Die „Big 5“ pushen die Rallye

+ aus der Praxis: Verschuldung als Kriterium für den Management-Test

Der Nasdaq Composite Index genießt zurzeit sein bestes Quartal seit 1999, getrieben von den großen Tech-Playern. Gestern liefen die Märkte jedoch etwas schwächer. Der Grund aus Sicht kreativer Nachrichtensprecher: SARS-CoV-2. In den Tagen zuvor wollten viele die weltweiten steigende Zahlen der Neuinfektionen noch nicht sehen, nun spielen sie angeblich schon wieder eine wichtige Rolle für die Börsen. Gründe für alles finden sich immer überall…

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Die „Big 5“ dominieren den Aufschwung seit mehr als 2 Jahren

Die Marktkapitalisierung der fünf größten Tech-Unternehmen zusammen – Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet und Facebook – stieg bis zum gestrigen Mittwoch auf 6,07 Bio. USD. Seit ihrem gemeinsamen Tiefststand am 16. März ist ihre Marktkapitalisierung um mehr als 50 Prozent in die Höhe geschnellt. Das ist ein Anstieg um 2,1 Bio. USD in wenig mehr als drei Monaten. Seit Januar 2017 ist die Marktkapitalisierung der „Big 5“ sogar um 164 Prozent gestiegen.

Nun zur Einordnung: Der Wilshire 5000 Market Cap Index umfasst 3.451 in den USA börsennotierte Unternehmen. Am gestrigen Mittwoch schloss er mit 31.105,62 Punkten. Jeder Punkt entspricht dabei einem Gegenwert von 1,2 Mrd. USD. Die gesamte Börsenkapitalisierung, gemessen am Wilshire 5000 Market Cap Index, beläuft sich damit aktuell auf 37,3 Bio. USD. Seit seinem Tief im März 2020 kletterte der Index um mehr als 38 Prozent.

Gemessen am Wilshire 5000 Market Cap Index machen die „Big 5“ rund 16,2 Prozent der US-Börsenkapitalisierung aus. Im Januar 2017 lag ihr Anteil noch bei 10 Prozent. Nehmen wir nun diese fünf größten Aktien aus dem Index heraus, erhalten wir einen Rest von 31,2 Bio. USD. Gegenüber dem Tiefststand im März ist dieser Rest um 28,4 Prozent gestiegen. Obwohl dieser Zugewinn für eine dreimonatige Rallye stark ist, spielen die „Big 5“ mit einem Sprung von 50 Prozent doch in einer anderen Liga.

Der Knackpunkt kommt noch: Ohne Facebook, Amazon, Alphabet, Amazon und Microsoft liegt der Wilshire 5000 Market Cap Index noch immer unter seinem Höchststand vom 20. Februar 2020. Seit Januar 2018 bereits hat der Index ohne die „Big 5“ nichts hinzugewonnen.

Dies im Hinterkopf wollen wir uns nun ein paar Einzeltiteln widmen…

Amazon rüstet seine Web Services auf. Neu im Portfolio des Cloud-Segments ist ein „Rechner für raue Bedingungen“ namens Snowcone. Er dient der Verarbeitung und dem Transport von Daten direkt am Einsatzort, ausgestattet mit 2 Hauptprozessoren, 4 GByte Arbeitsspeicher, 8 TByte Festplattenspeicher und einer USB-Stromversorgung. Als typische Einsatzszenarien werden extreme Standorte genannt, die keinen Netzzugriff haben, beispielsweise Ölbohrplattformen, Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr, Krankenhäuser, aber auch Militäreinrichtungen.

Auch seine Prime-Kunden will Amazon zukünftig Neues bieten: Live-Sendungen. Das geht aus aktuellen Stellenangeboten des Konzerns hervor, in denen Mitarbeiter für die Produktion von Nachrichten-, Sport- und Musiksendungen gesucht werden.

Facebook muss derweil eine Schlappe in Brasilien hinnehmen. Bereits kurz nach seinem Start muss WhatsApp Pay pausieren. Die Zentralbank will zunächst die Auswirkungen auf den Zahlungsverkehr und den Datenschutz analysieren. Facebook verteidigt seinen Standpunkt, die App sei ein reiner Vermittler und benötige keine Genehmigung der Zentralbank oder anderer Behörden. Mastercard und Visa wurden bis auf weiteres dazu aufgefordert, von WhatsApp Pay übermittelte Transaktionen nicht auszuführen.

In Deutschland versucht Facebook seinem chinesischen Konkurrenten Bytedance Paroli zu bieten. Mit einem Upgrade will Mark Zuckerberg seine App Instagram so weit aufmöbeln, dass es mit der, unter jungen Menschen immer beliebter werdenden, App TikTok mithalten kann. Sogenannte „Reels“ nennt Facebook ab sofort bis zu 15 Sekunden lange Kurzvideos, die die Nutzer aufnehmen, mit Musik und Spezialeffekten versehen und der Community präsentieren können. Facebooks Bemühungen sind nachvollziehbar. Schließlich haben mittlerweile mehr als 2 Mrd. Menschen weltweit den Instagram-Konkurrenten TikTok installiert, mit 315 Mio. Downloads im ersten Quartal 2020 mehr als jemals jede andere App.

Für den Pay-TV-Anbieter Sky kommt die Konkurrenz aus allen Richtungen. Seit 2016 ist der Sport-Streaming-Dienst DAZN aktiv. Und auf der anderen Seite wächst die Zahl der Serien- und Filme-Anbieter. Netflix, Amazon Prime und Disney sind starke Wettbewerber. Für den deutschen Mark ist Sky nun Entscheidendes gelungen: Am Montag bereits wurde der Kauf der überlebenswichtigen Bundesliga-Rechte verkündet. Auch der Erwerb von Formel-1-Rechten sowie die Produktion von deutlich mehr eigenen Serien wird das Angebot stärken. Das Management der deutschen Abteilung spricht von einer „neuen, großen Programmoffensive“. Besonders unter Druck stand Sky bei den Fußball-Übertragungen. Der Verlust der Champions-League wiegt hier sehr schwer. Die neuen Bundesliga-Rechte geben wieder Luft zum Atmen.

Die Sky-Gruppe gehört seit 2018 dem US-Konzern Comcast, der ordentliche Wachstumszahlen vorweisen kann. In den letzten 10 Jahren stieg der Umsatz um 11,79 Prozent pro anno, der Bruttogewinn um 11,34 Prozent und der Nettogewinn um 13,63 Prozent. Auch der Free Cash Flow konnte in den letzten Jahren stetig gesteigert werden, beläuft sich aktuell auf 12 Mrd. USD. Aktionäre profitieren von einer Dividende, die seit 2010 Jahr für Jahr wächst. Aktuell werden 34 Prozent des Gewinns und damit 0,86 USD pro Aktie ausgeschüttet. Die Bilanz jedoch verdient erhöhte Aufmerksamkeit. Zwar konnten die kurzfristigen Verbindlichkeiten in den letzten Jahren etwas reduziert werden, doch ist der Verschuldungsgrad von 1,23 relativ hoch und das Current Ratio von 0,87 relativ niedrig.

Verschuldung ist ein wichtiges Kriterium für den Management-Test

Ich bin nicht der Erste, der Sie darauf aufmerksam macht: Je höher die Schulden eines Unternehmens sind, desto größer ist auch das Potenzial für Betrug.

Wenn ein böswilliger Manager Geld aus dem Unternehmen ziehen will, kann er das Volumen seines Raubzuges erhöhen, in dem er zusätzlich zum Eigenkapital möglichst hohe Schulden aufnimmt. Sich von übertriebener Verschuldung fernzuhalten löst für uns Investoren also auch dieses Problem.

Ausgangspunkt solcher Betrugsversuche ist natürlich stets ein grundlegender Interessenkonflikt zwischen Manager und Aktionären. Beide wollen ihre finanziellen Vorteile maximieren, doch ihre Ziele sind nur teilweise identisch. Leider werden sich nur wenige Manager für die Aktie entscheiden, wenn es darum geht, entweder den Aktienwert zu steigern oder das eigene Vermögen.

Eine möglichst hohe Beteiligung am Unternehmen hilft an dieser Stelle und stärkt das Eigentümer-Mindset des Managements. Doch eine gesunde Dosis Skepsis sollten Sie sich bewahren, wenn Sie das Fundament eines Unternehmens bewerten wollen – vor allem in Fällen hoher Verschuldung.

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Facebook vs. Amazon: Zalando als lachender Dritter?

+ aus der Praxis: 4 Fragen zur Analyse des Aufsichtsrats

Schlechte Nachrichten sind keine Nachrichten. Die steigenden Infektionszahlen in den USA, neue Ausbrüche in Südkorea und die lokalen Hotspots in Europa werden geflissentlich ignoriert. Neue Kurstiefs an den Börsen werden gefeiert. Immer mehr Privatanleger steigen jetzt ohne fundamentale Analysen ein. Neue Trading Apps wie Robinhood verzeichnen Rekordzugriffe. Und die Bilanzen der Notenbanken wachsen munter an. Sehen wir also schon eine neue Spekulationsblase?

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Die US-Einzelhandelsumsätze stiegen im Mai stärker als erwartet und machten einen wesentlichen Teil der Verluste des Vormonats wieder wett. Nichtsdestotrotz signalisieren die BIP-Schätzungen für das zweite Quartal ein Minus von rund 30 Prozent. Andere Wirtschaftsdaten, wie die wöchentlichen Arbeitslosenanträge, unterstreichen weiterhin die enormen Belastungen der Krise. Die in den USA als sehr wichtig wahrgenommene Zahl der Eigenheimverkäufe ist im Mai weiter deutlich gefallen. Nach Angaben der National Association of Realtors wurden 340.000 Häuser weniger verkauft als im Mai 2019. Das ist der stärkste Rückgang seit der Finanzkrise 2008. Im Bericht wird eine pandemiebedingte „Flucht in die Vorstädte“ diagnostiziert. Home Office macht es möglich.

Und damit kommen wir auch schon zu einer Betongold-Aktie: TAG Immobilien aus dem MDAX. Das Portfolio des Unternehmens umfasst rund 84.000 Mietwohnungen – vor allem im Osten Deutschlands. Trotz dieser Menge schafft es das Management, die Zahlen relativ verständlich aufzubereiten und transparent zu kommunizieren. Ein bisschen Wachstumsmusik liegt noch dank einiger potenzieller Übernahmen in der Luft. Die Eigenkapitalrendite liegt bei gut 20 Prozent, die Gesamtkapitalrendite bei 8,17 Prozent. Über die letzten 10 Jahre wuchs der Umsatz um 14 Prozent pro anno, der Bruttogewinn um 7,43 Prozent. Auch der Free Cashflow konnte in den letzten Jahren stetig gesteigert werden, liegt aktuell bei 0,91 EUR pro Aktie. Insgesamt ist TAG Immobilien eine solide Aktie. Die Bilanz ist mit einem Current Ration von 1,52 und einem Verschuldungsgrad von 1,07 akzeptabel. Für diese kapitalintensive Branche sind das gute Werte. Auch als Dividendentitel ist TAG interessant. In den letzten 9 Jahren wurde die Ausschüttung stets angehoben. Zurzeit liegt sie 0,75 EUR pro Anteil, ist also gut gedeckt vom Free Cashflow. Bezogen auf den Gewinn liegt die Payout Ratio bei 75 Prozent, die aktuelle Dividendenrendite bei 4 Prozent.

Gestern hatte ich Ihnen bereits vom ewigen Hahnenkampf zwischen Facebook und Amazon berichtet. Zuckerbergs Shop-Angebot sorgt für neuen Wirbel. Auf diesem Segment ist nicht nur Amazon der Angegriffene. Auch Zalando muss aufpassen. Mitten in der Finanzkrise als reiner Modehändler gegründet und 2014 an die Börse gebracht, zählt der Modehändler mittlerweile zu den stärksten Titeln im MDAX und starker Amazon-Konkurrent.

Die Zahlen zum ersten Quartal 2020 verdeutlichten bereits die gestiegene Nachfrage während des Lockdowns. Ein aktueller Zwischenbericht zur Krise verweist nun auf die um 17,8 Prozent gestiegene Zahl der Bestellungen. Die Zahl der Neukunden ist im April um 40 Prozent gestiegen. Im Schnitt lassen die Kunden 56 EUR pro Einkauf in den Kassen der Mode-Plattform. Gewinn jedoch wird nicht erzielt. Der Cashflow wird komplett für mehr Wachstum investiert. Entsprechend sank der Operative Cashflow für die letzten 12 Monate auf 125 Mio. EUR. Der Free Cashflow ist negativ.

In den letzten 5 Jahren wuchs der Umsatz um 23,97 Prozent pro anno, der Nettogewinn jährlich um 16,18 Prozent. Wer nun auf hohe Schulden spekuliert, liegt jedoch falsch. Das Current Ratio liegt bei gesunden 1,52 und die langfristigen Verbindlichkeiten machen gerade einmal die Hälfte des Eigenkapitals aus. Allerdings ist der Verschuldungsgrad seit 2018 wieder deutlich gestiegen und sollte von Aktionären genau im Blick behalten werden. Auf dem Wachstumspfad der letzten Jahre – weg vom Händler-Image, hin zum Plattform-Gedanken – wurde auch die Cash-Position deutlich heruntergefahren. Von ihrem Höchststand des Jahres 2014 ist sie weit entfernt. Liquidität macht aktuell 24,51 Prozent der Zalando-Bilanz aus. Für das 2. Quartal „warnt“ das Management vor einem signifikanten Umsatzsprung. Die Plattformstrategie wird noch konsequenter als früher umgesetzt, das Partnerprogramm entsprechend erweitert. Zalando kooperiert seit Corona auch verstärkt mit dem lokalen Handel, dessen Geschäfte deutlich leerer sind als zuvor. Statt via eBay oder Amazon sollen die Kunden ihre Lieblingsboutiquen auf Zalando besuchen. Alles in allem ein interessanter Wachstumstitel und spannender Amazon-Konkurrent. Mit Blick auf den Abstieg von Wirecard ergibt sich nun sogar vielleicht eine Aufstiegschance in den DAX.

Volkswagen will sich ein Stück weit unabhängiger machen von Google dessen System Android Auto. Mit vw.os entwickelt der Autobauer ein eigenes Betriebssystem für die Cockpits in seinen Fahrzeugen. Kunden können damit ihre Apps vom Smartphone direkt auf das Display im Fahrzeug bringen. Vor allem Datenschutzgründe brachte das Management gegen eine weitere Kooperation mit Google vor. Das eigene System soll zu großen Teilen als Open-Source-Projekt auch anderen Herstellern zur Verfügung gestellt werden. Von den Assistenzsystemen über Einparkhilfen und Ladetechnologien bis zur Unterhaltung der Fahrgäste soll vw.os alles abdecken können. Investitionen in Höhe von 7 Mrd. EUR bis zum Jahr 2025 wurden veranschlagt. Doch ganz ohne Google wird es auch Volkswagen nicht schaffen. Auch vw.os wird auf dem Linux-Derivat Android basieren.

Fujitsu rüstet Japans neuen Supercomputer mit Prozessoren von ARM aus. Mit 415 Petaflops setzt sich „Fugaku“ ganz klar an die Spitze der neuen Top-500-Liste der weltweiten Supercomputer. Das System ist rund 2,8-mal so schnell wie der bisherige Spitzenreiter, der US-amerikanische Summit von IBM.

Gaming-Legende Nintendo wird von seinen bisherigen Plänen im Mobil-Bereich abrücken. Als einer der Gründe dafür nannte das Management die enttäuschenden Umsätze des Smartphone-Spiels Super Mario Run im Vergleich zu anderen Gaming Apps in den vergangenen Monaten. Die Umsätze seien im Gegensatz zur Konkurrenz deutlich gefallen. Vor zwei Jahren hatte Shuntaro Furukawa, der aktuelle Präsident von Nintendo, noch verkündet, dass Nintendo plane, drei Smartphone-Spiele pro Jahr zu veröffentlichen und einen Jahresumsatz von 1 Mrd. USD prognostiziert.

Nintendo gilt zwar als „Bleib-zu-Hause-Aktie“, doch der Gesamtumsatz sank trotz Corona im vergangenen Quartal um 4,88 Prozent. Die Konkurrenz durch Sony und Microsoft macht den Japanern das Leben schwer. In den vergangenen 10 Jahren fiel der Umsatz um 4,17 Prozent pro anno, der Bruttogewinn um 8,53 Prozent, der Nettogewinn um 3,57 Prozent. Der Free Cashflow zumindest konnte 2019 wieder leicht um 12 Prozent steigen, wird aktuell mit umgerechnet 2,6 Mrd. USD beziffert. Die Bilanz des Unternehmens ist stark. Das Current Ratio liegt bei 4,10. Die liquiden Mittel machen 57 Prozent der Buchwerte aus. Für Zukunftsinvestitionen ist Geld vorhanden. Doch dafür muss mehr kommen als das Mario-Franchise. Die neue Konsole Switch konnte in den letzten 3 Jahren Fans zurückholen. Doch gerade technisch hat Nintendo in der letzten Dekade wenig vorangebracht, während die Konkurrenten auf- und überholten.

Und schon sind wir wieder beim Thema Management. Mit dieser Brille auf der Nase erkennt man viel Interessantes bei so manchem Unternehmen – auch bei Nintendo. Wie schaut hier das Board of Directors aus? Schließlich sollte dieser Aufsichtsrat die Interessen der Aktionäre vertreten.

Insgesamt sehen wir bei Nintendo 8 Direktoren, angeführt von Shuntaro Furukawa und Satoru Shibata, der auch im Board der Pokémon-Franchise sitzt. Wie bei jedem anderen Großkonzern auch, stellt sich hier die Frage, wie unabhängig und aktionärsorientiert diese Aufseher wirklich sind…

Wir Anleger sollten uns bei jedem zu analysierenden Unternehmen auch diese 4 Fragen stellen:

  1. Profitieren die Aufsichtsräte finanziell durch ihren Aktienbesitz am Unternehmen oder durch die Honorare für ihre Teilnahme an den Board-Sitzungen?
  2. Wäre das Board, wenn nötig, tatsächlich bereit, dem CEO zu widersprechen oder ihm sogar zu kündigen?
  3. Sind die Aufsichtsratsmitglieder Günstlinge der Geschäftsführung oder tatsächlich qualifiziert?
  4. Haben sie früher vielleicht für weniger überzeugende Unternehmen gearbeitet?

Warren Buffett pflegt hinsichtlich des Aufsichtsrats eine radikale Meinung und spricht sich dafür aus, dass die Befugnis über wichtige Unternehmensentscheidungen wie Fusionen und Übernahmen bei den Aktionären liegen sollte. Er geht sogar so weit, den Aufsichtsrat als Teil des Managements zu sehen statt als Vertreter der Aktionäre.

Wie aggressiv Sie hier analysieren, liebe Leser, liegt bei Ihnen. Ein kritischer Blick auf Management und Board gehört in jedem Fall zum A und O einer soliden Unternehmensbewertung.

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Die Post-Corona-Herausforderungen für Online-Plattformen

+ aus der Praxis: Deshalb sollten Investoren den Principal-Agent-Konflikt ernst nehmen

Nein, heute geht es nicht um Wirecard. Über Markus Braun und seine Kapriolen mit asiatischen Banken werden Florian König, Alan Galecki, Pascal Andres und ich in unserem Podcast am kommenden Freitag detailliert sprechen. Dann wird sich der Staub etwas gelegt haben und wir können klarer sehen.

Wagen wir zunächst einen vorsichtigen Blick in die Glaskugel: Fidelity Investments hat einmal mehr die Volatilität des S&P 500 in den historischen Kontext gestellt. Ergebnis: Die Korrelation zur Finanzkrise 2008 ist recht ausgeprägt. Charttechniker gehen nun davon aus, dass wir in den kommenden Wochen stabile, sich seitwärts bewegende Märkte sehen werden…

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In mehreren US-Bundesstaaten steigen die Covid-19-Infektionszahlen weiter, weshalb Mitarbeiter von Disney nun darum baten, die Wiedereröffnung der Freizeitparks weiter nach hinten zu verschieben. Mit Sicherheit wird es hier nicht nur zu einer Verschiebung der Umsätze innerhalb der einzelnen Sparten kommen. Auch die enormen Arbeitsplatzverluste weltweit, vor allem in den USA, reduzieren die Konsumbereitschaft der potenziellen Kundschaft. Das Problem betrifft nicht nur Disney. Doch dieser Konzern ist besonders anfällig. Schließlich brummt seine wichtigste Sparte nur dann richtig gut, wenn viel Personal eingesetzt wird. Entsprechend schwer wiegt dieser Kostenblock auch in Zeiten geringer Auslastung. Die kommenden Wochen und Monate werden also noch holprig für Mickey und Donald.

Landesweit sinken die Infektionszahlen auch in den USA. Die Sektflaschen werden vielerorts bereits aus dem Kühlschrank geholt. Etwas anderes als gute Nachrichten und gute Stimmung wollen viele Marktakteure aktuell nicht wahrnehmen. Wirecard außen vor, stehen alle Zeichen auf V. Die schnelle, V-förmige Erholung ist das, was nun die meisten sehen wollen. Die Menschen gehen wieder raus. Sie kaufen wieder ein. Es geht wieder los…

Doch wir sind keine Sentiment-Analysten.

Wir schauen auf Fundamentales.

Activision Blizzard hat als eine der „Bleib-zu-Hause-Aktien“ von der Corona-Zeit profitiert. Nach Hochrechnungen von Nielsen Super Data haben PC- und Konsolenspieler innerhalb von nur 80 Tagen 200 Mio. EUR in das Call-of-Duty-Franchise gepumpt – pro Tag 2,6 Mio. EUR nur durch Online-Transaktionen und physische Einkäufe direkt bei Activision Blizzard. Dies dürfte um einiges mehr sein, als World of Warcraft – seit Jahren verlässlicher Umsatzlieferant des Spiele-Publishers – in seiner Hochphase von 2008 bis 2011 geschafft hat. Auch mit dem Erfolg des Free-to-Play-Battle-Royale-Ablegers „Call of Duty – Warzone“ kann man bei Activision Blizzard zufrieden sein. Im ersten Monat nach Erscheinen haben sich bereits mehr als 50 Mio. Spieler auf den digitalen Schlachtfeldern bekämpft.

Heute wird es spannend für Amazon. Mit Extra-Rabatten soll die ohnehin exorbitante Marktmacht weiter ausgebaut werden. Zwar laufen die meisten Betriebe in China mittlerweile wieder wie gewohnt, aber das Problem hat sich verlagert: Das Angebot steigt wieder, doch die Nachfrage ändert sich. Einige Produktkategorien, wie Mode und Schuhe, erleben seit dem Beginn der Pandemie einen Rückgang, andere Kategorien wie Lebensmittel und Haushaltswaren, Home-Office-Ausstattung, Garten, Fitness oder der Unterhaltungssektor verzeichnen hingegen einen Anstieg der Verkäufe. Zum Teil liegt dies auch an weiterhin getätigten Hamsterkäufen. Die Kunden kaufen auf Vorrat und sie versuchen, ihr Home Office für den nächsten Lockdown zu präparieren. Dazu benötigen sie beispielsweise technische Ausrüstung für das Home Office, aber auch Fitnessgeräte.

Obwohl die Geschäfte in den Innenstädten wieder ihre Pforten öffnen, dürfte die Zurückhaltung der Kunden im stationären Handel noch anhalten. Viele Kunden werden den Gang ins Kaufhaus noch meiden aus Unsicherheit über die wirtschaftliche Gesamtlage und aufgrund von Bedenken bezüglich der weiterhin vorhandenen Infektionsgefahr. Die Verlagerung vom Offline-Handel hin zum Online Shopping wird noch anhalten.

Nicht zu verachten: Die vor einem Jahr eingeführte Visa-Kreditkarte ermöglicht es Amazon, noch sehr viele genauere Daten über seine Kundschaft zu sammeln. Zudem wird weiter an der Lock-in-Schraube gedreht: Die gesammelten Bonuspunkte können die Kunden nur auf Amazon einlösen.

Daten werden auch in Zukunft ganz oben auf dem Menüplan der Plattformen stehen

Mark Zuckerberg zieht mit Facebook Shops nach, will Amazon Konkurrenz machen. Seine Nutzer können damit direkt  auf der Plattform shoppen, ohne zur Website des Händlers wechseln zu müssen. Ärgerlich für Plattformen wie Zalando und Amazon, auch wenn ihre Infrastruktur deutlich besser ausgebaut ist. Auf der anderen Seite mischt Amazon auch immer stärker mit im Werbegeschäft und knabbert hier an der Marktmacht von Facebook. Das Ringen der Platzhirsche dauert also noch an.

Nicht wenige Analysten setzen große Stücke auf Delivery Hero. Der Lieferdienst sollte insbesondere dank Corona seinen Umsatz gesteigert haben. Aktuell beläuft sich die Marktkapitalisierung auf rund das Dreifache von Wirecard. Ja, der Umsatz stieg bereits vor Corona lässig um 50 Prozent pro anno. Corona gab da nochmal einen Push. Doch der Cashflow ist tiefrot: -459 Mio. EUR für die letzten 12 Monate. Zusätzliches Wachstumspotenzial soll ab sofort auch durch Lebensmittellieferungen aus dem Supermarkt generiert werden. Das Geschäftsmodell ist sehr kapitalintensiv. Für 2023 peilt das Management die ersten Gewinne an.

Während Tesla konkrete Pläne für den Bau eines neuen Werkes im texanischen Landkreis Travis County vorgelegt hat, kursieren Gerüchte, nach denen Daimler 2.000 Arbeitsplätze streichen will. In welcher Abteilung? Ausgerechnet in der IT. Hardware, Netzwerke und Kundenservice sollen auf verschlankt und effizienter werden. Teslas neue Fabrik wird derweil aller Voraussicht nach 5.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Die insgesamt nun vierte Tesla-Autofabrik erscheint dringend nötig angesichts des kommenden Model Y und des Cybertrucks.

Der Autovermieter Hertz hat seinen Versuch einer Kapitalerhöhung zurückgezogen, begibt sich nun auf die Suche nach einem Insolvenzkredit in Höhe von 1 Mrd. USD.

Die Flugbranche steht weltweit unter Druck

Mexikos wichtigste Fluggesellschaft, Aeromexico, sah sich am Freitag gezwungen zu dementieren, dass sie ein Umstrukturierungsverfahren nach Kapitel 11 des Konkursgesetzes der Vereinigten Staaten einleiten werde. Entsprechende Mutmaßungen waren zuvor in der meistgelesenen mexikanischen Finanzzeitung „El Financiero“ formuliert worden.

In ihrer Pressemitteilung verkündete das Management, nach Möglichkeiten zu suchen, seine kurz- und mittelfristigen finanziellen Verpflichtungen umzustrukturieren. Die Nerven der Investoren konnten jedoch nicht beruhigt werden. Die Aktie von Aeromexico beendete den Freitag mit einem Minus von 4,5 Prozent. In den letzten 12 Monaten hat sie 60 Prozent verloren. Allein der Blick auf die Bilanz schockiert. Der Verschuldungsgrad liegt für das letzte Quartal bei 13,23 und das Current Ratio bei nur 0,44. Der Umsatz fiel im letzten Quartal um fast 14 Prozent. Die Eigenkapitalrendite ist negativ. Auch alle anderen Profitabilitätskennzahlen zeigen auf „Stopp“.

In Europa landete Alitalia im Visier der EU-Kontrollbehörden, die untersuchen, ob gezahlte Corona-Hilfen auch wirklich zur Überwindung der Krise genutzt wurden. Alitalia befindet sich seit Mai 2017 bereits in Konkursverwaltung. Eine absolute Ausnahme, da es im italienischen Konkursrecht gängige Praxis ist, ein Unternehmen nach spätestens einem Jahr zu liquidieren, wenn kein neuer Käufer gefunden oder kein Sanierungsplan vereinbart werden konnte. Am 18. März 2020 beschloss die italienische Regierung die Verstaatlichung von Alitalia. Kosten sofort: 600 Mio. EUR. Langfristig: 3 Mrd. EUR.

Ermittler der EU-Behörden haben nunmehr eine lange Reihe von Ungereimtheiten aufgezeigt. Zu den Hauptproblemen gehören die genaue Art von zwei noch laufenden „Überbrückungskrediten“ in Höhe von insgesamt 1,3 Mrd. EUR sowie die außergewöhnlich lange Zeit, die in der Konkursverwaltung verbracht worden ist, ohne dass ernsthaft versucht wurde, das Unternehmen zu verkaufen oder umzustrukturieren. Die italienischen Regierung muss nun bis zum 1. September 2020 einen neuen Sanierungsplan vorlegen.

Von Agenten und Prinzipalen

Nicht zuletzt das Beispiel Alitalia zeigt uns Anlegern, wie wichtig es ist, dem Management auf die Finger zu schauen. Risiken ergeben sich für uns oft daraus, dass die Interessen der Führungskräfte nicht mit unseren übereinstimmen.

Aktionäre wie Manager freuen sich, wenn die Aktie steigt. Doch wenn Manager die Wahl haben, ob sie den Aktienwert oder ihr eigenes Vermögen steigern, wird sich manch einer nicht für die Aktien entscheiden.

Eine wichtige Rolle spielt hier der Principal-Agent-Konflikt, d.h. die Befürchtung, dass die angestellten Agenten, die Manager des Unternehmens, im Zeitablauf die Interessen der Principals, der Aktionäre als Eigentümer des Unternehmens, vergessen und sogar aktiv konterkarieren. Die konkrete Gefahr besteht darin, dass die Manager über sehr viel bessere Möglichkeiten verfügen, die Zukunft des Unternehmens zu beeinflussen, und diese Macht schließlich missbrauchen.

Viele Manager glauben, dass sie im Geschäft sind, um Geld zu verdienen – wovon auch Aktionäre profitieren würden. Nicht selten jedoch ist dies ein Trugbild. Geld ist nicht alles, auch nicht für CEOs und Vorstände. Attraktiv erscheint es auch, schicke neue Produkte herzustellen, Arbeitsplätze zu schaffen, eine Branche umzukrempeln, den eigenen Ruhm zu mehren oder einfach nur Gesprächsstoff für das nächste Dinner zu sammeln.

Manch einer möchte auch schlicht und einfach nur den konkurrierenden Managern zeigen, welch toller Hecht er ist. Es gibt so viele andere Arten als den schnöden Mammon, sich als Führungskraft Befriedigung zu verschaffen. Jedoch leiden unter den meisten von ihnen die Eigentümer des Unternehmens, da auf diesen Wegen der Unternehmenswert nicht gesteigert wird.

Der Principal-Agent-Konflikt besteht zu jeder Zeit. Und uns Anlegern obliegt es, ihn niemals aus dem Blick zu verlieren. Bis zu einem gewissen Grad müssen wir das Management misstrauisch bewerten. Wie aggressiv Sie letztendlich analysieren, ist sicherlich auch eine Frage Ihres individuellen Charakters und liegt ganz bei Ihnen.

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Fraport muss sparen. Softbank muss verkaufen.

+ aus der Praxis: Ist Robinhood das neue Tipico?

Die Berichtssaison läuft langsam wieder an. Corona-bedingt schauen wir mit besonderer Spannung auf die kommenden Zahlen. Der Lampenhersteller Osram rechnet für sein drittes Geschäftsquartal, das am 30. Juni enden wird, aktuell mit einem Umsatzminus von bis zu 35 Prozent. Das Gesamtjahr 2020/21 soll mit einem Umsatzminus von bis zu 19 Prozent enden. Die schwache Nachfrage der Automobilhersteller nannte das Management als Hauptgrund der Misere. In den letzten 3 Jahren hat sich die Höhe der kurzfristigen Verbindlichkeiten merklich erhöht. Das Current Ratio liegt für die letzten 12 Monate bei 1,01. Dennoch ist die Bilanz mit einer Schuldenquote von 0,14 solide. In den letzten 12 Monaten wurde auch wieder ein deutlich positiver Free Cashflow erwirtschaftet. Mit einer Dividende ist dennoch nicht zu rechnen.

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Oracle vermeldete einen um 6 Prozent gefallen Umsatz für den Zeitraum März bis Mai. Der Nettogewinn sank um 17 Prozent auf 3,1 Mrd. USD. Das Cloud-Geschäft konnte die negative Entwicklung etwas abfedern, doch in der Krise wurden einige Aufträge verschoben oder storniert. Der Free Cashflow ist dennoch stabil bei rund 12 Mrd. USD. Die Dividende wurde sogar auf 0,96 USD erhöht. Die Payout Ratio ist mit 31,2 Prozent recht niedrig. Die langfristigen Schulden lasten jedoch schwer auf der Bilanz. Die Schuldenquote liegt bei 3,46.

Deutlich besser läuft es für Zalando – glaubt man zumindest der Pressestelle. Der Modehändler aus dem MDAX rechnet mit „deutlich besseren“ Zahlen für das zweite Quartal, verglichen mit den Erwartungen von Analysten. Branchenexperten hatten zuvor mit einem Umsatzplus von 16 Prozent gerechnet. Konkrete Zahlen zum zweiten Quartal werden am 16. Juli veröffentlicht.

Flughafenbetreiber Fraport kündigte an, in den kommenden Jahren zwischen 3.000 und 4.000 Arbeitsplätzen abzubauen. CEO Stefan Schulte rechnet mit einer „Normalisierung“ des Geschäfts erst ab 2023. Die Bilanz ist mit einem Current Ratio von 1,09 und einer Schuldenquote von 1,2 nicht sonderlich stabil. Ein positiver Free Cashflow wird seit drei Jahren nicht mehr erwirtschaftet. Um die Aktionäre dennoch bei der Stange zu halten, wurde die Dividende zuletzt 2019 auf 2 EUR pro Anteilsschein erhöht.

Auch Volvo, Nutzfahrzeughersteller aus Schweden, baut Stellen ab: insgesamt 4.100. Das Management rechnet mit einer mittelfristig stagnierenden bis fallenden Nachfrage. Die ersten Kündigungen sollen bereits im zweiten Halbjahr 2020 ausgesprochen werden.

Nach der aktuellen Studie „Global Automotive Outlook 2020“ von AlixPartners sollen die weltweiten Autoverkäufe in diesem Jahr um 20 Mio. geringer ausfallen als in 2019. „Als wäre ein Markt von der Größe Europas über Nacht verschwunden”, so die düstere Beschreibung im Bericht. Dabei liegen die wirklich guten Zeiten schon einige Monate zurück. Der automobile Vertriebshöhepunkt war bereits 2017 mit weltweit 94 Mio. verkauften Pkw erreicht worden. Aus der aktuellen Krise werde vor allem Tesla als Gewinner emporklimmen. Den stärksten Einbruch prognostizierten die Analysten auf dem europäischen Markt – ein sattes Minus von 32 Prozent.

Der japanische Mischkonzern Softbank steht weiter unter hohem Druck seiner Investoren. Um die Verluste des vergangenen Geschäftsjahres zu kompensieren und die Schuldenlast zu senken, sollen nun milliardenschwere Anteile an T-Mobile USA feilgeboten werden. Zum aktuellen Kurs ist das Aktienpaket derzeit mehr als 30 Mrd. USD wert. Auch andere Beteiligungen stehen auf der Verkaufsliste.

Chiphersteller preschen vor

Qualcomm hat mit dem Snapdragon 690 einen neuen Prozessor mit 5G-Modem für Mittelklasse-Smartphones in der Preisklasse von 400 bis 600 EUR vorgestellt. Erste Endgeräte erwartet das Unternehmen für die zweite Hälfte 2020, unter anderem von Nokia, Motorola und LG. Gefertigt wird der Chip im 8-nm-Verfahren von Samsung. Die neue Lösung erreicht im Snapdragon 690 maximale Transferraten von 2,5 GBit/s im Down- und 660 MBit/s im Upstream. Qualcomms Free Cashflow wuchs in den letzten Jahren ordentlich. Die Dividende wurde regelmäßig erhöht, jedoch bei einer recht hohen Payout Ratio von aktuell 73,4 Prozent. Die Schuldenlast liegt mit einer Quote von 4,42 für das letzte Quartal jedoch schwer. Die 2018 sprunghafte gestiegen langfristige Verschuldung konnte bis heute nicht signifikant gedrückt werden.

Konkurrent AMD hat eine neue Mobil-GPU für Apples MacBook Pro vorgestellt: die Radeon Pro 5600M. Sie setzt auf 8 GByte HBM2-Speicher anstatt GDDR6-RAM. Wichtigster Fortschritt: HBM2-RAM benötigt bei vergleichbarer Leistung weniger Strom und Platz als GDDR6. Statt acht Speicherchips um den GPU-Träger herum zu platzieren, sitzen die zwei HBM2-Stacks direkt neben dem Grafikchip.

Umstritten bleibt derweil die Frage, inwieweit Huawei auf dem deutschen 5G-Markt mitspielen darf. Nach Berechnungen der Deutschen Telekom würde ein Ausschluss des chinesischen Unternehmens Mehrkosten in Höhe von 3 Mrd. USD bedeuten. Zudem wären technische Rückschritte bei 4G die Folge.

Cloud-Anbieter Dropbox erweitert seine Feature-Palette um automatische Rechner-Backups und eine Passwortverwaltung. Zudem wurde eine Art digitaler Tresor für wichtige Dokumente angekündigt, den Nutzer gegebenenfalls auch ausgewählten anderen Nutzern öffnen können.

Am vergangenen Dienstag startete Facebook seinen neuen Bezahldienst WhatsApp Pay. Den Anfang dürfen Nutzer in Brasilien machen. Der Kundenkontakt für Unternehmen wird auf diesem Wege deutlich erleichtert. Für eine Transaktion muss der Service-Chat nicht mehr verlassen werden.

Ein anderes Tool aus dem Hause Zuckerberg wird bald womöglich wichtigste Nachrichtenquelle der Welt: Instagram. Zu diesem Schluss kommt der diesjährige Digital News Report von Reuters. 30 Prozent der Befragten gaben an, soziale Medien als wichtigste Nachrichtenquelle zu sehen. Besonders Instagram stach in den Antworten hervor. Über alle Altersgruppen hinweg verdoppelte sich der Nachrichtenkonsum via Instagram seit 2018. Die Corona-Krise stärkte diesen Trend.

Aktienwette statt Sportwette?

Die vergangenen Woche waren sehr arm an sportlichen Highlights. Corona und Lockdowns machten auch den bekannten Wettanbietern eine  dicken Strich durch die Rechnung. Doch die Kundschaft will weiter zocken. Profitiert haben davon womöglich auch neue Trading-Plattformen wie Robinhood. Dank geschickten Affiliate-Marketings (neu vermittelte Kunden erhalten eine kostenlose Aktie im Wert von maximal 10 USD ins Depot) und kostenloser Transaktionen meldeten sich im März und April drei Millionen neue Kunden an. Rund zwei Millionen Kunden sind täglich auf Robinhood aktiv. Und obwohl institutionelle Anleger weiterhin den Großteil aller täglichen Investitionen stemmen, hat der Robinhood-Anteil an den weltweiten Transaktionen doch schon ein paar Spuren hinterlassen. Seit der letzten Finanzierungsrunde wird das Start-up mit rund 8,3 Mrd. USD bewertet.

Die Kundenstamm-Demographie von Robinhood erinnert durchaus an die der Sportwettanbieter: männlich, zwischen 25 und 34 Jahren alt. Zudem ist der Aufbau der App auf dem Smartphone und ihre Funktionsweise kaum mit klassischen Handelsplattformen vergleichbar. Geschickt verbindet die App Spiel und Wette.

Und noch ein Indiz: Die Aktie von DraftKings wurde im vergangenen Monat so oft in Robinhood-Portfolios aufgenommen wie kaum ein zweites Unternehmen. Was macht DraftKings? Es bietet sogenannte Fantasy-Sports-Ligen an, in den sich Sportenthusiasten online als Manager betätigen können.

Aber auch zwei weitere, auf ihre Art interessante, Aktien wurden bislang besonders gerne gehandelt auf Robinhood: Der Autovermieter Hertz, der in den USA Gläubigerschutz beantragt hat, sowie Nikola.

Was macht Nikola? Das Unternehmen baut Elektro-Lkws… Oder will sie eines Tages bauen… Aktuell steht der Umsatz bei genau 0 USD. Dennoch war das Unternehmen an der Börse zeitweise 34 Mrd. USD teuer. CEO Trevor Milton tönt von Pick-up-Plänen und einem Großangriff auf Ford. Doch verpflichtende Orders von zahlungsbereitenden Kunden gibt es aktuell nicht.

Robinhood ist kein Einzelfall. Seit es Börsen gibt, werden sie auch von Wettfreudigen und Spielern genutzt, um das schnelle Geld zu machen. Ein anderes Beispiel unserer Zeit ist Plus 500. Der Online-Dienstleister für den internationalen Handel mit Contracts for Difference (CFDs) hat für sein erstes Quartal 2020 ein sensationelles Ergebnis vorgelegt. In den drei Monaten wurden bereits 90 Prozent der Einnahmen erzielt, die im gesamten letzten Jahr erzielt werden konnten. Mehr Kunden, höhere Kundenaktivität und niedrigere Akquisitionskosten halfen dabei.

Anzeichen für Glücksspiel treten bei Plus 500 noch etwas deutlicher zutage als bei Robinhood. Die Haltedauer von CFDs ist extrem gering, liegt bei weniger als einer Stunde im Durchschnitt. In der gesamten Branche verlieren rund 80 Prozent der Kunden ihr Geld.

Robinhood: Segen oder Fluch für Privatanleger?

Könnte es nun sein, dass Robinhood den Markt so verzerrt, dass eine nachhaltige Investmentstrategie unmöglich wird? Nein.

Immerhin hat die Plattform viel dafür getan, Transaktionskosten deutlich zu senken. Die gesamte Branche muss sich an dieser neuen Preispolitik orientieren. Und mit Smartbroker gibt es bereits eine deutsche Plattform, die einen ähnlichen Weg geht.

Geringe Kosten beim Einkauf gehören zum A und O des Börsenerfolgs.

Jedes Unternehmen, das hilft, die Kosten zu senken, ist eine große Hilfe für uns Anleger. Und letztendlich ist auch Robinhood nur ein Werkzeug. Die DraftKings-Aktie können Sie auch über Ihre Hausbank kaufen. Sie können via Robinhood aber auch die Tipps und Strategien aus unserem Börsenbrief umsetzen. Wie Sie solche und andere Tools einsetzen, obliegt ganz allein Ihnen.

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CureVac-IPO bereits im Juli

+ aus der Praxis: Messen Sie das Management an seinem ROCE

Am gestrigen Handelstag drehten einige Finanzwerte und manche Zykliker ins Plus. Tech-Aktien stehen seit Wochen ohnehin auf der Gewinnerseite. Von den steigenden SARS-CoV-2-Infektionen in vielen US-Bundesstaaten lässt sich Morgan Stanley nicht abschrecken. Die Analysten der Großbank prognostizieren weiterhin eine V-förmige Erholung. Voraussetzung sei jedoch, dass keine übertriebene Virus-Angst in der Bevölkerung ausbreche, ein weiterer Lockdown ausbleibe und die medizinischen Einrichtungen nicht an ihr Belastungslimit stießen.

Die kleine Korrektur der vergangenen Woche nimmt manch einer nun wieder zum Anlass, neue Wirtschaftshilfen in Billionen-Höhe zu fordern. Andere wiederum spekulieren nun mit einer großen Verkaufswelle, die vor wenigen Tagen ihren Anfang genommen habe. Ich schließe mich den Analysten von Fidelity an und sage, solche Rücksetzer sind absolut normal. Die Gegenbewegung war überfällig nach der sensationellen Rallye im Mai. Viele Titel waren und sind aktuell immer noch sehr teuer. Die kommenden Tage können durchaus noch einige interessante Einstiegschancen bieten, wenn die Kurse deutlicher purzeln.

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Auch die Emerging Markets bieten noch Potenzial

Aktive Fondsmanager haben zwischen 2003 und 2020 deutlich besser performt als der MSCI Emerging Markets ETF von iShares. Zu dieser Erkenntnis kommt FactSet, das die Leistung von 210 aktiv gemanagten Schwellenländer-Fonds analysierte. Gerade die wachsenden Märkte der Welt sind noch von einigen Ineffizienzen geprägt. Dies bedeutet, dass Informationen weniger schnell übermittelt und eingepreist werden als in anderen Regionen. Stock Picker finden hier also einige Chancen, wenn sie ausdauernd graben.

Das Graben jedoch ist schwierig. Der Vorwurf der Intransparenz wird in den Emerging Markets immer wieder laut. Zudem gibt es noch relativ wenige Analysten, die diese Regionen kompetent abdecken. Sprachliche und kulturelle Unterschiede steuern ihren Teil dazu bei.

Die relativ hohe Volatilität der Märkte ist eine weitere Hürde, die Anleger überwinden müssen. Aktive Aktienselektion bietet auf der Gegenseite aber auch die höchsten Renditechancen, betrachten wir die Performance-Differenz zwischen den einzelnen Titeln.

Die Chancen sind groß, die Risiken ebenso. Solange wir noch starke Unternehmen in den USA und in Europa zu günstigen Preisen finden, rate ich Privatanlegern von allzu großen Abenteuern in den Schwellenländern ab. Sicherlich müssen wir auch hierzulande mit Durststrecken klarkommen, wenn Mr. Market ganz besonders euphorisch ist. Doch solche Phasen der Überbewertung halten nicht ewig an. Sie geben uns vielmehr die Chance, Cash einzusammeln für die nächsten lukrativen Einkaufstouren.

Covid-19 bewirkt substanzielle Änderungen

Hier sollten Anleger Obacht geben: Im Zuge von Corona sind viele Aktien im März und April nicht einfach nur günstiger geworden. Viele der Unternehmen stehen nun auch vor substanziell neuen Herausforderungen. Corona wird unsere Lebensweise noch viele Monate beeinflussen. Viele Trends haben sich, gerade im Tech-Bereich, beschleunigt. Vorher schon brüchige Geschäftsmodelle knirschen nun gewaltig. Der Virus wirkt als Katalysator. Und bei der Analyse kommt es nun darauf an, diese neuen Gegebenheiten einzupreisen. Wir müssen Unternehmen finden, die diese Krise nicht einfach nur irgendwie überleben werden, sondern solche, die gestärkt aus ihr hervorgehen können.

Das Mantra wiederhole ich gerne Tag für Tag: Unternehmen mit zukunftsfähigem Geschäftsmodell, einer soliden Bilanz und erstklassigem Management sind heute wichtiger denn je. Zum Thema Management verrate ich Ihnen später etwas mehr.

Werfen wir nun zunächst noch einen kurzen Blick auf zwei Einzeltitel.

Angesichts einer möglichen zweiten Corona-Welle mehren sich die Bedenken über das Impfstoffangebot. Sanofi gab bekannt, dass das Unternehmen etwa 20 Prozent mehr Grippe-Impfstoff als üblich produzieren könne. Dies jedoch werde die vermutlich hohe Nachfrage ab kommenden Herbst nicht befriedigen. Problematisch ist die lange Produktionszeit der Vakzine. Besonders viel Zeit nimmt die Qualitätskontrolle in Anspruch. Gleichzeitig ist die verfügbare Zeit für die Herstellung des Impfstoffs knapp, da bei der saisonalen Grippe immer erst sehr spät klar wird, gegen welche der vielen kursierenden Grippeviren geimpft werden muss. Am 28. Februar veröffentlichte die WHO ihre diesjährige Empfehlung für die kommenden Impfstoffe. Neben den Subtypen A/H3N2 und A/H1N1 sollen diesmal auch zwei Varianten der Influenza B enthalten sein.

Im Rennen um einen Covid-19-Impfstoff erhält der Tübinger Impfstoffentwickler CureVac weitere massive staatliche Unterstützung. Der Bund erwarb gestern für 300 Mio. EUR eine Beteiligung von rund 23 Prozent. Doch der Kapitalhunger bleibt riesig. Gemäß eines Schreibens des Bundesfinanzministeriums an den Haushaltsausschuss des Bundestages plant CureVac einen Börsengang an die Nasdaq noch im Juli dieses Jahres, um frisches Geld einzusammeln. CureVac ist und bleibt begehrter Übernahmekandidat ausländischer Großinvestoren – womit wir auch wieder beim Thema Management sind…

Kapitalallokation im Sinne der Aktionäre

In Zeiten volatiler Märkte können geschickte Manager mit gut durchdachten Übernahmen und Fusionen die Aktienrendite signifikant steigern. Und wenn die Kurse wild schwanken, entstehen auch immer wieder günstige Gelegenheiten für Aktienrückkäufe.

Gute Manager wissen, dass in solchen Phasen das Timing eher zweitrangig ist. Sie begnügen sich mit dem Pessimismus der Mehrheit und reinvestieren, wenn ihr Unternehmen deutlich unterbewertet wird.

Interessanterweise nimmt die Zahl der Übernahmen und Fusionen genau dann ab, wenn die Kurse weit gefallen sind und die Marktteilnehmer eher pessimistisch unterwegs sind. Wenn aber alle Welt zur Börse rennt und Aktien selbst in den Boulevardmedien angepriesen werden, steigt auch das Interesse an Übernahmen.

Messen Sie das Management an seinem ROCE!

Des Managers wichtigstes Ziel sollte stets sein, die Differenz zwischen Kapitalkosten und Kapitalrendite zu erhöhen. Die exakte Höhe der Kapitalkosten ist dabei sehr schwierig zu ermessen. Profis nehmen gerne einen pauschalen Zinssatz von 10 Prozent an. Auf Grundlage dieser Pauschale rückt die Kapitalrendite in den Fokus des Interesses.

Wir Anleger müssen uns regelmäßig fragen: Was könnten wir Besseres anstellen mit unserem Geld, als es gerade diesem Manager dieses Unternehmens anzuvertrauen? Der womöglich wichtigste Indikator zur Leistungsbeurteilung einer Geschäftsführung ist daher die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE). Ihre Formel lautet:

ROCE = EBIT / eingesetztes Kapital

Diese Kennziffer sollten wir auf mehreren Ebenen hinterfragen: Wie hoch ist sie im Vergleich zum Durchschnitt bei ähnlichen Unternehmen? Wie hat sich die Differenz der Renditen in der Vergangenheit entwickelt? Wie hoch ist die Rendite im Vergleich zum historischen Durchschnitt beim gleichen Unternehmen? Wie hoch war sie, bevor das aktuelle Management übernommen hat?

Die Antworten geben uns einen guten ersten Anhaltspunkt für das Kapital-Handling der Manager. So weit für heute der finanzmathematische Exkurs…

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US-Einzelhandel: Auf den desaströsen April folgte ein schwerer Mai

+ aus der Praxis: Buy and Hold – Dürfen sich Anleger während Covid-19 schlafen legen?

Am Ende der vergangenen Börsenwoche legte die Rallye eine kurze Pause ein. Zuvor war der Volatilitätsindex VIX wieder so hoch wie seit März, dem Corona-Tief an den Märkten, nicht mehr gestiegen. Manche Analysten sehen Parallelen zu den Entwicklungen während der Finanzkrise 2008. Doch Fidelity Investments machte kürzlich auf eine interessante Besonderheit aufmerksam: Während die Kurse in den Jahren 2008 im gleichen Zeitfenster nach dem ersten Tief noch einige weitere Rücksetzer erlebt hatten, bleiben die Märkte davon bislang verschont. Seit dem Tiefstand im März geht es vor allem im S&P 500 steil nach oben.

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Die Menschen kaufen kein neues Outfit, um zu Hause zu bleiben

Der US-Einzelhandel erlebt aktuell eine schwere Zeit. Tailored Brands, eine Holdinggesellschaft für Herrenbekleidungsgeschäfte, u.a. Men’s Wearhouse und JoS. A. Bank, erwägt nun, Konkurs anzumelden. Dieser würde es dem Unternehmen ermöglichen, schwächere Standorte zu schließen, während andere Geschäfte weiter betrieben würden. Das Unternehmen begann am 7. Mai mit der Wiedereröffnung seiner Geschäfte und hatte bis zum 5. Juni insgesamt 634 Geschäfte wieder eröffnet. In der Kalenderwoche 23, die am 5. Juni endete, gingen die Umsätze bei Men’s Wearhouse um 65 Prozent, bei JoS. A. Bank um 78 Prozent und bei K&G um 40 Prozent zurück.

Signet Jewelers gab bekannt, dass es bis zum Ende seines Geschäftsjahres mindestens 300 Geschäfte in Nordamerika schließen wird – von denen mindestens 150 Geschäfte überhaupt nicht wiedereröffnet werden, und mindestens weitere 150 Geschäfte wiedereröffnen, aber bis zum Ende des Geschäftsjahres schließen werden. Und das Unternehmen plant, die Umstellung auf den elektronischen Handel zu beschleunigen. Signet Jewelers besitzt rund 3.200 Läden unter sieben Marken: Kay Jewelers, Zales, Jared, H.Samuel, Ernest Jones, Peoples und Piercing Pagoda.

Konkurrent Macy’s teilte in einem Update mit, dass der Nettoumsatz im zweiten Quartal um 45 Prozent eingebrochen sei und einen Betriebsverlust von fast 1 Mrd. USD verursacht habe. Der Umsatz in den wiedereröffneten Geschäften sei etwa halb so hoch wie vor der Pandemie gewesen, so CEO Jeff Gennette bei einer virtuellen Investoren-Konferenz.

In Europa geht es den Offline-Modehändlern nicht besser. Die meisten Bekleidungsgeschäfte sind hier seit rund vier Wochen geöffnet, doch die Umsätze schrumpfen weiter. Im April brach der Verkauf von Kleidung und Accessoires in Großbritannien um 50 Prozent und in Frankreich um 67 Prozent ein, in Spanien gar um 80 Prozent.

Doch selbst im Mai, als viele Modegeschäfte in den meisten spanischen Städten wiedereröffnet wurden, sanken die Einnahmen branchenweit um 72 Prozent im Jahresvergleich. Und trotz des boomenden Online-Handels sanken die Einnahmen bis heute um 45 Prozent.

Personal-Karussell im Tech-Sektor

Mark Zuckerberg holt mit Chris Cox einen seiner engsten Vertrauten zurück ins Management von Facebook. Cox wird nach einer rund einjährigen Pause erneut Produktchef und damit verantwortlich für Instagram, WhatsApp und den Facebook Messenger.

Für US-amerikanische Nutzer hat Facebook nun einen eigenen Nachrichtendienst gelauncht. Neben der nationalen Berichterstattung können User über Facebook News auch ihre lokale Nachrichten abrufen. Dabei setzt die Software auf eine Mischung aus relevanten journalistischen Inhalten und personalisiertem Content.

Content spielt auch für die großen Handelsplattformen eine stetig wachsende Rolle. Alibaba will nun bei AliExpress Influencer von TikTok und Instagram in den Vordergrund schieben. Sie sollen die Produkte via Live Shopping an ihre Follower verkaufen. Insgesamt plant AliExpress international 100.000 solcher Promoter anzuwerben, die Händlern helfen, auf YouTube, Facebook, Instagram und TikTok mehr Reichweite zu gewinnen.

Mit Jim Keller verlässt der bisherige Chip-Chefentwickler den Branchenprimus Intel. Im April 2018 war Keller als Senior Vice President von Tesla gekommen, wo er seit 2016 die Hardware-Entwicklung des Autopiloten verantwortet hatte. In den kommenden sechs Monaten wird er Intel noch als Berater zur Seite stehen.

Viel Spannung bietet uns die kommende Berichtsphase

Wie viel Corona ist heute schon in den Kursen eingepreist? Kommt der große Einbruch erst noch? Dies sind die Fragen, die sich in den nächsten Tagen aufdrängen werden. Zudem ist die Frage spannend, ob die zuletzt unter Druck geratenen Value-Titel zurückkommen werden. Tech und Growth waren in der heißen Covid-19-Phase besonders angesagt. In den vergangenen Tagen legten aber auch so manche Zykliker wieder zu. Der Aufschwung stand auf einer breiteren Basis. Kann also die Growth-Value-Schere in den kommenden Wochen wieder etwas geschlossen werden?

André Kostolany ist heute noch ein guter Ratgeber

Aktien kaufen und sich dann schlafen legen? Ja, aber… In den vergangenen Wochen haben sich vor allem solche Unternehmen gut erholt, die stabile Cashflows generieren können und keine großen Liquiditätsengpässe erlitten haben. Kommen die nächsten Einstiegschancen, sind Privatanleger mit Sicherheit gut beraten, wenn sie nicht blind kaufen, sondern weiterhin auf diese starken Unternehmen mit außerordentlicher Marktmacht setzen. In den vergangenen Tagen und Wochen habe ich es an dieser Stelle immer wieder betont: Gerade der aktuelle Boom des S&P 500 wird nur von wenigen großen Aktien getrieben.

Buy and Hold führt auch 2020 zum Börsenerfolg. Aber eben nur, wenn wir auf die richtigen Pferde setzen. Nicht die Turnaround-Kandidaten sind es, die langfristig hohe Renditen bringen, sondern solche Unternehmen, die, auch dank eines kompetenten Managements mit Eigentümer-Mentalität, ein langfristig profitables Geschäftsmodell mit einer Wachstums-Story, starker Position am Markt und einer soliden Buchführung verbinden.

Haben wir ökonomisch das Tal der Tränen hinter uns?

Eines scheint mir sicher: Kein politischer Entscheider der Welt wird sich dazu durchringen, einen zweiten großen, überregionalen Lockdown zu forcieren. Ganz gleich, wie hoch die Ansteckungsraten in Zukunft sein werden: Die Politik wird alles versuchen, die Stagnationsphase von März und April nicht zu wiederholen. Ökonomisch kann und will niemand dieses Risiko tragen.

Die Aussichten auf eine medizinische Lösung verbessern sich derweil von Tag zu Tag. In der vergangenen Woche hatte ich Ihnen bereits von AstraZeneca berichtet. Die Regierungen von Italien, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden haben nun einen Vertrag mit dem Pharmaunternehmen über die Lieferung von 400 Mio. Dosen eines sich noch in der Entwicklung befindlichen Impfstoffs geschlossen. Laut Management sollen die ersten Lieferungen bereits Ende des Jahres erfolgen können.

Und auch die Akutbehandlung macht Fortschritte. Remdesivir gilt derzeit als größter pharmazeutischer Hoffnungsträger. Gilead Sciences hat bereits die Zulassung in den USA erhalten. In der EU läuft das Verfahren noch.

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Mastercard: Das macht den Zahlungsdienstleister so stark

+ aus der Praxis: Erste Grundlagen zur Berechnung der unternehmerischen Ertragskraft

Der Automarkt kommt nicht zur Ruhe: Marktforscher von Ernst & Young haben nun errechnet, dass der Gesamtgewinn der 17 weltgrößten Autobauer im ersten Quartal 2020 auf den niedrigsten Stand seit 2009 gefallen ist: 7,5 Mrd. EUR. Der Umsatz sei um 9 Prozent gefallen, die Zahl abgesetzten Neuwagen um 21 Prozent. China verzeichnete mit -38 Prozent den stärksten Einbruch, gefolgt von Westeuropa mit -28 Prozent. Die USA folgen mit -15 Prozent.

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Die Krise beschleunigt die kreative Zerstörung

EY spricht von einem „Niedergang im Zeitraffer“. Im Zuge vermehrter Investitionen in die Elektrifizierung waren die Margen der Autokonzerne bereits im Vorjahr stark unter Druck geraten. Bereits 2019 waren die Gewinne um insgesamt 13 Prozent gefallen. Unternehmensinsolvenzen und steigende Arbeitslosenzahlen wirken nun wie Katalysatoren auf den ohnehin bestehenden Trend.

Einen Trend, den womöglich nicht alle Beteiligten überleben werden. Die Last der Überkapazitäten nimmt zu. Werkschließungen wären bei vielen die logische Folge der Entwicklung.

Autozulieferer Continental hat bereits reagiert, will die Dividende sowie Vorstandsgehälter kürzen sowie betriebsbedingte Kündigungen aussprechen.

Die Krise motiviert zur Kooperation

So haben bereits Ford und Volkswagen eine Zusammenarbeit bei Nutz- und E-Fahrzeugen angekündigt. Auch am Autonomen Fahren will man gemeinsam tüfteln. 884 Mrd. EUR investiert Volkswagen in die Ford-Tochter Argo AI, die entsprechende Hard- und Software entwickelt.

Richtig glänzen kann in dieser Phase jedoch nur Tesla. Kurzzeitig sprang die Aktie auf über 1.000 USD. Zur gestrigen Schlussglocke notierte sie bei 972,84 USD. Damit beträgt die Marktkapitalisierung nunmehr 180 Mrd. USD. Zum Vergleich: Die drei deutschen Flaggschiffe Daimler, BMW und Volkswagen gemeinsam bringen es umgerechnet auf 176 Mrd. USD.

Ein anderer einprägsamer Vergleich: Teslas Model 3 fand im ersten Quartal 70.000 Käufer. Kein einziges deutsches E-Auto kam in dieser Zeit auf mehr als 11.500 Stück.

Trotz des aktuellen Höhenfluges am Aktienmarkt: Auch Tesla wird noch einige Rückschläge erleben. Elon Musk kann nicht allzu viele Modelle gleichzeitig produzieren lassen. Dabei haben die Modelle S und X schon einige Jahre auf dem Buckel. Die Investitionen in neue Werke und Technologie sind also noch lange nicht abgeschlossen. Zudem muss die Infrastruktur ausgebaut werden. Dies alles wird nicht ohne Auswirkung auf Margen und Aktienbewertung bleiben. Die eine oder andere Einstiegschance wird mit Sicherheit noch kommen.

Mastercard: Wann ist die Aktie kaufenswert?

Das Kreditkartenunternehmen arbeitet mit einer sehr schlanken Kostenstruktur, beschäftigt weltweit nur rund 18.600 Mitarbeiter – wenig im Vergleich zu Konkurrenten wie Paypal (23.000) und American Express (64.000).

Der Burggraben der Zahlungsanbieter ist tief. Die Europäische Zentralbank fordert von europäischen Banken bereits einheitliche Standards für den digitalen Zahlungsverkehr ein, da ihr die Marktstellung von Mastercard und Co. zu stark erscheint.

Der Online-Handel floriert und Mastercard investiert weiter in die Zukunft. Der Umsatz wurde in den letzten 12 Monaten auf 17 Mrd. USD gesteigert, der Free Cashflow auf 7,9 Mrd. USD. Letzterer konnte im Jahr 2019 um 30 Prozent gesteigert werden.

Mastercard arbeitet profitabel. Die operative Marge liegt bei mehr als 56 Prozent, die Eigenkapitalrendite sogar bei mehr als 150 Prozent.

Der Ausbau des digitalen Angebots schlägt jedoch auf die Bilanz. Das Current Ratio ist mit 1,8 zwar solide. Doch die Schulden wiegen mehr als das Doppelte des Eigenkapitals.

Die Aktie hat sich vom März-Tief bei 192 EUR gut erholt auf zuletzt 262 EUR. Ist sie nun ein Investment wert?

In den letzten 5 Jahren erzielte Mastercard einen durchschnittliche Gewinn von 4,85 USD pro Aktie. Wenn Sie von dem Geschäftsmodell überzeugt sind, davon ausgehen, dass dieser Gewinn auch in Zukunft realistisch ist und wenn Sie eine Rendite von 10 Prozent erzielen möchten, sollten Sie nicht mehr als 48,50 USD für die Aktie ausgeben.

Diese Berechnung verwendet womöglich die große Mehrheit der Privatanleger. Doch sie ist nur auf den ersten Blick stichhaltig! Denn hier lauert bereits der erste Fallstrick:

Der Gewinn ist wahrscheinlich die am meisten manipulierte Kennzahl in einem Geschäftsbericht. Die Zahl wird allein schon aus steuertechnischen Gründen gerne kleingerechnet. Auch müssen in den USA alle nicht-realisierten Gewinne und Verluste (bspw. die Gewinne gehaltener, aber nicht verkaufter Aktien) in der Rechnung auftauchen. Hinzu kommen Sonder- und Einmaleffekte (Bilanzanpassungen und Währungseffekte), die diese Position belasten.

Welche Kennzahlen und Formeln besser geeignet sind für die Einschätzung der unternehmerischen Ertragskraft zeige ich Ihnen an dieser Stelle in den kommenden Tagen.

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Die Notenbanken treiben den Bullen: Warum hält sich Warren Buffett zurück?

+ Kurz-Analyse: Biotech-Unternehmen CSL (WKN: 890952)

Die Notenbanken treiben den Bullen vor sich her. Allein die Anleihekäufe der EZB bis zum Jahresende belaufen sich auf 750 Mrd. EUR. Die Geldhüter der Fed haben ein Limit gar nicht erst eingerichtet. Sie kauften im April Staatsanleihen für 931 Mrd. USD – so viel wie 12 Prozent der gesamten Staatsausgaben der USA im Jahr 2019. Dazu kommen gigantische Hilfs- und Rettungspakete der Regierungen für die Realwirtschaft.

Die Bank of England hat kürzlich eine Liste der 53 Unternehmen veröffentlicht, denen sie im Rahmen ihrer Coronavirus Corporate Financing Facility (CCFF) mehr als 16 Mrd. GBP zu sehr niedrigen Zinssätzen geliehen hat. Zu den Unterstützten zählen u.a. British Airways (300 Mio. GBP), Ryanair (600 Mio. GBP), Nissan Motor Company (600 Mio. GBP), Rolls Royce (300 Mio. GBP), Chanel (600 Mio. GBP) und Easyjet (600 Mio. GBP).

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Wie hoch ist die Inflationsgefahr?

Auf der anderen Seite haben Corona und die Lockdowns für Lieferengpässe und begrenzte Angebote gesorgt. Entsprechend sind einige Verbraucherpreise in den vergangenen Wochen signifikant gestiegen.

Auf den Aktienmärkten ist die Euphorie im Schlepptau des frischen Geldes deutlich zu spüren. Die Tiefstände vom April liegen größtenteils hinter uns. Das führt zu einer gewissen Sorglosigkeit, die aktuell bereits wieder in Risikofreude umschlägt. Gegen die steigende Inflation schützen erfahrungsgemäß Sachwerte am besten, also Unternehmensbeteiligungen in Form von Aktien. Aber auch Gold und Silber gehören zum Mix dazu. Auch und gerade in Zeiten von Corona.

Zu den aktuellen Bewertungen einzusteigen, gestaltet sich schwierig. Wir haben einige starke Unternehmen auf der Watchlist. Doch ihre Kurse sind in den letzten Tagen und Wochen wieder deutlich gestiegen.

Unsere treue Abonnentin Monika S. hat uns einen Vorschlag unterbreitet, den ich an dieser Stelle gerne besprechen möchte.

Es handelt sich um das Biotech-Unternehmen CSL (WKN: 890952). Das australische Unternehmen wurde bereits 1916 gegründet. 1994 erfolgte der IPO an der australischen Börse ASX. Das operative Geschäft wird von CSL Behring (Pharmazie) und Seqirus (Impfstoffe) geführt. CSL Behring entspringt der Übernahme des deutschen Unternehmens Aventis Behring aus dem Jahr 2004.

CSL ist ein Wachstumstitel. Der Umsatz stieg in den letzten 10 Jahren um 10 Prozent pro anno, der Nettogewinn um 9 Prozent, der Gewinn pro Aktie um 12 Prozent. Auch der Buchwert des Unternehmens wurde Jahr für Jahr gesteigert. Der Free Cashflow jedoch entwickelte sich sehr volatil. Bezogen auf die letzten 12 Monate steht er bei fast 1,3 Mrd. AUD (Australische Dollar) – ein Rekordwert. CSL konnte seine Margen in den letzten Jahren recht konstant steigern. Für 2019 liegt die Bruttomarge bei 55,8 Prozent, die EBIT-Marge bei 27,5 Prozent und die Operative Marge bei 29 Prozent.

CSL ist sehr solide finanziert. Der Zinsdeckungsgrad liegt für 2019 bei 11. Gerade einmal 9 Prozent des Gewinns müssen für den Schuldendienst aufgewandt werden. Das Current Ratio liegt bei sehr gesunden 2,53, der Verschuldungsgrad bei noch vertretbaren 0,8. Für ein forschendes Pharmaunternehmen sind dies gute Werte.

CSL zahlt eine halbjährliche, seit 1994 stetig steigende Dividende. 2019 wurden 2,66 AUD pro Aktie ausgeschüttet. Für 2020 werden insgesamt 3 AUD angepeilt. Allerdings stieg der Aktienkurs in den letzten 10 Jahren um gut 580 Prozent. Die aktuelle Dividendenrendite liegt damit lediglich bei rund 1 Prozent. Die Ausschüttungsquote ist relativ niedrig. Auch 2020 wird sie wahrscheinlich nicht mehr als 52 Prozent betragen. Dies aus gutem Grund: Forschung kostet Geld. Wir sollten skeptisch sein, wenn forschende Unternehmen auf dem Wachstumspfad allzu viel ihres Gewinns an die Anteilseigner ausschütten.

So viel an dieser Stelle zum Aktien-Tipp unserer Abonnentin. Wir werden CSL auf der Watchlist behalten und für unseren Börsenbrief womöglich eine tiefergehende Analyse inklusive Königstest und Berechnung des Inneren Wertes vorbereiten.

Corona-Impfstoff: Die dritte Phase entscheidet

Über das folgende Biotech-Unternehmen hatte ich Ihnen an dieser Stelle bereits letzte Woche berichtet: Moderna vermeldete kürzlich, sein RNA-basierter Impfstoff gegen den Corona-Virus habe sich in ersten klinischen Tests als verträglich erwiesen und bei allen 45 Studienteilnehmern eine Immunreaktion hervorgerufen. Ob sich die Vakzine auch in der zweiten und dritten Phase als sicher und wirksam erweisen werden, bleibt abzuwarten.

Klinische Tests der dritten Phase gelten als der entscheidende und langwierigste Teil der Impfstoff-Entwicklung. In dieser Phase wird er Hunderten bis Tausenden von Menschen verabreicht. Und erst wenn die Testergebnisse aus dieser Phase vorliegen, kann ein Impfstoff durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) bzw. die Food and Drug Administration (FDA) in den USA zugelassen werden. Den bisherigen Rekord für die schnellste Entwicklung bis zur Zulassung hält derzeit ein Impfstoff gegen Mumps. Vier Jahre nur hat hier der komplette Durchlauf bis zur Massenproduktion gedauert.

Doch es existieren auch Viren, an denen sich die Forscher die Zähne bislang ausgebissen haben: HIV oder Hepatitis C beispielsweise. Bisherige Studienergebnisse mit Rhesusaffen sprechen gegen die Vermutung, dass das SARS-CoV-2 ähnliche Probleme bereiten wird, doch der Weg ist noch lang.

Neben Moderna arbeitet aktuell auch der britische Konzern AstraZeneca an einem Corona-Impfstoff. Gerüchten zufolge soll das Unternehmen erste Fusionsgespräche mit seinem Konkurrenten Gilead Sciences begonnen haben. Die Marktkapitalisierung von AstraZeneca beläuft sich auf 140 Mrd. USD. Gilead Sciences ist am Markt rund 96 Mrd. USD wert.

Konjunkturhilfe für die Brennstoffzelle

In der vergangenen Woche hatte die Bundesregierung weitere finanzielle Hilfen in Höhe von 130 Mrd. EUR versprochen. Mit 9 Mrd. EUR sollen auch Forschungen und Produkte aus dem Bereich Wasserstoff gefördert werden.

Gutes Timing: Wenig später, am gestrigen Montag verkündete Daimler eine Kooperation mit Volvo auf dem Feld der Brennstoffzellen-Technologie für schwere Nutzfahrzeuge. Ein neues Unternehmen namens „Daimler Truck Fuel Cell GmbH & Co. KG“ wurde gegründet, das später in das geplante Joint Venture mit der Volvo Group übergehen soll.

In diesem sollen sämtliche Aktivitäten von Daimler rund um die Brennstoffzelle gebündelt werden. Ziel sei es, in der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts in eine Serienproduktion einzusteigen. Daimler plant zudem eine Kooperation mit Rolls-Royce Power Systems im Bereich von stationären Brennstoffzellen-Systemen. Bis Ende des Jahres soll auch hier ein Kooperationsvertrag unterzeichnet werden.

Wachsender Energiebedarf auch im Internet

Wäre das World Wide Web ein Land, läge es in Sachen Strombedarf auf Platz 3 hinter den USA und China. Server und Rechenzentren benötigten im Jahr 2017 insgesamt 350 Terrawattstunden – 20 Prozent mehr als noch 2015. Eine aktuelle  Studie von Huawei kalkulierte eine Worst-Case-Szenario, in dem allein die Rechenzentren bis 2030 rund 8 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs ausmachen könnten.

Zunächst gute Aussichten für den Energiesektor. In nächster Zeit jedoch will der Ölkonzern BP weltweit 10.000 Arbeitsplätze streichen – vor allem auf den Führungsebenen. Ein Drittel der Gruppenleiter soll gehen. Auch die Auszahlung von Boni rückt in weite Ferne. Der Ölpreisverfall sorgte im ersten Quartal für einen starken Gewinneinbruch. Während Konkurrent Shell die Dividende kappte, hielt BP an seiner Ausschüttung an die Aktionäre fest. Die Payout Ratio war bereits in den letzten Jahren außerordentlich hoch. 2019 lag sie bei 175 Prozent. Die Verschuldungsrate ist mit 0,73 dennoch recht solide. Das Current Ratio liegt bei mageren 1,01.

Wettbewerbshüter untersuchen Amazon

Sie hegen den Verdacht, Amazon habe Daten von seinen Marktplatz-Händlern dazu genutzt, eigene Produkte zu entwickeln und erfolgreicher zu bewerben. Dass Amazon als Plattform und gleichzeitig als Händler auftritt, wird in Brüssel kritisch beäugt. Die EU-Wettbewerbsbehörde kritisiert, dass auf diesem Wege deutliche Preisgestaltungsvorteile für den Online-Riesen entstehen. Derzeit führt Amazon 45 Eigenmarken mit insgesamt 243.000 Produkten auf der Plattform. Diese Produkte tauchen in den Suchergebnissen oft oben auf, während Konkurrenten bis zu 30 Prozent ihrer auf Amazon generierten Einnahmen für entsprechende Marketing-Maßnahmen aufwenden.

Auch Investment Manager von Berkshire Hathaway haben vor einiger Zeit in Amazon investiert. Warren Buffett bedauert mittlerweile, die Aktie nicht selbst schon viel früher gekauft zu haben.

Warum scheut Warren Buffet in dieser Zeit neue Investments?

Mit jedem neuen Dollar, der in die Kassen von Berkshire Hathaway fließt, schrumpft das Feld möglicher neuer Deals. Buffett kann seinen enormen Cash-Berg nicht entscheidend abtragen, ohne dabei enorme Kurs-Rallyes zu provozieren und sich den eigenen Einstiegskurs zu vermiesen.

Bei Konzernen mit einer Marktkapitalisierung von 20 Mrd. USD und mehr sind zudem ETFs stark investiert. Wenn die großen passiven und aktiven Fonds nicht verkaufen, kann Buffett nicht kaufen.

Am Ende bleiben ihm nur die ganz großen, aber rar gesäten Brocken. Doch auch bei ihnen muss alles stimmen: verlässliches Management, profitables Geschäftsmodell, solide Bilanz und letztlich auch günstiger Preis. Ist er hier in der jüngeren Vergangenheit fündig geworden, waren andere Investoren, mit Taschen voller billigen Fremdkapitals, oft schneller. Und vor allem auch spendabler. In ihren Augen war der Preis weniger wichtig als für Buffett.

Und so sucht das „Orakel aus Omaha“ weiter…

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Krise als Turbo: Tesla nutzt seine Chance

+ aus der Praxis: Don’t buy the News!

Im Mai wurden 2,5 Mio. neue Arbeitsplätze in den USA geschaffen. Die offizielle Arbeitslosenrate liegt nun bei 13 Prozent. Auch diese Zahlen haben sicherlich den Aktienmarkt Ende vergangener Woche weiter gepusht. Wir beobachteten zuletzt hohe Mittelzuflüsse in Unternehmensanleihen der Schwellenländer, aber auch aus den USA in Richtung europäischer Aktien. Die Bullen laufen ungebremst weiter.

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Von Jeremy Grantham habe ich Ihnen an dieser Stelle schon mehrfach berichtet. In der „Financial Times“ widersprach der Value Investor nun vor wenigen Tagen den Bullen und warnte vor einer „Spirale des Optimismus“. Die Spanne zwischen Finanzmärkten und Realwirtschaft sei so groß wie nie zuvor, weshalb er selbst nun auf sinkende Kurse setze.

Kann die Konjunktur einfach wieder angeknipst werden?

Analysten von Morgan Stanley glauben weiterhin an eine V-förmige Erholung. Die Entwicklung des Nasdaq gibt ihnen zumindest in Bezug auf die Finanzmärkte recht. Doch es stellt sich die Frage, was die Börsen aktuell repräsentieren. Nehmen sie die konjunkturelle Erholung in der Realwirtschaft vorweg? Oder spiegeln sie doch eher die rasant wachsenden Bilanzen der Notenbanken wider?

Letzteres bejahen Analysten der Citigroup. Sie mahnen an, dass die aktuellen Gewinnschätzungen für 2021 viel zu hoch seien. Der aktuellen Rallye sollten Investoren nicht hinterherlaufen. Auch viele Hedgefonds halten sich noch zurück. Der Druck auf ihre Asset Manager wächst natürlich angesichts eines sich ebenfalls erholenden MSCI World Index.

Auch die Großinvestoren können den seit Jahren anhaltenden Tech-Trend nicht komplett ignorieren. Die hochkapitalisierten Internet-Unternehmen wie Amazon, Facebook und Netflix begeben sich mittlerweile wieder auf Rekordjagd. Entsprechend gut läuft es auch beim TecDAX, der ein wenig am Schlepptau des amerikanischen Nasdaq hängt.

Doch jüngere Anzeichen sprechen auch dafür, dass manche Unternehmen aus den alten Industriebranchen eine Aufholjagd starten werden. In Deutschland sind diese Dinosaurier überrepräsentiert. Sehr ähnlich stellt sich das Bild in Japan dar. Hier hatte der Nikkei Index zuletzt einen guten Lauf. Das Land ist relativ gut verschont geblieben von Covid-19 und es finden sich noch einige Unternehmen mit soliden Bilanzen. Gerade in der Krise kommt es auf solch stabile Fundamente ganz besonders an.

Tesla hat es einfacher: Krise als Chance

Forschung und Entwicklung ist ein anderes Standbein, das während der Pandemie an Bedeutung gewinnt. Nehmen wir beispielsweise die Autoindustrie: Deutsche Schwergewichte wie BMW, Daimler und Volkswagen haben mit Altlasten zu kämpfen und müssen Kosten reduzieren, während Tesla seinen ohnehin großen technischen Vorsprung noch weiter ausbauen kann.

Das Model 3 verbraucht nahezu 10 Prozent weniger Strom auf 100 Kilometer als das Elektro-Vorzeigeprojekt ID.3, das Volkswagen für den Sommer angekündigt hatte. Das nunmehr seit 8 Jahren produzierte Model S von Tesla ist 20 Prozent effizienter als der Audi e-tron. Teslas Antriebsstränge kosten pro Auto rund 3.000 EUR weniger als die der deutschen Konkurrenz.

Und dank des florierenden Online-Handels verkaufte sich das Model 3 im März 2020 auch innerhalb Europas deutlich häufiger als alle Diesel- und Benzin-Fahrzeuge von Volkswagen.

Nun verdient Tesla sogar Geld

Mit Blick auf die vergangenen 12 Monate liegt die operative Marge bei 3,23 Prozent. Der operative Cashflow liegt bei 2,6 Mrd. USD und der Free Cashflow bei 992 Mio. USD. Währenddessen wurden die langfristigen Verbindlichkeiten deutlich gesenkt, das Current Ratio auf 1,24 gesteigert.

TUI will sich gesundschrumpfen

Die Touristikbranche kann sich aktuell gerade so über Wasser halten. Bei TUIfly stehen 700 Arbeitsplätze und die Standorte Köln, Bremen und Münster-Osnabrück zur Diskussion. Nach dem Darlehen der Förderbank KfW in Höhe von 1,8 Mrd. EUR sollen bereits weitere Anträge in Arbeit sein. Die Abnahme neuer Boeing-Maschinen des Typs Max 737 wurde nach hinten verschoben. Nachdem Auftraggeber wie Eurowings ebenfalls Flottenkürzungen angekündigt haben, muss sich TUIfly zukünftig wieder verstärkt auf das hausinterne TUI-Geschäft konzentrieren.

Im ersten Quartal 2020 schrumpfte der TUI-Umsatz um mehr als 10 Prozent. Die Verschuldung wurde deutlich nach oben getrieben. Das Umlaufvermögen deckt nur noch rund die Hälfte der kurzfristigen Verbindlichkeiten. Doch eine Ende ist nicht in Sicht. Die Corona-Monate April bis Juni werden den Konzern sicherlich noch härter getroffen haben.

Profitiert Slack vom Zoom-Effekt?

Interessantere Investments finden wir weit ab der Touristik-Branche. Der Bürokommunikations-Dienst Slack steigerte seinen Umsatz in dem Ende April abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal um 49,57 Prozent auf 201,7 Mio. USD. Für Branchenkenner eine Enttäuschung. Nicht wenige hatten mit deutlich höherem Wachstum gerechnet. Der Verlust im ersten Quartal belief sich auf 74,4 Mio. USD.

In den vergangenen 12 Monate erwirtschaftete Slack jedoch zum ersten Mal einen positiven operativen Cashflow. Auch der Free Cashflow kommt den schwarzen Zahlen immer näher.

Die Bilanz ist für ein solch junges Tech-Unternehmen erfreulich solide. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten wurden im ersten Quartal nochmals reduziert, die Cash-Position erhöht. Das Current Ratio liegt aktuell bei 3,32.

Mit Hilfe von Amazon Web Services will Slack die eigenen Dienste in Zukunft optimieren und für eine engere Verzahnung mit den B2B-Diensten von Amazon sorgen. In Sachen technischer Performance und bei der Gewinnung neuer Nutzerkreise bietet dieses Vorhaben interessantes Potenzial.

Don’t buy the News!

U, V, W oder L? Oder doch ganz anders? Das in den Wirtschaftsmedien rauf und runter zitierte Alphabet der Wirtschaftserholung wird immer länger. Nur eines ist gewiss: Makroökonomische Entwicklungen liegen außerhalb unserer Kontrolle.

Was wir beeinflussen können, ist unser persönliches Anlageverhalten. Wenn Sie Ihre Strategie langfristig auslegen, werden kurzfristige Marktschwankungen, die durch Angst und Gier verursacht werden, wenig Einfluss auf Ihren Börsenerfolg haben. Sie müssen nicht darauf verzichten, zu wissen, was in der Welt geschieht, aber Sie sollten sich genau überlegen, von wem Sie sich beraten lassen.

Das Erfolgsrezept für Investitionen besteht darin, über die Unternehmen, an denen Sie interessiert sind, genau Bescheid zu wissen und Ihr Geld dann zu investieren, wenn Sie Ihre Nachforschungen abgeschlossen haben.

Vergessen Sie nicht: Auch Finanzmedien müssen Aufmerksamkeit generieren – die Währung des Internets.

Je besser es Ihnen persönlich gelingt, den auf diesem Weg entstehenden Lärm auszublenden, desto erfolgreicher werden Sie als Investor sein.

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Online-Handel boomt: Was macht Ebay?

+ aus der Praxis: Finden Sie herausragende Kapitalallokatoren!

Dank der Interventionen der US-Notenbank fährt die Wall Street seit Wochen bereits auf Autopilot. Der S&P 500 kletterte in den letzten zwei Monaten um nahezu 38 Prozent. Auch weltweit ist die Dynamik der laufenden Rallye enorm. Der deutsche Aktienindex DAX stieg im Mai um 6,68 Prozent und damit deutlich stärker als der breite europäische Index Stoxx Europe 600, der 3,04 Prozent hinzugewann. Der weltweite Aktienindex MSCI World kam um 3,11 Prozent voran.

FOMO – The Fear of Missing Out

Vor diesem Hintergrund wächst die Angst vieler Anleger, etwas verpassen zu können. Dementsprechend steigt ihre Risikobereitschaft. Schauen wir nun auf ein paar Einzeltitel…

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Ein Zombie auf der Standspur

Im August 2014 notierte die Aktie von Hertz bei 105 USD. Ab 2018 beobachteten wir folgende Kettenreaktion: Die Verschuldung schnellte drastisch in die Höhe. Das Verhältnis von Verbindlichkeiten zu Eigenkapital betrug schließlich 15,4. Die Flotte musste Schritt für Schritt liquidiert werden, um das nötige Cash für den Schuldendienst aufbringen zu können. Die potenziellen Käufer bemerkten die Notlage des Autovermieters und drückten sukzessive die Preise. Da die Autos als Sicherheit für laufende Kredite dienen, traten erneut die Fremdkapitalgeber auf den Plan und verlangten einen Nachschuss. Vor wenigen Tagen floh Hertz daher in den US-Gläubigerschutz. Heute greifen die Regeln gemäß Chapter 11 und der Aktienkurs liegt bei 1,50 USD.

Hertz ist nun fleißig auf der Suche nach neuen Kapitalgebern. Die US-Regularien bieten dafür einen relativ großen Spielraum. Und die Chancen stehen auch nicht schlecht. Schließlich ist viel Geld im Markt. Hertz hat unter dem Strich große Chancen, als Zombie weiter existieren zu können. Für uns Anleger ist die Firma jedoch keine Option.

Schon vor Corona war Hertz schlecht aufgestellt: negativer Free Cashflow und langfristig sinkende Gewinne trotz stetig leicht steigender Umsätze. Für die Konkurrenz wird es in nächster Zeit jedoch auch nicht einfacher. Vom Hertz-Zombie geht zwar keine Gefahr mehr aus. Doch gleichzeitig bricht in der Krise die Nachfrage weg.

Alle reden vom Online-Handel. Und was macht Ebay?

Das Unternehmen hätte angesichts Corona durchaus Potenzial. Plattformen sind angesagt. Wichtige Ankeraktionäre drängen bereits darauf, sich wieder auf das Kerngeschäft zu fokussieren und beispielsweise die Kleinanzeigen-Sparte sowie das Autovermittlungsportal mobile.de zu veräußern. Doch gerade diese Randbereiche sorgen heute noch für Wachstum.

Das Online-Auktionshaus selbst macht immer weniger Umsatz. Hinsichtlich Infrastruktur und Logistik hinkt Ebay den Konkurrenten Amazon und Alibaba deutlich hinterher. In Zukunft sollen zwar mehr professionelle Händler angelockt werden. Doch gerade diese profitieren vom Lock-in-Effekt des Bezos-Imperiums. Auch können sie dank Shopify, Wix.com und Co. eigene Shop-Systeme immer leichter realisieren. Ebay als Marke zieht immer schwächer. Warum sollten die Profis also noch auf diesen betagten Gaul setzen?

Seit 2011 bereits ist das Umsatzwachstum rückläufig. Der Free Cashflow entwickelt sich höchst volatil. Und auch die Bilanz könnte solider sein. In den letzten beiden Jahren hat Ebay von den Reserven gezehrt.

Um überhaupt noch eine Chance zu haben, müsste Ebay massiv investieren in umfangreiche Service-Tools für Verkäufer, in digitale Zahlungsmöglichkeiten und in die Lieferlogistik. Das Erwachen aus dem Dornröschenschlaf wäre teuer. Wer will die Investition stemmen, während zahlreiche Konkurrenten schon längst auf der Überholspur unterwegs sind? Vielleicht ein aktivistischer Investor, der einen Gegenentwurf zu Amazon aufbauen will? Aktuell sieht es eher nach einem Ausverkauf aus.

Neue Zoom-Lücken

Gestern habe ich Ihnen bereits von der Kooperation zwischen dem Videokonferenz-Dienstleister Zoom und den US-amerikanischen Behörden berichtet. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wird nur zahlenden Kunden bereitgestellt. Schließlich wolle man sich gutstellen mit dem FBI. Nun wurde eine weitere Sicherheitslücke bekannt. Hacker können Chats in der Meeting-Software manipulieren, um Schadcode auf den Computern der Nutzer auszuführen.

Sicherheitsforscher von Cisco haben die Schwachstellen, eigenen Angaben zufolge, in der Zoom-Version 4.6.11 entdeckt. Welche Betriebssysteme von den Lücken bedroht sind, ist derzeit unbekannt. Für Windows 10 ist die Version 5.0.5 aktuell.

AMD startet neuen Angriff auf Nvidia

Der Chiphersteller will noch in 2020 wieder bei den schnellsten Grafikkarten konkurrieren können. Laut CFO Devinder Kumar soll die neue High-End-Grafikkarte noch vor den beiden Spielekonsolen PlayStation 5 und Xbox Series X erscheinen, die beide auf AMD-Kombiprozessoren mit RDNA-2-GPUs nebst Zen-2-CPUs setzen.

Die Karte soll nicht nur die schnellste aus der Radeon-Familie werden, sondern es auch mit Nvidias GeForce-Topmodellen aufnehmen können.

Die AMD-Aktie notierte gestern bei 52,63 USD. Langfristig beträgt das Umsatzwachstum 2,2 Prozent. In 2019 wurde erstmals wieder seit 2011 ein Free Cashflow in dreistelliger Millionenhöhe erwirtschaftet. Die Bilanz ist mit einem Current Ration von 1,9 solide. Eine Dividende wird nicht gezahlt.

Haftbefehl gegen den „Prinz von Samsung“

Lee Jae-yong wird vorgeworfen, im Zuge der Fusion von Samsung C&T mit Cheil Industries im Jahr 2015 betrügerische Transaktionen durchgeführt, Aktienmanipulation betrieben und Buchhaltungsbetrug begangen zu haben.

Haftbefehle erließ die Zentralstaatsanwaltschaft von Seoul zudem gegen zwei weitere ehemalige Führungskräfte: Choi Gee Sung, den ehemaligen CEO von Samsung, und den Präsidenten des inzwischen aufgelösten Corporate Strategy Office, Kim Jong Jung, über das die Samsung-Familie Lee das Unternehmens-Konglomerat Samsung steuerte.

Und damit wären wir auch heute wieder beim Thema „gutes Management“.

Auf jeden Steve Jobs können Dutzende John Sculleys folgen

Nach vielen innovativen Jahren mit Gründer Jobs wurde der Apple-Konzern in den 90er Jahren von Nachfolger Sculley fast in den Abgrund manövriert.

Manager sind das Produkt ihrer Zeit und ihres Umfelds. Nicht selten ist Konformität in Vorstandsetagen und Sitzungssälen ein enorm wichtiger Faktor, um oben mitschwimmen zu dürfen.

Gute Kapitalallokatoren brauchen Durchhaltevermögen

Viele Absolventen der Business Schools versuchen hervorragende Führungskräfte im operativen Geschäft zu werden. Doch nur wenige von ihnen streben danach, das von uns Anlegern zur Verfügung gestellte Kapital bestmöglich zu verwenden.

Gute operative Führung ist weitaus prestigeträchtiger: satte Gewinne berichten, Konkurrenten ausstechen und junge Talente anziehen. Das machte mehr her in den Medien als langfristig steigende Kapitalrenditen. Mit einem bahnbrechenden neuen Produkt können CEOs über Nacht berühmt werden. Gute Kapitalallokation hingegen kommt erst nach einigen Monaten zum Tragen.

Als Investoren müssen wir natürlich auf beide Seiten achten. Doch wir beobachten, dass es eher schwierig ist, als guter Kapitalallokator zu versagen, wenn es um das operative Geschäft geht. Manager, die langfristig gut wirtschaften wollen mit den Geldmitteln ihrer Investoren, müssen ihr Geschäftsmodell konkurrenzfähig halten, müssen innovative Produkte anbieten, müssen ihr Unternehmen auch personell zukunftsfähig gestalten.

Wir Anleger sollten also ein wenig mehr Augenmerk auf die Kapitalrenditen lenken. Auch aus einem zweiten Grund: Die Unternehmen der Manager, die oft in der Presse brillieren, werden am Aktienmarkt zumeist fair bewertet. Wenn eine Investmentchance in der Zeitung steht, ist sie oft schon keine mehr.

Hervorragende Kapitalallokatoren dagegen fliegen meist unter dem Radar. Hier warten zahlreiche Chancen auf geduldige Anleger.

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Covid-19 pusht die Gig Economy.

+ aus der Praxis: 4 Hinweise auf gutes Management

Covid-19 lässt die Tech-Unternehmen florieren. Dazu gehören auch Titel wie Wix.com und Fiverr, die wir uns heute einmal genauer anschauen möchten.

Fiverr ist bereits seit einem guten Jahrzehnt wichtiger Player der sogenannten Gig Economy. Freiberufler bewerben ihre Dienste auf der Plattform. Unternehmen buchen diese. So entstehen kleine Werkverträge, beispielsweise über die Erstellung einer Website oder das Design eines Buchumschlags. Der Aktienkurs der israelischen Firma Fiverr International ist seit ihrem Börsengang an der NYSE im Juni 2019 um über 200 Prozent gestiegen. Allein im Mai 2020 kletterte der Kurs um 66 Prozent.

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Grund waren auch die starken Zahlen zum 1. Quartal 2020: Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal um 44 Prozent auf 34,2 Mio. USD. Die Nettoverluste gingen von 0,20 USD auf 0,08 USD pro Aktie zurück.

Nicht erst seit dem Börsengang wird die Plattform sukzessive aufgewertet. So wurden zum Beispiel die Algorithmen, die Wiederholungskäufe und Kategorien-übergreifende Käufe empfehlen, stetig optimiert. Im Juli 2019 wurden die Fiverr Studios eingeführt. Hier können Freiberufler für einzelne Projekte kooperieren.

Die Pandemie pusht die Gig Economy weiter voran. Zahlreiche Unternehmen forcieren nun das Home Office, müssen aber auch verstärkt über Out-Sourcing nachdenken. Für sie stellt Fiverr nun mehr denn je ein überaus hilfreiches Tool dar. Die Algorithmen helfen beim Finden der besten Kandidaten für einen Job. Auch die Koordination der Freelancer-Teams wird durch die Plattform selbst immer besser unterstützt. Dies entlastet die beauftragenden Unternehmen. Wir sehen noch viel Potenzial für weiteres Wachstum in der Zukunft.

Fiverr agiert dabei auf einem stabilen Fundament. Die liquiden Mittel überwiegen die Verbindlichkeiten deutlich. Das Current Ratio beträgt 2,14.

Auch Wix.com möchte Unternehmen im Internet unterstützen, stellt dazu einen Homepage-Baukasten zur Verfügung. Grundfunktionen sind kostenlos, doch für zusätzliche Dienste wie Shop-Systeme, individuelle Webadressen und Analyse-Tools müssen die Nutzer Geld zahlen.

2006 wurde das Unternehmen in Tel Aviv gegründet. 7 Jahren später folgte der Börsengang. 2019 konnte sich das Management über insgesamt 150 Mio. Nutzer freuen. Konkurrenten wie Shopify haben zwar noch deutlich mehr Medienpräsenz, doch die Zahlen zum  1. Quartal 2020 waren hervorragend: Die Nachfrage steigt kontinuierlich. Der Wachstumstrend ist intakt. Angetrieben vom Abo-Modell „Creative Subscriptions“ stiegen die Einnahmen um 24 Prozent auf 216 Mio. USD. Der Free Cashflow liegt heute bereits bei 40 Mio. USD.

Investitionen werden weiter vorangetrieben. Neben dem Website-Vorlagen-Portfolio werden auch die Integrationsmöglichkeiten digitaler Zahlungsanbieter stetig erweitert. Auch die direkte Betreuung der Kunden bei der Erstellung ihrer Websites gewinnt an Bedeutung.

Auch dank dessen konnte Wix.com im vergangenen April 3,2 Mio. neue Nutzer gewinnen – ein Plus von 63 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Auch die Zahl der Premium-Abonnements stieg gegenüber April 2019 deutlich an: +207 Prozent.

„Sobald die Leute verstanden hatten, dass wir in den Lockdown gehen werden, gab es einen massiven Aufschwung“, so Nir Zohar, COO von Wix.com. Übrigens: Zohar sitzt auch im Vorstand von Fiverr International.

Wix.com ist stärker verschuldet als Fiverr, kommt aber dennoch auf ein ordentliches Current Ratio von 1,5. Für einen Wachstumstitel ist das sehr gut. Bereits seit 2015 wird Free Cash Flow generiert – mit deutlich zweistelligen Wachstumsraten Jahr für Jahr.

Boom für Zoom

Auf der Gewinnerseite der Pandemie steht auch der immer bekannter werdende Anbieter von Videokonferenz-Software. Dies machten die Zahlen für das 1. Quartal 2020 mehr als deutlich. Der Umsatz von Zoom sprang auf 328 Mio. USD, der Gewinn auf 27 Mio. USD. Das Management hob den Jahresausblick deutlich an: Der Umsatz soll im Gesamtjahr 2020 auf 1,8 Mrd. USD steigen. Der Preis der Aktie stieg nachbörslich um gut 6 Prozent. Eine Dividende gibt es nicht.

Mehr als eine Randbemerkung wert: Auf der Investoren-Konferenz sagte CEO Eric Yuan, die neue Verschlüsselungssoftware gebe es nur für zahlende Kunden. Denn: „Wir wollen auch mit dem FBI zusammenarbeiten und mit den örtlichen Strafverfolgungsbehörden.“

Covid-19 treibt das Online-Business an. Giganten à la Jeff Bezos‘ Amazon profitieren genauso wie Newcomer vom Schlage Fiverr und Wix.com. Daneben sind aber auch die sogenannten „Bleib-zu-Hause-Aktien“ weiterhin von Interesse. Obwohl die Beschränkungen weltweit zurückgeschraubt werden, ist der Trend des Home Office und der physischen Distanzierung weiter intakt. Die Menschen werden auch nach den Lockdowns deutlich mehr Zeit zu Hause verbringen.

An dieser Entwicklung will auch Sega Sammy Holdings teilhaben. Vielleicht kennen Sie den traditionsreichen Videospiele-Hersteller Sega. Dieser fusionierte im Jahr 2004 mit Sammy Corporation, einem der größten Spieleautomatenhersteller Japans.

Sega arbeitet nun daran, den Arcade-Markt mit Hilfe der sogenannten „Fog-Gaming“-Technologie auf den Kopf zu stellen. Das Prinzip folgt einer ähnlichen Philosophie wie Googles Videospiel-Streamingdienst Stadia: Anstatt dass die Spiele auf lokalen Geräten laufen, sollen sie aus der Cloud gezogen werden. Hier kommt es technisch auf geringe Latenzzeiten an, um ein flüssiges Spielerlebnis zu ermöglichen. Interessant ist die Technologie nicht nur für Heimanwender. Auch Spielhallen könnten „Fog Gaming“ nutzen, um Hardware-Kosten zu sparen.

Die Umsatzentwicklung von Sega Sammy war in den letzten Jahren sehr mau. Profitabel war das Geschäft nicht. Der Return on Invested Capital betrug zuletzt nur 0,73 Prozent. Free Cashflow wurde in den letzten Jahren nur selten erwirtschaftet. Das Unternehmen hat auf einem wachsenden Markt viele Entwicklungen verschlafen. Ob nun die finanzielle und personelle Power existiert, gegen Googles Stadia bestehen zu können, ist mehr als fraglich.

Mehr Linux für Lenovo

PC-Hersteller Lenovo hat angekündigt, bei seinen Workstations der Serien ThinkPad P und ThinkStation künftig verstärkte auf Linux-Betriebssysteme setzen zu wollen. Anstelle von Windows 10 Pro können Käufer nun künftig jede Hardware-Zusammenstellung wahlweise mit vorinstalliertem Ubuntu-Linux oder Red Hat Enterprise Linux konfigurieren. Das Unternehmen aus Hongkong, das u.a. für IBM fertigt, wuchs in den letzten 10 Jahren durchschnittlich um je 11 Prozent. 1,2 Mrd. USD Free Cashflow wurden im Geschäftsjahr 2019/20 generiert. Rund 66 Prozent des Gewinns werden aktuell an die Aktionäre in Form von Dividenden ausgeschüttet.

Schlechte Lage für Lkw-Hersteller in den USA

Nach Schätzungen von FTR Transportation Intelligence fiel die  Zahl der Aufträge für schwere Lkw im Mai 2020 um 37 Prozent im Vergleich zum bereits schwachen Vorjahresmonat. Gegenüber Mai 2018 liegt das Minus sogar bei 81 Prozent. Negativer Höhepunkt des Monats war der Konkurs von Comcar Industries, dem Betreiber von vier Speditionen mit insgesamt rund 950 Beschäftigten: CCC Transportation, CT Transportation, CTL Transportation und MCT Transportation.

Was macht einen guten Manager aus?

Nir Zohar, Eric Yuan, Jeff Bezos… Wir sind heute auch über den einen oder anderen Unternehmensverantwortlichen gestolpert. Für uns Anleger spielen diese Persönlichkeiten eine ganz besondere Rolle. Sie sind es, die die Unternehmen, die wir als Aktionäre gekauft haben oder noch kaufen wollen, leiten. Auf sie kommt es an, wenn es darum geht, zukünftige Wachstumschancen zu erkennen und in einer sich wandelnden Welt profitabel zu wirtschaften.

Das bedeutet für uns Investoren: Wie erkennen wir ein gutes Management? Welches Management ist unser Geld wert?

Zur Beantwortung dieser Fragen will ich Ihnen an dieser Stelle ein paar kurze Stichpunkte an die Hand geben:

  1. CEOs können sich vor allem auf zwei unterschiedliche Arten hervortun: mit Wertschöpfung im operativen Geschäft und mit intelligenter Kapitalallokation.
  2. Unterscheiden Sie bitte zwischen der Geschäftsentwicklung und der Entwicklung des Aktienkurses! Gutes Management führt zu guten Geschäftszahlen. Das ist verständlich. Doch ob diese gute Zahlen auch zu steigenden Aktienkursen führen, steht auf einem ganz anderen Blatt. Das heißt: Bewerten Sie das Management stets nur anhand der Geschäftsberichte. Ob Sie als Anleger Rendite einfahren, hängt ganz wesentlich davon ab, zu welchem Kurs sie gekauft haben. Und dafür können die Manager nichts…
  3. Charlie Munger, der Wingman von Warren Buffett, gibt gerne folgenden Ratschlag: Versuchen Sie nicht, den besten aller Manager zu finden. Versuchen Sie nur, die schlechten Manager und ihre Unternehmen auszusortieren. Das ist sehr viel effizienter.
  4. Und dann geht es natürlich auch um die Haltung des Manager gegenüber seinen Investoren, gegenüber Ihnen also. Kommuniziert er offen und transparent? Können Sie seine Sicht auf die Zukunft nachvollziehen?

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Prof. Dr. Max Otte

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Telemedizin gewinnt an Fahrt.

+ aus der Praxis: So prognostizieren Sie den Free Cashflow eines Unternehmens.

Die europäische Tourismusbranche liegt am Boden. Im April kamen zum ersten Mal seit Beginn der Aufzeichnungen keine, ganz offiziell null, ausländische Touristen nach Spanien. So zumindest die aktuellen Zahlen des Instituts für Nationale Statistik (INE). Kein Wunder angesichts der geschlossenen Grenzen und strengen Kontaktbeschränkungen.

Während der saisonalen Spitzenzeiten im Juli und August kamen in den vergangenen Jahre rund 10 Mio. Touristen pro Monat nach Spanien. Die saisonalen Talsohlen gruppieren sich um Dezember und Januar mit etwa 4 Mio. Ankünften pro Monat. In den Frühjahresmonaten der Vorjahre lag die Zahl der Gäste bei etwa 7 Millionen.

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Für die spanische Tourismusindustrie, die jährlich etwa 180 Mrd. EUR erwirtschaftet, nahezu 15 Prozent des landesweiten Bruttoinlandsproduktes, ist der April in Regelzeiten ein Übergangsmonat. Er ist der Zeitraum, in dem die Umsätze nach den relativ ruhigen Wintermonaten wieder anziehen. Die 7 Mio. Spanien-Touristen im April 2019 beispielsweise gaben gemeinsam 7 Mrd. EUR aus. Diese, von vielen kleinen und großen Firmen fest eingeplanten, Einnahmen brachen 2020 komplett weg.

Und aller Voraussicht nach wird der Mai nicht wesentlich ertragreicher verlaufen sein als der April. Obwohl Bars und Restaurants in allen spanischen Städten ihre Terrassen wieder öffnen dürfen und auch Hotels wieder Gäste, unter strengen Auflagen, empfangen können, werden sie vorerst nur den lokalen Markt bedienen. Reisen zwischen den spanischen Provinzen, aus anderen Gründen als geschäftlichen, bleiben mindestens bis zum 21. Juni verboten.

Spaniens Tourismus ist nur ein Beispiel. Gravierende Folgen hat das Corona-Umfeld auch für zahlreiche börsennotierte Airlines und Hotelketten. Nun muss EasyJet um den Verbleib im Londoner Index FTSE 100 bangen. Am heutigen Mittwoch soll Index-Anbieter FTSE Russell den Abstieg des Billig-Fliegers verkünden. Auch die Hotelkette Whitbread steht auf der Abschussliste.

Rendite von Staatsanleihen weiter auf Talfahrt

Schon vor der Corona-Krise waren die Euro-Staatsanleihen angesichts von Null- und Minuszinsen unattraktiv. Nun hat auch die US-Notenbank die kurzfristigen Zinsen auf eine Bandbreite von 0 bis 0,25 Prozent gesenkt. Damit versiegt auch die letzte vermeintliche Renditequelle auf dem Feld der Staatsanleihen. Es ist kaum zu erwarten, dass die Zinsen hier zeitnah wieder hochfahren werden.

Amazon-Anleihe findet reißenden Absatz

Während auch zahlreiche Unternehmensanleihen von den Rating-Agenturen herabgestuft wurden, punktet Jeff Bezos bei den Anlegern. Trotz eines mageren Zinskupons von 0,4 Prozent wurde ihm die neue Anleihe förmlich aus den Händen gerissen. Sie war dreifach überzeichnet. Insgesamt 10 Mrd. USD frisches Kapital flossen am vergangenen Montag auf diesem Weg in die Amazon-Kasse.

Zum Vergleich: Die letzte Anleihe des Unternehmens musste 2017 noch mit 1,9 Prozent verzinst werden.

Immer wieder Tech: Telemedizin endlich vor dem Durchbruch?

Das Ärztebewertungsportal Jameda vermeldete bereits Ende März, dass es im Vergleich zum Vormonat eine Steigerung um 1.000 Prozent bei der Nachfrage nach Videosprechstunden gegeben habe. Die bundesweite Nachfrage hat sich im April auf hohem Niveau stabilisiert.

Detailliertere Zahlen kommen aus Baden-Württemberg. Rund 9.000 Nutzer verwenden nach Angaben der dortigen Kassenärztlichen Vereinigung (KVBW) inzwischen das Telemedizin-Projekt „Docdirect“. Hier können sich Patienten per Videotelefonie für eine medizinische Beratung an niedergelassene Ärzte wenden. Die absoluten Zahlen sind noch recht niedrig. Doch die steigende Tendenz ist unübersehbar. Vor allem in der Altersgruppe der 20- bis 40-Jährigen gewinnt die digital gestützte Beratung an Akzeptanz.

„Docdirect“ dient der baden-württembergischen Landesregierung auch zum Aufbau von „Gerda“, einem E-Rezept-Dienst. „Gerda“ steht hier für „geschützter E-Rezept-Dienst der Apotheken“. Noch befindet sich das Projekt in der regionalen Modellphase, soll aber alsbald landesweit ausgerollt werden und bundesweit als Blaupause dienen.

Intel stampft seinen „Coffee Lake-S“ ein

Das Kundeninteresse habe sich weiter und von der CPU-Serie Core i-8000 weg entwickelt, so das Management rund um CEO Robert Swan. PC-Hersteller und Händler können die Prozessoren noch bis zum 18. Dezember 2020 bestellen. Die letzte Auslieferung erfolgt am 4. Juni 2021.

Inzwischen verkauft Intel den Core i5-10600K mit ebenfalls sechs CPU-Kernen und 12 Threads (Hyper-Threading) sowie mit höheren Taktfrequenzen zu einem günstigeren Preis als den i-8000.

Kick-off für deutsche 5G-Infrastruktur

5G steht vor der Tür. Und hier will auch Telefónica Deutschland mitmischen. Mit Komponenten des schwedischen Ausrüsters Ericsson soll der Netzausbau nun an Fahrt gewinnen. Hintergrund sind auch die politischen Bedenken gegen die starke Präsenz von Huawei auf dem europäischen Markt.

Im O2-Netz wird weiterhin auf die Unterstützung von Nokia und Huawei gesetzt. Das 5G-Kernnetz jedoch soll zu wesentlichen Teilen von Ericsson gebaut werden. Telefónica will bis 2021 ein eigenständiges 5G-Kernnetz mit vollständiger Cloud-Kompatibilität aufbauen.

Für uns Anleger sind die Architekten der IT-Infrastruktur weiterhin sehr interessant. Im Gegensatz zu vielen anderen Branchen verzeichnet die Telekommunikationsbranche auch während der Corona-Krise eine steigende Nachfrage. Umsätze, Gewinne und Dividenden sind äußerst robust. Natürlich profitieren nicht alle Anbieter. Auch in dieser Branche beobachten wir Konzentrationsprozesse. Daher sollten Investoren einzelne Investments genau prüfen. Doch die Detailanalyse kann sich lohnen.

So prognostizieren Sie den Free Cashflow eines Unternehmens

Vor der Rendite hat der liebe Gott den flinken Bleistift gesetzt. Und die Prognose des Cashflows ist eines der Herzstücke der fundamentalen Unternehmensanalyse.

Möchten Sie wissen, wie die Berechnung funktioniert?

Bevor wir beginnen, sollten wir zuerst definieren, was der Cashflow, auf Deutsch der „Kapitalfluss“, überhaupt ist.

Der Free Cashflow (FCF) ist der Betrag an Bargeld, der übrig bleibt, nachdem ein Unternehmen seine Rechnungen bezahlt hat, um das Tagesgeschäft am Laufen zu halten.

Diese Rechnungen umfassen Löhne und Gehälter des Personals, Versorgungsleistungen, Lieferungen und alle anderen Betriebsausgaben. Im Allgemeinen ist ein Unternehmen desto besser dran, je mehr Free Cashflow generiert wird. Das macht Sinn, denn es bedeutet, dass das Unternehmen mehr Geld verdient, als es zum Betrieb benötigt, dass sich also seine Produkte auf dem Markt gut verkaufen und das Unternehmen seine Kosten unter Kontrolle hat.

Nun zu Schritt Nummer 1:

Besorgen Sie sich die Kapitalflussrechnung des Unternehmens!

Für börsennotierte Unternehmen können Sie die Kapitalflussrechnung kostenlos von Websites wie Google Finance oder Yahoo Finance erhalten, oder aber von der Website des Unternehmens selbst. Schauen Sie einfach mal auf die Seite „Investor Relations“. Hier werden Dokumente für Investoren, wie Jahresberichte und Jahresabschlüsse, veröffentlicht.

Die Kapitalflussrechnung enthält viele Informationen, aber die Teile, die bei der Berechnung des FCF besonders wichtig sind, hören auf diese englischen Namen:

Cash from Operating Activities

Capital Expenditures

Schritt 2:

Berechnen Sie den Free Cashflow!

Die Formel lautet:

FCF = (Cash from Operating Activities) – (Capital Expenditures)

Auf den ersten Blick recht einfach, doch wenn Sie den FCF zur Berechnung des inneren Wertes einer Aktie verwenden möchten, dürfen Sie sich nicht nur auf das letzte Geschäftsjahr verlassen. Stattdessen müssen Sie die Konsistenz über mehrere Jahre hinweg betrachten, um sicherzustellen, dass das letzte Jahr kein Zufall oder etwas Außergewöhnliches war.

Schritt 3 lautet daher:

Achten Sie auf Konsistenz beim Free Cashflow!

Um ein langfristig zuverlässiges Bild zu erhalten, ist es die Mühe wert, Daten aus 10 Jahren zu recherchieren. Die Zahlen erhalten Sie auf den „Investor Relations“-Seiten des zu analysierenden Unternehmens.

Apropos: An diesem Punkt erkennen Sie bereits erste Anzeichen für die Qualität des Managements. Gute Vorstände und Manager kommunizieren transparent und verständlich. Sie scheuen sich nicht, die Daten langer Zeiträume leicht auffindbar zu präsentieren.

Die Berechnung des prozentualen Anstiegs im Vergleich zum Vorjahr ermöglicht es Ihnen, das zukünftige FCF-Wachstum zu prognostizieren. Die Formel lautet:

Prozentualer Anstieg = ( FCF1 – FCF0) / FCF0 * 100

FCF0 ist hier das Basisjahr, FCF1 das Folgejahr.

Diese Berechnung führen Sie für mindestens 10 aufeinanderfolgende Jahre durch. Stieg der FCF durchweg an, ist dies ein großartiges Zeichen. Ein solches Ergebnis bedeutet, dass es dem Unternehmen nicht nur gelungen ist, einen konstant positiven Free Cashflow zu generieren, sondern dass es auch in der Lage war, den erwirtschafteten FCF-Betrag Jahr für Jahr zu erhöhen.

Schritt 4:

Überprüfen Sie die aktuelle Leistung!

Zur Abrundung dieses Teils der Analyse sollten Sie sich auch ansehen, wie das Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr abschneidet, um sicherzustellen, dass sich die positive Entwicklung auch fortsetzen kann. Dazu benötigen Sie die aktuellen Quartalszahlen zum Cashflow.

Schritt 5:

Ist die Fortentwicklung des Free Cashflows realistisch?

Stellen Sie sich abschließend die folgenden Fragen:

Sind nach dem, was Sie über das Unternehmen nun herausgefunden haben, Ihre Annahmen überhaupt realistisch?

Wie wahrscheinlich ist es, dass das Unternehmen diese Höhe von Free Cashflow weiterhin erzielen kann?

Der beste Weg, diese Fragen zu beantworten, ist ein Blick in den Jahresbericht des Unternehmens. Suchen Sie nach einer Beschreibung des Geschäftsmodells und des Produktportfolios sowie nach einer Akquise-Strategie.

Gibt es neue Konkurrenten, die in den Markt eintreten und einen Anteil an den zukünftigen Gewinnen haben werden?

Ist mit einem Anstieg der Rohstoff- oder Arbeitskosten zu rechnen?

Verfügt das Unternehmen über eine stabile Managementstruktur?

Hat das Management-Team eine lange Amtszeit hinter sich, und sind die bisherigen Pläne erfolgreich gewesen?

Die Eigenkapitalrendite dient oft als Messgröße für die Effektivität des Managements. Auch die Höhe der Schulden ist relevant.

Hat das Unternehmen neben dem wachsenden Free Cashflow eine starke Bilanz und eine stabile Managementstruktur könnte die Annahme richtig sein, dass das Unternehmen auch zukünftig in der Lage sein wird, seine Leistungen der Vorjahre zu wiederholen.

Doch seien Sie vorsichtig!

Vergangene Leistungen sind kein Indikator für zukünftige Leistungen. Tatsächlich ist es nicht ratsam, langfristig Wachstumsraten von 10 Prozent oder mehr vorherzusagen. Höhere Werte sind äußerst selten.

Das liegt in der Natur der Sache: Wenn ein Unternehmen sehr groß wird, wird seine Wachstumsrate sinken, da die schiere Größe des Unternehmens es wesentlich erschwert, hohe Wachstumsraten zu erzielen. Aus diesen Gründen sollte die langfristige FCF-Wachstumsrate fast immer unter 10 Prozent liegen. Ein immer noch sehr stolzer Wert.

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