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Plug Power: Eine gute Chance nach der Kapitalerhöhung?

Plug Power, der US-amerikanischer Hersteller von Brennstoffzellen und Wasserstoff-Speicheranlagen, hat seine Kapitalerhöhung vor wenigen Stunden erfolgreich abgeschlossen. Rund 750 Mio. USD wurden kassiert. Weitere 112,5 Mio. USD sind in Aussicht.

Plug Power wurde 1997 als Joint Venture des Energieversorgers DTE Energy und dem Messtechnikhersteller Mechanical Technology Inc.gegründet. Seit 1999 ist das Unternehmen börsennotiert. Die Aktie kletterte seit dem 3. Juni 2020 um 499,5 Prozent! In den letzten Wochen hat sich die Aufwärtsdynamik nochmals deutlich beschleunigt. Die Kapitalerhöhung kommt also zu einem sehr günstigen Zeitpunkt. Beim aktuellen Kurs von 25 USD können die bestehenden Aktionäre die Verwässerung gut verkraften.

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Wie nachhaltig ist der Kurssprung der letzten Monate?

Zwischen 2008 und Sommer 2020 bewegte sich die Aktie stur seitwärts. Der Umsatz stieg in den letzten 10 Jahre um 34 Prozent pro anno. Doch beim Free Cashflow sieht es sehr mager aus. Auch die Margen sind wenig attraktiv. Die Eigenkapitalrendite ist negativ.

Die Seitwärtsentwicklung steht jedoch auf bilanziell stabilen Beinen. Das Current Ratio liegt bei 2,9, der Verschuldungsgrad bei 0,9. Das ist durchaus in Ordnung.

Plug Power tätigt aktuell hohe Investitionen. Und dennoch fehlt noch die notwendige Größe, um Gewinne erzielen zu können. Diese Situation wird sich zukünftig womöglich ändern –vorausgesetzt, der Wasserstoff-Trend ist nachhaltig.

2024 will das Unternehmen 1,2 Mrd. USD Umsatz generieren, während für den operativen Gewinn 200 Mio. USD angestrebt werden.

Plug Power verkaufte im dritten Quartal 2020 insgesamt 4.100 Brennstoffzellen, was einer Absatzsteigerung um 130 Prozent entspricht. Zudem wurden 13 neue Wasserstofftankstellen errichtet. Bis Ende 2020 sollen mehr als 100 Wasserstofftankstellen in Betrieb genommen worden sein.

Jetzt noch aufspringen auf den Wasserstoff-Zug?

An den Aktienmärkten entstehen Risiken meist durch Abweichungen von den Erwartungen der Investoren. Risiko ist also abhängig von der Vorhersehbarkeit eines Geschäftsmodells.

Die Genauigkeit, mit der Sie die zukünftige Ertragsentwicklung prognostizieren können, ist in erster Linie vom Anteil der wiederkehrenden Erlöse abhängig. Regelmäßig wiederkehrend sind Erlöse, wenn sie ihre Frequenz im Voraus exakt bestimmen können. Dabei kommt es auf die zeitliche Wiederholung an, nicht auf die Höhe. Die hohe Stabilität einer profitablen Erlösentwicklung ist zum Beispiel in Geschäftsmodellen zu finden, die dem täglichen Bedarf der Konsumenten dienen.

Andere zeitlich wiederkehrende Erlöse sind Miet- oder Versicherungseinnahmen. Auch Abo-Geschäftsmodelle sind von wiederkehrenden Einnahmen gekennzeichnet. Der besondere Clou: Unabhängig davon, wie häufig der Abonnent das Produkt oder die Dienstleistung nutzt, fällt stets der gleiche Pauschalbetrag an.

Solche Geschäftsmodelle sind meist kaum sonderlich berauschend. Sexy Unternehmen sind sexy, weil sie neu sind und Konsumenten wie Investoren mit verführerischen Zukunftserwartungen bezirzen, deren langfristige Entwicklung jedoch nur schwer zu prognostizieren ist.

Halten Sie Abstand davon und widmen Sie sich besser Unternehmen, die seit langer Zeit schon ihre Runden drehen – vorausgesetzt natürlich, dass das langweilige Geschäftsmodell zugleich profitabel ist.

Value Traps: Zuerst das Risiko, dann die Rendite

Großartige Erfolge an der Börse können Sie nur dann feiern, wenn es Ihnen gelingt, Aktien deutlich unter ihrem Inneren Wert zu kaufen und danach geduldig und diszipliniert auf den Kursanstieg und den richtigen Verkaufszeitpunkt zu warten.

Aber der Mensch ist Mensch und zieht oft lieber mit der Herde als eigenständig zu denken zu handeln. Für die meisten Anleger ist es weitaus einfacher, den angesagten Aktien hinterherzulaufen, als in die unbeachteten Mauerblümchen zu investieren.

Dabei sind gerade sie es, die Unbesungenen, die Ihnen am Ende die Rendite verschaffen – vorausgesetzt Sie erwischen keine Wertefalle, im Börsenjargon „Value Trap“ genannt.

Ein großes Problem während unseres Analyseprozesses: Es existieren zahlreiche Aktien, die zu Ausverkaufspreisen angeboten werden, und solche, die zwar nach stillen Reserven duften, sich aber bei näherer Betrachtung als Luftnummern entpuppen. Letztere sind die „Value Traps“, die Sie meiden sollten.

Sie weisen eine niedrige Bewertung und manches Mal auch eine attraktive Dividendenrendite auf, doch operativ liegt in den Unternehmen einiges im Argen. Langfristig werden die Margen unter Druck geraten, Gewinne schmelzen und Dividenden zuerst aus der Substanz gezahlt und später gestrichen werden müssen.

Doch auch sogenannte „Sonderfaktoren“ können zu verzerrten Analysen führen. Es existieren konjunkturabhängige Branchen, die immer aufs Neue starke Schwankungen in der Geschäftsentwicklung überstehen müssen, beispielsweise Stahlproduzenten.

Nach Phasen hoher Investitionen und Nachfrageflauten mit entsprechend niedrigen Margen und Gewinnen folgen Zeiten geringer Investitionen, steigender Nachfrage und wachsenden Gewinnen.

Wichtig: Keinesfalls sollten Sie die Boom-Phasen der Unternehmen dieser Branchen einfach linear in die Zukunft extrapolieren!

Wertefallen zu vermeiden, ist keinesfalls ein Kinderspiel. Sie kommen nicht daran vorbei, sich mit „Ihrem Unternehmen“ haarklein auseinanderzusetzen. Geschäftsberichte gehören dabei genauso zu Ihrem täglich Investoren-Brot wie Branchenanalysen und aktuelle Äußerungen aus dem Management. Vergleichen Sie das Unternehmen insbesondere auch mit seinen direkten Wettbewerbern, um eine relative Unter- oder Überbewertung erkennen zu können.

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