschiebt. Auch nach der Bekanntgabe der jüngsten Quartalsdaten dürfte die Zahl der Kritiker nicht kleiner geworden sein.

Zahlen zum 3. Quartal dennoch überzeugend

Auch wenn Analysten im Vorfeld etwas mehr erwartet hatten, erwirtschaftete Berkshire Hathaway im dritten Quartal 2021 mit knapp 6,5 Mrd. USD dennoch einen recht ordentlichen operativen Gewinn. Dass die Ergebnisse hinter den Erwartungen lagen, liegt unter anderem an gestiegenen Material- und Frachtkosten aufgrund von Problemen bei den Lieferketten. Damit haben derzeit viele Unternehmen zu kämpfen, so eben auch Gesellschaften, an denen Berkshire Hathaway beteiligt ist. Zudem belasteten höhere Schadenaufkommen (z.B. aufgrund des Hurrikans Ida oder der Überschwemmungen in Europa) das Versicherungsgeschäft.

Geldreserven – so hoch wie nie zuvor

Im Rahmen des Berichts zum dritten  Quartal 2021 wurde deutlich, wie hoch die Cash-Reserven der Holding derzeit wirklich sind: Berkshire Hathaway hortete rund 143 Mrd. USD an Geldreserven. Das „Orakel von Omaha“ investiert jedoch weiterhin nicht in Übernahmen anderer Unternehmen. Stattdessen kauft Buffett massenweise Anteile der eigenen Holding.

Im zurückliegenden Quartal steckte Buffett rund 7,6 Mrd. USD der Cash-Reserven in sein Aktienrückkaufprogramm. Wie bekannt wurde, investierte Berkshire Hathaway in den ersten neun Monaten des Jahres 2021 bereits 20,2 Mrd. USD in eigene Aktien. Hintergrund: Der Börsenguru will das Angebot von Berkshire Hathaway-Aktien schmälern. Das Kalkül dahinter ist ganz einfach: Auf je weniger Stücke ein Kuchen aufgeteilt wird, desto größer (wertvoller) ist jedes einzelne Stück. Mit den Aktienrückkäufen will Buffett also den Wert der verbleibenden Aktien steigern.

Doch warum ist Warren Buffett bei Neuinvestments seit langem so zögerlich? Sehr wahrscheinlich hat er ganz genaue Vorstellungen davon, was er gerne kaufen möchte. Aber auch der Preis muss für ihn stimmen. Seine Philosophie ist eindeutig: Grundsätzlich kauft der Star-Anleger keine Aktien, die zum aktuellen Zeitpunkt überbewertet sind. Da sich derzeit die internationalen Börsen auf einem Höhenflug befinden, wartet er wohl lieber ab.

Eher ein Luxusproblem

Mit Aktienrückkaufen wird – wenn richtig angewendet – Mehrwert für Aktionäre geschaffen. Bei Berkshire Hathawayist dies definitiv der Fall. Doch warum scheint sich Buffett lieber darauf zu konzentrieren, als andere Deals zu tätigen?

Berkshire Hathaway hat seit vielen Jahren ein Luxusproblem: Schon lange hat die Holding eine Größe erreicht, bei der kleine und mittelgroße Unternehmen für einen Kauf tabu sind. Im Grunde bleiben nur Blue-Chips oder die Möglichkeit, ganze Unternehmen zu kaufen.

Keine Dividende

Wem Dividenden wichtig sind, wird bei Berkshire Hathaway nach wie vor vergeblich hoffen. Ein Grundprinzip von Buffett ist es, unnötige Steuern möglichst zu vermeiden. Bei einer Ausschüttung würden zwangsläufig Kapitalertragssteuern anfallen. Indem die Gewinne im Unternehmen bleiben, vermeidet Buffett diesen Aufwand. Er schafft lieber Mehrwert für sich und alle Aktionäre über Aktienrückkäufe.

Nachfolge geklärt

Seit langem fragt sich die Öffentlichkeit mit Spannung, wen Warren Buffett zu seinem Nachfolger küren wird. Als gesetzt galten dabei schon länger Greg Abel, Leiter der Energiesparte von
Berkshire Hathaway sowie Versicherungschef Ajit Jain, ein Cousin des ehemaligen Deutsche-Bank-Chefs Anshu Jain. Bei der diesjährigen Hauptversammlung war es so weit: Der 90-jährige Star-Investor überließ Abel und Jain zeitweise die Bühne. Beide stellten sich zum ersten Mal den Fragen der virtuell zugeschalteten Aktionäre. Damit haben die beiden Manager einen wichtigen Schritt in Richtung Buffett-Erbe getan.

Über das 282 Mrd. USD schwere Aktienportfolio sollen die beiden Manager jedoch nicht bestimmen dürfen. Dieses soll eines Tages von den Berkshire-Hathaway-Investment-Managern Ted Weschler und Todd Combs verwaltet werden. Sie managen schon jetzt jeweils rund 10 % des Portfolios.

Der Privatinvestor – Ihr kostenloser Testbezug

Testen Sie unseren Börsenbrief Der Privatinvestor – für einen Vermögensaufbau nach den Erfolgsprinzipien der wertorientierten Kapitalanlage (Value Investing).

Durch unsere systematische und auf Langfristigkeit und Kontinuität ausgerichtete Anlagestrategie spüren wir Qualitätsaktien mit angemessenem Chance-Risiko-Profil auf.

Der Testbezug umfasst 4 Ausgaben unseres Kapitalanlagebriefs Der Privatinvestor und ist ab dem Zeitpunkt der Anmeldung vier Wochen lang gültig. Sie gehen damit keine Verpflichtungen ein. Eine Notwendigkeit einer Kündigung besteht somit nicht.

Keine Kosten. Kein Risiko. Keine Abofalle.

KERSTIN_FRANZISI_CHEFREDAKTION


Ihre Kerstin Franzisi

Chefredakteurin

Weitere Blogbeiträge

atoss-erzielt-weiterhin-gewinne-und-lässt-den-umsatz-weiter-steigen-nummer-eins-in-der-niesche
marken-wie-zewa-tempo-oder-tena-gehören-zum-sortiment-des-großen-hygeneproduzenten-essity
philip-morris-gehört-zu-den-weltweit-größten-hersteller-von-tabakprodukten
Einkaufswagen-supermarkt-nestle-um-jeden-preis
privatinvestor-max-otte-warren-buffet

Immer auf dem Laufenden bleiben:
Der Privatinvestor Newsletter

Langsam geht das kulturelle Leben wieder los – es werden aktuell wieder viele Konzerte und Tourneen angekündigt. Lange lag das Live-Geschäft aufgrund der pandemiebedingten Lockdowns und Kontaktbeschränkungen auf Eis. Jetzt geht es mit zunehmender Geschwindigkeit wieder los, so die Hoffnung vieler Künstler, Veranstalter und anderer Kulturschaffender. Was während der gesamten Zeit jedoch nie verstummte, ist die Musik selbst. Im Gegenteil: Wenn es eins gab, was man in den vergangenen anderthalb Jahren die ganze Zeit über verstärkt machen konnte, um eine positive Stimmung halten zu können, war es – neben ausgiebigen Film- und Serienabenden – der Genuss von Musik.

Und genauso, wie in Sachen TV-Unterhaltung Netflix, Amazon Prime und Co. den klassischen DVD-Verkäufen längst den Rang abgelaufen haben, wird Musik mehr und mehr über Streaming-Plattformen wie Spotify, Apple Music und andere Wettbewerber gehört. Ganz gleich, ob Film- oder Musikindustrie: Das Geschäftsmodell Streaming boomt. Und, obwohl auch schon lange vor COVID ein Megatrend, wird hier für die Zukunft noch ein großes Wachstums- und Entwicklungspotenzial erwartet. Einer Studie von Statista zufolge wird im Segment Digitale Musik bis Ende dieses Jahres ein weltweiter Umsatz in Höhe von mehr als 20 Mrd. € erwartet. Dieser soll bis zum Jahr 2025 ein Marktvolumen von knapp 29 Mrd. € erreichen.

Wachstumsmarkt Musik-Streaming

Das Musik-Streaming verdrängt Downloads und CD-Verkäufe immer mehr. Der Branchen-Primus Spotify beispielsweise kann sich vor Neukunden kaum retten: Über 356 Millionen monatlich aktive Nutzer vermeldete der schwedische Anbieter Ende Juli im Bericht zum zweiten Quartal. Fast jeder zweite davon ist ein Premiumkunde mit entsprechendem Premium Account. Sowohl Umsatz als auch Zahl der Kundenkonten wuchsen mit einer Rate von über 20 %. Bisherigen Prognosen zufolge soll sich dieses Wachstum fortsetzen. Bei Amazon Music und Apple Music sieht es ganz ähnlich aus. Doch die Streaming-Dienste sind nicht die Einzigen, die ordentlich absahnen. Ihnen vorgeschaltet sind die Musik-Labels, die die Mehrheit der Künstler bei sich unter Vertrag haben und deshalb über die weltweiten Vermarktungsrechte ihrer Songs verfügen.

Um ein attraktives und breites Angebot bieten zu können, kommen die Streaming-Dienste nicht um dauerhafte Lizenzzahlungen an die Musik-Labels herum (was diese wiederum an ihre Kunden über die Abogebühren weiterreichen). Tatsächlich gelang den Plattenfirmen durch diese neue Einnahmequelle die Trendwende. Umsatz und Gewinn wachsen wieder – und das recht ordentlich. In den nächsten Jahren wird Musik-Streaming weiter an Bedeutung gewinnen. Damit bietet sich auch für die Musik-Labels ein spannendes Potenzial steigender Lizenzeinnahmen.

Frisch an der Börse – die Nummer 1 der Musikkonzerne

Das starke Wachstum des Streaming-Marktes im Bereich Musik ist natürlich auch für Anleger hochinteressant – vor allem jetzt, wo auch ein direktes Engagement in die Nr. 1 der Branche möglich ist: Universal Music Group. Bis vor kurzem war das Unternehmen eine hundertprozentige Tochter des Medienkonzerns Vivendi. Am 21. September gliederte Vivendi diesen Bereich jedoch als eigenständiges Unternehmen aus und seitdem ist die Universal Music Group an der Euronext Amsterdam gelistet. Der Börsengang der Universal Music Group war bislang der größte Börsengang an einem europäischen Handelsplatz in diesem Jahr.

Der erste offizielle Börsenkurs von rund 25 EUR lag dabei starke 35 % über dem Ausgabepreis von 18,50 EUR. 60 % der Anteile wurden im Zuge des IPO an die Aktionäre des ehemaligen Mutterkonzerns Vivendi ausgegeben. Vivendi selbst ist mit 10 % der Aktien weiterhin an der Universal Music Group beteiligt. Die restlichen 30 % gingen an neue Investoren, darunter zum Beispiel US-Investor William Ackman oder den chinesischen Technologiekonzern Tencent.

Die Historie des Musikgiganten reicht bis in die 30er-Jahre zurück. Neun Jahrzehnte und zahlreiche Fusionen später ist die Universal Music Group heute der größte Musikkonzern der Welt. Insgesamt sind es fast 100 Labels und Sublabels, die das Unternehmen unter seinem Dach vereint, darunter legendäre Labels wie Blue Note, Def Jam Recordings, Deutsche Grammophon, Geffen Records, Motown Records, Virgin und viele andere. Je nachdem, welche Quelle wir heranziehen, wird der Universal Music Group ein Marktanteil von 30 bis 32 % zugesprochen. Der Abstand zur Nr. 2 und 3 ist in jedem Fall groß. Während Sony Music über einen Marktanteil von 21 % verfügt, sind es bei Warner Music 16 %. Der Rest entfällt auf wesentlich kleinere Independent Labels.

Musik-Business heute: Lizenzgeschäft statt Plattenverkäufe

Die Universal Music Group verfügt über den umfangreichsten Musikkatalog der Welt. Er enthält die populärsten Künstler und Aufnahmen aus allen Genres und damit die wichtigsten Werke aus über 100 Jahren Musikgeschichte. Die Liste der Künstler, über deren Werke das Unternehmen die Verwertungsrechte besitzt, ist schier unendlich. Dazu gehören unter anderem: Bon Jovi, Mariah Carey, Eminem, Sarah Connor, Robbie Williams, Helene Fischer, Tokio Hotel, die Rolling-Stones, ABBA, Nirvana und die Beatles. Die Universal Music Group mit ihrem gigantischen Musikkatalog profitiert von Lizenzgebühren (im Fachjargon „Royalties“), sobald die Songs beispielsweise über Streaming-Plattformen, im Radio oder im TV abgerufen werden.

Auch die Royalties für Bob-Dylan-Songs kassiert seit kurzem die Universal Music Group. Bis letztes Jahr hielt der Künstler die Rechte an seinen mehr als 600 Songs selbst. Im Dezember 2020 trat der die Rechte jedoch für 300 Mio. USD ab. Der Preis mag sich im ersten Moment nach sehr viel anhören, tatsächlich glauben viele Experten aber, dass sich diese Investition für die Universal Music Group auszahlen wird. Bob Dylan ist einer der meistgecoverten Künstler der Welt. Und jedes Mal, wenn nun einer seiner Songs im Radio oder TV gespielt wird, von einem anderen Künstler neu interpretiert wird oder Teile daraus in der Werbung verwendet werden, verdient die Universal Music Group daran.

Streaming bedeutet Abomodell

Letztes Jahr lag der Umsatz der Musikindustrie weltweit bei rund 21,6 Mrd. USD. Dies umfasst Einkünfte aus dem physischen (z. B. CDs) und digitalen (Downloads) Musikverkauf, Streaming sowie Performance-Rechte und Synchronisation. Gegenüber dem Vorjahreswert kam es dabei zu einer Steigerung in Höhe von 7,4 %. Dabei nimmt Streaming einen immer größeren Teil ein. 2019 waren es bereits 11,2 Mrd. USD. 2020 stiegen die Streaming-Umsätze auf 13,4 Mrd. USD.

Das ist ein Zuwachs von 19,6 %. Streaming wächst damit auch deutlich stärker als der Gesamtmarkt. Downloads gingen indes weiter auf 1,2 Mrd. USD zurück. Der Verkauf klassischer Tonträger brachte noch 4,2 Mrd. USD ein (–4,5 %). Die gesamte Branche wird damit immer mehr zu einem Abogeschäft. Aus Anlegersicht entsteht dadurch eine größere Planungssicherheit, da die Umsätze der Universal Music Group immer kalkulierbarer werden.

Skalierbares Geschäftsmodell mit Zukunft

Weil die Universal Music Group gerade erst an die Börse ging, gehen die zurückgerechneten Geschäftszahlen lediglich bis 2018 zurück. Dies reicht jedoch aus, um eindeutig feststellen zu können: Einen negativen Corona-Effekt gab es nicht. Im Gegenteil, die Umsätze stiegen auch während der Pandemie munter weiter. Ebenso der Gewinn. Dieser stieg sogar überproportional zum Umsatz, sodass die operative Marge sowie die Nettomarge weiter ausgebaut wurden.

2020 verbuchte die Universal Music Group bei Umsätzen von 7,4 Mrd. EUR einen Nettogewinn in Höhe von 1,4 Mrd. EUR. Gute Aussichten bei den prognostizierten Entwicklungen speziell auf dem Streaming-Markt. „Ich glaube, dass wir erst am Anfang der Wachstumswelle stehen, da Musik-Abos und werbefinanziertes Streaming weltweit zunehmen werden“, so die Einschätzung von Universal-Chef Lucian Grainge.

Außerdem winkt eine solide Dividende. Das Management jedenfalls hat sich zu einer jährlichen Ausschüttung von mindestens 50 % des Gewinns bekannt. So wie die Gewinne sich derzeit entwickeln, würde dies auch jährlich steigende Dividenden bedeuten. Ausgehend von den bisher verfügbaren Daten ergibt sich aus dem für das Jahr 2020 rückgerechneten Gewinn ein Ergebnis je Aktie von 0,75 EUR. Eine Ausschüttungsquote von 50 % wären also 0,375 %. Zum jetzigen Kurs von 26,46 EUR (Stand 09.11.2021) ergäbe dies eine Dividendenrendite von grob 1,5 %. Selbst wenn die aktuelle Dividendenrendite noch gering wäre, bei jährlichen Steigerungen wird es in einigen Jahren interessant. Wir bleiben bei diesem sehr interessanten Börsenneuling in jedem Fall für Sie am Ball!

Der Privatinvestor – Ihr kostenloser Testbezug

Testen Sie unseren Börsenbrief Der Privatinvestor – für einen Vermögensaufbau nach den Erfolgsprinzipien der wertorientierten Kapitalanlage (Value Investing).

Durch unsere systematische und auf Langfristigkeit und Kontinuität ausgerichtete Anlagestrategie spüren wir Qualitätsaktien mit angemessenem Chance-Risiko-Profil auf.

Der Testbezug umfasst 4 Ausgaben unseres Kapitalanlagebriefs Der Privatinvestor und ist ab dem Zeitpunkt der Anmeldung vier Wochen lang gültig. Sie gehen damit keine Verpflichtungen ein. Eine Notwendigkeit einer Kündigung besteht somit nicht.

Keine Kosten. Kein Risiko. Keine Abofalle.



Auf gute Investments!

Prof. Dr. Max Otte

Weitere Blogbeiträge

atoss-erzielt-weiterhin-gewinne-und-lässt-den-umsatz-weiter-steigen-nummer-eins-in-der-niesche
marken-wie-zewa-tempo-oder-tena-gehören-zum-sortiment-des-großen-hygeneproduzenten-essity
philip-morris-gehört-zu-den-weltweit-größten-hersteller-von-tabakprodukten
Einkaufswagen-supermarkt-nestle-um-jeden-preis
privatinvestor-max-otte-warren-buffet

Immer auf dem Laufenden bleiben:
Der Privatinvestor Newsletter

Vor sechs Monaten musste Beiersdorf vom DAX in den MDAX wechseln. Nun ist der Nivea-Hersteller zurück im großen Index. In den Top 40 verdrängt das Hamburger Unternehmen die Aktie der Deutsche Wohnen. Nach der Mega-Fusion mit Wettbewerber Vonovia verabschiedet sich das Immobilienunternehmen (im DAX seit Juni 2020) schon wieder aus dem deutschen Leitindex.

Der Hintergrund: Nach Angaben der Börse befinden sich inzwischen weniger als 10 % der Deutsche-Wohnen-Aktien im Streubesitz. Nach den Regularien des Aktienmarktes fällt das Unternehmen daher nicht nur aus dem DAX, sondern aus allen namhaften Indizes heraus. Konkurrent Vonovia hat für die Aktien der Deutsche Wohnen rund 17 Mrd. EUR bezahlt und bewirtschaftet nach der Übernahme insgesamt 568.000 Wohnungen.

Mit Beiersdorf kehrt nun ein langjähriges DAX-Mitglied in den Leidindex zurück. Als Beiersdorf den Index im März 2021 verließ, war der Konzern nämlich über zwölf Jahre im DAX (die Aufnahme erfolgte 2008).

Anlässlich der Rückkehr in den deutschen Leitindex sehen wir uns Beiersdorf einmal näher an.

Covid-Krise gut verdaut

Beiersdorf erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz in Höhe von etwas mehr als 7 Mrd. EUR. Pandemiebedingt musste das norddeutsche Unternehmen 2020 erstmals seit vielen Jahren einen Umsatzrückgang von 8,2 % hinnehmen. Der organische Umsatz gab fast 6 % nach. Im aktuellen Geschäftsjahr hat sich diese Entwicklung wieder umgekehrt. Das Wachstum ist zurück. Die erst kürzlich vorgelegten Neun-Monatszahlen übertreffen nicht nur die Ergebnisse des Krisenjahrs 2020 sondern liegen auch leicht über dem Vorkrisenniveau von 2019. Gegenüber 2020 stieg der  Umsatz nominal um knapp 10 %. Das organische Wachstum lag sogar bei 12 %.

Die EBIT-Marge, die im vergangenen Jahr bei etwas mehr als 13 % gelegen hatte, wird vom Unternehmen auch für 2021 erwartet. Beim organischen Umsatzwachstum geht der Konzern für 2021 geht der zwischen 8 % und 10 % aus.

Wachstum in allen Segmenten

Das Konsumgütersegment weist ein organisches Umsatzwachstum von 10,5 % auf. Nominal stieg der Umsatz um 8%. Das stärkste organische Wachstum gab es mit Produkten der Marken La Prairie (+26,2 %) sowie Eucerin und Aquaphor (+20,8 %). Die bis heute wichtigste Marke des Konzerns – NIVEAU – erreichte ein organisches Umsatzplus von 6,8 %.

Auch der Unternehmensbereich tesa entwickelte sich gut. Das organische Wachstum lag hier bei 19,4 %. Es liegt damit deutlich über dem Niveau von 2019. (+13,9 % verglichen mit 2019). Wachstumstreiber waren dabei insbesondere die Geschäftsfelder Electronics (vor allem in China) und Automotive.

Starke Marken, die jeder kennt

Beiersdorf verfügt dank seiner Marken über einen starken Burggraben. Die meisten Markenprodukte von Beiersdorf kennt nicht nur in Deutschland beinahe jedes Kind. NIVEA ist eine der bekanntesten Kosmetikmarken der Welt. Das weltweit führende Markenbewertungs- und Beratungsunternehmen Brand Finance stuft NIVEA als stärkste Marke Deutschlands ein. Auch Eucerin, Labello , 8×4 oder eben die praktische Kleberolle namens Tesa sind so gut wie jedem ein Begriff.

Der hohe Bekanntheitsgrad der Beiersdorf-Marken garantiert hohe, solide Umsätze. Wenn Verbraucher einer Marke vertrauen, greifen Sie gerne immer wieder zu den Produkten. Das gilt besonders im Bereich Körperpflege. Hand aufs Herz: Wer möchte da schon Experimente machen?

Beiersdorf: Hort der Liquidität

Und auch Beiersdorf selbst steht nicht auf Experimente, was dem Konzern bereits einiges an Kritik von Seiten der Aktionäre eingebracht hat. Denn bei der Dividendenpolitik ist der Kosmetik- und Klebstoffkonzern ausgesprochen zurückhaltend. Seit einer gefühlten Ewigkeit hält Beiersdorf den Ausschüttungsbetrag je Aktie konstant bei 0,70 EUR je Anteilsschein. Mit gerade einmal 0,7 % ist die aktuelle Dividendenrendite alles andere als üppig. Dabei könnte durchaus mehr drin sein, denn von seinem Gewinn schüttet Beiersdorf seit Jahren nicht mehr als 20 bis 25% aus.

Und da Beiersdorf die einbehaltenen Gewinne nicht etwa in die Entwicklung neuer Produkte steckte, sondern die Liquidität stattdessen lieber hortete, ist die Forderung der Aktionäre nach einer höheren Dividende verständlich. Ende 2019 wies der Konzern eine Nettoliquidität in Höhe von fast 4,3 Mrd. EUR aus. Zum Ende des Geschäftsjahres 2020 waren es sogar 4,7 Mrd. EUR.

Obwohl Spötter Beiersdorf schon einmal als ein Geldinstitut mit angeschlossenem Kosmetik- und Klebstoffgeschäft bezeichnet haben, hat sich diese außerordentlich konservative Strategie gerade in den unsicheren Zeiten der Pandemie als vorteilhaft erwiesen. Durch die außerordentlich hohe Cash-Position hat sich der Konzern während der Krise als einer der robustesten Werte im Konsumgütersegment gezeigt. Selbst 2020 konnte Beiersdorf seine Eigenkapitalquote um rund einen Prozentpunkt auf etwas über 60 % steigern.

Der Privatinvestor – Ihr kostenloser Testbezug

Testen Sie unseren Börsenbrief Der Privatinvestor – für einen Vermögensaufbau nach den Erfolgsprinzipien der wertorientierten Kapitalanlage (Value Investing).

Durch unsere systematische und auf Langfristigkeit und Kontinuität ausgerichtete Anlagestrategie spüren wir Qualitätsaktien mit angemessenem Chance-Risiko-Profil auf.

Der Testbezug umfasst 4 Ausgaben unseres Kapitalanlagebriefs Der Privatinvestor und ist ab dem Zeitpunkt der Anmeldung vier Wochen lang gültig. Sie gehen damit keine Verpflichtungen ein. Eine Notwendigkeit einer Kündigung besteht somit nicht.

Keine Kosten. Kein Risiko. Keine Abofalle.

KERSTIN_FRANZISI_CHEFREDAKTION


Ihre Kerstin Franzisi

Chefredakteurin

Weitere Blogbeiträge

atoss-erzielt-weiterhin-gewinne-und-lässt-den-umsatz-weiter-steigen-nummer-eins-in-der-niesche
marken-wie-zewa-tempo-oder-tena-gehören-zum-sortiment-des-großen-hygeneproduzenten-essity
philip-morris-gehört-zu-den-weltweit-größten-hersteller-von-tabakprodukten
Einkaufswagen-supermarkt-nestle-um-jeden-preis
privatinvestor-max-otte-warren-buffet

Immer auf dem Laufenden bleiben:
Der Privatinvestor Newsletter

Die schwachen Konjunkturdaten aus China in den letzten Wochen haben an den asiatischen Börsen für einigen Wirbel – und damit einhergehenden Kurskorrekturen – gesorgt. Deltavariante, lokale Lockdowns und wirtschaftspolitische Maßnahmen haben Unsicherheiten erzeugt, die auch auch die ansonsten gerade pandemietechnisch sehr krisenresistenten Techwerte unter Druck setzen. Dabei ist ein Teil der Herausforderungen hausgemacht: Mit immer härteren Regulierungsmaßnahmen schränkt die Regierung aus Peking die Marktposition chinesischer Internet-Giganten und Onlinehändler im eigenen Land ein. Angezählt ist deren Ära trotzdem noch lange nicht.

Einen Namen hat man in der Regel als ersten im Kopf, wenn man an Online-Unternehmen in China denkt: Alibaba. Der Konzern gilt im chinesischen Raum noch als unangefochtener Cloud- und E-Commerce-Platzhirsch. Nicht wenige sprechen sogar vom „Amazon Chinas“. Doch so ganz stimmt diese Einschätzung nicht. Alibaba ist in erster Linie ein Marktplatz wie Ebay, auf dem Händler ihre Waren anpreisen. Produkte werden weder kuratiert noch aktiv vertrieben. Insbesondere die Lieferketten sind entsprechend schwach ausgeprägt. Im Übrigen liegt der Hauptfokus der Alibaba-Gruppe seit jeher im B2B-Bereich.

Im Bereich E-Commerce hat Alibaba über seinen B2C-Marktplatz Tmall einen Marktanteil von rund 58 % und liegt damit noch klar in Führung. Das größte Potenzial des zukünftigen Marktwachstums liegt jedoch bereits seit einiger Zeit nicht mehr in den großen Städten, sondern in den ländlichen Regionen Chinas. Hier ist die Alibaba-Gruppe nicht wirklich gut vernetzt. Auf dem zweiten Platz schließt genau daher ein Verfolger mehr und mehr auf: der Onlinehändler JD.com hat bereits einen Marktanteil von 23 %, Tendenz steigend.

Null-Toleranz für Produktfälschungen

Imitationen und Fälschungen, insbesondere von Luxusmarken, sind in China – wie in ganz Asien – weit verbreitet. Ausländische Kunden hegen daher häufig von vornherein Misstrauen gegenüber chinesischen Onlinehändlern. Auch westliche Unternehmen überlegen sich gründlich, ob sie mit einem chinesischen Handelspartner zusammenarbeiten wollen. Ihnen ist wichtig, dass der Händler neben der Originalware nicht auch Fälschungen verkauft. Dies schädigt nämlich nicht nur den Ruf der Handelsplattform, sondern auch den der Markenhersteller.

JD.com unterscheidet sich hier deutlich von anderen chinesischen Händlern. Denn von Anfang an setzte das Unternehmen auf eine Null-Toleranzpolitik gegenüber Fälschungen. Um ihre Markenware auch auf dem Online-Weg der chinesischen Kundschaft zugänglich zu machen, arbeiten daher schon seit Jahren viele Luxusgüterhersteller, wie beispielsweise GUCCI oder TagHeuer, mit JD.com zusammen. Auch Apple verkauft seine Produkte in China über JD.com. Dieses aufgebaute Vertrauen und hohe Image setzt sich nun auch auf der internationalen Shop-Seite joybuy.com fort. So sollte es auch machbar sein, das Vertrauen der internationalen Endkunden zu gewinnen.

Schier endlose Wachstumsmöglichkeiten

Der chinesische Einzelhandelsmarkt ist vom Gesamtvolumen her mittlerweile fast so groß wie der in den USA. Der Markt ist allerdings nach wie vor deutlich fragmentierter. Während in den USA die größten zwanzig Anbieter 52 % des Marktvolumens abdecken, kommen in der Volksrepublik die Top 20 Unternehmen gerade mal auf einen Marktanteil von 17 %.

Dies unterstreicht, wie groß das Expansionspotenzial für JD.com noch ist. Auch die Tatsache, dass JD.com mit seinen Dienstleistungen in vielen Randregionen Chinas noch unterrepräsentiert ist, bietet Wachstumschancen. Nachdem JD.com seine Wachstumsstrategie zunächst auf Metropolstädte und Ballungsgebiete konzentrierte, will das Unternehmen diesen Zustand nun ändern. Deshalb schiebt JD.com seine Investitionen in die Logistikinfrastruktur bei kleineren Städten derzeit massiv an. Kurzfristig dämpft dies zwar die Margen, aber mittel- und langfristig wird das Unternehmen davon profitieren.

Onlinehändler kann auch offline

Die jüngste Schlagzeile des Unternehmens betrifft ausnahmsweise mal nicht den Onlinehandel: JD.com eröffnete am 30. September 2021 in China sein erstes eigenes Einkaufszentrum. Damit auch jeder weiß, wem dieses gehört, trägt es den Namen JD Mall. Das Einkaufszentrum soll mit Hilfe von Virtual Reality (VR) und interaktiven Elementen den Spagat zwischen E-Commerce und physischem Store schaffen, um das Einkaufserlebnis insgesamt zu steigern.

Rund 42.000 Quadratmeter, verteilt auf fünf Etagen stehen als Fläche zur Verfügung. Verbraucher können zudem über das offizielle WeChat Mini-Programm von Tencent Bestellungen aufgeben, indem sie die QR-Codes auf den einzelnen Artikeln scannen. JD.com wird die Lieferung bis zur Haustür abwickeln.

Prominenter Vertriebskanal durch Ankeraktionär Tencent

Mit dem chinesischen Internet-Unternehmen Tencent hat JD.com einen starken Partner in Sachen Datenbeschaffung und -analyse an seiner Seite. Dank des Einstieges der chinesischen Holding Tencent im Jahr 2014 kann der Onlinehändler seine Kunden auch via WeChat erreichen. Die „Alles-App“ dominiert den chinesischen Markt nicht nur als Nachrichtendienst, sondern geht dabei sehr viel weiter als das, was wir in Europa kennen.

Über WeChat lässt sich nahezu das gesamte Konsumleben abbilden. Für sehr viele Chinesen ist es in gewisser Weise Alltag, über WeChat Produkte zu bestellen und zu bezahlen. JD.com verfügt hiermit über einen hocheffizienten Kanal zu seinen Konsumenten.

Wachstum auf allen Ebenen

Die Zahlen, die das Unternehmen zum zweiten Quartal 2021 vorgelegt hat, sprechen ebenfalls für sich: Der Umsatz durch den Verkauf von Waren (JD Retail) stieg um 23 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf über 280 Mrd. HKD. Der Bereich JD Logistics stieg um 46 % auf 31,4 Mrd. HKD. Insgesamt ist der Umsatz im zweiten Quartal auf über 304 Mrd. HKD angestiegen, was einem Wachstum von 26 % entspricht.

Ebenso rasant wie die Umsätze steigt auch die Zahl der Nutzer. JD.com hat im zweiten Quartal des laufenden Jahres die Zahl von 500 Millionen aktiven Kunden überschritten. Aktuell verfügt JD.com über 531,9 Millionen aktive Kundenkonten. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Zuwachs von über 27 %. Wenn das Unternehmen dieses Tempo beibehält, wären es per Ende 2021 schon über 600 Millionen Nutzerkonten. Wir sind schon jetzt sehr gespannt, welche Nutzerkontenzahl JD.com am Jahresende tatsächlich vorweisen wird.

Herzstück: erstklassige Logistik

Was das Online-Angebot von JD.com betrifft, kann das Unternehmen gut mit Amazon mithalten. Die Angebotspalette ist sehr breit: von Kleidung, Büchern, Elektronik, Haushaltswaren bis hin zu Luxusgütern wie Schmuck und Uhren. Dabei profitieren die Kunden von den effizienten Lieferketten des Onlinehändlers: Über 90 % aller Sendungen von JD.com kommen am gleichen oder am nächsten Tag bei den Kunden an. Sie kennen es womöglich selbst: Bei Amazon warten Nicht-Prime-Kunden oft mehrere Tage auf ihr Päckchen.

JD.com verfügt über ein eigenes Logistiknetzwerk mit inzwischen mehr als 1.200 Lagerhallen, auch Warehouses genannt. Dies führt zu mehr Kontrolle über den gesamten E-Commerce-Prozess, bedeutet gleichzeitig mehr Aufwand und mehr Kosten. Aber langfristig zeigt das Beispiel Amazon, dass Investitionen in die Logistik sehr wertvoll sind. JD.com ist dadurch in einer exzellenten Situation, langfristig weiter zu wachsen und die Qualität in den Vordergrund rücken zu können.

Strukturausbau und Börsen-Spin-Offs

Sobald wie möglich will JD.com sein komplettes Versandgeschäft und die Lagerwirtschaft mit Robotern bewerkstelligen. Es wird auch mit neuen Lieferdrohnensystemen und selbstfahrenden Autos experimentiert. Außerdem gibt es eine Partnerschaft mit Tianjin Air Cargo (HNA Group). In dieser Partnerschaft verbindet ein Boeing-737-Frachter mit JD.com-Logistics-Logo sechs Mal pro Woche Tianjin und Guangzhou in beide Richtungen. JD.com kann mit dieser Kooperation die Kapazitäten für landesweite Zustellungen am selben oder nächsten Tag zusätzlich ausbauen.

Nachdem der chinesische Onlinehändler im letzten Jahr einen Teil-Spin-Off seiner Versandapotheke JD Health durchführte, war es dieses Jahr auch mit der Unternehmenseinheit JD Logistics an der Zeit. Das Versandgeschäft ist ebenfalls in Hongkong an die Börse gegangen und hat dabei 40,36 Mrd. HKD (entspricht ca. 3,2 Mrd. USD) zur Finanzierung weiteren Wachstums eingesammelt. Auch eine mögliche Auslagerung samt Börsengang der Cloud Computing- und KI-Sparte des chinesischen Onlinehändlers ist bereits angekündigt.

Innovative Angebote im medizinischen Bereich

Ein weiteres Highlight von JD.com ist der hauseigene Telemedizin-Dienst JD Health, der mit Medikamentenlieferungen und Video-Sprechstunden bereits um über 400 % wachsen konnte. Mit dem Dienst Family Doctor können sich bis zu acht Familienmitglieder ein „Hausarzt-Dienstleistungspaket“ teilen, das eine unbegrenzte 24/7-Online-Beratung mit sofortiger Reaktion eines Allgemeinmediziners, eine medizinische Beratung durch Experten innerhalb von 48 Stunden und persönliche Termine mit renommierten Ärzten aus 3A-Krankenhäusern beinhaltet. 3A ist dabei das bestmögliche Rating für ein chinesisches Krankenhaus.

Gerade in den ländlichen Gebieten Chinas stößt das Angebot auf viel Gegenliebe. Hier ist es oft schwierig, Zugang zu Spitzenkrankenhäusern zu erhalten. Family Doctor stellt für die dortige Bevölkerung eine interessante Alternative dar, um schnell online und offline mit medizinischen Spezialisten und führenden Ärzten in Kontakt zu treten. Neben der Möglichkeit, Ärzte online oder offline zu sehen, können die Nutzer auf der JD-Health-Plattform Medikamente kaufen und den schnellen Lieferservice nutzen. Es gibt über 220.000 Gesundheitsprodukte auf JD Health, die von nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln, Medikamenten für chronische Krankheiten über medizinische Geräte bis hin zu Nahrungsergänzungsmitteln reichen.

Strategische Partnerschaften mit Walmart und Alphabet

Bis vor wenigen Jahren war JD.com ausschließlich am Heimatmarkt aktiv. Die Expansion außerhalb Chinas macht seitdem am Umsatz bislang noch kaum etwas aus (um die 1 %), aber dank starker Kooperationspartner kann sich dies ändern. Und dass chinesische Unternehmen sehr stark und schnell darin sind, neu erlangtes Knowhow optimal für neues Wachstum zu nutzen, ist bekannt. Mit Walmart und Google an der Seite könnte eine Expansion am US-Markt gelingen. Umgekehrt erhoffen sich Walmart und Google mit der Zusammenarbeit natürlich auch, am chinesischen Markt Fuß fassen zu können.

Die Zusammenarbeit umfasst den Ausbau neuer Infrastrukturen. Beispielsweise sollen JD.com-Produkte in einem Flagship Store auf der Shopping-Plattform von Google beworben werden. So kann der chinesische E-Commerce-Anbieter auf neue Kunden in den USA und Europa hoffen. Walmart will die Zusammenarbeit mit JD.com in Zukunft weiter intensivieren und seine Waren in China nur noch über die Plattform von JD.com anbieten. Dies wird die Bedeutung von JD.com weiter heben und die Marktposition auch gegen Alibaba weiter stärken.

Ein interessantes Unternehmen mit großen Möglichkeiten

JD.com ist das wahre „Amazon Chinas“, ein starker Händler mit hoher Produktqualität und exzellenter Infrastruktur. Die heute schon starke Logistik und die attraktiven Angebote von JD Health werden das Wachstum noch ordentlich voranbringen. Die Kooperationen mit Walmart und Alphabet stärken die Wettbewerbsposition gegenüber Alibaba und ermöglichen auch, dass JD.com einen Fuß in den US-Markt bekommt. Allen Kurskorrekturen und konjunkturbedingten Schwankungen zum Trotz verdient die Entwicklung der Aktie unserer Meinung nach in jedem Fall wache Aufmerksamkeit.

Unabhängig vom aktuellen Aktienkurs und damit verbundenen Transaktionstipps haben wir noch einen grundsätzlichen Hinweis für Anleger mit Blick auf chinesische Aktien: Aufgrund drohender Delistings chinesischer Unternehmen an US-Börsen empfehlen wir, wenn möglich den Kauf der Original-Aktie an der Börse Hongkong anstatt des American Deposits zu wählen.

Der Privatinvestor – Ihr kostenloser Testbezug

Testen Sie unseren Börsenbrief Der Privatinvestor – für einen Vermögensaufbau nach den Erfolgsprinzipien der wertorientierten Kapitalanlage (Value Investing).

Durch unsere systematische und auf Langfristigkeit und Kontinuität ausgerichtete Anlagestrategie spüren wir Qualitätsaktien mit angemessenem Chance-Risiko-Profil auf.

Der Testbezug umfasst 4 Ausgaben unseres Kapitalanlagebriefs Der Privatinvestor und ist ab dem Zeitpunkt der Anmeldung vier Wochen lang gültig. Sie gehen damit keine Verpflichtungen ein. Eine Notwendigkeit einer Kündigung besteht somit nicht.

Keine Kosten. Kein Risiko. Keine Abofalle.

KERSTIN_FRANZISI_CHEFREDAKTION


Ihre Kerstin Franzisi

Chefredakteurin Der Privatinvestor

Weitere Blogbeiträge

atoss-erzielt-weiterhin-gewinne-und-lässt-den-umsatz-weiter-steigen-nummer-eins-in-der-niesche
marken-wie-zewa-tempo-oder-tena-gehören-zum-sortiment-des-großen-hygeneproduzenten-essity
philip-morris-gehört-zu-den-weltweit-größten-hersteller-von-tabakprodukten
Einkaufswagen-supermarkt-nestle-um-jeden-preis
privatinvestor-max-otte-warren-buffet

Immer auf dem Laufenden bleiben:
Der Privatinvestor Newsletter

Die Touristikbranche lebt langsam wieder auf. Nach größtenteils katastrophalen Einbrüchen in 2020 durch die pandemiebedingten Einreisebeschränkungen, flächendeckenden Lockdowns und Abstandsregelungen kommt das Geschäft langsam wieder in Bewegung. Kein Wunder, nach so viel Klausur und Social Distancing sind die Menschen hungrig nach Reisen und Ausflügen. Die fortschreitende Durchimpfung der Bevölkerung und die damit einhergehenden schrittweisen Öffnungen geben der Branche Hoffnung.

So wie Reiseveranstalter, Hotels, Gastronomie und viele andere Bereiche der Touristikbranche von den Einbußen betroffen waren und sind, ergeht es auch den angeschlossenen Transportunternehmen – speziell in Gebieten, die nahezu ausschließlich zu touristischen Zwecken besucht werden. Ein besonders anschauliches Beispiel ist die Jungfraubahn in der Schweiz.

Höchster Halt: „Top of Europe“

3.454 Meter über dem Meeresspiegel. Auf dieser Höhe befindet sich der höchstgelegene Bahnhof Europas. Top of Europe ist daher sein passender Name. Bereits seit dem 1. August 1912 wird die Station einzig und allein von der Jungfraubahn angefahren, die Touristen und Einheimische zur berühmten Aussichtsplattform auf das Jungfraujoch transportiert.

Einmal dort stehen und den berühmten Aletschgletscher und die atemberaubende Bergwelt (Eiger, Mönch, Jungfrau) bewundern – das ist ein Traum, den sich jährlich rund eine Million Besucher erfüllen. So zumindest in nicht-pandemischen Zeiten. Die Bahnfahrt selbst, zum Beispiel ab Interlaken Ost bis hinauf zum höchstgelegenen Bahnhof der Welt, ist ein traumhaftes Naturerlebnis, das als Publikumsmagnet internationale Besucherströme anzieht. Dem Betreiber der Bergbahnen und der angeschlossenen Erlebniswelt am Top of Europe lässt dies ordentlich die Kasse klingeln.

Die Betreiber der Berge

Die Jungfraubahn Holding AG, das bedeutendste Bergbahnunternehmen in der Schweiz, umfasst acht Tochtergesellschaften, die ganzjährig Bergbahnen und Wintersportanlagen in der Jungfrau-Region südlich des Thunersees und des Brienzersees betreiben. Das Bergbahnnetz umfasst die Berge Jungfrau (inklusive Jungfraujoch) Eiger und Mönch. Das Jungfraujoch, der tiefste Punkt im Verbindungsgrat zwischen dem Mönch und der Jungfrau, ist das ganze Jahr über eine der beliebtesten Touristenattraktionen der Schweiz.

Um sich möglichst breit aufzustellen, hat sich das Unternehmen so einiges einfallen lassen. Neben dem Betrieb von Bergbahnen unterhält die Jungfraubahn Holding AG auch ein eigenes Wasserkraftwerk, vermietet in der Umgebung der Bergbahnstationen Räumlichkeiten an die Gastronomie und betreibt Souvenir-Shops. In Zusammenarbeit mit Partnerunternehmen werden zudem vollständig zusammengestellte Pauschalreiseangebote zur Jungfrau-Region angeboten.

Ganzjähriger Besuchermagnet

Ein wesentlicher Vorteil der Jungfraubahn Holding AG ist, dass keine Abhängigkeit von der Wintersaison besteht. Dies ist bei den meisten Bergbahnen der Fall, sie machen den entscheidenden Umsatz während der Ski-Saison. Bei Jungfraubahn wird der größte Umsatz hingegen nicht während der Winter-, sondern während der Sommersaison generiert. Dies liegt daran, dass das Jungfraujoch ein sehr beliebtes Ganzjahresreiseziel ist. Der Aletschgletscher, der von dort aus zu sehen ist, geht im Zuge der Klimaerwärmung natürlich zurück.

Irgendwann einmal wird dieser Gletscher – wie alle anderen auf der Erde – verschwunden sein. Diese „Attraktion“ würde dann freilich wegfallen, aber die Erlebniswelt insgesamt, ein einmaliger Blick auf viele Viertausender der Berner Alpen, bleibt auch dann. Und noch sind hier viele Jahre Zeit (wenn rund 80 Jahre auch für die Geschichte der Erde sehr kurz sind). Nach Hochrechnung von Experten soll der Gletscher bis Ende 2100 bis auf kleinere Teile in hohen Lagen verschwunden sein.

Natürliches Monopol als Burggraben

Wie auch andere Bergbahnbetreiber verfügt die Jungfraubahn Holding AG über ein natürliches Monopol an ihrem Standort. Kein anderes Unternehmen könnte hier eine Konkurrenzbahn eröffnen. Selbst wenn dies von der geografischen Beschaffenheit möglich wäre, würde es an unüberwindbaren Infrastrukturkosten scheitern. Hinzukommt, dass die Jungfraubahn Holding AG unter normalen Bedingungen (die Corona-Krise ist eine Ausnahmesituation, die von außen kommt) nicht nur mit dem Verkauf der Bahntickets horrende Summen einnimmt. Eine wichtige Einnahmequelle sind auch die Gastronomie und Souvenirs der Top-of-Europe-Erlebniswelt.

Kein Wunder also, dass die Margen in der Historie enorm hoch waren. Die EBIT-Marge lag im Schnitt der letzten zehn Jahre vor Corona bei beeindruckenden 26 %. Die Nettomarge kann mit einem Durchschnittswert von 20 % aufwarten. Ohne Corona wäre das Wachstum absolut intakt und nach der Krise wird sich das Unternehmen dem früheren Wachstum gewiss wieder annähern können.

Lichtblicke im ersten Semester 2021

Im ersten Halbjahr 2021 strömten vor allem Schweizer Gäste in Scharen auf das Top of Europe. Dabei schwankten die täglichen Zahlen der Besucherinnen und Besucher des Jungfraujochs stark. Das lag am oftmals schlechten Wetter und den unsicheren Wetterprognosen. Insgesamt wurden in diesen ersten sechs Monaten 137.400 Besucher auf das Jungfraujoch befördert. Dies entspricht einer Zunahme von 36,6 % im Vergleich zum Vorjahr, in dem es einen historischen Einbruch gab – der Ausflugsverkehr war durch den verordneten Lockdown ab Mitte März 2020 für 83 Tage zum Erliegen gekommen.

Das Geschäft wurde im ersten Halbjahr durch Spezialangebote und Promotionen im Heimatmarkt stark belebt. Die höhere Nachfrage aus dem Inland hat aber den pandemiebedingten Wegfall der vorwiegend aus Asien stammenden internationalen Touristen nicht kompensieren können. Rund 70 % der Reisenden kommen nach wie vor aus dem Fernen Osten. Die starke Nachfrage aus Asien stellt also ein gewisses „Klumpenrisiko“ dar.

Außerdem hat sich gerade diese Besuchergruppe in der Vergangenheit als sensibel in Bezug auf politische Unsicherheiten oder Terrorängste gezeigt. Corona hat diese Reisesensibilität – neben faktischen Ein- und Ausreiseverboten – auf ein ganz neues Level gehoben. Es ist dennoch davon auszugehen, dass sich auch diese große Besuchergruppe nach der Pandemie wieder sukzessive stabilisieren und steigern wird.

Die Wintersaison stimmt zuversichtlich

Nach einem schwachen Start im Januar mit schlechtem Wetter und der Absage der Lauberhornrennen folgte ab Februar ein Aufschwung. Dank der guten Schnee- und Wetterverhältnisse konnte die Wintersportsaison 2020/2021 teils bis zum 25. April 2021 verlängert werden. Vor allem dank der Eröffnung der V-Bahn hat das Unternehmen im Vergleich mit anderen Regionen der Schweiz gut abgeschnitten.

Die Zahl der Wintersportbesuche (das Unternehmen spricht hier von „Skier Visits“) in der gesamten Jungfrau-Ski-Region sank im Vergleich zum Vorjahr zwar um 5,2 % auf 706.000. Im Kerngebiet Kleine Scheidegg-Männlichen lagen die Skier Visits jedoch dank der neuen V-Bahn bei 457.900. Dies entspricht einer Zunahme um 5,2 %. Der anteilige Verkehrsertrag blieb in der Berichtsperiode in diesem Gebiet mit CHF 11,9 Mio. CHF praktisch gleich wie im selben Zeitraum 2020 (11,7 Mio. CHF). Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Restaurants geschlossen waren, ist dies sicher ein erfreuliches Ergebnis.

Mammutprojekt „V-Bahn“ fast abgeschlossen

Am 05. Dezember 2021 wurde die neue V-Bahn eröffnet. Die neue und hochmoderne Gondelbahn – das Herzstück eines fast eine halbe Milliarde schweren Investitionsprojekts – weitet die Transportkapazität deutlich aus und verkürzt darüber hinaus die Fahrtzeit zum Jungfraujoch um bis zu 47 Minuten.

Das Großinvestitionsprojekt V-Bahn umfasste neben dem Ausbau der bereits bestehenden Bergbahninfrastruktur (Kapazitätsausbau, Modernisierung etc.) den Bau einer neuen Verbindungsbahn, dem Eiger-Express, die nun eine direkte Verbindung zwischen Grindenwald Grund und dem Eigergletscher ermöglicht. Die Fertigstellungs- und Rückbauarbeiten der V-Bahn werden voraussichtlich im Herbst 2021 abgeschlossen sein.

Bereits jetzt hat sich bestätigt, dass die V-Bahn für den Wintersport in der Jungfrau-Ski-Region klar eine Attraktivitätssteigerung bedeutet. Als Ergänzung zur V-Bahn wird der Wengen-Shuttle 2023 in Betrieb genommen. Mit dieser Investition in die Zukunft wird die Anfahrt mit dem Zug ins autofreie Wengen nochmals optimiert. 

Noch nüchterne Ergebnisse, hoffnungsvoller Blick nach vorne

Allen Positivmeldungen zum Trotz: die Pandemie belastet nach wie vor das Unternehmensergebnis. Der Verlust in der ersten Jahreshälfte beläuft sich auf 9,8 Mio. CHF (zum Vergleich: im Vorjahreszeitraum waren es 11,5 Mio. CHF). Dabei gelang es der Jungfraubahn Holding AG, inmitten der Herausforderungen der Corona-Pandemie ein positives EBITDA in Höhe von 10,5 Mio. CHF zu erwirtschaften. Das entspricht einer Steigerung von 77 % zum Vorjahr. Aus heutiger Sicht geht das Unternehmen davon aus, dass auch für das Gesamtjahr 2021 mit einem positiven EBITDA gerechnet werden kann.

Mit Blick auf die gesunde Unternehmenserholung bleibt die Dividende dennoch weiterhin ausgesetzt. Davor hatte die Jungfraubahn Holding AG seit 2003 ohne Unterbrechung ausgeschüttet. Und wenn auch nicht jedes Jahr erhöht wurde, so gab es noch nie eine Kürzung mit langfristig klarer Tendenz nach oben. Seit 2019 wurde dann ergebnisbedingt auf die Ausschüttung einer Dividende verzichtet. Aufgrund der Dividendenhistorie, der finanziellen Aufstellung des Unternehmens sowie seines stabilen Geschäftsmodells ist jedoch davon auszugehen, dass sich auch der Anleger mit Wiedererstarken der Unternehmensperformance wieder über künftige Erträge freuen darf.

Perspektivisch nach der Pandemie: on Top again

Das Geschäftsmodell der Jungfraubahn Holding AG ist leicht verständlich. Den überwiegenden Teil ihres Umsatzes erzielt sie mit der Beför­derung von Touristen in beliebte Urlaubs­regionen der Schweiz. Hierbei stellt die Beförderung zur Touristenattraktion Jung­fraujoch das wichtigste und umsatzstärkste Segment dar. Die Tatsache, dass es sich beim Jungfraujoch um eine der beliebtesten Tou­ristenattraktionen in der Schweiz handelt, die vor allem im Sommer stark besucht wird, garantiert der Jungfraubahn Holding AG einen immensen Standort- und damit Wettbe­werbsvorteil.

Aufgrund der Alleinstellungsmerkmale der Region, die zum UNESCO-Weltnaturerbe gehört, und aufgrund der tiefen Veran­kerung der Jungfraubahn Holding AG in die Infrastruktur der Region, handelt es sich um ein Unternehmen mit tiefem Burggraben und Langfristcharakter.

Der Privatinvestor – Ihr kostenloser Testbezug

Testen Sie unseren Börsenbrief Der Privatinvestor – für einen Vermögensaufbau nach den Erfolgsprinzipien der wertorientierten Kapitalanlage (Value Investing).

Durch unsere systematische und auf Langfristigkeit und Kontinuität ausgerichtete Anlagestrategie spüren wir Qualitätsaktien mit angemessenem Chance-Risiko-Profil auf.

Der Testbezug umfasst 4 Ausgaben unseres Kapitalanlagebriefs Der Privatinvestor und ist ab dem Zeitpunkt der Anmeldung vier Wochen lang gültig. Sie gehen damit keine Verpflichtungen ein. Eine Notwendigkeit einer Kündigung besteht somit nicht.

Keine Kosten. Kein Risiko. Keine Abofalle.



Auf gute investments!

Prof. Dr. Max Otte

Weitere Blogbeiträge

atoss-erzielt-weiterhin-gewinne-und-lässt-den-umsatz-weiter-steigen-nummer-eins-in-der-niesche
marken-wie-zewa-tempo-oder-tena-gehören-zum-sortiment-des-großen-hygeneproduzenten-essity
philip-morris-gehört-zu-den-weltweit-größten-hersteller-von-tabakprodukten
Einkaufswagen-supermarkt-nestle-um-jeden-preis
privatinvestor-max-otte-warren-buffet

Immer auf dem Laufenden bleiben:
Der Privatinvestor Newsletter

Wenn Sie iRobot hören, denken Sie dann direkt an den Film aus dem Jahre 2004 mit Will Smith in der Hauptrolle? Wenn nicht, haben Sie höchstwahrscheinlich das gleichnamige Unternehmen im Sinn. Und in gewisser Weise besteht ja hier sogar ein kleiner Zusammenhang: Bei beiden geht es um Roboter mit – zumindest teilweise – künstlicher Intelligenz. Können Sie sich vorstellen, in vielleicht nicht allzu ferner Zukunft zur Arbeit zu fahren, während Ihr Hausroboter in der Zwischenzeit zuhause aufräumt, Wäsche wäscht, den Boden saugt und auch noch nass abwischt? Vielleicht gießt Ihr Roboter auch noch die Blumen und mäht den Rasen?

So futuristisch einiges davon klingen mag, zumindest Rasenmäher-, Staubsauger- und Bodenwischroboter sind bereits erhältlich. Im Bereich Saug- und Wischroboter ist iRobot weltweit die Nr. 1 am Markt. Auch wenn der Name es suggerieren könnte: Es handelt sich nicht um ein neues Apple-Produkt, sondern um ein eigenständiges Unternehmen, dass für sich eine spannende Nische gefunden hat.

Pionier in einer interessanten Nische

Das Unternehmen aus Bedford, Massachusetts, hat sich aus einem Forschungsprojekt am Bostoner Massachusetts Institute of Technology (MIT) heraus entwickelt. Der offizielle unternehmerische Startschuss war 1990, als die drei Robotik-Ingenieure Collin Angle, Helen Greiner und Rodney Brooks beschlossen, alltagstaugliche Roboter zu bauen, die den Menschen unterstützen. Somit ist iRobot, trotz des heute recht neuartigen Alltagsnutzen, ein alter Hase auf seinem Gebiet und ein Pionier seiner Branche.

Die ersten Staubsaugerroboter kamen schon 2002 auf den Markt. Sie werden sich sicher fragen, was in den zwölf Jahren zuvor passiert ist. Eine ganze Menge: iRobot unterstützte bereits die NASA bei der Erstellung von Robotern zur Weltraumerkundung. Andere Produkte von iRobot wurden zum Aufspüren von Bodenminen sowie für Forschungs- und Explorationszwecke eingesetzt. So wurden zum Beispiel die ägyptische Cheopspyramide, aber auch die Trümmer des World Trade Centers mit „iRobots“ erkundet.

Von diesen Abenteuern hat sich iRobot nun endgültig verabschiedet. Im Jahr 2016 wurde die Sparte Defense & Security abgestoßen, um die volle Konzentration dem ursprünglichen Einsatzbereich zu widmen: Der Unterstützung des Menschen im Alltag. Und das mit Erfolg: Seit Einführung der erfolgreichen Saugroboter-Linie Roomba hat das Unternehmen bereits über 35 Millionen Einheiten verkauft.

Marktführerschaft durch Technologievorsprung

iRobot ist klarer Marktführer und mit Marktanteilen von rund 75 % in den USA, 76 % in Japan und 50 % in Europa im Bereich der Staubsaugerroboter fast schon überdominant. Weltweit betrachtet hatte iRobot Ende 2020 einen Marktanteil von 46 %. Der Zweitplatzierte ist Ecovacs mit gerade einmal 17 % Marktanteil. Dieser Vorsprung kommt nicht von ungefähr. Die Haushaltshelfer von iRobot sind den Konkurrenzprodukten technologisch in vielen Punkten überlegen. Dies trifft sowohl auf die Navigation zu als auch auf die Fähigkeiten, Schmutz zu erkennen und zu beseitigen.

So erstellen die kleinen runden Helfer, seit Modell iRobot Roomba i7+, mittels Lasereinsatz Karten der Wohnfläche (Imprint Smart Mapping). Mit diesen Karten als Gedächtnis kann der Staubroboter die ihm bekannten Räume „abtasten“ und problemlos eigenständig navigieren. Auch drohende Fallhöhen an einer Treppe oder andere Hindernisse stellen kein Problem dar. An Wänden oder Möbeln kehren sie nach einem kurzen, sanften Anstoßen wieder um. Das Reinigungsverhalten kann der Besitzer individuell programmieren. So kann man dem Gerät je nach Modell beibringen, welchen Raum er (wann und in welchen Abständen) konkret reinigen soll. Sein Know-how schützt iRobot über zahlreiche Patente.

Ein weiteres Highlight ist die zugehörige Entleerungsbox (Clean Base), an welcher sich der iRobot selbstständig entleert. Das bedeutet, der Saugroboter muss nicht nach jedem Durchgang von Hand geleert werden. Die mitgelieferte Box sammelt über Wochen hinweg den Abfall. Nach eigener Aussage passen 30 Müllladungen in den Behälter. Der iRobot muss die Clean Base nur selbstständig anfahren. Und das tut der Roboter regelmäßig, denn dies ist gleichzeitig auch die Ladestation. Wirklich clever gelöst. Gleichzeitig schafft sich iRobot so ein klassisches Abomodell. Denn die Mülltüten für die Box müssen natürlich regelmäßig nachgekauft werden.

Auch bei der Bedienungsfreundlichkeit hat iRobot die Nase vorn. Die Saugroboter lassen sich bequem per Smartphone (auch aus der Ferne zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit) oder über die Sprachassistenten Alexa von Amazon und Google Assistant bedienen.

Viel Ärger um Patente auf einem umkämpften Markt

iRobot ist Technologie- und Marktführer. Diese Stellung ist durch zahlreiche Patente (insgesamt über 1.500!) geschützt. Seine Patente verteidigt iRobot auch sehr konsequent. Selbstverständlich ist es gut, dass das Management hier Härte beweist und der Konkurrenz „nichts durchgehen lässt“. Andererseits zeigt die Tatsache, dass es immer wieder zu Patentklagen kommen muss, wie stark der Wettbewerb ist.

Manche Konkurrenten haben keinerlei Skrupel und nehmen Patentklagen durch iRobot immer wieder billigend in Kauf. Zum wiederholten Male eröffnete iRobot vor kurzem ein Verfahren gegen den heimischen Wettbewerber SharkNinja. Auch gegen Konkurrenten aus China muss das Unternehmen regelmäßig vor Gericht ziehen. Selbst wenn iRobot so gut wie immer gewinnt – dies kostet jedes Mal Zeit und Geld.

Starkes Wachstum im zweiten Quartal – vor allem im Premiumbereich

Vor kurzem hat iRobot die Zahlen des zweiten Quartals 2021 veröffentlicht. Trotz erheblicher pandemiebedingter Lieferkettenschwierigkeiten lagen die Umsätze bei 365,6 Mio. USD. Verglichen mit 279,9 Mio. USD Umsatz in Q2/2020 ist dies ein Plus von 31 %. In den USA konnte der Konzern seine Erlöse sogar um 40 % steigern. In Europa ging es 29 % nach oben und in Japan immerhin 7 %.

Trotz dieser vielversprechenden Zahlen bleibt das Management vorsichtig mit der Jahresprognose. Der Grund: pandemiebedingten Lieferengpässe – speziell für Halbleiter-Chips. Dies führt im Moment zu einem „Order-Stau“. Im zweiten Quartal mussten wegen der Lieferschwierigkeiten Aufträge im Volumen von 17 Mio. USD brach liegen bleiben. Das erwartete Umsatzwachstum für 2021 liegt daher bei vergleichsweise zahmen bei 8 bis 13 %.

Hochpreisstrategie funktioniert trotz Wirtschaftsabschwung

Sehr erstaunlich finden wir, dass sich vor allem hochpreisige Geräte (Preisklasse 500 USD und höher) extrem gut verkauften. Diese waren für 82 % des Quartalsumsatzes verantwortlich. Das ist angesichts der aktuellen Wirtschaftslage mehr als beachtenswert. Die Pandemie hat in vielen Bereichen für große Einbußen gesorgt und wir hätten eher vermutet, dass in einer Zeit in der viele Menschen Angst um ihre Existenz haben, die Anschaffung eines Saugroboters nicht unbedingt weit oben auf der Einkaufsliste steht.

Ein Indiz, dass sich auch iRobot nicht mehr ausschließlich auf seine bisherige Hochpreisstrategie verlässt, ist die Tatsache, dass es nun doch ein neues Kombigerät gibt, nämlich einen Roboter, der Saug- und Wischfunktionen in einem anbietet und das für gerade einmal umgerechnet rund 350 EUR. Zwar wird dieser Roboter nicht auf Amazon und Co., sondern nur auf den eigenen Shopseiten angeboten, aber dennoch: iRobot kommt damit gleich von zwei Grundsätzen ab. Erstens der Hochpreisstrategie und zweitens von der bisherigen Aussage, im Gegensatz zur Konkurrenz, kein Kombigerät anbieten zu wollen. Die Begründung war dabei immer, ein solches Kombigerät könne keine der beiden Funktionen so perfekt ausführen wie ein separater Saug- und Wischroboter.

Große Kursschwankungen einer Spekulationsaktie

Aus irgendeinem Grund scheint iRobot Spekulanten stark anzuziehen. Zumindest reagierte „Mr. Market“ bei diesem Titel immer wieder selbst auf kleine Nachrichten sehr emotional – mal in die eine, mal in die andere Richtung. Aktuell notiert die Aktie bei knapp unter 82 USD, nachdem diverse Leerverkaufs-Rallyes den Kurs noch im Januar bis auf über 170 USD getrieben hatten. Was da passierte, ist ein geradezu mustergültiges Beispiel, wie irrational es an der Börse zugehen kann. Im Moment liegt grundsätzlich sehr viel Spannung in der Luft. Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu solchen Emotionsausbrüchen kommt, ist daher weiterhin hoch.

Sie wissen: Kurse sind nie vorhersehbar. Manche Aktien haben aber aus irgendwelchen Gründen auch immer einen hektischeren bzw. unruhigeren Verlauf als andere. Dennoch steht iRobot alles in allem solide da. Langfristig sehen wir den Trend für Haushaltsroboter als intakt an. Bei den extrem volatilen Entwicklungen dieses Titels in den letzten Jahren, lohnt es sich allemal, das Unternehmen auf dem Zettel zu behalten – sei es für eine günstige Einstiegs- bzw. Nachkaufgelegenheit oder für eine Gewinnmitnahme.

Innovationskraft ist der stärkste Wettbewerbsvorteil

Irgendwann werden die jetzigen Patente auslaufen. Das wird freilich noch lange dauern. iRobot hat also genug Zeit, sich bis dahin etwas Neues einfallen zu lassen. Der stärkste dauerhafte Schutz ist und bleibt so oder so die Innovationskraft. Diese gilt es zu halten. Sich von anderen Herstellern abheben, dem Verbraucher „mehr“ bieten können – das ist es, auf was es ankommt. Über kurz oder lang wird iRobot seine Produktpalette ausweiten müssen. Denn mit beeindruckenden Innovationen bei Saug- und Wischrobotern wird es irgendwann mau werden. Bis auf die neue Plattform iRobot Genius Home Intelligence gab es in letzter Zeit nichts bahnbrechend Neues.

Potenzial ist durchaus vorhanden. Wenn wir weit genug in die Zukunft denken oder wir uns von dem einen oder anderen Science-Fiction-Film inspirieren lassen, kann in dem Geschäft mit Haushaltsrobotern sogar noch sehr viel denkbar sein. Irgendwann werden diese praktischen Helfer noch viel mehr können. Vielleicht werden es dann auch keine „rollenden Kästen“ mehr sein, sondern alles-könnende Androiden, mit denen wir auch noch Konversation betreiben können (wie beispielsweise C-3PO aus Star Wars).

Gerade pirscht sich iRobot an das Rasenmäher-Segment heran. Ein erstes Modell befindet sich bereits im Anschlag. Die Markteinführung wird jedoch nach erheblichen pandemiebedingten Verzögerungen – ursprünglich war 2019 geplant – erst im laufenden Jahr eingeplant. Zwar ist hier Husqvarna der derzeitige Platzhirsch, aber es bestehen durchaus Chancen, dass auch iRobot sich einen Stück des Kuchens einverleiben kann. Nennenswerte Umsätze aus diesem Segment sind jedoch wohl nicht vor 2023 zu erwarten. Wir verfolgen diese Entwicklung mit Spannung.

Ihre Kerstin Franzisi

Chefredakteurin Der Privatinvestor


Der Privatinvestor – Ihr kostenloser Testbezug

Testen Sie unseren Börsenbrief Der Privatinvestor – für einen Vermögensaufbau nach den Erfolgsprinzipien der wertorientierten Kapitalanlage (Value Investing).

Durch unsere systematische und auf Langfristigkeit und Kontinuität ausgerichtete Anlagestrategie spüren wir Qualitätsaktien mit angemessenem Chance-Risiko-Profil auf.

Der Testbezug umfasst 4 Ausgaben unseres Kapitalanlagebriefs Der Privatinvestor und ist ab dem Zeitpunkt der Anmeldung vier Wochen lang gültig. Sie gehen damit keine Verpflichtungen ein. Eine Notwendigkeit einer Kündigung besteht somit nicht.

Keine Kosten. Kein Risiko. Keine Abofalle.

Weitere Blogbeiträge

atoss-erzielt-weiterhin-gewinne-und-lässt-den-umsatz-weiter-steigen-nummer-eins-in-der-niesche
marken-wie-zewa-tempo-oder-tena-gehören-zum-sortiment-des-großen-hygeneproduzenten-essity
philip-morris-gehört-zu-den-weltweit-größten-hersteller-von-tabakprodukten
Einkaufswagen-supermarkt-nestle-um-jeden-preis
privatinvestor-max-otte-warren-buffet

Immer auf dem Laufenden bleiben:
Der Privatinvestor Newsletter

“Wir machen Arbeitswelten zukunftsfähig“ – mit diesem Leitspruch und seinen dahinterstehenden Softwarelösungen für Mitarbeitereinsatzplanung und Arbeitszeitsteuerung trifft ATOSS Software bei Unternehmen genau ins Schwarze. Noch nie waren die Herausforderungen für den Bereich Personalmanagement so hoch wie heute. Nicht nur die Anforderungen von Unternehmen an ihre Mitarbeiter wandeln sich, auch umgekehrt stellen Mitarbeiter heutzutage ganz andere Anforderungen an ihre Arbeitgeber als dies vor zehn, zwanzig Jahren der Fall war.

Während Fiverr mit seiner Plattform, die Freiberufler und Firmen zusammenbringt, auf diesen Wandel in der Arbeitswelt eine mögliche Antwort bietet, dreht sich bei den Lösungen von ATOSS Software alles rund um das Thema Personalmanagement. Flexible Arbeitszeiten, Berücksichtigung von Home-Office-Lösungen etc. – all dies bekam im letzten Jahr durch die Corona-Krise noch einmal völlig neuen Schub. Plötzlich mussten mittelständische und kleine Betriebe damit zurechtkommen. Gerade in diesem Kundensegment konnte ATOSS Software im letzten Jahr außerordentlich starken Zulauf verbuchen. 

Innovativer Pioniergeist trifft auf hochflexible Anpassungsfähigkeit

ATOSS Software ist seit über 30 Jahren der Spezialist für Personalmanagement-Software. Nicht ohne Grund ist das Unternehmen in der DACH-Region in diesem Bereich die Nr. 1. Vielen größeren Softwarehäusern schien diese Sparte eine zu spezielle Nische zu sein. Sie haben diesen Bereich deshalb lange Zeit vernachlässigt. Seinen Fist-Mover-Vorteil weiß ATOSS Software bis heute zu nutzen. Seine Innovationskraft, sein Gespür für neue Kundenanforderungen und seine blitzschnellen Reaktionszeiten sind bis heute geblieben.

In vielen Belangen denkt das Unternehmen weit voraus. Und kommen neue Anforderungen von außen, beispielsweise durch Gesetzesänderungen, hat das Unternehmen in Windeseile ein Update für seine Softwarelösungen parat. Auch im letzten Jahr konnte ATOSS Software seinen Kunden sehr schnell eine Grundlage für die rechtskonforme Dokumentation von Home-Office-Zeiten bieten. Auch bot die Software innerhalb kürzester Zeit Unterstützung für eine professionelle Dokumentation aller erforderlichen Unterlagen, die für die Beantragung von Kurzarbeit und Fördermitteln benötigt werden. Diese schnelle Reaktionszeit ist etwas, was die Kunden von ATOSS Software sehr schätzen. Einmal Kunde von ATOSS Software, bleibt die Zusammenarbeit sehr lange bestehen.

Kundenprofil: nahezu jedes Unternehmen

Das gute an den Softwarelösungen von ATOSS Software ist: Sie können in quasi jeder Branche eingesetzt werden und auch die Firmengröße spielt keine Rolle. Das Unternehmen hat sowohl Lösungen, die für Kleinstunternehmen ab zwei Mitarbeitern geeignet sind als auch Softwareprogramme und Dienstleistungspakete für Großkonzerne. Während kleine Unternehmen in erster Linie die Softwareprogramme nutzen, schätzen große Unternehmen gerne auch eine intensivere Betreuung durch Beratung.

Vom Umsatz her sind die wichtigsten Kundensegmente derzeit der Einzelhandel und die Produktion. Beide stehen jeweils für 24 % der Umsätze, zusammen also für fast die Hälfte der Einnahmen. Neben bekannten Großkonzernen bedient ATOSS Software aber auch viele mittelgroße und kleine Unternehmen. Insgesamt betreut das Unternehmen derzeit ca. 10.000 Kunden weltweit. Über 3.000 gehören dem Mittelstand an. Im Kundensegment Kleinunternehmen war der Zulauf im letzten Jahr besonders groß. Es wurden 1.600 neue Kunden gewonnen.

Selbstbewusster Marktführer mit transparenter Kundenstruktur

Die Softwarelösungen für Personalmanagement von ATOSS Software sind hochgradig skalier- und anpassbar. Folgerichtig ist die Kundenstruktur des Unternehmens breit gestreut. Dank der offenen Kommunikation von ATOSS Software findet man viele bekannte Namen (zum Beispiel Edeka, Primark, DHL, Fressnapf, Medgate oder Knorr-Bremse) aus den Branchen Konsumgüter, Einzelhandel, Logistik sowie aus der Industrie.

Dass ATOSS Software so offen viele seiner Kunden namentlich nennt, zeigt uns zwei Dinge. Zum einen macht sich das Unternehmen sehr viele Gedanken, wie es sowohl Investoren als auch potenziellen Neukunden sein Geschäft und den Mehrwert seiner Software für Unternehmen praxisnah zeigen kann. Zum anderen zeugt diese Offenheit von einem starken Selbstbewusstsein: ATOSS Software weiß um seine Marktposition und Technologieführerschaft und hat keine Angst, dass die Kunden von einem Wettbewerber abgeworben werden.

Rekordverdächtiges Wachstum

Seit fünfzehn Jahren schafft ATOSS Software ein Rekordjahr nach dem anderen. Kumuliert stieg der Umsatz zwischen 2006 und 2020 um 322 % – p. a. ist dies ein Wachstum von 10,2 %. Das EBIT hat in derselben Spanne um sensationelle 4.550 % zugelegt (p. a. 18,8 %). Auch die aktuellen Zahlen, die das Unternehmen zum ersten Halbjahr 2021 vorlegte, strotzen vor Dynamik. Die Rekordwelle des Münchner Personaleinsatzplanungs-Spezialisten geht also weiter.

Insgesamt stieg der Umsatz in den ersten sechs Monaten des Jahres um 13 %. Die Sparte Software konnte dabei um 18 % zulegen. Dieser Bereich macht nun 68 % des Gesamtumsatzes aus. Ein Jahr zuvor waren es noch 64 %. Cloud-Lösungen und Aboangebote stehen mittlerweile für fast ein Fünftel des Umsatzes (19 %). Die Auftragseingänge im Cloud- und Abogeschäft haben um 70 % zugelegt. Bald wird dieser Bereich also einen noch größeren Umsatzanteil einnehmen.

Ausruhen will sich ATOSS Software auf dieser Erfolgsgeschichte noch lange nicht. Nachdem die DACH-Region schon sehr weit erobert ist, feilt das Management gerade an der weiteren Internationalisierung des Geschäfts. ATOSS Software ist bereits in 46 Ländern aktiv. Die Marktpräsenz außerhalb der DACH-Region soll nun schrittweise ausgebaut werden. Auch durch die Eröffnung neuer lokaler Anlaufstellen für die Kunden.

Beste Aussichten für eine stabile Unternehmensentwicklung 

Die Prognose, die ATOSS Software für die nächsten vier Jahre (bis 2025) abgibt, sind vielversprechend: Das Management rechnet mit einem Umsatzwachstum von 12 bis 16 % p. a. Der Software-Umsatz soll dabei jährlich um 14 bis 18 % wachsen. In diesem Jahr will das Unternehmen einen Umsatz von über 95 Mio. EUR erreichen. Die EBIT-Marge wird bei über 27 % angepeilt.

Auch eine Dividende wird bei ATOSS Software zuverlässig gezahlt. Die Dividendenrendite auf den aktuellen Kurs steht zwar nur bei rund 1 %, da das Unternehmen seine Ausschüttung aber regelmäßig steigert, steigt auch die Dividendenrendite auf den aktuellen Kurs. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Umsätze planbarer und stabiler werden. Die Bruttomarge ist jetzt bei 72 % und damit auf einem 10-Jahreshoch. Die besten Software-Firmen haben eine Bruttomarge von über 90 %. Darauf steuert ATOSS Software als Hidden Champion selbstbewusst zu. Mindestens 5 bis 10 % sollten bei der Bruttomarge langfristig noch drin sein.

Der aktuelle Aktienkurs liegt mit knapp 183,80 EUR (Stand 24.08.2021) nicht sehr weit vom Allzeithoch bei 197 EUR Ende Januar diesen Jahres. Als perspektivischer „Dauerläufer“ kann ein Investment in das gründergeführte Software-Unternehmen dennoch interessant sein. Bei allen Überlegungen hinsichtlich der verlockenden Zahlen und Prognosen, möchten wir Ihnen als potenziellen Anleger einen Hinweis nicht vorenthalten: Gehen Sie bei einer geplanten Transaktion aufgrund des eingeschränkten Handelsvolumen bitte unbedingt mit Limit vor!

 

Auf gute Investments!

Ihre Kerstin Franzisi

Chefredakteurin Der Privatinvestor


Der Privatinvestor – Ihr kostenloser Testbezug

Testen Sie unseren Börsenbrief Der Privatinvestor – für einen Vermögensaufbau nach den Erfolgsprinzipien der wertorientierten Kapitalanlage (Value Investing).

Durch unsere systematische und auf Langfristigkeit und Kontinuität ausgerichtete Anlagestrategie spüren wir Qualitätsaktien mit angemessenem Chance-Risiko-Profil auf.

Der Testbezug umfasst 4 Ausgaben unseres Kapitalanlagebriefs Der Privatinvestor und ist ab dem Zeitpunkt der Anmeldung vier Wochen lang gültig. Sie gehen damit keine Verpflichtungen ein. Eine Notwendigkeit einer Kündigung besteht somit nicht.

Keine Kosten. Kein Risiko. Keine Abofalle.

Weitere Blogbeiträge

atoss-erzielt-weiterhin-gewinne-und-lässt-den-umsatz-weiter-steigen-nummer-eins-in-der-niesche
marken-wie-zewa-tempo-oder-tena-gehören-zum-sortiment-des-großen-hygeneproduzenten-essity
philip-morris-gehört-zu-den-weltweit-größten-hersteller-von-tabakprodukten
Einkaufswagen-supermarkt-nestle-um-jeden-preis
privatinvestor-max-otte-warren-buffet

Immer auf dem Laufenden bleiben:
Der Privatinvestor Newsletter

Immer wieder werden wir nach krisenfesten und konjunkturunabhängigen Investments gefragt. Eine Branche, die quasi als Grundlage ihres Geschäftsmodells eine kontinuierlich stabile Absatzrate verzeichnen kann, ist die Tabakbranche. Die Geschäftslage ist nicht von der Konjunktur abhängig. Wer dem Laster nachgeht, findet auch Wege, es zu finanzieren. Die Kundenbindung funktioniert sozusagen wie ein Abo-Modell mit Suchtfaktor als Laufzeitbasis. Moralisch-ethisch mag man davon halten, was man will – für das Geschäftsmodell kommt dies einer Absatzgarantie gleich.

Auch Corona hat Tabakkonzernen weniger geschadet als vielen anderen Großunternehmen. Die Produkte werden in Supermärkten und Tankstellen verkauft, in Geschäftsstellen also, die auch während der weltweiten Lockdowns geöffnet blieben. Manche Länder, wie die Schweiz schränkten die Waren, die während des Lockdowns in Supermärkten und Kiosken verkauft werden durften, zwar etwas ein. Zigaretten waren davon aber nicht betroffen. Während Spielwaren, Bekleidung oder auch Pflanzen als „Luxus“ oder „Freizeitkonsum“ nicht über die Ladentheken gegen durften, zählte Tabak hingegen zum „Grundbedarf“.

Die Politik schützt unfreiwillig die Marktposition

Die Gesetzgeber weltweit versuchen den Gefahren des Rauchens permanent entgegenzuwirken. Doch all die Regulierungen, die wir in den vergangenen Jahrzehnten im Tabaksektor beobachten konnten, bringen auch einen entscheidenden Vorteil für die Großkonzerne mit sich: Neue Unternehmen haben es immer schwerer, in den Markt einzutreten. Vor allem die zahlreichen und vielgestaltigen Werbeverbote sorgen am Ende des Tages für eine noch stärkere Dominanz all der Player, die seit jeher den Markt bespielen.

Letztendlich existieren heute nur noch vier große Tabakkonzerne: Altria, Imperial Brands, British American Tobacco und Philip Morris International. Sie verfügen über eine exzellente Preissetzungsmacht. Als Folge dessen steigen die Gewinne und Dividenden zuverlässig an, obwohl die Zahl der verkauften Zigaretten stetig sinkt.

Für eine „rauchfreie Zukunft“ bestens gerüstet

Der klassische Zigarettenkonsum nimmt ab. Einer Studie des medizinischen Fachmagazins „The Lancet“ aus dem Jahr 2017 zufolge sank der Raucheranteil an der Weltbevölkerung zwischen 1990 und 2015 um fast ein Drittel. Philip Morris International hat diese Entwicklung frühzeitig erkannt und clever darauf reagiert. Seit 2016 arbeitet der Konzern an der Geschäftsumwandlung, weg von der klassischen Zigarette, hin zu Erhitzern und Verdampfern.

Philip Morris International unternimmt selbst mittlerweile vieles, um die eigenen Kunden vom Rauchen abzubringen. Natürlich mit dem Ziel, diese auf ein Produkt der „nächsten Generation“ umzustellen. Bis 2025 sollen es 40 Millionen Kunden sein, die diesen Wechsel vollzogen haben. Laut Schätzungen des Unternehmens nutzen weltweit bereits 15 Millionen Menschen die Erhitzer. Zwei Drittel von ihnen sollen nach Unternehmensangaben Umsteiger sein.

Weltweiter Marktführer mit wenigen Ausnahmen

Der Tabakmarkt in den USA wird mit großem Abstand zur Konkurrenz durch den Konzern Altria (bis 2008 gehörte Philip Morris International zu Altria, dann spaltete sich das Unternehmen von seinem einstigen Mutterkonzern ab) abgedeckt. Philip Morris International dominiert die Märkte im Rest der Welt. Eine der wenigen Ausnahmen: China. Der Markt ist in sich geschlossen. Nur chinesische Staatskonzerne dürfen dort Tabakprodukte herstellen und vertreiben. Philip Morris International bleibt dieser Markt daher bislang verwehrt.

Weltweit (die USA und China ausgenommen) beläuft sich der Marktanteil von Philip Morris International auf 28 %. Mit seinen Marken Marlboro, L&M, Parliament und Chesterfield ist der Konzern in 180 Ländern vertreten. Die Verdampfer-Lösung IQOS ist noch nicht so weit verbreitet, aber gut auf dem Vormarsch. Die Markenstärke überzeugt schon jetzt. Während Marlboro als die Zigaretten-Marke schlechthin die Tabakwelt weiterhin dominiert, rangiert IQOS schon auf Platz 3 (in Ländern, in denen IQOS bereits am Markt ist).

Im Jahr 2020 wurde IQOS in fünf weiteren Ländern eingeführt, u. a. Saudi-Arabien und Österreich. Damit ist die Verdampfer-Marke schon in über 50 Märkten präsent. Einige wichtige Märkte wie Südamerika, Indien, Indonesien und Afrika fehlen noch, daran arbeitet Philip Morris International aber. Gerade in den Schwellenländern liegt noch viel Potenzial verborgen. Auch hinsichtlich des „alten“ Geschäfts. Denn entgegen der Entwicklung in den Industrienationen steigt dort auch die Zahl der Raucher weiter an. Philip Morris International hat also sogar in beide Richtungen noch Luft nach oben.

Das nächste Level – die „rauchfreie Zigarette“ 2.0

Nach der der erfolgreichen Markteinführung von IQOS hat Philip Morris International nun die nächste Innovationsstufe auf dem Weg in eine rauchfreie Zukunft gezündet. IQOS VEEV – so lautet der vollständige Name der neuen E-Zigaretten, die der Tabakkonzern im dritten Quartal 2020 zunächst in Neuseeland einführte. Mittlerweile ist IQOS VEEV auch in Europa angekommen. Der Name ist ein cleverer Schachzug. IQOS ist in Europa als Marke bereits bekannt und etabliert. In dem nun auch in dem neuen Produkt dieser Name steckt, nutzt der Konzern die Bekanntheit von IQOS aus. Ohne seine Hauptmarke im Segment Rauchfreie Produkte zu schwächen, bringt Philip Morris International eine neue Alternative dazu auf den Markt.

Denn anders als IQOS enthält VEEV keinen herkömmlichen Tabak mehr, sondern nur noch eine Flüssigkeit, ein sogenanntes E-Liquid, das erhitzt wird und dadurch Aerosole freisetzt. Während Sie bei IQOS tatsächlich noch den Tabak „herauspulen“ können (Sie werden erstaunt sein, wie wenig Tabak im Vergleich zu klassischen Zigaretten dies noch ist), sind VEEV-Produkte vollständig versiegelt. Auch müssen an den Geräten keine Einstellungen mehr vorgenommen werden – VEEV ist komplett konsumfertig. Die unkomplizierte Handhabe von VEEV macht den Umstieg vom klassischen Glimmstängel auf eine rauchfreie Alternative auch für diejenigen einfach, denen andere E-Zigaretten bislang zu umständlich waren.



Innovationen jenseits von Rauch und Dampf

Als neusten Coup hat der Erfinder von Marlboro nun tatsächlich einen Spezialisten für inhalierbare Medikamente in seinem Portfolio. OtiTopic hat Acetylsalicylsäure (Aspirin) in inhalierbarer Form entwickelt, die als Mittel zur Herzinfarkt-Prävention eingesetzt werden soll. OtiTopic macht geltend: Anstatt permanent Aspirintabletten zur Herzinfarkt-Prävention einzunehmen, solle die Einnahme aus medizinischer Sicht auf den Bedarfsfall beschränkt werden. Gegenüber dem Kauen entsprechender Tabletten ist der Weg über die Lunge zudem schneller. Eine interessante Überlegung: Falls künftig Millionen Patienten mit einer Art elektronischer Aspirin-Zigarette ausgestattet würden, kann Philip Morris International ordentlich davon profitieren.

Daneben will Philip Morris International den Nikotinkaugummi- und Tablettenhersteller Fertin Pharma kaufen und damit sein Portfolio an rauchfreien Produkten ausweiten. Mit dem Verkäufer EQT sei ein Kaufpreis von umgerechnet 820 Millionen US-Dollar vereinbart worden, erklärte der Tabakkonzern. Das US-Unternehmen hat in den vergangenen Jahren mehr als acht Milliarden Dollar in rauchfreie Produkte investiert – hauptsächlich in die Eigenentwicklung von IQOS – die bis 2025 mehr als 50 % des Konzernumsatzes ausmachen sollen.

Wachstum deutlich über den Erwartungen

Das Unternehmenswachstum im ersten Quartal 2021 war mit 6,0 % (Umsatz) sehr ordentlich. Auch wenn es hierbei kräftige Unterstützung von der Währungsseite gab, war ebenfalls das organische Wachstum gut. Mit 2,9 % lag dies sogar deutlich über den Erwartungen. Was den Gewinn je Aktie anbelangt, war es das Rekordquartal schlechthin: Das Ergebnis je Aktie stieg um 32,5 % auf jetzt 1,55 USD. Um Währungseffekte bereinigt, bleibt noch ein Plus von 23,9 %. Die Dividendenrendite ist zwar mit aktuell 4,9 % nicht ganz so hoch wie bei seinem amerikanischen „Schwesterunternehmen“ Altria, dafür ist das Unternehmen hinsichtlich IQOS und anderer rauchfreier Tabakalternativen aber schon deutlich weiter.

Beim Absatz seiner rauchfreien Produkte – hauptsächlich IQOS, aber auch die neue E-Zigarette VEEV – macht Philip Morris International weiter große Schritte. Mittlerweile macht dieser Bereich 28 % des Konzernumsatzes aus. Im Vorjahr waren es noch 21,7 %. Bis 2025 sollen die rauchfreien Alternativen für die Hälfte der Erlöse verantwortlich sein. Angesichts des aktuellen Wachstums in diesem Segment ist dies kein unrealistisches Ziel.

IQOS ersetzt nicht nur das leicht rückläufige Zigarettengeschäft, es bietet auch deutlich höhere Margen: Rund 70 % gegenüber 50 %. Beeindruckend: Ein Glimmstängel der „Next Generation“ kann in puncto Umsatz rund zwei bis drei klassische Zigaretten ersetzen. Zudem bindet die zum Konsum notwendige E-Zigarette den Kunden noch stärker an eine Marke. IQOS ist auf lange Sicht vielleicht die stärkste Waffe gegen den Nichtraucher-Trend. Denn IQOS ist mehr als nur ein Substitut für klassische Zigaretten. Indem auch ehemalige Raucher und sogar Nichtraucher Geschmack an der Verdampfer-Variante finden, entsteht neues Wachstumspotenzial.

Beste Perspektiven für die rauchfreie Zukunft

Die starke Entwicklung im ersten Quartal veranlasste das Management, die Jahresprognose anzuheben. Der Gewinn je Aktie soll jetzt organisch zwischen 11 und 13 % wachsen. Bisher wurde ein Wachstum zwischen 9 und 11 % prognostiziert. Allerdings will der Konzern nun auch auf Aktienrückkäufe setzen. Diesen Sommer soll es damit losgehen. Dies kann unter Umständen 1-2 % zum Wachstum beitragen. Die Kursentwicklung der Aktie seit Beginn des Jahres – von knapp über 80 USD Anfang Januar auf mittlerweile über 100 USD – ist bereits jetzt beeindruckend.

Wir begrüßen die Investitionen, die Philip Morris International in den Bereich Rauchfreie Tabakprodukte steckt, denn nach Schweden verfolgen nun auch andere Länder – so zum Beispiel Neuseeland – das Ziel, eine „rauchfreie Gesellschaft“ zu werden. Auch in Großbritannien soll der Verkauf von Marlboro-Zigaretten bereits in ein paar Jahren komplett vorbei sein. Wir sind uns sicher, diese Entwicklung wird weitergehen.

Ihre Kerstin Franzisi
Chefredakteurin Der Privatinvestor


Der Privatinvestor – Ihr kostenloser Testbezug

Testen Sie unseren Börsenbrief Der Privatinvestor – für einen Vermögensaufbau nach den Erfolgsprinzipien der wertorientierten Kapitalanlage (Value Investing).

Durch unsere systematische und auf Langfristigkeit und Kontinuität ausgerichtete Anlagestrategie spüren wir Qualitätsaktien mit angemessenem Chance-Risiko-Profil auf.

Der Testbezug umfasst 4 Ausgaben unseres Kapitalanlagebriefs Der Privatinvestor und ist ab dem Zeitpunkt der Anmeldung vier Wochen lang gültig. Sie gehen damit keine Verpflichtungen ein. Eine Notwendigkeit einer Kündigung besteht somit nicht.

Keine Kosten. Kein Risiko. Keine Abofalle.

Weitere Blogbeiträge

atoss-erzielt-weiterhin-gewinne-und-lässt-den-umsatz-weiter-steigen-nummer-eins-in-der-niesche
marken-wie-zewa-tempo-oder-tena-gehören-zum-sortiment-des-großen-hygeneproduzenten-essity
philip-morris-gehört-zu-den-weltweit-größten-hersteller-von-tabakprodukten
Einkaufswagen-supermarkt-nestle-um-jeden-preis
privatinvestor-max-otte-warren-buffet

Immer auf dem Laufenden bleiben:
Der Privatinvestor Newsletter

Die Freude war gestern groß. Die Mitteilung von Pfizer und der Mainzer Firma Biontech schlug ein wie eine Bombe. Dass der gemeinsam entwickelte Impfstoff BNT162b2 bei vorher nicht mit Covid-19 infizierten Personen einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor einer Covid-19-Erkrankung biete und kaum Nebenwirkungen habe, ist ein erster Hoffnungsschimmer im weltweiten Kampf gegen die Pandemie.

Dem Ergebnis liegt eine Wirksamkeitsanalyse mit über 43.500 Probanden der laufenden Phase-3-Studie zugrunde. Zu den Probanden gehören Personen mit einem überdurchschnittlichen Infektionsrisiko aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu demografischen Risikogruppen, ihrer Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln oder ihrer Anstellung im Gesundheitsbereich.

„Das ist ein großer Tag für die Wissenschaft und die Menschheit“, frohlockte Pfizer-Chef Albert Bourla.

Die Aktie von Biontech schoss in die Höhe. Plus 25 Prozent innerhalb von nur 30 Minuten! Der US-Gigant Pfizer startete von höherem Niveau, kletterte aber bis zum Nachmittag immerhin auch um 14 Prozent.Kennen Sie den Firmensitz von Biontech, werte Leser?

Testen Sie jetzt gratis unseren Kapitalanlagebrief Der Privatinvestor!

Während sich Aktionäre freuen können, bestehen in der Forschergemeinde noch Zweifel. Es fehlen beispielsweise noch genaue Daten zur Wirksamkeit in den verschiedenen Altersgruppen. Und es ist noch keineswegs klar, wie lange der Impfschutz anhalten wird. Unklar ist auch, ob eine Impfung für einige Jahre reicht oder jede Saison wie bei der Influenza geimpft werden muss.

Die von Biontech und Pfizer entwickelte mRNA-Therapie funktioniert folgendermaßen: Messenger Ribonucleic Acid, kurz mRNA, auch Boten-DNA genannt, ist der Bauplan für Proteine. Die Zelle fertigt sie als Abschrift eines ganz bestimmten Abschnitts der Desoxyribonukleinsäure, kurz DNS, an. Anschließend transportiert sie diese aus dem Zellkern heraus, um Hormone, Enzyme und andere notwendige Stoffe herzustellen. Daher stammt der Name „Bote“. Die Forscher wollen nun also die Baupläne für Anti-Corona-Proteine in die Zellen schleusen und sie dort nachbauen lassen.

Der Impfstoff BNT162b2 wird von Biontech im Projekt „Lightspeed“ seit Mitte Januar entwickelt. Die für eine Zulassung entscheidende Phase-3-Studie begann Ende Juli in verschiedenen Ländern. Inzwischen haben mehr als 43.500 Menschen mindestens eine der beiden Impfungen bekommen, die im Abstand von drei Wochen verabreicht werden. Die Sicherheit des Impfstoffs gibt ebenso Anlass zur Hoffnung. Unter den Geimpften wurde kein Fall schwerer Nebenwirkungen berichtet.

Die US-Zulassungsbehörde FDA hat jedoch ein Probanden-Minimum für den Sicherheitsnachweis genannt, die aktuell noch nicht erreicht ist. Die Marke soll in der dritten Novemberwoche geschafft und dann sofort die Zulassung beantragt werden.

Bei der WHO sind mittlerweile 10 Impfstoffe in der klinischen Phase III gemeldet, darunter mit Janssen ein Hersteller, der bereits Vorverträge mit der EU abgeschlossen hat. Auch Moderna, ebenfalls aussichtsreich, hat Gespräche mit der EU geführt. Außerdem gehören zu den 10 Herstellern das kleine US-Unternehmen Novavax, das einen guten Teil seiner Produktionskapazität vom tschechischen Partner Praha Vaccines bekommt, sowie insgesamt fünf chinesische Projekte.

Setzen wir nun einmal die Investoren-Brille auf!

Wie sieht es bei Biontech mit dem Burggraben aus?

Kann nicht ein anderer Hersteller den Impfstoff einfach nachbauen und in Masse produzieren?

Wenn ein Pharmaunternehmen heute freie Kapazitäten für die Herstellung eines RNA-Impfstoffs anzubieten hätte, könnte sich dieses natürlich mit Pfizer, Biontech und den potenziellen Abnehmerländern über Kooperationen, Auftragsfertigungen und Lizenzverträge unterhalten.

Doch alle Produzenten, die solche Kapazitäten besitzen, haben sich aktuell bereits auf einen anderen Impfstoffkandidaten konzentriert und entsprechende Produktionsverträge geschlossen. Technisch ist die Umstellung der Produktionsanlagen von Vektorvirusimpfstoffe oder Proteinimpfstoffe hin zu mRNA-Präparate nicht besonders schnell zu schaffen. Und selbst wenn sich die Kapazitäten in den kommenden Wochen und Monaten sicherlich neu verteilen werden, wird insbesondere Pfizer, dank seiner im September gestarteten Vorproduktion, kaum einzuholen sein.

Ein möglicher Geheimtipp könnte in diesem Punkt die MSD Merck Sharp & Dohme AG sein. MSD besitzt große Produktionskapazitäten nebst entsprechendem Vertrieb und ist mit seinen eigenen Projekten noch in der ersten klinischen Phase. Wollen Sie als Anleger einsteigen, müssen Sie ganz besonders auf den Namen des Unternehmens achten. Der Name des Wertpapiers weicht vom Unternehmensnamen ab. International trägt MSD nach der Fusion mit Sharp & Dohme den Namen MSD Sharp & Dohme.

Nur in den USA und in Kanada firmiert das Unternehmen unter dem traditionsreichen Namen Merck & Co. Die WKN lautet A0YD8Q, die ISIN US58933Y1055. Das Wachstum von MSD kann sich sehen lassen: In den letzten 3 Jahren stieg der Umsatz um 5,57 Prozent pro anno, der Nettogewinn um 35,92 Prozent und der Gewinn pro Aktie um 39,28 Prozent. Aktuell liegt der Free Cashflow bei 6,7 Mrd. USD. Die Margen sind stabil hoch. Die Bruttomarge liegt mittlerweile bei 71 Prozent und die Nettomarge bei 24,3 Prozent. Die Bilanz ist recht stabil mit einem Current Ratio von 1,3 und einem Verschuldungsgrad von 0,9.

Der Privatinvestor – jetzt unverbindlich und kostenlos kennenlernen.

Testen Sie unseren Börsenbrief – für wertbasierte Aktien-Investments in gute Unternehmen und Vermögensgegenstände, die wir kontinuierlich analysieren und mit nachweislich erfolgreichen Kriterien und Mechanismen bewerten. Durch unsere systematische und auf Langfristigkeit und Kontinuität ausgerichtete Anlagestrategie realisieren wir stabile Renditen zu angemessenen Chance-Risiko-Profilen. Unsere Value-Investing-Strategie machen wir Ihnen als Privatanleger über unseren Kapitalanlagebrief Der Privatinvestor inklusive angeschlossener Aktien-Datenbanken, Musterdepots und Sonderpublikationen zugänglich.

Keine Kosten. Kein Risiko. Keine Abofalle.

Das Testabonnement ist ab dem Zeitpunkt der Anmeldung vier Wochen lang gültig. Sie gehen damit keine Verpflichtungen ein. Eine Notwendigkeit einer Kündigung besteht somit nicht.

Der Privatinvestor – jetzt vier Ausgaben gratis testen!

Auf gute Investments!

Prof. Dr. Max Otte

Weitere Blogbeiträge

atoss-erzielt-weiterhin-gewinne-und-lässt-den-umsatz-weiter-steigen-nummer-eins-in-der-niesche
marken-wie-zewa-tempo-oder-tena-gehören-zum-sortiment-des-großen-hygeneproduzenten-essity
philip-morris-gehört-zu-den-weltweit-größten-hersteller-von-tabakprodukten
Einkaufswagen-supermarkt-nestle-um-jeden-preis
privatinvestor-max-otte-warren-buffet

Immer auf dem Laufenden bleiben:
Der Privatinvestor Newsletter

Im Privatinvestor Podcast Nummer 23 hatte ich Ihnen berichtet vom heißer werdenden Wettbewerb der digitalen Parallelwelten. Angeheizt durch Corona, Lockdowns, freiwillige und unfreiwillige Quarantäne-Zeiten ringen die Tech- und Medienkonzerne um die Aufmerksamkeit der Konsumentenschar. Und heute möchte ich Ihnen von einem Unternehmen berichten, das in diesem Rennen bereits sehr weit vorne liegt: Disney.

Testen Sie jetzt gratis unseren Kapitalanlagebrief Der Privatinvestor!

Der Mäusekonzern will in Zukunft noch mehr Gewicht auf das Streaming-Geschäft legen. Disney+ ist ein Dienst, bei dem es nicht wirklich um Fernsehen geht, zumindest nicht direkt, sondern eher um Disney selbst. Während Disney+ mit Netflix natürlich um die Aufmerksamkeit der Verbraucher konkurriert, sind die Ziele dieser beiden Dienste doch sehr unterschiedlich: Für Netflix bedeutet Streaming sein Ein und Alles. Für Netflix ist Streaming der einzige Treiber von Umsatz und Wachstum. Disney hingegen plant selbstverständlich auch, dass Disney+ eines Tages profitabel sein soll – vielleicht schon im Jahr 2024, vielleicht auch später  – aber das größere Projekt ist Disney selbst.

Dank der Kontrolle über den Vertrieb seiner Inhalte und den direkten Weg zum Verbraucher kann Disney seine bereits starken Kundenbeziehungen in einer Weise vertiefen, die allen Teilen des Unternehmens zugute kommen wird.

Neue Filme können über Disney+ neue Marken kreieren, die neue Attraktionen in Themenparks hervorbringen, wiederum neue Merchandising-Chancen schaffen und abermals Fortsetzungsfilme hervorbringen.

Streaming passt auf lange Sicht viel besser zu Disneys Geschäftsmodell als, wie bislang, einfach  neue Inhalte an den Meistbietenden zu verteilen. Während der Corona-Pandemie ist Disney+ der einzige Lichtblick für Disney. Viele andere Unternehmensbereiche, von Kreuzfahrtschiffen über die Freizeitparks bis hin zum Sport, sind auf persönliche Interaktionen angewiesen. Dass es Disney+ gibt, war jedoch nicht einfach nur Glück: Der Trend zum Streaming wurde schon Jahre zuvor entfacht. Disney ist hier relativ spät auf den Zug aufgesprungen.

Der Corona-Virus war dann der fulminante Katalysator. Kino und DVD-Verleih repräsentieren heute, anno 2020 eine Vergangenheit, die vielleicht schnell verblassen wird, aber es ist eine Vergangenheit mit viel Prestige. Das Streaming profitiert von diesem Prestige. Langfristig wird Disney von seinem strategischen Schwenk profitieren. Die Margen werden klettern. Disney beschränkt seine Inhalte auf seine eigenen Plattformen, begrenzt damit auch die Größe seines adressierbaren Marktes, erhöht aber gleichzeitig den Geldbetrag, den es pro Nutzer auf diesem verbleibenden Markt verdienen kann.

Der Privatinvestor – jetzt unverbindlich und kostenlos kennenlernen.

Testen Sie unseren Börsenbrief – für wertbasierte Aktien-Investments in gute Unternehmen und Vermögensgegenstände, die wir kontinuierlich analysieren und mit nachweislich erfolgreichen Kriterien und Mechanismen bewerten. Durch unsere systematische und auf Langfristigkeit und Kontinuität ausgerichtete Anlagestrategie realisieren wir stabile Renditen zu angemessenen Chance-Risiko-Profilen. Unsere Value-Investing-Strategie machen wir Ihnen als Privatanleger über unseren Kapitalanlagebrief Der Privatinvestor inklusive angeschlossener Aktien-Datenbanken, Musterdepots und Sonderpublikationen zugänglich.

Keine Kosten. Kein Risiko. Keine Abofalle.

Das Testabonnement ist ab dem Zeitpunkt der Anmeldung vier Wochen lang gültig. Sie gehen damit keine Verpflichtungen ein. Eine Notwendigkeit einer Kündigung besteht somit nicht.

Der Privatinvestor – jetzt vier Ausgaben gratis testen!

Auf gute Investments!

Prof. Dr. Max Otte

Weitere Blogbeiträge

atoss-erzielt-weiterhin-gewinne-und-lässt-den-umsatz-weiter-steigen-nummer-eins-in-der-niesche
marken-wie-zewa-tempo-oder-tena-gehören-zum-sortiment-des-großen-hygeneproduzenten-essity
philip-morris-gehört-zu-den-weltweit-größten-hersteller-von-tabakprodukten
Einkaufswagen-supermarkt-nestle-um-jeden-preis
privatinvestor-max-otte-warren-buffet

Immer auf dem Laufenden bleiben:
Der Privatinvestor Newsletter