Der Hype ist da: SPAC erobert die Aufmerksamkeit auf dem deutschen Finanzmarkt. Sicherlich haben auch Sie in der letzten Zeit schon die ein oder andere Headline zu dem heißen Börsentrend mit den Lockvogel-Gewinnchancen mitbekommen. Doch was steckt dahinter? Und noch viel wichtiger: Wie sinnvoll oder gefährlich ist das Ganze für Sie als Privatanleger?

SPAC steht für „Special Purpose Acquisition Company“. Dies bezeichnet ein Unternehmenskonstrukt, welches zunächst über einen eigenen Börsengang Geld einsammelt, um dann im nächsten Schritt andere Unternehmen zu übernehmen und diese an der Börse zu platzieren. Ein SPAC ist also eine Mantelfirma, die selbst weder etwas produziert noch eine Dienstleistung anbietet.

So funktioniert das System SPAC

In der Regel wird ein SPAC von einem Sponsor aufgelegt, der selbst als Investor und Manager fungiert. Diese Sponsoren sind über Ihr Netzwerk und/oder ihren Bekanntheitsgrad in der Lage, weitere Investoren anzuziehen. Auf diese Weise soll genügend Kapital für die geplanten Akquisitionen eingesammelt werden. Dieses Geld wandert zunächst auf ein Treuhandkonto und darf nur in „sichere“ Wertpapiere investiert werden – in der Regel in kurz laufende Staatsanleihen. (Wir setzen „sicher“ in Klammern, weil wir von Der Privatinvestor die allgemein vertretene Ansicht, Anleihen seien sicher, für einen Trugschluss halten. Anleihen gehören zu Geldvermögen. Sie unterliegen damit im Gegensatz zu Aktien dem vollen Inflationsrisiko.)

Ist das eingesammelte Kapital erst mal geparkt, versucht der SPAC innerhalb eines definierten Zeitraums (oft 24 Monate), diverse Unternehmenskäufe zu tätigen und diese im Anschluss an die Börse zu bringen. Dabei sind grundsätzliche Akquisitionsparameter wie Unternehmensgrößen oder Branchen meistens in der Gesellschaftssatzung vorformuliert. In manchen Fällen wird das bevorzugte Akquisitionsobjekt auch konkret genannt. Manche SPACs werden von vornherein nur aufgesetzt, um ein ganz bestimmtes Unternehmen aufzukaufen.

Ob es tatsächlich dazu kommt, muss sich zeigen. Die letztliche Entscheidung, ob und welches Unternehmen übernommen wird, treffen die Anteilseigner des SPAC: Stimmt die Mehrheit der Aktionäre zu, wird der Deal umgesetzt. Das aufgekaufte Unternehmen ist danach über den SPAC an der Börse handelbar. Sollten innerhalb des vereinbarten Zeitraums keine Übernahmen realisiert werden, wird der SPAC aufgelöst und die SPAC-Aktionäre erhalten das auf dem Treuhandkonto angelegte Geld zurück.

Das klingt im ersten Moment nach wenig Risiko. Doch diese „Geld-zurück-Garantie“ gilt nur im Falle, dass es zu keiner Akquisition kommt. Sobald ein Übernahme-Deal durch ist, tragen die SPAC-Investoren das volle Risiko. Erweist sich die Übernahme als Flop und wird der SPAC dadurch wertlos, ist es passiert. Der Wertverlust der SPAC-Aktien trifft den Anleger in diesem Fall genauso, wie es bei jedem anderen hochspekulativen Investment auch geschehen kann. Wer also über Investitionen in einen SPAC nachdenkt, sollte einen Totalverlust mit einkalkulieren.

Per Abkürzung an die Börse

Betrachten wir das Thema mal von einer anderen Perspektive. Warum sollte sich ein Unternehmen überhaupt von einem SPAC kaufen lassen? Warum geht das Unternehmen nicht selbst und eigenständig an die Börse? So langsam kommen wir der Sache auf die Spur: Ein klassischer Börsengang ist aufwendig. Es müssen ganz bestimmte Voraussetzungen erfüllt. Dazu gehört auch ein vorhandenes operatives Geschäft. Schließlich gilt es, potenzielle Anleger, aber auch Banken und Wirtschaftsprüfer, die den IPO begleiten, von der Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells zu überzeugen.

Bei einem SPAC sind die Hürden viel niedriger. Dies ermöglicht es, Unternehmen an die Börse gehen, die noch gar kein operatives Geschäft haben oder aus anderen Gründen die Voraussetzungen für einen regulären IPO nicht erfüllen würden. Vor allem im Start-up-Segment eröffnen sich dabei für Unternehmen verlockende Chancen – und für Anleger schier unkalkulierbare Risiken.

SPAC-Boom aus den USA erreicht Deutschland

Das Konzept SPAC ist nicht neu: Der erste SPAC in Deutschland war „Germany 1“ in 2008. Er sammelte 250 Millionen EUR ein und hat 2009 den Gerätehersteller AEG Power Solutions übernommen, welches 2017 Insolvenz anmeldete und kurz darauf von der Börse verschwand. Insgesamt gab es in Deutschland jedoch bis Ende 2020 insgesamt nur drei SPACs. In den USA wurden bereits in der Vergangenheit viele SPACs aufgelegt, 2020 ist das Thema jedoch regelrecht explodiert: 250 neu aufgelegte SPACs im Wert von über 80 Milliarden USD! Und im laufenden Jahr 2021 sind bereits innerhalb der ersten beiden Monate SPACs über 60 Milliarden USD hinzugekommen.

Die deutschen SPACs ziehen jetzt mit Macht nach. Im Februar ging mit „Lakestar Spac 1“ der erste neue SPAC seit 2010 an die Börse und nahm bei seinem Börsengang 275 Millionen EUR ein. Seitdem häufen sich die Anbahnungen und Neuemissionen deutscher SPACs an den internationalen Börsenplätzen. Insgesamt werden hier Summen von rund 2 Milliarden USD genannt, die aktuell bereits von deutschen SPACs eingesammelt worden sind.

Trotz des Booms sind SPACs umstritten. Gerade für Privatanleger birgt jedes Investment in ein SPAC ein hohes Risiko. Das Wall Street Journal hat SPACs in den USA von Januar 2019 bis Juni 2020 analysiert: Nach den erfolgten Unternehmensübernahmen sank der Wert im Schnitt um 12 %, während der Aktienindex Nasdaq im selben Zeitraum um rund 30 % gestiegen ist. Warum ist das Interesse dennoch so groß?

Für Privatanleger ein gewagtes Spiel mit vielen Unbekannten.

Für junge Unternehmen und Start-ups ist die Sache recht einfach zu erklären: Sie haben durch SPACs die Möglichkeit, per Express an die Börse zu gelangen. Sie sparen sich den oft schwierigen, langwierigen und teuren Weg über die Investmentbanken. Die SPAC-Manager auf der anderen Seite profitieren von hohen Anteilen – meist um die 20 % – an den Akquisitionen, ohne mit eigenem Geld beteiligt sein zu müssen. Funktioniert der SPAC, machen sie Kasse. Werden im Startzeitraum keine geeigneten Übernahmen getätigt, wird der SPAC aufgelöst. Risikoloser geht es wohl kaum.

Und wie sieht es für Sie als Privatanleger aus? Sie werden gelockt mit einer wackeligen „Geld-zurück-Garantie“, die nur greift, sofern der SPAC keine Übernahmen realisieren kann, und die auch dann nur den Ausgabewert abdeckt. (Dieser liegt häufig bei 10 EUR. Ein Großteil der SPACs notiert aber über dem Ausgabewert, wie auch beim Beispiel Lakestar mit 11,15 EUR). Ab Übernahme besteht dann eh volles Risiko bis zum Totalverlust wie beim generellen Aktienhandel – mit dem Unterschied, dass Sie bei den SPACs in „Wundertüten“ investiert haben. Sie wissen bei Kauf von SPAC-Anteilen nicht, welche Unternehmen zukünftig akquiriert werden. Und bei geplanten Akquisitionen handelt es sich meist um Firmen, die zum Zeichnungszeitpunkt lediglich auf dem Reißbrett existieren. Eine aus unserer Sicht absurde Ausgangssituation. Wir setzen weiterhin auf Aktien etablierter Unternehmen mit Börsenerfahrung.

Unser Ansatz: Value-Investing

Letztlich ist es eine persönliche Entscheidung, ob Sie den SPAC-Poker wagen möchten – vor allem mit Blick auf die Risikobereitschaft gegenüber einer Rechnung mit lauter Unbekannten. Wir, das Team von Der Privatinvestor, haben eine andere Philosophie: Wir setzen auf wertbasierte Unternehmen und Aktientitel, die in Markt und Wettbewerb transparent durchleuchtet und auf der Basis von nachvollziehbaren Kriterien bewertet werden.

Ganz gleich, ob Sie ein Komplett-Portfolio wie das des Max Otte Vermögensbildungsfonds in Betracht ziehen oder auf Basis systematischer Value-Analyse wie durch unseren Börsenbrief Der Privatinvestor selbst aktiv werden wollen – wir sind überzeugt: Ein geschickt diversifizierter Mix aus Aktien stabiler Unternehmen ergänzt durch Edelmetalle bietet die größten Chancen, um Ihr Vermögen nicht nur vor den kommenden Inflationsschüben zu bewahren, sondern durch value-basierte Investitionsentscheidungen kontinuierlich auszubauen.

Dabei reicht es nicht aus, gute Investmentkandidaten aufzuspüren. Auch der Preis (der Kurs) ist wichtig. Somit kommt es auch auf den richtigen Einstiegs- und Ausstiegszeitpunkt an. Genau das macht eine erfolgreiche Value-Investing-Strategie aus. Wir bei Der Privatinvestor spüren die vielversprechendsten Unternehmen auf und beobachten diese Kandidaten fortlaufend. Und wir zeigen Ihnen bei potenziellen Investmentkandidaten immer, ob jetzt gerade ein guter Zeitpunkt zum Einsteigen oder Austeigen ist. So gehen wir bei allen Unternehmen vor, die wir analysieren und in unsere Datenbank aufnehmen. Insgesamt haben wir ständig immer mindestens 60 bis 70 Aktientitel unter fortlaufender Beobachtung.

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Eines der großen Themen unserer Zeit ist die ökologische Zukunft unseres Planeten. Nachhaltigkeit ist ein zentrales Anliegen in nahezu allen Wirtschaftsbereichen. Zumindest sollte das so sein. Eine Schlüsselbranche ist deshalb in Bewegung: die Verpackungsindustrie. Bestimmt ist es auch Ihnen schon beim Einkauf im Supermarkt aufgefallen: Immer mehr Produkte sind nicht mehr in Plastik, sondern in Karton verpackt. Selbst bei Frischwaren wie Obst und Gemüse ist ein klarer Trend zu Karton- und Pappschalen wie bei Eierkartons zu erkennen. Sogar Coca-Cola experimentiert gerade an einer Getränkeflasche aus Papier.

Das Bewusstsein für Umweltschutz und Nachhaltigkeit steigt branchenübergreifend und kontinuierlich bei immer mehr Unternehmen an. Diese Entwicklung wird die Nachfrage nach alternativen Verpackungslösungen wie Kartonverpackungen in den nächsten Jahren stark erhöhen. Nicht zuletzt ist der Online-Handel durch die Corona-Pandemie massiv gewachsen. Auch das ist ein Treiber. Dies bedeutet blühende Landschaften für Verpackungsfirmen mit nachhaltigem Fokus – und für Investoren mit langfristiger und wertbasierter Anlagestrategie.

Platzhirsch für Kartonschachteln: Mayr-Melnhof

Es herrschen derzeit exzellente Bedingungen für Mayr-Melnhof Karton, dem führenden Faltschachtelhersteller in Europa. Viele internationale Konsumgüterhersteller bauen auf die Verpackungslösungen des österreichischen Konzerns. Mayr-Melnhof produziert seine Kartonverpackungen und Faltschachteln überwiegend aus recyceltem Altpapier. Damit trifft das Unternehmen den Geschmack umweltbewusster Hersteller und Verbraucher.

Gleichzeitig sichert sich der Konzern auf diese Weise entscheidende Kostenvorteile gegenüber der Konkurrenz. Zwar sind in den letzten Jahren auch die Preise für den „Rohstoff“ Altpapier gestiegen, die Kartonherstellung aus Frischfasern ist aber weiterhin teurer. Viele Wettbewerber setzen dennoch (fast) ausschließlich auf die Produktion aus Frischfasern und kommen dadurch nicht an die Margen von Mayr-Melnhof heran.

Nachhaltiges und langfristiges Wachstum

Zweistelliges prozentuales Wachstum wie bei so manchem Tech-Konzern gibt es bei Mayr-Melnhof nicht. Die annualisierten Wachstumsraten von 4,0 % (Umsatz) und 6,5 % (Gewinn) sind dennoch sehr solide. Es geht gemächlich, aber stetig nach oben. Die Geschäftsentwicklung gleicht damit einer Rolltreppe.

Im letzten Jahr ging der Konzernumsatz zwar leicht um 0,6 % zurück, diese Stagnation wird aber nicht von Dauer sein, denn der langfristige Nachfragetrend nach Kartonverpackungen ist intakt.

Zuverlässige Dividendenaktie

Neben den Wachstumsperspektiven überzeugen bei Mayr-Melnhof auch die Bilanz und die Tatsache, dass die Dividende bis jetzt sehr zuverlässig gezahlt wurde. Seit 1997 wurde die Ausschüttung so gut wie jedes Jahr angehoben. Noch nie gab es eine Kürzung. Im Moment bleibt die Dividende unverändert.

Wie schon in den Jahren 2020 und 2019 gibt es auch jetzt je Aktie 3,20 EUR. Beim jetzigen Kurs von knapp unter 178 EUR resultiert daraus eine Dividendenrendite von etwa 1,8 %.

Nachhaltige Investments durch Value-Analyse

Branchen mit langfristigen Wachstumsperspektiven zu erkennen, ist die eine Sache. Unternehmen zu identifizieren, die darin stabil aufgestellt und strategisch gut für die Zukunft gerüstet sind, ist die andere. Nicht jedes Unternehmen, das in einem Wachstumsmarkt aktiv ist, ist gleichzeitig auch ein gutes Investment. Wir bei Der Privatinvestor spüren die attraktivsten Player auf. In unserer Datenbank tracken wir diese Kandidaten zudem fortlaufend. Und wir zeigen Ihnen zu diesen potenziellen Investmentkandidaten immer, ob jetzt gerade ein guter Zeitpunkt zum Einsteigen oder Austeigen ist.

Denn um dauerhaft an der Börse erfolgreich zu sein, reicht es nicht aus, gute Investmentkandidaten aufzuspüren. Auch der Preis (der Kurs) ist wichtig. Somit kommt es auch auf den richtigen Einstiegs- und Ausstiegszeitpunkt an. Genau das macht eine erfolgreiche Value-Investing-Strategie aus.

Wie sieht es diesbezüglich bei Mayr-Melnhof aus? Immerhin hatte die Aktie in den letzten Monaten einen guten Lauf. Die Aktie notiert zurzeit fast auf einem Allzeithoch. Ist damit das Potenzial der Aktie bereits erschöpft? Oder kann sich auch ein jetziges Engagement noch auszahlen? Der Kurs und dessen Historie alleine reichen nicht aus, um diese Frage zu beantworten.

In unserem Kapitalanlagebrief Der Privatinvestor haben wir nicht nur das Geschäftsmodell von Mayr-Melnhof im Detail unter die Lupe genommen, auch mit der Bewertung haben wir uns genau befasst. Wir haben nicht nur den Inneren Wert errechnet, sondern auch sinnvolle Kauf- und Verkaufsschwellen ermittelt.

So gehen wir bei allen Unternehmen vor, die wir analysieren und in unsere Datenbank aufnehmen. Insgesamt haben wir ständig immer mindestens 60 bis 70 Aktientitel unter fortlaufender Beobachtung.

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Die digitale Transformation ist nicht aufzuhalten. Wir stecken mittendrin. Unser Alltag, sowohl im Privaten als auch am Arbeitsplatz, wird gewaltig umgekrempelt. Ein paar Beispiele gefällig?

Wir zahlen heute fast alles und überall digital und kontaktlos. Sind wir unterwegs und uns plötzlich nicht mehr sicher, ob wir im Bad das Licht ausgeschaltet oder unser Auto abgeschlossen haben, ist das kein Problem. Mit der passenden App können wir dies ganz einfach über unsere Smartphone überprüfen und steuern. Und wenn wir schon dabei sind, können wir auch gleich noch unserem Staubsauger sagen, er möge bitte das Wohnzimmer saugen.

Schon in ein paar Jahren wird das Internet der Dinge für uns noch viel mehr auf Lager haben. Für die Industrie ist das ein großes Thema. Oder im Gesundheitswesen, beispielsweise beim Patienten-Monitoring oder dem jetzt geplanten digitalen Impfpass. Auch der Einsatz von Augmented und Virtual Reality breitet sich mehr und mehr aus. Nicht zuletzt ist Home-Office durch Corona in der Arbeitswelt zum neuen „Normalzustand“ geworden.

Die Corona-Pandemie hat den Digitalisierungsprozess insgesamt enorm beschleunigt. Damit gibt es auch große Gewinner der Pandemie: Unternehmen, deren Geschäftsmodell digital ist. Und eben solche, die die erforderliche Infrastruktur für die „neue digitale Welt“ zur Verfügung stellen.

An welche Unternehmen denken Sie dabei? Sehr wahrscheinlich kommen Ihnen als erstes die Giganten der Branche in den Sinn: Microsoft, Apple, Amazon und dergleichen. Und natürlich stimmt das auch. Bei all diesen Akteuren brummt es. Allen gemein ist dabei eins: Sie alle sind abhängig von leistungsstarken Internet-Diensten, genauer gesagt: von der Cloud.

Cloud-Dienste geben heute den Takt an.

„Der PC war einmal das Zentrum. Dieses Modell ist Vergangenheit.“ Was Apple-Gründer Steve Jobs einst prophezeite, ist heute Realität. Daten werden nicht mehr lokal abgespeichert, sondern in der Cloud. Filme, Musik und TV-Sendungen werden gestreamt. Selbst Software-Programme sind heute cloud-basiert und erfordern keine lokale Installation auf dem Rechner mehr. Möglich ist all dies nur dank entsprechend schneller und hochleistungsfähiger Netzwerkstrukturen. Die Anforderungen an selbige werden, getrieben von der voranschreitenden Digitalisierung, immer höher.

Die Platzhirsche sind dabei ganz klar Amazon und Microsoft, die mit AWS und Azure die größten und leistungsfähigsten Cloud-Systeme der Welt anbieten. Damit das so bleibt, müssen beide Cloud-Giganten fortlaufen investieren. Sie müssen das Cloud-Netz erweitern, aber auch dafür sorgen, dass die Cloud immer schneller immer mehr Daten verarbeiten kann. Um die Datenströme effizient zu lenken werden Switches benötigt. Switches sind also so etwas wie das Nervensystem einer Cloud. Diese Switches stellen Microsoft und Amazon nicht selbst her. Dafür sind echte Spezialisten für Netzwerkstrukturen zuständig. Ein solcher Spezialist ist Arista Networks.

Wettbewerbsvorteil: Technologieführerschaft

Arista Networks stellt derzeit die leistungsfähigsten Switches auf dem Markt her. Als Technologieführer sticht das Unternehmen sukzessive sogar seinen stärksten Konkurrenten, den Branchen-Riesen Cisco Systems, aus.

In der aktuellen Pandemie ist die Geldmenge M1 derart explodiert, dass der Anstieg von 2007/2008 kaum noch zu sehen ist:

Und damit nicht genug: Arista Networks hat sich schon vor geraumer Zeit dank seiner leistungsfähigsten Switches einen Schlüsselkunden geangelt: Microsoft. Arista hat sich dadurch ein großes Entwicklungspotenzial erschlossen. Microsoft baut seine Cloud-Kapazitäten derzeit massiv aus. Überall auf dem Erdball eröffnet der Software-Riese neue regionale Server- und Cloud-Zentren. Von diesem Expansionskurs profitiert auch Arista Networks. Der Hightech-Zulieferer aus Silicon Valley ist derzeit das am schnellsten wachsende Unternehmen seiner Branche.

Arista Networks – Ausblick 2021

Für das laufende Jahr erwartet Arista eine Bruttomarge zwischen 63 und 65 Prozent. Die EBIT-Marge soll bei rund 37 Prozent liegen. Das sind hohe Ziele, aber sie sind dennoch nicht unrealistisch. In der Vergangenheit konnte das Unternehmen derart hohe Margen bereits vorweisen. Und im Moment gibt die beschleunigte Digitalisierung starken Rückenwind.

Aushängeschild bei Arista Networks ist und bleibt die Bilanz. Die Eigenkapitalquote beträgt 70 Prozent – und das ohne aufgeblähten Goodwill. (Dieser macht gerade einmal 10 Prozent des Eigenkapitals aus.) Finanzschulden sind keine vorhanden. Es bestehen lediglich sehr überschaubare Leasing-Verbindlichkeiten. Mit einer Nettoliquidität in Höhe von 2,8 Mrd. USD ist das Unternehmen bestens für die Zukunft gewappnet. Diese Reserve entspricht 12,5 Prozent der aktuellen Marktkapitalisierung. So etwas sieht man äußerst selten.

Durch Value-Analyse die Digitalisierungs-Perlen finden.

Digitalisierung ist das große Thema unserer Zeit. Sehr viele Unternehmen, auch junge Start-ups, springen auf den Zug auf. Doch nicht jedes Unternehmen, das hier aktiv ist, ist gleichzeitig auch ein gutes Investment.

Wir, bei Der Privatinvestor, nehmen den Markt genau unter die Lupe, um für Sie die vielversprechenden Value-Unternehmen zu identifizieren. Das Geschäftsmodell von Arista ist aus Investorensicht sehr attraktiv. Doch wichtig beim Investieren ist auch der Preis. Aktuell notiert der Titel nach einem Abschwung vor einer Woche bei knapp unter 317 USD. Doch was ist die Aktie wert? Ist der Preis zu hoch oder bietet er noch Einstiegsgelegenheiten?

In unserem Kapitalanlagebrief Der Privatinvestor haben wir Arista Networks im Detail analysiert und vorgestellt. Wir haben nicht nur den Inneren Wert errechnet, sondern auch sinnvolle Kauf- und Verkaufsschwellen definiert.

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Die Kursverläufe von Biontech und Pfizer in den letzten Tagen zeigen uns, wie emotional es an der Börse zugeht. Die Aktienpreise der beiden Pharmaunternehmen schnellten nach der ersten Meldung über einen erfolgreichen Impfstoff in die Höhe, als sei die Corona-Pandemie damit bereits vorbei. Dabei muss der Impfstoff erst noch zugelassen, produziert und die Impfung organisiert werden. Zudem muss der Impfstoff seine Wirksamkeit in der Breite noch beweisen. Bis so viele Menschen geimpft sind, dass die Gesellschaft wieder zur Normalität zurückkehren kann, wird es noch einige Monate dauern.

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Zufriedenheit, Euphorie, Sorge, Resignation bis hin zur völligen Verzweiflung. Jede menschliche Emotion können wir an den Märkten beobachten – heute jedoch mehr denn je hinter den Computerbildschirmen und nicht mehr auf dem Parkett. Nicht zu Unrecht riet uns André Kostolany, nicht Wirtschaft zu studieren, sondern Psychologie.

In den letzten Jahrzehnten ist mit der Behavioral Finance ein blühendes Forschungsgebiet entstanden, das zu ergründen versucht, wie sich Privatanleger wirklich verhalten. Individuen schätzen ihren Nutzen nicht anhand einer objektiven Nutzenfunktion ein, sondern haben oft bestimmte Referenzpunkte im Kopf. Sie haben zum Beispiel einen großen Widerstand dagegen, bei Verlusten zu verkaufen. Bei Gewinnen verkaufen sie zu früh. Sie rechnen nicht mit realistischen Wahrscheinlichkeiten, sondern konstruieren sich ihre Wahrscheinlichkeiten anhand einiger weniger Erfahrungswerte.

Wir Value-Investoren gehen davon aus, dass es bei einem Großteil der börsennotierten Unternehmen möglich ist, den echten Wert zumindest annähernd zu bestimmen. Wir kaufen Aktien eines Unternehmens nur, wenn wir uns ein Bild vom Wert dieses Unternehmens gemacht haben. Allerdings erfordert dies die Beherrschung der entsprechenden Techniken und Zeit. Dem Anleger, der seine Hausaufgaben nicht gemacht hat, bleibt angesichts der Komplexität und Vielzahl von Finanzinformationen leider nur übrig, Entscheidungen mithilfe von „Heuristiken“, d.h. unter Zuhilfenahme einfacher Faustregeln zu treffen.

Solcherlei Entscheidungen sind jedoch meist alles andere als optimal – zumindest an der Börse. Im Alltagsleben haben Faustregeln durchaus ihren Sinn und Zweck. Bei der Geldanlage führen sie aber regelmäßig dazu, dass Anleger das Falsche machen oder blind der Masse folgen. Die starken Emotionen, die an den Kapitalmärkten herrschen, begünstigen das Herdenverhalten der Anleger.

Auch dieses Phänomen ist nicht neu. Der französische Arzt Gustave Le Bon hat es zum ersten Mal 1895 in seinem Buch Psychologie der Massen wissenschaftlich untersucht. Systematisch zeigt Le Bon auf, wie in vielen Massen und Massenphänomenen das Unterbewusste die Entscheidungen der Menschen beeinflusst.

Der Markt als Mensch

Benjamin Graham hat uns den Begriff „Mr. Market“ nähergebracht. So bezeichnete er gern den Aktienmarkt, der sich tatsächlich wie ein Mensch verhält: unvorhersehbar, emotional und allzu oft irrational.

Der Markt wird nun einmal von Menschen gemacht, und wenn viele Menschen gleichzeitig emotionale und nicht perfekt informierte Entscheidungen treffen, ist es kein Wunder, dass Mr. Market oft schnell von himmelhoch jauchzend nach zu Tode betrübt oder umgekehrt umschwenkt.

Sie dürfen sich davon nicht mitreißen lassen. Der Markt agiert nur deshalb so wankelmütig, weil sich eben nur wenige Anleger tatsächlich genau mit den Hintergrundinformationen zu den einzelnen Unternehmen und ihren wahren Werten auseinandersetzen.

Wenn Mr. Market gut gelaunt ist, kann er uns auch zukünftige Profite sehen lassen, wo es in Wirklichkeit gar keine gibt. Unser Gehirn ist nämlich so konstruiert, dass es gern im Chaos ein bestimmtes Muster erkennt. Wenn wir verschiedenen Versuchspersonen eine Reihenfolge, z.B. aus weißen und schwarzen Feldern, vorlegen und ihnen sagen, dass diese Reihenfolge zufällig ist, werden sie trotzdem versuchen, darin ein Muster und eine Regelmäßigkeit zu erkennen. Wir Menschen können dagegen nichts machen, wir ticken nun einmal so.

Im Fall von Märkten und Preisen führt das dazu, dass wir nach einer Preissteigerung immer noch eine weitere Preissteigerung erwarten. Je länger das Hoch anhält, desto sicherer sind wir uns im Unterbewusstsein, dass es auch noch eine Weile weiter anhalten wird – dabei ist genau das Gegenteil richtig: Je länger ein Preis steigt, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass er demnächst wieder fallen wird.

Diese psychologischen Eigenheiten machen es uns noch schwerer, tatsächlich vorherzusehen, wie ein Markt sich in der Zukunft entwickeln wird. Hier haben wir also einen weiteren Grund, nicht auf den Markt und die anderen Anleger zu vertrauen, sondern uns stattdessen solide und langfristige Hintergrundinformationen zu beschaffen und mit ihrer Hilfe eine möglichst rationale Entscheidung über den Wert einer Aktie zu treffen.

Auch Impfstoff von Moderna hat gute Erfolgsaussichten

Der Impfstoff des USA-Pharmakonzerns ist offenbar stabiler und deshalb weniger anspruchsvoll als das Produkt von Biontech und Pfizer.

Blicken wir einmal rational und emotionslos auf die Aktie:

Das Papier ist in den vergangenen zwölf Monaten bereits über 380 Prozent gestiegen. Zum aktuellen Kurs von 101 USD ist das Unternehmen mehr als sportlich bewertet: Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt bei 149, das Kurs-Cashflow-Verhältnis bei 55 und das Kurs-Buchwert-Verhältnis bei 14.

Moderna wies bis 2019 stets einen negativen Free Cashflow aus. Auch die Margen waren bis zuletzt negativ. Erst im letzten Quartal konnten Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert werden. Die Bilanz allerdings ist solide mit einem Current Ratio von 2,4 und einem Verschuldungsgrad von 0,08.

Viele Anleger springen jetzt erst auf den Impfstoff-Zug auf. Angesichts der hohen Bewertung ist das riskant. Das oftmals zitierte „Donnern der Kanonen“ ist aus meiner Sicht schon lange vorbei. Die sportliche Bewertung in der momentanen Aufwärtsphase bietet keine Einstiegschance.

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Die Produkte starker Unternehmen werden regelmäßig genutzt, die Dienste regelmäßig in Anspruch genommen. Wenn Kunden Durst haben, kaufen Sie im Vorbeigehen eine Cola, ohne darüber lange nachzudenken. Abends in netter Gesellschaft steigt der Bierkonsum ganz unbewusst. Das schafft ein gut berechenbares Einkommen für das Unternehmen. Und das ist wiederum gut für uns Investoren.Als Faustformel gilt: Je teurer das Produkt, desto unberechenbarer der Absatz, und je zyklischer das Produkt, desto schlechter ist die Aktie des Unternehmens für den Privatinvestor geeignet.

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Produkte des täglichen Bedarfs sorgen für hohe Margen. Wann verhandeln Sie die Preise oder Extras? Und wann machen Sie sich die Mühe, die Preise im Detail zu vergleichen? Die meisten Menschen wohl überwiegend bei großen Anschaffungen wie Autos, Immobilien oder einer langen Reise. Bei günstigen Produkten wie einer Cola wägen wir selten ab. Am intensivsten sind die Verhandlungen über Preis und Konditionen bei Großprojekten oder Unternehmen, die industrielle Ausrüstungsgegenstände herstellen. Dies sind extrem zyklische und schwierige Branchen. Zwar wird auch hier manchmal gutes Geld verdient, aber es ist sehr schwierig, dauerhaft konstante Gewinne zu erzielen. Ein weiterer Vorteil der meisten Konsumgüterunternehmen ist die einfache, standardisierte Fertigung und die geringe Kapitalbindung. Es ist viel einfacher, den Sirup für Coca-Cola herzustellen als eine hochpräzise Sondermaschine.Ebenso wenig für die Kapitalanlage von Privatinvestoren geeignet sind komplizierte Konzernstrukturen. Ganz im Sinne des Sprichwortes „Schuster, bleib bei deinen Leisten“ sollten sich Unternehmen auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und die bestehenden Wettbewerbsvorteile nutzen und nicht in Branchen und Felder investieren, in denen sie keine Wettbewerbsvorteile haben und diese teuer erwerben müssen. Das Management sollte seine ganze Zeit und Kraft darauf konzentrieren, in seiner Branche gegen den globalen Wettbewerb zu bestehen und dort dominant aufzutreten, sonst kann sich ein Unternehmen auf Dauer nicht bewähren.

Die strategische Fokussierung ist auch ein zentrales Element in den Regeln des Shareholder-Kapitalismus. Das oberste Unternehmensziel ist die Wertsteigerung für die Eigentümer des Unternehmens, die Aktionäre. Dies ist mit „Shareholder Value“ gemeint.

Shareholder Value lässt sich am besten durch langfristige und nachhaltige Gewinnsteigerungen der Unternehmen erwirtschaften. Wichtige Voraussetzung für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung sind die Führungsposition im Markt und die Konzentration auf die Kernkompetenz. Unternehmen sollten in ihrem Bereich zur Weltspitze gehören und bestrebt sein, die Führungsposition zu besetzen. Des Weiteren sollten sie sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren. Mischkonzerne sind out. Je mehr sich ein Unternehmen auf wenige Dinge fokussiert und diese wirklich gut beherrscht und Wettbewerbsvorteile entwickelt, desto besser ist dies für uns Aktionäre.

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Plug Power, der US-amerikanischer Hersteller von Brennstoffzellen und Wasserstoff-Speicheranlagen, hat seine Kapitalerhöhung vor wenigen Stunden erfolgreich abgeschlossen. Rund 750 Mio. USD wurden kassiert. Weitere 112,5 Mio. USD sind in Aussicht.

Plug Power wurde 1997 als Joint Venture des Energieversorgers DTE Energy und dem Messtechnikhersteller Mechanical Technology Inc.gegründet. Seit 1999 ist das Unternehmen börsennotiert. Die Aktie kletterte seit dem 3. Juni 2020 um 499,5 Prozent! In den letzten Wochen hat sich die Aufwärtsdynamik nochmals deutlich beschleunigt. Die Kapitalerhöhung kommt also zu einem sehr günstigen Zeitpunkt. Beim aktuellen Kurs von 25 USD können die bestehenden Aktionäre die Verwässerung gut verkraften.

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Wie nachhaltig ist der Kurssprung der letzten Monate?

Zwischen 2008 und Sommer 2020 bewegte sich die Aktie stur seitwärts. Der Umsatz stieg in den letzten 10 Jahre um 34 Prozent pro anno. Doch beim Free Cashflow sieht es sehr mager aus. Auch die Margen sind wenig attraktiv. Die Eigenkapitalrendite ist negativ.

Die Seitwärtsentwicklung steht jedoch auf bilanziell stabilen Beinen. Das Current Ratio liegt bei 2,9, der Verschuldungsgrad bei 0,9. Das ist durchaus in Ordnung.

Plug Power tätigt aktuell hohe Investitionen. Und dennoch fehlt noch die notwendige Größe, um Gewinne erzielen zu können. Diese Situation wird sich zukünftig womöglich ändern –vorausgesetzt, der Wasserstoff-Trend ist nachhaltig.

2024 will das Unternehmen 1,2 Mrd. USD Umsatz generieren, während für den operativen Gewinn 200 Mio. USD angestrebt werden.

Plug Power verkaufte im dritten Quartal 2020 insgesamt 4.100 Brennstoffzellen, was einer Absatzsteigerung um 130 Prozent entspricht. Zudem wurden 13 neue Wasserstofftankstellen errichtet. Bis Ende 2020 sollen mehr als 100 Wasserstofftankstellen in Betrieb genommen worden sein.

Jetzt noch aufspringen auf den Wasserstoff-Zug?

An den Aktienmärkten entstehen Risiken meist durch Abweichungen von den Erwartungen der Investoren. Risiko ist also abhängig von der Vorhersehbarkeit eines Geschäftsmodells.

Die Genauigkeit, mit der Sie die zukünftige Ertragsentwicklung prognostizieren können, ist in erster Linie vom Anteil der wiederkehrenden Erlöse abhängig. Regelmäßig wiederkehrend sind Erlöse, wenn sie ihre Frequenz im Voraus exakt bestimmen können. Dabei kommt es auf die zeitliche Wiederholung an, nicht auf die Höhe. Die hohe Stabilität einer profitablen Erlösentwicklung ist zum Beispiel in Geschäftsmodellen zu finden, die dem täglichen Bedarf der Konsumenten dienen.

Andere zeitlich wiederkehrende Erlöse sind Miet- oder Versicherungseinnahmen. Auch Abo-Geschäftsmodelle sind von wiederkehrenden Einnahmen gekennzeichnet. Der besondere Clou: Unabhängig davon, wie häufig der Abonnent das Produkt oder die Dienstleistung nutzt, fällt stets der gleiche Pauschalbetrag an.

Solche Geschäftsmodelle sind meist kaum sonderlich berauschend. Sexy Unternehmen sind sexy, weil sie neu sind und Konsumenten wie Investoren mit verführerischen Zukunftserwartungen bezirzen, deren langfristige Entwicklung jedoch nur schwer zu prognostizieren ist.

Halten Sie Abstand davon und widmen Sie sich besser Unternehmen, die seit langer Zeit schon ihre Runden drehen – vorausgesetzt natürlich, dass das langweilige Geschäftsmodell zugleich profitabel ist.

Value Traps: Zuerst das Risiko, dann die Rendite

Großartige Erfolge an der Börse können Sie nur dann feiern, wenn es Ihnen gelingt, Aktien deutlich unter ihrem Inneren Wert zu kaufen und danach geduldig und diszipliniert auf den Kursanstieg und den richtigen Verkaufszeitpunkt zu warten.

Aber der Mensch ist Mensch und zieht oft lieber mit der Herde als eigenständig zu denken zu handeln. Für die meisten Anleger ist es weitaus einfacher, den angesagten Aktien hinterherzulaufen, als in die unbeachteten Mauerblümchen zu investieren.

Dabei sind gerade sie es, die Unbesungenen, die Ihnen am Ende die Rendite verschaffen – vorausgesetzt Sie erwischen keine Wertefalle, im Börsenjargon „Value Trap“ genannt.

Ein großes Problem während unseres Analyseprozesses: Es existieren zahlreiche Aktien, die zu Ausverkaufspreisen angeboten werden, und solche, die zwar nach stillen Reserven duften, sich aber bei näherer Betrachtung als Luftnummern entpuppen. Letztere sind die „Value Traps“, die Sie meiden sollten.

Sie weisen eine niedrige Bewertung und manches Mal auch eine attraktive Dividendenrendite auf, doch operativ liegt in den Unternehmen einiges im Argen. Langfristig werden die Margen unter Druck geraten, Gewinne schmelzen und Dividenden zuerst aus der Substanz gezahlt und später gestrichen werden müssen.

Doch auch sogenannte „Sonderfaktoren“ können zu verzerrten Analysen führen. Es existieren konjunkturabhängige Branchen, die immer aufs Neue starke Schwankungen in der Geschäftsentwicklung überstehen müssen, beispielsweise Stahlproduzenten.

Nach Phasen hoher Investitionen und Nachfrageflauten mit entsprechend niedrigen Margen und Gewinnen folgen Zeiten geringer Investitionen, steigender Nachfrage und wachsenden Gewinnen.

Wichtig: Keinesfalls sollten Sie die Boom-Phasen der Unternehmen dieser Branchen einfach linear in die Zukunft extrapolieren!

Wertefallen zu vermeiden, ist keinesfalls ein Kinderspiel. Sie kommen nicht daran vorbei, sich mit „Ihrem Unternehmen“ haarklein auseinanderzusetzen. Geschäftsberichte gehören dabei genauso zu Ihrem täglich Investoren-Brot wie Branchenanalysen und aktuelle Äußerungen aus dem Management. Vergleichen Sie das Unternehmen insbesondere auch mit seinen direkten Wettbewerbern, um eine relative Unter- oder Überbewertung erkennen zu können.

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Nach dem September war auch der Oktober von einer deutlichen Korrektur geprägt. Der Max Otte Vermögensbildungsfonds schloss den Monat mit -2,33% und einem NAV von 241,35 EUR. Gegenüber unseren Vergleichsindizes konnten wir uns jedoch als resistenter beweisen. Der DAX verlor im Oktober fast zweistellig und beendete den Monat mit -9,44%. Der MSCI World EUR gab 2,49% nach und der Stoxx Europe 600 verlor 5,19%. In der Gruppe unserer Vergleichsfonds liegen wir mit unserer Performance für den Oktober an der Spitze.

Nach den heftigen Einbrüchen im März folgte eine schnelle Erholung der Märkte, die teilweise sogar zu neuen Höchstständen führte. In den letzten Monaten beobachten wir eine erneute Gegenbewegung. Aus diesem Grund halten wir auch zu Ende Oktober 27,56% des Fonds in Liquidität. Wir beobachten die Märkte sehr genau und warten auf gute Gelegenheiten, um attraktive Unternehmen bei einer nächsten Korrektur günstig zu kaufen.

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Thema des Monats: Slack

Mit Slack haben wir im dritten Quartal eine Neuaufnahme vorgenommen. Das Unternehmen ist ein Profiteur des Arbeitens aus der Entfernung bzw. ortsunabhängig und damit auch der weiterhin aktuellen Coronakrise. Hierbei geht es allerdings um weit mehr als nur das „Home-Office“. Der Gründer und CEO von Slack hat die Vision vor Augen, die E-Mail (und teilweise auch das Telefon) abzulösen und eine Art „digitales Büro“ mithilfe von Slack anzubieten. Im Gegensatz zur E-Mail, wo neue Nachrichten unsortiert im Posteingang erscheinen, ist die Idee hinter Slack in zuvor eingerichteten Themenkanälen (Channels) gezielt, auch über Unternehmensgrenzen hinweg und „näher am Geschehen“ zu kommunizieren. Dabei bietet Slack neben dem schriftlichen Informationsaustausch z.B. auch Videokonferenz- und Bildschirmteilfunktionen an. Slack dient aber nicht nur als reines Kommunikationswerkzeug, sondern soll die zentrale Schaltstelle der (digitalen) Arbeit sein. Die Software bietet Verknüpfungen/Zugänge zu anderen Drittanbieterprogrammen, wie bspw. Salesforce, Adobe oder den Microsoft Office-Anwendungen. Auch können Dateien ausgetauscht und archiviert werden, sodass Slack ebenfalls als Wissensdatenbank dient

Aktuell ist das Geschäft noch relativ kapitalintensiv, da viel in Forschung und Entwicklung sowie Marketing und Vertrieb investiert wird, um die Funktionen ständig auszubauen sowie Neukunden zu akquirieren. Mit einer Nettoliquiditätsposition zum letzten Quartal von 700 Mio. USD ist die Kriegskasse aber mehr als ausreichend gefüllt. In Zukunft sollte der Anteil der Ausgaben zum Umsatz aber deutlich sinken (die Entwicklung ist bereits abzusehen), wie es bei reifen und ausgewachsenen Softwareunternehmen die Regel ist und sich ein „Asset-light Modell“ etablieren. Das Unternehmen ist aufgrund der vorgenannten Investitionen aktuell noch in der Gewinn- und Verlustrechnung defizitär. Die Software ist aber skalierbar, sodass potenziell hohe zweistellige Margen winken. Zudem sind der operative sowie der freie Cashflow bereits mit mittleren einstelligen Margen positiv. Slack ist ein schnell wachsendes Unternehmen. Allein im letzten Quartal konnte die Anzahl der Kunden um 30% gesteigert werden. Das Unternehmen rechnet mit einem Gesamtmarktpotential (TAM) von rund 28 Mrd. USD – bei einem Umsatz im letzten Geschäftsjahr von 630 Mio. USD ist als noch viel Potenzial vorhanden und sogar Platz für weitere Wettbewerber. Slack gilt in seinem Tätigkeitsbereich als First-Mover. Größter Konkurrent ist Microsoft Teams – jedoch mit einem um drei Jahre verzögerten Markteintritt. Zudem nutzen nur rund 20% der MS Office-Anwender auch die eigene (meist kostenlose) Software, während sich das kostenpflichtige Slack großer Beliebtheit und starken Zugewinnen erfreuen darf. Vier der sechs größten Telefonkonzerne in den USA nutzen Slack, so wie auch IBM, Alphabet oder Amazon. Es kommen also gerade digital-affine Kunden hinzu. Mit Slack Connect können bis zu 20 Unternehmen einen Channel untereinander teilen und gemeinsam nutzen. Dies schafft enorme Netzwerkeffekte gegen die Konkurrenz. Beeindruckend ist das hohe User-Engagement bei Slack. Der typische Slack-User hat die App 10+ Stunden am Tag geöffnet und nutzt sie dabei aktiv für 100+ Minuten. Das ist eine von keiner anderen Software erreichte Userbindung und ist sogar wesentlich größer als das Engagement bei den Social Networks: Die durchschnittliche tägliche Nutzung bei Facebook beträgt 60 Minuten und YouTube 40 Minuten. Im jüngsten Quartal hatte Slack mit etwas Gegenwind zu kämpfen, da einige Kunden auch Arbeitsplätze abbauten und somit einzelne Lizenzen gekündigt wurden. Trotzdem wächst das Unternehmen weiterhin deutlich zweistellig. Zudem sind nur rund 20% der Kunden in Branchen tätig, die von der Krise stärker getroffen sind. Slack hat das Potenzial die Kommunikation grundlegend zu verändern und die zentrale Schaltstelle für das digitale Arbeiten zu werden. Der Anteil der großen Kunden (mit über 100.000 USD Umsatz p.a.) nimmt stetig zu und betrug zuletzt 37% – Tendenz steigend.

Erfolgreiches Investieren ist ein Marathon.

Transaktionen Oktober 2020

Im Oktober haben wir die Tech-Giganten Amazon und Microsoft in den Fonds aufgenommen. Amazon und Microsoft sind klare Gewinner von Corona und der dadurch beschleunigten Digitalisierung. Der Online-Handel bei Amazon wird im Weihnachtsgeschäft florieren und das Cloud-Geschäft wächst bei beiden Unternehmen ebenso rasant. Das Cloudgeschäft ist langfristig der Werttreiber der Beteiligungen. Auch eine Abspaltung vom Cloudgeschäft könnte insbesondere bei Amazon zusätzliche Werte generieren, weil das Cloudgeschäft dann Partnerschaften mit Konkurrenten eingehen kann. Bei den Titeln Flow Traders, Zur Rose, TeamViewer, Gazprom und Grenke haben wir nochmal aufgestockt. Flow Traders ist unser natürlicher Hedge in volatilen Märkten. Bei Zur Rose sehen wir weiterhin enormes Potenzial durch die Plattformstrategie und die Einführung des E-Rezeptes in Deutschland. Ebenfalls großes Potenzial bietet der Vorreiter der Fernwartung TeamViewer. Das Unternehmen profitiert von der zunehmenden Digitalisierung und diese Entwicklung wurde durch das Coronavirus noch beschleunigt. Gazprom bleibt ein Riese im Energiemarkt und auch die Unsicherheiten um die Fertigstellung von Nord Stream 2 sehen wir nicht bedrohlich. Die Entwicklungen zum chinesischen Markt sind deutlich relevanter. Grenke hat schon große Teile der Vorwürfe entkräftet und zudem Konsequenzen im Aufsichtsrat und der allgemeinen Aufstellung gezogen. Wir sehen das Unternehmen auf einem guten Weg, sich wieder zu erholen. Mit dem Verkauf von Skechers und Sberbank haben wir das Portfolio noch widerstandsfähiger bezogen auf die Auswirkungen der Lockdown-Maßnahmen gemacht.

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Ein sehr geschätzter Abonnent unseres ? Börsenbriefes antwortete mir gestern auf meinen Beitrag vom vergangenen Dienstag zum Thema Biontech:

„Der ‚Goldgrube-Impfstoff‘ hat einen entscheidenden Nachteil. Er muss bei weniger als –70° Celsius gelagert werden. Eine Bevorratung in Hausarztpraxen ist so unmöglich. Angedacht sind rund 60 Impfzentren in ganz Deutschland, sodass die Menschen zum Impfstoff transportiert werden müssen und der Impfstoff nicht zum Menschen kommt. Das ist ein wahnsinniger logistischer Aufwand, insbesondere wenn man an Senioren oder in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen denkt. Kann man so viele Menschen in möglichst kurzer Zeit impfen? Kommt ein weiterer Impfstoff auf den Markt, der weit weniger Aufwand benötigt, dann ist das mit der ‚Goldgrube‘ vorbei.“

Ein sehr guter Einwand!

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Unser Abonnent hat vollkommen recht.  In seiner aktuellen Zusammensetzung muss der Impfstoff von Biontech bei ungefähr –75° Celsius gelagert und transportiert werden, wodurch auch die Lieferung in Entwicklungsländer ohne robuste logistische Infrastruktur erschwert wird. Die überwiegende Mehrheit der verfügbaren Dosen des nächsten Jahres wurden jedoch bereits von den USA, der EU und Japan gekauft. Hier ist die Logistik belastbarer, steht aber dennoch vor Hindernissen.

Sobald er in den Kliniken ankommt, wird der Impfstoff bis zu 5 Tage lang haltbar sein. Pfizer gab bekannt, dass es ein Netzwerk bereits bestehender Vertriebszentren in den USA nutzen werde. Der Impfstoff werde direkt an Krankenhäuser und Arztpraxen in sogenannten „Thermal Shippers“, isolierten Versandkartons, die jeweils zwischen 200 und 1.000 Dosen tragen können, verschickt. Die Temperatur und der Standort werden dabei permanent per GPS überwacht.

Wird jetzt alles wieder gut?

Nein.

Natürlich atmen jetzt viele Menschen angesichts der guten Nachrichten von der pharmazeutischen Front auf. Auch die Börsen wollen nach oben. Aktienkurse springen.

Doch lassen Sie sich davon bitte nicht allzu sehr anstecken, werte Leser. Auch SARS-CoV-2 wird nicht gänzlich verschwinden. Wie viele andere Viren auch wird er bleiben und wir müssen uns irgendwie mit ihm arrangieren.

Die emotionale Achterbahnfahrt der Medien machen Sie besser nicht mit!

Denken Sie daran: Wer Erfolg an der Börse haben will, muss lernen, relevante von irrelevanten Informationen zu unterscheiden. Die allgegenwärtige Informationsflut macht nämlich auch vor den Finanzmedien nicht halt. Das Problem dabei ist, dass zahllose Zeitschriften und Blogs ständig eine Unzahl von Kaufempfehlungen und Hypes aus dem Boden stampfen. Sie können fast nicht anders und müssen andauernd etwas veröffentlichen, um relevant zu bleiben. Doch dabei kommen natürlich auch eine Menge nutzloser Ratschläge zustande. Wenn Sie langfristig erfolgreich sein möchten, sollten Sie besser selbst denken.

Angesichts der positiven Meldungen aus Mainz ist es heute natürlich verständlich, dass Fluggesellschaften, Reisebüros und Hotels sowie Shopping-Malls aufatmen und wieder besseren Zeiten entgegensehen. Es ist nachvollziehbar, dass die Anleger entsprechende Aktien wieder nachfragen. Die Hoffnung ist zurück.

Aber schichten Sie nun bitte nicht wild um! Kurzfristig orientierte Trader sind darauf konditioniert und gut trainiert, zwischen Branchen und Aktien hin- und herzuwechseln.

Wir Value-Investoren verzichten hingegen auf solche Stunts. Wir setzen auf Qualitätsaktien mit verständlichem Geschäftsmodell, relevanten Produkten, einer herausragenden Position am Markt, steigenden Cashflows und einer soliden Bilanz.

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Die Freude war gestern groß. Die Mitteilung von Pfizer und der Mainzer Firma Biontech schlug ein wie eine Bombe. Dass der gemeinsam entwickelte Impfstoff BNT162b2 bei vorher nicht mit Covid-19 infizierten Personen einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor einer Covid-19-Erkrankung biete und kaum Nebenwirkungen habe, ist ein erster Hoffnungsschimmer im weltweiten Kampf gegen die Pandemie.

Dem Ergebnis liegt eine Wirksamkeitsanalyse mit über 43.500 Probanden der laufenden Phase-3-Studie zugrunde. Zu den Probanden gehören Personen mit einem überdurchschnittlichen Infektionsrisiko aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu demografischen Risikogruppen, ihrer Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln oder ihrer Anstellung im Gesundheitsbereich.

„Das ist ein großer Tag für die Wissenschaft und die Menschheit“, frohlockte Pfizer-Chef Albert Bourla.

Die Aktie von Biontech schoss in die Höhe. Plus 25 Prozent innerhalb von nur 30 Minuten! Der US-Gigant Pfizer startete von höherem Niveau, kletterte aber bis zum Nachmittag immerhin auch um 14 Prozent.Kennen Sie den Firmensitz von Biontech, werte Leser?

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Während sich Aktionäre freuen können, bestehen in der Forschergemeinde noch Zweifel. Es fehlen beispielsweise noch genaue Daten zur Wirksamkeit in den verschiedenen Altersgruppen. Und es ist noch keineswegs klar, wie lange der Impfschutz anhalten wird. Unklar ist auch, ob eine Impfung für einige Jahre reicht oder jede Saison wie bei der Influenza geimpft werden muss.

Die von Biontech und Pfizer entwickelte mRNA-Therapie funktioniert folgendermaßen: Messenger Ribonucleic Acid, kurz mRNA, auch Boten-DNA genannt, ist der Bauplan für Proteine. Die Zelle fertigt sie als Abschrift eines ganz bestimmten Abschnitts der Desoxyribonukleinsäure, kurz DNS, an. Anschließend transportiert sie diese aus dem Zellkern heraus, um Hormone, Enzyme und andere notwendige Stoffe herzustellen. Daher stammt der Name „Bote“. Die Forscher wollen nun also die Baupläne für Anti-Corona-Proteine in die Zellen schleusen und sie dort nachbauen lassen.

Der Impfstoff BNT162b2 wird von Biontech im Projekt „Lightspeed“ seit Mitte Januar entwickelt. Die für eine Zulassung entscheidende Phase-3-Studie begann Ende Juli in verschiedenen Ländern. Inzwischen haben mehr als 43.500 Menschen mindestens eine der beiden Impfungen bekommen, die im Abstand von drei Wochen verabreicht werden. Die Sicherheit des Impfstoffs gibt ebenso Anlass zur Hoffnung. Unter den Geimpften wurde kein Fall schwerer Nebenwirkungen berichtet.

Die US-Zulassungsbehörde FDA hat jedoch ein Probanden-Minimum für den Sicherheitsnachweis genannt, die aktuell noch nicht erreicht ist. Die Marke soll in der dritten Novemberwoche geschafft und dann sofort die Zulassung beantragt werden.

Bei der WHO sind mittlerweile 10 Impfstoffe in der klinischen Phase III gemeldet, darunter mit Janssen ein Hersteller, der bereits Vorverträge mit der EU abgeschlossen hat. Auch Moderna, ebenfalls aussichtsreich, hat Gespräche mit der EU geführt. Außerdem gehören zu den 10 Herstellern das kleine US-Unternehmen Novavax, das einen guten Teil seiner Produktionskapazität vom tschechischen Partner Praha Vaccines bekommt, sowie insgesamt fünf chinesische Projekte.

Setzen wir nun einmal die Investoren-Brille auf!

Wie sieht es bei Biontech mit dem Burggraben aus?

Kann nicht ein anderer Hersteller den Impfstoff einfach nachbauen und in Masse produzieren?

Wenn ein Pharmaunternehmen heute freie Kapazitäten für die Herstellung eines RNA-Impfstoffs anzubieten hätte, könnte sich dieses natürlich mit Pfizer, Biontech und den potenziellen Abnehmerländern über Kooperationen, Auftragsfertigungen und Lizenzverträge unterhalten.

Doch alle Produzenten, die solche Kapazitäten besitzen, haben sich aktuell bereits auf einen anderen Impfstoffkandidaten konzentriert und entsprechende Produktionsverträge geschlossen. Technisch ist die Umstellung der Produktionsanlagen von Vektorvirusimpfstoffe oder Proteinimpfstoffe hin zu mRNA-Präparate nicht besonders schnell zu schaffen. Und selbst wenn sich die Kapazitäten in den kommenden Wochen und Monaten sicherlich neu verteilen werden, wird insbesondere Pfizer, dank seiner im September gestarteten Vorproduktion, kaum einzuholen sein.

Ein möglicher Geheimtipp könnte in diesem Punkt die MSD Merck Sharp & Dohme AG sein. MSD besitzt große Produktionskapazitäten nebst entsprechendem Vertrieb und ist mit seinen eigenen Projekten noch in der ersten klinischen Phase. Wollen Sie als Anleger einsteigen, müssen Sie ganz besonders auf den Namen des Unternehmens achten. Der Name des Wertpapiers weicht vom Unternehmensnamen ab. International trägt MSD nach der Fusion mit Sharp & Dohme den Namen MSD Sharp & Dohme.

Nur in den USA und in Kanada firmiert das Unternehmen unter dem traditionsreichen Namen Merck & Co. Die WKN lautet A0YD8Q, die ISIN US58933Y1055. Das Wachstum von MSD kann sich sehen lassen: In den letzten 3 Jahren stieg der Umsatz um 5,57 Prozent pro anno, der Nettogewinn um 35,92 Prozent und der Gewinn pro Aktie um 39,28 Prozent. Aktuell liegt der Free Cashflow bei 6,7 Mrd. USD. Die Margen sind stabil hoch. Die Bruttomarge liegt mittlerweile bei 71 Prozent und die Nettomarge bei 24,3 Prozent. Die Bilanz ist recht stabil mit einem Current Ratio von 1,3 und einem Verschuldungsgrad von 0,9.

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Glücklicherweise verwandelt das COVID-19-Virus Menschen nicht in Zombies. Von einigen Unternehmen lässt sich dies heutzutage leider nicht sagen. Viele Firmen hängen am Tropf staatlicher Subventionen.

Das Thema einer wirtschaftlichen Zombifizierung ist nicht neu und wurde am häufigsten im Zusammenhang mit Japan diskutiert, wo viele Banken trotz der Immobilienkrise 1989 überlebten. Sie verfügten über dicke Hypothekenbücher, die, wären sie abgeschrieben worden, zur Zahlungsunfähigkeit geführt hätten. Die japanische Regierung war jedoch in Helfer-Stimmung, ähnlich wie auch heute Regierungen weltweit ganze Branchen über Wasser halten: Reiseveranstalter, Fluggesellschaften, Einkaufszentren, Bürovermieter und viele mehr.

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Zombies sind in Filmen viel leichter zu erkennen als in der Geschäftswelt

Ein menschlicher Zombie ist im Wesentlichen ein verstorbener Körper, der „auf magische Weise“ noch funktioniert und von dem Bedürfnis nach frischem Menschenfleisch angetrieben wird. Er sieht weder hübsch aus, noch riecht er besonders gut.

Im Gegensatz dazu scheint ein Firmen-Zombie oft nicht von gesunden Unternehmen unterscheidbar zu sein, außer dass seine finanzielle Situation mit hoher Wahrscheinlichkeit eines Tages eine Umstrukturierung oder eine Konkursanmeldung erforderlich machen wird.

Zombie-Aktien können auf verschiedene Weise identifiziert werden. Das beste Werkzeug bietet uns der Zinsdeckungsgrad, der als EBIT geteilt durch Zinsaufwand definiert ist. Liegt der Zinsdeckungsgrad unter dem Wert 1, bedeutet dies, dass die Zinszahlungen nicht gedeckt sind, was für ein Unternehmen alles andere als eine nachhaltige Situation darstellt.

Das Forschungsinstitut ? FactorResearch hat mehr als 12.000 Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung ab 250 Mio. USD aus 40 Aktienmärkten weltweit untersucht. Kanada, Südkorea, Norwegen und Australien sind demnach hochgradig fremdfinanzierte Volkswirtschaften, die von Rohstoff-abhängigen Branchen angetrieben werden.

Die meisten japanischen Unternehmen befinden sich aufgrund einer exportorientierten Wirtschaft und billiger Finanzierungen, die seit fast zwei Jahrzehnten zur Verfügung stehen, in einer recht gesunden finanziellen Verfassung. Tatsächlich gibt es viele japanische Aktien, die mehr Bargeld als Schulden haben. Die häufig diskutierten japanischen Zombies sind groß, aber zahlenmäßig wenig vertreten, und sie stammen meist aus dem Finanzsektor.

Abseits geografischer Blickwinkel ergibt sich laut FactorResearch das Bild, dass die New Economy stärker zombifiziert ist als die Old Economy.

Der hohe Anteil der Zombie-Unternehmen im Gesundheitssektor wird im Bericht mit der großen Anzahl von Biotechnologie-Unternehmen erklärt, die jahrelang unprofitabel agieren, bevor sie anfangen, Umsätze zu generieren oder final untergehen. Diese Biotech-Firmen sind keine Zombies im Sinne von Menschen, die zu Monstern werden, sondern eher Unternehmen mit schlechten Geschäftsmodellen, die hart daran arbeiten, finanzielle Rentabilität zu erreichen.

Als Überraschung erweist sich, dass der Energiesektor relativ gesund ist, trotz eines niedrigen Ölpreises in den letzten Jahren, der für viele Energieunternehmen eine Herausforderung darstellte.

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In den Finanzmedien stoßen wir immer wieder auf Kürzel wie KGV, KCV und KUV. Was bedeuten sie? Und inwiefern können sie uns helfen bei der Geldanlage an der Börse?

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Fangen wir mit dem Kurs-Gewinn-Verhältnis, kurz „KGV“ an.

Diese Kennzahl liefert uns Investoren einen ersten Anhaltspunkt darüber, ob die Aktie eines Unternehmens über- oder unterbewertet ist.

Beispielsweise liege der Kurs einer Aktie des Unternehmens A bei 50 EUR, sein Gewinn pro Aktie 2,50 EUR. Daraus errechnet sich ein KGV von 20. Das bedeutet, dass sich der Kaufpreis der Aktie – bei konstantem jährlichen Gewi nn – nach 20 Jahren durch die Gewinne amortisiert hätte. Liegt das KGV vergleichbarer Unternehmen bei 15, könnte dies darauf hindeuten, dass die Aktie des Unternehmens A überbewertet ist. Je höher das KGV, desto teurer ist die Aktie.

Das KGV ist heute noch sehr gebräuchlich, sagt für sich allein aber noch zu wenig über den Preis aus. Dies liegt an der bilanztechnischen „Flexibilität“ des Begriffes „Gewinn“. Hier können geschickte Buchhalter sehr viel drehen, so dass wir Anleger uns nicht ausschließlich auf das KGV verlassen sollten.

Weiter geht es also mit dem Kurs-Umsatz-Verhältnis, kurz „KUV“.

Bei Unternehmen, die noch keinen Gewinn erwirtschaften, sind althergebrachte Kennziffern wie etwa das oben beschriebene Kurs-Gewinn-Verhältnis (noch) nicht anwendbar. Um solche Unternehmen trotzdem einer Bewertung unterziehen zu können, nutzen wir das Kurs-Umsatz-Verhältnis.

Diese Kennzahl wurde hauptsächlich dazu entwickelt, um Start-ups bewerten zu können. Hier wird in den ersten Börsenjahren zunächst nicht primär die Erzielung eines Gewinns angestrebt. Eher der Ausbau der Kundenbasis und der Gewinn von Marktante ilen steht im Vordergrund.

Entscheidend sind beim Kurs-Umsatz-Verhältnis nicht die kurzfristig zu erzielenden Gewinne, sondern schnelles Umsatzwachstum – eben in der Annahme, dass aus den steigenden Umsätzen zu einem späteren Zeitpunkt weitaus höhere Gewinne generiert werden können.

Zur Berechnung des Kurs-Umsatz-Verhältnisses wird die aktuelle Marktkapitalisierung eines Unternehmens durch seinen aktuellen Umsatz dividiert. Bei einem niedrigen Kurs-Umsatz-Verhältnis gilt die Aktie als günstig, bei einem hohen Kurs-Umsatz-Verhältnis gilt sie als teuer.

Auch das Kurs-Umsatz-Verhältnis sollten Sie, liebe Leser, letztlich nur als eine Komponente Ihres Entscheidungsprozesses nutzen. Wir Value-Investoren meiden junge, unprofitable Unternehmen.  Dennoch kann das Kurs-Umsatz-Verhältnis durchaus eine gute Ergänzung darstellen – insbesondere zwecks Vergleich mehrerer Unternehmen derselben Branche.

Die letztliche Kaufentscheidung sollten Sie aber unedingt (auch) von anderen Faktoren abhängig machen. Ein Unternehmen, das seine Profitabilität noch nicht bewiesen hat, ist selten mehr als eine Wette auf die Zukunft.

Zu guter Letzt werfen wir nun noch einen Blick auf das Kurs-Cashflow-Verhältnis, kurz „KCV“.

Zur Berechnung des KCV wird der Aktienkurs durch den Cashflow pro Aktie dividiert. Um auch die Zukunftsperspektiven des analysierten Unternehmens in den Blick zu nehmen, können wir zudem die erwarteten, künftigen Cashflows in die Berechnung einbeziehen.

Das Kurs-Cashflow-Verhältnis stellt die interne Finanzierungskraft eines Unternehmens wesentlich besser dar als der ausgewiesene Bilanzgewinn. Somit ist auch die Aussagekraft des Kurs-Cashflow-Verhältnisses letztlich treffender als die des Kurs-Gewinn-Verhältnisses.

Die Kennziffer Kurs-Cashflow-Verhältnis drückt aus, mit welchem Vielfachen des Cashflows die Aktie eines Unternehmens aktuell notiert.

Stehen Sie als Investor vor einer Anlageentscheidung in Aktien mit gleichem Kurs-Gewinn-Verhältnis, so können Sie ergänzend das Kurs-Cashflow-Verhältnis zu Rate ziehen. Hier sollten Sie die Aktie mit dem niedrigeren Kurs-Cashflow-Verhältnis wählen. Denn dadurch wird ausgedrückt, dass das Unternehmen über eine höhere interne Finanzierungskraft verfügt – was letztlich zu einer tendenziell positiveren Kursentwicklung führt.

Ein weiterer Grund für die Verwendung des Kurs-Cashflow-Verhältnisses kann ein fehlender Gewinn sein. Denn in dieser Situation kann folglich kein Kurs-Gewinn-Verhältnis ermittelt werden.

Doch auch Cashflow und Kurs-Cashflow-Verhältnis eignen sich nicht uneingeschränkt für die Bewertung von wachstumsorientierten Titeln. Folgende Fallstricke sollten Sie beachten:

  1. Auch der Cashflow eines Unternehmens kann negativ sein. Das bedeutet dann, dass die Ermittlung des Kurs-Cashflow-Verhältnisses nicht möglich ist und ein Vergleich dieses Unternehmens mit anderen Unternehmen nicht durchgeführt werden kann.
  2. Eine weitere Einschränkung der Anwendbarkeit des Kurs-Cashflow-Verhältnisses ergibt sich aufgrund der stark voneinander abweichenden Ausstattung mit Anlagevermögen und des damit verbundenen Abschreibungsbedarfs der verschiedenen Branchen. Die Vergleiche von Unternehmen unterschiedlicher Wirtschaftszweige mittels Kurs-Cashflow-Verhältnis ist daher nur bedingt möglich.

Für die Kennziffer Kurs-Cashflow-Verhältnis gelten letztlich ähnliche Kritikpunkte wie für das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Probleme treten insbesondere in folgenden Situationen auf:

  1. Betrachten wir das Kurs-Cashflow-Verhältnis einer Aktie, so lässt sich aus dieser isolierten Betrachtung noch keine Aussage darüber treffen, ob der Wert auf diesem Kursniveau kaufenswert ist oder nicht.
  2. Bei der Betrachtung verschiedener Unternehmen anhand deren Kurs-Cashflow-Verhältnisse müssen wir sicherstellen, dass diese unterschiedlichen Unternehmen auch tatsächlich vergleichbar sind, um nicht zu einem verfälschten Ergebnis zu kommen.
  3. Weist ein Unternehmen keinen positiven Cashflow auf, so kann es folglich nicht über eine Analyse des Kurs-Cashflow-Verhältnisses bewertet werden.

Trotz all dieser Schwächen ist das KCV dem (weiter verbreiteten) KGV überlegen. Das Kurs-Cashflow-Verhältnis sollte in Ihrem Entscheidungsprozess keinesfalls fehlen.

So weit unser finanzmathematischer Exkurs für heute.

Wenn Sie, liebe Leser, noch tiefer einsteigen möchten in den Prozess der Unternehmens- und Aktienanalyse, empfehle ich Ihnen unsere Privatinvestor Jahresausgabe mit 228 Seiten voller Analysen und Strategien.

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Im Privatinvestor Podcast Nummer 23 hatte ich Ihnen berichtet vom heißer werdenden Wettbewerb der digitalen Parallelwelten. Angeheizt durch Corona, Lockdowns, freiwillige und unfreiwillige Quarantäne-Zeiten ringen die Tech- und Medienkonzerne um die Aufmerksamkeit der Konsumentenschar. Und heute möchte ich Ihnen von einem Unternehmen berichten, das in diesem Rennen bereits sehr weit vorne liegt: Disney.

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Der Mäusekonzern will in Zukunft noch mehr Gewicht auf das Streaming-Geschäft legen. Disney+ ist ein Dienst, bei dem es nicht wirklich um Fernsehen geht, zumindest nicht direkt, sondern eher um Disney selbst. Während Disney+ mit Netflix natürlich um die Aufmerksamkeit der Verbraucher konkurriert, sind die Ziele dieser beiden Dienste doch sehr unterschiedlich: Für Netflix bedeutet Streaming sein Ein und Alles. Für Netflix ist Streaming der einzige Treiber von Umsatz und Wachstum. Disney hingegen plant selbstverständlich auch, dass Disney+ eines Tages profitabel sein soll – vielleicht schon im Jahr 2024, vielleicht auch später  – aber das größere Projekt ist Disney selbst.

Dank der Kontrolle über den Vertrieb seiner Inhalte und den direkten Weg zum Verbraucher kann Disney seine bereits starken Kundenbeziehungen in einer Weise vertiefen, die allen Teilen des Unternehmens zugute kommen wird.

Neue Filme können über Disney+ neue Marken kreieren, die neue Attraktionen in Themenparks hervorbringen, wiederum neue Merchandising-Chancen schaffen und abermals Fortsetzungsfilme hervorbringen.

Streaming passt auf lange Sicht viel besser zu Disneys Geschäftsmodell als, wie bislang, einfach  neue Inhalte an den Meistbietenden zu verteilen. Während der Corona-Pandemie ist Disney+ der einzige Lichtblick für Disney. Viele andere Unternehmensbereiche, von Kreuzfahrtschiffen über die Freizeitparks bis hin zum Sport, sind auf persönliche Interaktionen angewiesen. Dass es Disney+ gibt, war jedoch nicht einfach nur Glück: Der Trend zum Streaming wurde schon Jahre zuvor entfacht. Disney ist hier relativ spät auf den Zug aufgesprungen.

Der Corona-Virus war dann der fulminante Katalysator. Kino und DVD-Verleih repräsentieren heute, anno 2020 eine Vergangenheit, die vielleicht schnell verblassen wird, aber es ist eine Vergangenheit mit viel Prestige. Das Streaming profitiert von diesem Prestige. Langfristig wird Disney von seinem strategischen Schwenk profitieren. Die Margen werden klettern. Disney beschränkt seine Inhalte auf seine eigenen Plattformen, begrenzt damit auch die Größe seines adressierbaren Marktes, erhöht aber gleichzeitig den Geldbetrag, den es pro Nutzer auf diesem verbleibenden Markt verdienen kann.

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Prof. Dr. Max Otte

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