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Die jüngsten Streiks bei der Deutschen Bahn haben zu erheblichen Störungen im öffentlichen Nahverkehr geführt. Dadurch waren viele Reisende gezwungen, alternative Transportmittel zu benutzen. Die Zugausfälle und Verspätungen haben Unsicherheit und Unannehmlichkeiten verursacht und die Nachfrage nach flexiblen und zuverlässigen Transportoptionen erhöht. Sixt erwies sich als probate Transportlösung und verzeichnete einen signifikanten Anstieg der Nachfrage nach seinen Dienstleistungen.

Sixt konnte während der Bahnstreiks einen signifikanten Anstieg der Buchungen und Umsätze verbuchen. Viele Kunden stiegen auf die Dienstleistungen des Mobilitätsdienstleisters um. So konnten sie Ihre Reisepläne doch noch realisieren. Die Möglichkeit, spontan ein Fahrzeug zu mieten und flexibel zu reisen, erwies sich als äußerst attraktiv. Vorerst sind die Tarifpartner an den Verhandlungstisch zurückgekehrt – ab März könnte es zu weiteren Streiks kommen. Sicherheitskräfte an Flughäfen befinden sich aktuell im Ausstand.

Wachstum setzt sich fort

Zuletzt hat Sixt trotz konjunktureller Schwäche geopolitischer Unsicherheiten und für das dritte Quartal 2023 mehr als ordentliche Zahlen präsentiert. In diesem Zeitraum setzte das Unternehmen seinen Wachstumskurs konsequent fortgesetzt und das bereits recht starke Vorjahresquartal übertroffen. So erzielte Sixt in den ersten neun Monaten 2023 einen Konzernumsatz von 2,75 Mrd. EUR. Gegen über dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Zuwachs von 18,4 %.



Erfreuliche Ergebnisse

Trotz der nicht optimalen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und politischen Unwägbarkeiten erwartet Sixt für das vierte Quartal 2023 ein stärkeres Ergebnis als im Vorjahr. Das zurückliegende Jahresviertel war geprägt von umfangreichen Investitionen für den Start einer großen US-Markenkampagne.

Für das gesamte Geschäftsjahr 2023 erwartet der Vorstand des Unternehmens einen Umsatz von 3,6 Mrd. EUR und ein Ergebnis vor Steuern (EBT) zwischen 460 und 500 Mio. EUR. Einen konkreten Ausblick auf das Jahr 2024 gibt es derzeit von Sixt noch nicht. Dieser wird offiziell erst Anfang März erwartet.

Diversifizierung schreitet voran

Sixt hat in den letzten Jahren eine aggressive Diversifizierungsstrategie verfolgt. Diese hat sich als äußerst erfolgreich erwiesen. Neben dem traditionellen Autovermietungsgeschäft hat der Konzern seine Dienstleistungen auf verschiedene Bereiche wie Carsharing, Fahrdienste und Mobilitätslösungen für Unternehmen ausgeweitet. Diese Diversifizierung hat die Umsatzbasis von Sixt erweitert und sein Wachstumspotenzial erhöht.

Hierzu zählt auch die jüngste Beteiligung des Konzerns. Sixt steigt bei dem Chauffeurdienst Blacklane ein. Mit einem „signifikanten“ Millionenbetrag beteiligt sich Sixt an dem Berliner Start-up. Die konkrete Investitionssumme wurde allerdings leider nicht öffentlich, ebenso wenig die prozentuale Beteiligung von Sixt an Blacklane. Anders als Sixt besitzt Blacklane bislang keine eigene Fahrzeugflotte, sondern kooperiert mit lokalen Chauffeurdiensten.

Mittels Auktionsprinzip vermittelt Blacklane an diese die digital gebuchten Fahrten. Die neue Partnerschaft mit Sixt ermöglicht dem Unternehmen nun auf die Sixt-Flotte zuzugreifen, bzw. diese Chauffeurpartnern anzubieten. Sixt wiederum erweitert das Mobilitätsangebot in seiner App um einen weiteren Dienst. Ab dem neuen Jahr soll der Chauffeurdienst von Blacklane in der Sixt-App ein international verfügbarer Premium-Dienst sein. Im Fokus steht aber vor allem der US-Markt – für beide Unternehmen ist dies der derzeit wichtigste Wachstumsmarkt.

Expansion auf dem US-Markt

Ohnehin kommt Sixt mit seiner US-Expansion bislang gut voran. Daran sollte auch die jetzt mutige Entscheidung, seinen Fuhrpark aus elektrifizierten Fahrzeugen künftig erst einmal ohne Tesla-Autos aufzubauen, nichts ändern. Diese Entscheidung erscheint einerseits wegen der Wachstumspläne auf dem US-Markt mutig, anderseits fällte das Management diese Entscheidung aus nachvollziehbaren wirtschaftlichen Gründen.

Im Gegensatz zu anderen Automobilherstellern war Tesla nicht bereit, sich auf eine Rücknahmegarantie mit Sixt zu einigen. Das Restwertrisiko, das für Sixt wegen der Rücknahmegarantie bei anderen Fahrzeugen bei „null“ liegt, war dem Management zu „unkalkulierbar“. Die Konsequenz deshalb: In Zukunft keine Tesla mehr im Vermietfuhrpark. Vielleicht lenkt Tesla irgendwann doch ein.

Analysten optimistisch Die Zukunftsaussichten für Sixt bleiben vielversprechend, da das Unternehmen weiterhin von den sich wandelnden Mobilitätsbedürfnissen der Verbraucher profitiert und sein Geschäftsmodell deren Bedürfnissen anpasst. Analysten sind ebenfalls optimistisch und sehen weiteres Aufwärtspotenzial für die Sixt-Aktie, gestützt durch solide fundamentale Kennzahlen und das anhaltende Wachstum des Unternehmens.

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Kerstin Franzisi

Chefredakteurin Der Privatinvestor


Viele Investoren fiebern den letzten Monaten eines jeden Jahres entgegen. Denn gerade erfahrene Anleger wissen, dass das 4. Quartal in punkto Performance oft das Stärkste im Verlauf eines jeden Kalenderjahres ist. Auch aktuell scheint sich dies wieder zu bewahrheiten – zumindest der Startschuss ist erfolgt. Vor allem Tech-Werte haben im Hinblick darauf gegenüber Standardtiteln die Nase vorn.

In den zurückliegenden Wochen haben alle großen US-amerikanischen Indizes deutlich zugelegt. Seit Ende Oktober stieg der Dow Jones von 32.417 auf 34.947 Punkte um rund 7 % und der S&P 500 von 4.117 auf 4.511 Punkte um über 9 %. Dennoch eroberte der Technologieindex NASDAQ 100 mit einem Zuwachs von 14.110 auf 15.838 Punkte oder einem Plus von über 12 % den Platz an der Sonne hinsichtlich der Kursentwicklung.

Quelle: finanzen.net

Schlechte Voraussetzungen für einen neuen Hype

Dabei hatte es lange Zeit nicht danach ausgesehen, dass es in diesem Jahr zu einer Jahresendrallye kommen würde. Vor allem die immer wieder aufflammenden geopolitischen Konflikte beeinträchtigten die Entwicklung an den Aktienmärkten. Und hier war es besonders der Überfall von Terroristen der militant-islamistischen Hamas, die am 7. Oktober 2023 vom Gazastreifen aus nach Israel eindrangen und mehr als 1.300 Menschen töteten, Geiseln nahmen sowie die entsprechende Retourkutsche der israelischen Armee.

Zudem ist beim Krieg zwischen Russland und der Ukraine noch immer kein Ende in Sicht. Diese beiden Konfliktherde beanspruchen Politiker in Ost und West ganz erheblich. Wirtschaftliche Aspekte geraten in einer derart angespannten Phase eher in den Hintergrund. Insgesamt bietet die aktuelle Weltlage keine guten Voraussetzungen für einen neuen Hype.

Abflauende Inflation als Lichtblick

Im Oktober 2023 hat der Inflationsdruck in den USA deutlich nachgelassen. Dadurch wurden an den Finanzmärkten Zinserhöhungsängste gebannt. Noch im September hatte die Teuerungsrate 3,7 % betragen, vier Wochen später war diese auf 3,2 % gesunken. Die US-Notenbank Federal Reserve orientiert sich mithilfe der Verbraucherpreise bei der Festlegung ihres Zinskurses.

Die Fed will die Inflationsrate auf das selbst gesteckte Ziel von 2 % drücken. Nach einer Serie von Erhöhungen die Zinsen beließ die Notenbank den aktuell gültigen Satz zuletzt in einer Spanne von 5,25 bis 5,50 %. Die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Erhöhung mit knapp 10 % wird von Experten nunmehr als sehr gering eingeschätzt. Darüber hinaus gibt es bereits Stimmen, die ab Mai Zinssenkungen erwarten.

Gewinner der Jahresendrallye

Größte Gewinner der Herbst-/Winter- oder Jahresendrallye sind zweifellos die großen Titel des Tech-Sektors. Und hier ist es vor allem Microsoft, der sogar als Treiber des jüngsten Hypes betrachtet werden kann. Seit der Veröffentlichung der neuesten Quartalszahlen Ende Oktober hat die Aktie einen satten Kurssprung um 10 % hingelegt. Auf Sicht von zwölf Monaten stiegen die Papiere des Hard- und Softwareherstellers sogar um rund 45 %.

Quelle: finanzen.net

Auch der Marktführer des High-Tech-Segments, Apple, überzeugte in den vergangenen Wochen in Sachen Performance. Die Aktie des iPhone-Herstellers stieg ebenfalls seit Mitte Oktober um rund 11 %. Sowohl bei Apple als auch bei Microsoft ist das Wachstum des Cloud-Geschäfts ganz wesentlich für den jeweiligen Gewinnanstieg und damit für den Erfolg der Unternehmen verantwortlich.

Die Amazon-Aktie, die nach dem Abflauen der Corona-Pandemie einen Rückschlag hatte hinnehmen müssen, verzeichnet ebenfalls ein hervorragendes Börsenjahr 2023 mit einem Kursplus von über 40 % auf Sicht von zwölf Monaten. Auch im Falle von Amazon kletterten die Umsätze der Cloud-Sparte AWS überproportional gegenüber anderen Geschäftsbereichen. Große Erwartungen sind bei allen drei Konzernen in Bezug auf Umsatzsteigerungen im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) verknüpft.

Jahresendrallye – wie geht es weiter?

Auch wenn die Jahresendrallye bei US-Standardtiteln wie Coca-Cola oder Chevron noch nicht so recht angekommen zu sein scheint, lässt sich doch nicht von der Hand weisen, dass der Startschuss für den vorweihnachtlichen Hype bei den Tech-Werten bereits stattgefunden hat. Neben den durchaus erfreulichen Perspektiven bei der Inflationsentwicklung gibt es zumindest im Hinblick auf die Krise in Nahost Anlass zu Optimismus.

Neuesten Meldungen zufolge könnte es schon bald zu Verhandlungen zwischen den verfeindeten Parteien und möglicherweise auch zur Freilassung der von der Hamas festgehaltenen Geiseln kommen. Demnach spricht einiges für eine Fortsetzung der Jahresendrallye, was Investoren dies und jenseits des Atlantiks noch eine Menge Freude bereiten könnte.

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Kerstin Franzisi

Chefredakteurin Der Privatinvestor

Sehr geehrte Privatanleger,

über 13% – so viel legte die Amazon-Aktie (WKN: 906866) seit Donnerstag vorletzter Woche zu. Damit ist nicht nur die Kurskorrektur überwunden, die der Onlineriese vor etwa einem Monat wegen eines neuen Kartellverfahrens hinnehmen musste. Bei jetzt 138,96 USD fehlen nur noch knapp 6 % bis zum Allzeithoch, welches die Aktie im September 2023 bei 145,86 USD aufstellte.

Unsere These lautet nach wie vor: „Big Tech bleibt „big“ – und sollte deshalb in keinem Portfolio fehlen.“ In den jüngsten Zahlen von Amazon sehen wir uns bestätigt. Der Umsatz des Tech-Giganten stieg im dritten Quartal 2023 um 13 %, von 127,1 auf 143 Mrd. USD. Der operative Gewinn verbesserte sich von 2,5 auf 11,2 Mrd. USD – er hat sich damit mehr als vervierfacht.

Mit Amazon haben Sie zudem ein Unternehmen, das in den nächsten Jahren beim Thema „KI“ ganz vorne mitmischen sollte. Dies alleine schon wegen der dominanten Marktstellung im Cloud-Business. Ohne Cloud-Infrastrukturen wäre „KI“ gar nicht möglich und der mit Abstand größte Cloud-Anbieter der Welt ist nun mal die Amazon-Tochter AWS. Zudem ist AWS ein Spezialist im Bereich des maschinellen Lernens.

Insgesamt verfügt Amazon über große Innovationskraft und Knowhow zur Entwicklung neuer KI-Lösungen. Würden dem Konzern doch einmal die eigenen Ideen ausgehen, wäre auch das kein Problem. Finanzielle Mittel, um sich bei Bedarf weiteres Expertenwissen einzukaufen, ist ausreichend vorhanden. Erst Ende September gab Amazon bekannt, sich mit bis zu 4 Mrd. USD am KI-Startup Anthropic zu beteiligen.



Dieses hat den Chatbot Claude entwickelt und ist somit ein Konkurrent zu OpenAI. Zunächst wird die Amazon-Tochter AWS für 1,25 Mrd. USD Anthropic-Anteile übernehmen. Wie hoch die prozentuale Beteiligung ausfallen wird, wurde dabei nicht bekannt. Eine Kaufoption für ein weiteres Beteiligungspaket mit Preisschild 2,75 Mrd. USD besteht.

Mit dem Deal schlägt Amazon zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen sichert sich der Konzern so den Zugang zur KI-Technologie von Anthropic. Zum anderen gewinnt Amazon für seine Dienste einen weiteren langfristigen Kunden. So wird Anthropic für die Weiterentwicklung seiner KI-Programme künftig sowohl auf die Cloud-Infrastruktur als auch die KI-Chips von AWS zurückgreifen.

Ist Amazon damit jetzt schon zu teuer – oder noch zu einem guten Preis zu haben? Für unsere Mitglieder berechnen wir zu den besten Aktien in unserem Portfolio jeweils einen fairen Wert. Werden Sie jetzt Mitglied, um Zugriff zu unserer Datenbank zu erhalten, oder testen Sie uns unverbindlich und kostenlos.

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Kerstin Franzisi

Chefredakteurin bei Der Privatinvestor

Dieser Artikel ist eine gekürzte Fassung der Kolumne zu unserer Ausgabe Ausgabe 44/2023 vom 03.11.2023

Titelbild: Sundry Photography / shutterstock.com

2023 ist für Prof. Dr. Max Otte ein Jahr der Jubiläen: Seit 25 Jahren publiziert er Finanzinformationen für Privatanleger. Unser Kapitalanlagebrief Der Privatinvestor wird 20 Jahre alt. Vor 15 Jahren legte Prof. Dr. Max Otte seinen PI Global Value Fund auf, vor 10 Jahren seinen PI Vermögensbildungsfonds. Zu diesen vielfältigen Anlässen durften wir rund 70 Gäste bei unserem exklusiven Jubiläumsevent auf Schloss Bensberg in Bergisch-Gladbach besuchen.

Die Aufzeichnungen der Vorträge von Prof. Dr. Max Otte, Dr. Markus Krall, Florian Günther und Pascal Andres werden wir unseren Mitgliedern in Kürze zur Verfügung stellen. Falls Sie noch nicht Mitglied sind, sichern Sie sich jetzt mit Ihrem Abonnement das exklusive Videopaket im Wert von 190€ als kostenfreies Begrüßungsgeschenk. Hier finden Sie einige Impressionen von der hochkarätigen Veranstaltung:



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Philipp Schäferhoff

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„Who cares?“ („Wen interessiert das?“) hört man häufig im englischsprachigen Raum. Vor allem wenn Schwierigkeiten zur Sprache kommen, die keine oder nur geringe Bedeutung besitzen. Mit Blick auf den Apple-Aktienkurs dürfte auch vielen Anlegern diese Redewendung wieder in den Sinn gekommen zu sein. Denn trotz zahlreicher Hiobsbotschaften aus den zurückliegenden Wochen zeigt der Chart des iPhone-Anbieters keine große Schwäche. Sprich: Mr. Market ist wenig beeindruckt.

Gründe für jüngste Rücksetzer

Zunächst war Apple etwa Anfang September im Handelsstreit zwischen den USA und China zwischen die Fronten geraten. Die Volksrepublik hatte nach Zeitungsmeldungen das Nutzungsverbot für iPhones auf Beschäftigte von Lokalregierungen und staatlichen Konzernen ausgeweitet. Apple drohte so ein wichtiger Absatzmarkt wegzubrechen. Bislang trägt dieser etwa 20 % zum Umsatz des Tech-Riesen bei.

Wenige Tage später erklärte eine Sprecherin der chinesischen Regierungen, man habe keine Nutzungsverbote für iPhones erlassen: „China hat keine Gesetze, Regelungen oder Dokumente mit Maßnahmen eingeführt, die den Kauf oder die Nutzung von ausländischen Smartphone-Marken wie Apple verbieten.“ Allerdings habe man kürzlich wahrgenommen, dass Sicherheitslücken im Zusammenhang mit dem Verkaufsschlager iPhone aufgetreten seien. Dies jedoch, ohne konkreter darauf einzugehen.

Dem Kurs der Apple-Aktie half das halbherzige Dementi erst mal nicht viel. Denn wenige Tage später tauchten erneut negative Presseberichte auf. Die französische Aufsichtsbehörde, Agence nationale des fréquences (ANFR), drohte mit dem Rückruf des drei Jahre alten iPhone 12 und, dass Geräte des Modells aus den Verkaufskanälen entfernt werden müssten. Apple soll die Werte „so schnell wie möglich“ mit einem Update korrigieren. Der Konzern hatte den Vorwürfen unverzüglich widersprochen.

Einführung iPhone 15

Das Apple-Management dürfte die negativen Meldungen relativ gelassen aufgenommen haben. Schließlich platzte die Fan-Community mal wieder vor Aufregung. Denn Ende September brachte Apple die neueste Version seines Smartphones, des iPhone 15, auf den Markt (Verkaufsstart: 22.09.23). Dadurch erreichte der Tech-Gigant auf jeden Fall erneut eine ganze Menge Publicity.

Vermeintlich kam der Hype um das neue iPhone für das Unternehmen zur rechten Zeit. Denn die Turbulenzen aus der jüngeren Vergangenheit waren für den Apple-Aktienkurs nicht gerade förderlich. Seit Anfang September musste der Chart einen Rücksetzer um bis zu neun Prozent hinnehmen. 

Quelle: finanzen.net

Allerdings verlief der Start der neuesten iPhone-Generation ebenfalls nicht völlig reibungslos. Einige User berichteten von Überhitzungsproblemen beim Laden der Geräte. Diese würden auch auftreten, wenn viele oder leistungsintensive Apps genutzt würden, z.B. bei Spielen. Zu direkten Ausfällen komme es jedoch nicht. Anerkannte Experten hatten sich dahingehend geäußert, dass sich das Problem durch Software-Updates lösen lasse.

Dazu passt auch, dass sich die aktuellen Presseberichte in wahren Lobeshymnen über die neueste iPhone-Version „15 Pro“ ergehen. So titelte das bekannte Computer-Fachmagazin CHIP: „Apple liefert mächtig ab.“ Die Mehrheit der technischen Fachleute scheint einer Meinung: Offenbar handelt es sich bei den anfänglich aufgetretenen Problemen nur um Kinderkrankheiten. CHIP bewertet das Gerät mit der Schulnote 1,2 (sehr gut).   



Jüngste Quartalszahlen wie erwartet

Die Zahlen des 3. Quartals des Apple-Geschäftsjahres, das am 30.06.23 endete, lagen im Rahmen der Erwartungen. Dabei erzielte der Konzern einen Nettoumsatz in Höhe von 81,8 Mrd. USD. Dies entsprach einem leichten Rückgang um 1,4 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (82,9 Mrd. USD). Der Hintergrund: Beim iPhone, dem wichtigsten Produkt im Portfolio des Unternehmens, ging der Umsatz von 40,7 Mrd. USD im Vorjahr auf 39,7 Mrd. USD.

Allerdings waren die Analysten – vor allem wegen der baldigen Einführung des neuen iPhone 15 – alles andere als enttäuscht. Die Prognosen der Experten lagen mit 81,7 Mrd. USD sogar noch etwas niedriger. Die entsprechenden Einbußen konnte der US-amerikanische Tech-Gigant besonders durch leichte Zuwächse in den Bereichen Services (u.a. App Store und Apple Music),Wearables und Home and Accessories (u.a. Apple Watch) ausgleichen.

Apple weiterhin wertvollstes Unternehmen der Welt

Nach wie vor behauptet Apple den Titel als wertvollstes Unternehmen der Welt. Obwohl die Marktkapitalisierung des Tech-Riesen im „Sommerloch“ liegt diese mit knapp 2,8 Billionen USD immer noch unangefochten an der Spitze. Dahinter rangiert Microsoft mit einem Wert von rund 2,5 Billionen USD und auf Platz nimmt Saudi Aramco mit einer Marktkapitalisierung von ca. 2,2 Billionen USD ein.  

Fazit: Die zum Verkaufsstart aufgetretenen technischen Probleme beim neuen iPhone 15 scheinen unter Experten und Nutzern wenig Eindruck zu machen. Vielmehr scheint sich hier eine „who cares“-Haltung breitzumachen. Und auch die vorherigen irritierenden Pressemeldungen interessieren offenbar niemand mehr. Dies zusammen mit den Verkaufschancen des neuen iPhone 15 im kommenden Weihnachtsgeschäft dürften sich auf die Spitzenposition von Apple und die Perspektiven des Aktienkurses alles andere als negativ auswirken.  

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Ihr Kerstin Franzisi

Chefredakteurin Der Privatinvestor

Titelbild: shutterstock.com / John Gress Media Inc

Sehr geehrte Privatanleger,

ein regelmäßiges passives Einkommen in Form von Dividenden – das ist eine tolle Sache. Können Sie mit den Dividendeneinnahmen eine Rentenlücke schließen, sonstige zusätzliche Ausgaben (z. B. Urlaubsreisen) finanzieren oder sogar ganz davon leben, dann können Sie sich entspannt zurücklehnen. Kursbewegungen werden dann für Sie immer mehr zur Nebensache.

Dies, weil Ihr passives Dividendeneinkommen gleichbleibt oder sogar wächst – ganz unabhängig davon, wo die Aktienkurse stehen. Insofern hilft Ihnen eine Dividendenstrategie auch dabei, dass Sie in einer hektischen Börsenphase „cool“ bleiben.

Eine solche Strategie geht auf, wenn die Unternehmen, die Sie der Dividende wegen in Ihrem Portfolio halten, zuverlässig ausschütten. Im Idealfall investieren Sie in Unternehmen, die die Dividende jährlich erhöhen. Doch wie sicher sind künftige Dividendenauszahlungen? Die Coronajahre sowie der Ausbruch des Ukraine-Krieges, brachte jedenfalls die Ausschüttungspolitik von so manchem Unternehmen ins Wanken, das bis dato als absolut zuverlässiger Dividendenwert galt.

Bei welchen Unternehmen können wir uns wirklich auf die Dividende verlassen? Als Anleger müssen Sie wissen: Eine 100 %ige Sicherheit gibt es beim Investieren nie. Je länger allerdings ein Unternehmen schon eine Dividende zahlt und diese regelmäßig erhöht, ohne dabei die Substanz anzutasten, desto wahrscheinlicher sind steigende Dividendenzahlungen in der Zukunft.

Ein Unternehmen, bei dem wir die Dividende inklusive Steigerung für sehr sicher halten, ist Coca-Cola (WKN: 850663). Seit 104 Jahren zahlt der Konzern eine Dividende aus. Die erste Ausschüttung erfolgte 1920 – ein Jahr nach dem Börsengang. Die letzten 61 Jahre steigerte der Getränkeriese den Dividendenbetrag je Aktie mindestens einmal jährlich. Damit ist Coca-Cola in der Liga der Dividendenaristokraten weit vorne dabei.

Wenn Sie in solche Dividenden-Klassiker zu einem halbwegs angemessenen Preis einsteigen, ist dies für Ihre Dividendenstrategie schon die halbe Miete. Erst recht, wenn es sich um ein krisenfestes und konjunkturunabhängiges Geschäftsmodell wie im Fall von Coca-Cola handelt. Weder Corona noch der Ukraine-Krieg oder die weltweit stark gestiegene Inflation konnten der Umsatz- und Gewinnentwicklung von Coca-Cola etwas anhaben. Auch dies ist ein guter Indikator für relativ sichere Dividendenzahlungen in der Zukunft.

Klar ist: Dividenden sind kein Selbstläufer und – anders als der Kupon bei Anleihen – nicht garantiert. Auch langjährige und verlässliche Dividendenzahler müssen bei Gewinneinbrüchen ihre Dividenden kürzen. Falls Sie als Investor großen Wert auf Dividenden legen, sollten Sie daher die Unternehmensentwicklung gut analysieren.

Der Privatinvestor bietet Ihnen hierfür die passende Unterstützung. Wir liefern Ihnen Woche für Woche fundierte Analysen ausgewählter Qualitätsunternehmen. Werden Sie jetzt Mitglied und sichern Sie sich den exklusiven Videokurs „Endlich mit Aktien Geld verdienen“ im Wert von 1.990 Euro als Willkommensgeschenk.

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Ihr Kerstin Franzisi

Chefredakteurin Der Privatinvestor


Unternehmen, die über Jahre hinweg starkes Wachstum aufweisen, sind bei Investoren beliebt. Und wenn sich der wirtschaftliche Aufschwung auch noch im Aktienkurs des Unternehmens spiegelt, ist die Freude bei den Anlegern umso größer. Der schwedische Technologiekonzern Addtech gehört zweifellos in diese Kategorie. Das nicht nur, weil die erwirtschafteten Gewinne konsequent in aussichtsreiche Akquisitionen gesteckt werden. Auch das organische Wachstum hat es in sich.

Der Aktienkurs stieg in den letzten sechs Monaten um 13 %. Auf 3-Jahressicht steht die Aktie fast 65 % im Plus.

Addtech mit Firmensitz in Stockholm ist in Nischenmärkten für High-Tech-Produkte und -Lösungen aktiv. Das Unternehmen besteht aus etwa 140 Tochtergesellschaften mit insgesamt etwa 3.500 Mitarbeitern. Wenn wir uns die Akquisitionsaktivitäten von Addtech alleine im ersten Quartal 2023 ansehen, sollte klar sein: dabei wird es nicht bleiben.

Jüngste Quartalzahlen: alles im „grünen Bereich“

Addtech legte vor Kurzem seine Zahlen für das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2023/24 vor, das die Monate April bis Juni 2023 umfasst. (Das Geschäftsjahr von Addtech ist gegenüber dem Kalenderjahr um ein Quartal verschoben, endet also immer am 31. März).   Die Zahlen sind eine Augenweide. Der operative Gewinn in Höhe von 595 Mio. SEK, weist ein Wachstum von 23,4 % auf. Die operative Marge erhöhte sich von 11,0 (Q1 2022/23) auf jetzt 11,7 %. Zukäufe trugen maßgeblich zu diesem Wachstum bei. Doch auch diese herausgerechnet, muss sich Addtech nicht verstecken. Akquisitionsbereinigt lag die Marge bei 7 %:

Beim Umsatz verbucht das Unternehmen im 1.  Quartal 5,1 Mrd. SEK, was einem Plus von 16,3 % gegenüber dem Vorjahresergebnis entspricht.

Akquisitionen sind ein wichtiger Teil der Wachstumsgleichung

Allein seit Beginn des Geschäftsjahres (Anfang April 2023) schloss Addtech bereits sechs Akquisitionen mit einem Gesamtumsatzvolumen von etwa 465 Mio. SEK ab. So übernahm der schwedische Spezialist für Industriekonsolidierung Anfang Juni den Autositzhersteller Darby Manufacturing (Canada) und tätigte damit seine erste Akquisition „in Übersee“.

Ende Juni kaufte Addtech 100 % der Anteile an S. Tygesen Energi („Tygesen“) und schlägt damit ein weiteres Mal im skandinavischen Raum zu. Tygesen ist bislang vor allem in seinem Heimatland Dänemark tätig und verkauft dort Ausrüstung und Stromübertragungsmaterialien für Stromverteilungsnetze, Eisenbahnen und Bahnhöfe.

Anfang Mai unterzeichnete Addtech eine Vereinbarung zum Erwerb von 90 % der ausstehenden Aktien von Feritech Global Ltd. unterzeichnet. Feritech entwickelt und fertigt maßgeschneiderte technische Lösungen für den geotechnischen Unterwassersektor. In erster Linie ist das Unternehmen weltweit im Bereich des Ausbaus der Offshore-Windenergie tätig. Der Firmensitz von Feritech befindet sich in Cornwall, Großbritannien.

Ende April unterzeichnete Addtech Electrification, ein Geschäftsbereich der Addtech-Gruppe, eine Vereinbarung zum Kauf von 100 % der ausstehenden Anteile an Electrum Automation AB unterzeichnet. Electrum entwickelt, produziert und vertreibt mobile Elektronik und Komplettlösungen für führende Hersteller von Maschinen und Fahrzeugen. Electrum hat seinen Hauptsitz in Umeå, Schweden, und erzielt einen Jahresumsatz von ca. 80 Mio. SEK.

Vorbildliche Dividendenpolitik

Addtech hat seine Dividende in den zurückliegenden zehn Jahren nur einmal (2019/20) leicht gekürzt. Ansonsten wurde der Ausschüttungsbetrag jedes Jahr gesteigert. Angesichts der starken Entwicklung im letzten Jahr gibt sich Addtech in diesem Jahr bei der Dividendensteigerung besonders großzügig. Von 1,80 SEK wird die Auszahlung je Anteilsschein auf 2,50 SEK angehoben. Das entspricht einer Steigerung um fast 40 %. Somit reicht der Konzern das Gewinnwachstum nahezu 1:1 an seine Aktionäre weiter.

CEO mit optimistischem Ausblick

Bei der Präsentation der Zahlen für das 1. Quartal des Geschäftsjahres 2023/24 zeigte sich Niklas Stenberg recht zuversichtlich: „Derzeit erkennen wir keine Anzeichen einer allgemeinen Schwäche des Marktes und verfügen über eine gut gefüllte, qualitativ hochwertige Orderliste, die sich im Laufe des Quartals verbessert hat. Obwohl die Situation der verschiedenen Marktsegmente variiert, bin ich fest davon überzeugt, dass unsere Fähigkeit sich schnell an die Schwankungen der Märkte anzupassen bedeutet, dass unsere Unternehmen weiterhin in der Lage sein werden, ein langfristiges profitables Wachstum zu generieren.“

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Wir hatten vor einigen Wochen bereits eine Überprüfung des Kaffee- und Espressomaschinenherstellers De’Longhi (WKN: 694642) angekündigt. Als wir das Unternehmen im Herbst 2021 erstmals in unserer damaligen Jahresausgabe vorstellten, lautete die Überschrift unserer Analyse: „Die weltweite Nr. 1 bei Kaffeemaschinen“. Trotz Konkurrenz, etwa durch die Anbieter JURA und Krups, konnte das italienische Unternehmen seine führende Position im B2C-Segment verteidigen.

Im Geschäftsjahr 2022 ging der Umsatz zwar leicht um 2 % zurück und im Bericht zum ersten Quartal 2023 steht ein Erlösrückgang von 7,7 %, dies ist aber eine Entwicklung, von der die gesamte Branche betroffen ist. Der coronabedingte Nachfrage-Boom in den zwei Jahren davor ist mittlerweile abgeflacht. Weil Cafés, Bars und Restaurants wieder geöffnet haben und weil sich viele Haushalte eben gerade erst in den letzten zwei Jahren eine neue Espresso- oder Kaffeemaschine zugelegt haben, hat sich der Absatz einfach nur wieder normalisiert.

Entscheidend für uns ist, dass der Umsatz 2022 in Höhe von 3,16 Mrd. EUR gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019 deutlich im Plus steht – nämlich um 50 %. Auch das Nettoergebnis von 177,4 Mio. EUR, das im Vorjahresvergleich ein Minus von fast 44 % aufweist, übertrifft den Gewinn 2019 um 10,2 %. Dieses Wachstum stellt uns absolut zufrieden. „Mr. Market“ sieht das im Moment offensichtlich anders. Die Aktie gab in den letzten zwölf Monaten um rund 14 % nach. Damit straft die Börse das Unternehmen aus unserer Sicht ungerechtfertigt ab.



Verlässliches Management und starke Bilanz

Die Gesamtqualität ist bei De’Longhi solide. Hierfür haben wir die Kriterien Geschäftsmodell, Management sowie Bilanzqualität und Kapitalmanagement geprüft.

Beim Geschäftsmodell überzeugt DeLonghi nicht. Eine Kaffee- oder Espressomaschine schafft man sich nicht jedes Jahr an. Gewisses Zubehör (z. B. Kalkfilter für den Wassertank) muss zwar regelmäßig gekauft werden, doch gibt De’Longhi nicht an, welchen Anteil diese wiederkehrenden Einnahmen am Gesamtumsatz haben. Da De’Longhi aber kein Kapsel-Business wie Nespresso hat, sondern vor allem auf Siebträgermaschinen und Kaffeevollautomaten setzt, die mit Bohnen befüllt werden, halten auch wir das „Abo“-Geschäft bei De’Longhi für vernachlässigbar. Zwar hat DeLonghi eine führende Marktposition, doch keinen klaren Vorsprung zum Wettbewerb.

Was De’Longhi an Punkten bei seinem Geschäftsmodell einbüßt, macht das Unternehmen beim Management wieder wett. Wir haben es mit einem börsennotierten Familienunternehmen zu tun. Die Gründerfamilie De’Longhi hält bis heute die Zügel fest in der Hand. Dies zum einen als Mehrheitsaktionär – die Familie hält indirekt über ihre Beteiligungsholding rund 70 % der Firmenanteile. Zudem dominiert sie das Management. Im Executive Board sind gleich drei Familienmitglieder aktiv. Neben dem CEO Fabio De’Longhi noch Guiseppe De’Longhi und Silvia De’Longhi. Mehr Eigentümerperspektive geht nicht.

Auch in Sachen Bilanz schneidet De’Longhi exzellent ab. Das Unternehmen weist seit 2015 ununterbrochen eine Nettoliquidität auf. Per Ende des Geschäftsjahres 2022 stand diese bei 174 Mio. EUR. In den aktuellen Zwölf-Monatszahlen, die den Zeitraum Q2/2022 bis Q1/2023 umfassen, stieg sie wieder auf 317 Mio. EUR an. Das sind rund 10 % des Jahresumsatzes. Gleiches gilt entsprechend auch für unser Kriterium Nettoschulden zu operativem Cashflow. Nicht zuletzt kommen die Aktionäre in den Genuss einer stabilen Dividende.

Lohnt sich aktuell ein Einstieg bei DeLonghi?

DeLonghi ist Teil unserer Unternehmensdatenbank, die exklusiv für Mitglieder und Clubmitglieder zur Verfügung steht. In der Ausgabe 21/2023 vom 26.05.2023 finden Sie eine ausführliche Analyse mit dem aktuellen Bewertungsniveau und dem Inneren Wert der Aktie. Wenn Sie unseren Börsenbrief unverbindlich kennenlernen möchten, empfehlen wir Ihnen unseren vierwöchigen Testbezug.

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Kerstin Franzisi

Chefredakteurin Der Privatinvestor

Titelbild: 8th.creator / shutterstock.com


Zeit des Umdenkens: Die von der Politik beschlossene Abkehr von den fossilen Brennstoffen wirkt sich ganz besonders auf die Strategie von Ölgesellschaften aus. Konzerne, die diese Entwicklung verschlafen, könnten über kurz oder lang vom Markt verschwinden. Die Branche ist im Umbruch. Ein Unternehmen, das sich hierbei positiv hervortut, ist TotalEnergies aus Frankreich.

TotalEnergies ist nach der britischen Shell plc der zweitgrößte Ölkonzern Europas. Das französische Unternehmen hat offenbar die Zeichen der Zeit erkannt. TotalEnergies verringert aktuell mit verschiedenen Maßnahmen seine große Abhängigkeit von Erdöl und Erdgas bzw. optimiert deren Förderung. Darüber hinaus präsentiert der Konzern regelmäßig gute Geschäftszahlen und zahlt zur Freude seiner Investoren eine ausgezeichnete Dividende.

Hoher Gewinn, leichter Umsatzrückgang

Nach eigenen Angaben erzielte TotalEnergies im ersten Quartal 2023 einen Nettogewinn von 5,6 Mrd. USD nach 4,9 Mrd. USD im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Auf bereinigter Basis lag der Nettogewinn bei 6,5 Mrd. USD. Der Umsatz sank im ersten Quartal von 68,6 Mrd. USD im Vorjahreszeitraum auf 62,6 Mrd. USD. Der geringere Umsatz des Unternehmens liegt in erster Linie am deutlich niedrigeren Ölpreis.

Experten gehen aktuell von einem durchschnittlichen Ölpreis für die führende US-Sorte WTI in Höhe von 71,4 USD und für das europäische Pendant Brent 73,6 USD aus. Im Vergleich zu der letzten Umfrage wurden damit die Ölpreisprognosen für WTI um 1,93 USD und für Brent um 1,76 USD gesenkt.

Die Öl- und Gasproduktion von TotalEnergies lag mit 2,5 Mio. Barrel Öläquivalent pro Tag um 11 % unter dem Vorjahresniveau. Die Produktion stieg bereinigt um den Beitrag aus der inzwischen beendeten Partnerschaft mit dem russischen Gaskonzern Novatek um 1 %. Diese profitierte von An- und Hochläufen vor allem in Brasilien und Nigeria sowie von der Erhöhung der OPEC+-Förderquoten.

Dividendenerhöhungen und Aktienrückkäufe

Bereits für das Geschäftsjahr 2022 wurde die Schlussdividende um etwas mehr als 7 % von 0,69 auf 0,74 EUR je Aktie angehoben. Zusammen mit der im Dezember ausgezahlten Sonderdividende in Höhe von 1,00 EUR erhalten Aktionäre damit aus dem Rekordjahr 2022 eine Gewinnbeteiligung von insgesamt 3,78 EUR je Anteilsschein. Dies entspricht zum aktuellen Kurs einer Dividendenrendite von 6,8 %.

Ganz so hoch wird die Dividende für das laufende Jahr 2023 nicht ausfallen, dennoch ist mit einer üppigen Ausschüttung zu rechnen. Der Konzern hat sich bereits zu einer Ausschüttungsquote von 35 bis 40 % bekannt. Den Rekordgewinn, den TotalEnergies im letzten Jahr erzielte, will das Unternehmen auch teilweise für Aktienrückkäufe nutzen.

Der Verwaltungsrat beschloss am 26. April 2023 die Ausschüttung einer ersten Zwischendividende von 0,74 EUR je Aktie für das Geschäftsjahr 2023, eine Erhöhung von 7,3 % im Vergleich zu den drei für das Geschäftsjahr 2022 gezahlten Zwischendividenden. 

Schritte aus der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen

Um die starke Abhängigkeit von Erdöl und Erdgas zu reduzieren, hat TotalEnergies bereits eine Reihe von Maßnahmen und Aktivitäten gestartet. TotalEnergies verkauft alle seine 1.200 Tankstellen in Deutschland. Käufer soll das kanadische Unternehmen Couche-Tard sein. Allerdings bleiben die Tankstellen für noch mindestens fünf Jahre unter der Marke TotalEnergies erhalten und werden so lange von TotalEnergies mit Kraftstoff versorgt. Als Grund für den geplanten Verkauf nennt der Konzern die von der Gesellschaft angestrebte CO2-Neutralität bis 2050.

Das geplante Aus für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren in der EU 2035 werde zu immer mehr Elektro-Autos führen. Wegen des sinkenden Kraftstoffbedarfs befürchtet man erhebliche Umsatzeinbußen. Um sich an den schrumpfenden Markt anzupassen, will der Konzern daher seine Strategie umstellen. Tankstellen sollten sich aus Sicht von TotalEnergies künftig in Service-Stätten und Orte zum Verweilen mit Geschäften, Restaurants und Dienstleistungen verwandeln.

Eine weitere Maßnahme: TotalEnergies hat sich mit der irakischen Regierung geeinigt, um
ein lange verzögertes Energieprojekt voranzutreiben. Das Projekt war bereits für 2021 geplant, konnte aber aufgrund von Streitigkeiten über die Bedingungen bislang nicht umgesetzt werden. Die irakische Basrah Oil Company wird einen Anteil von 30 % am Gasentwicklungsprojekt GGIP übernehmen, während QatarEnergy eingeladen wurde, eine 25-prozentige Beteiligung zu übernehmen.

TotalEnergies hält einen Anteil von 45 %. Die Partner werden rund 10 Mrd. USD investieren, um abgefackeltes Gas aus drei Ölfeldern zurückzugewinnen. Damit sollen Kraftwerke versorgt sowie eine Meerwasseraufbereitungsanlage gebaut werden. TotalEnergies will zudem auch eine 1-Gigawatt-Solaranlage entwickeln, die Strom in das regionale Netz von Basrah einspeisen soll.

Darüber hinaus startet TotalEnergies die größte Biogasanlage Frankreichs. Die im Département Pyrénées-Atlantiques errichtete Anlage soll in diesem Jahr eine Leistung von 69 GWh erreichen und bei voller Auslastung schließlich 160 GWh liefern. Nach Angaben des Unternehmens kann die Anlage den Energiebedarf von bis zu 32.000 Personen decken. Vergoren werden können jährlich mehr als 220.000 Tonnen organische Abfälle, die vor allem aus der Agrar- und Ernährungswirtschaft bezogen werden sollen.

Neben Gas beziehungsweise Energie sollen außerdem bei voller Auslastung fast 200.000 Tonnen Gärreste pro Jahr anfallen, die als Düngemittel eingesetzt werden und dadurch 5.000 Tonnen mineralische Düngemittel einsparen sollen. Die Anlage wird zunächst vor allem mit Nebenprodukten aus der Maiserzeugung und -verarbeitung betrieben. Mit der neuen Anlage produziert TotalEnergies insgesamt 700 GWh Biogas. Bis 2030 sollen es 20 TWh sein. Dazu soll die Anzahl der Anlagen von derzeit acht auf 40 bis 50 erweitert werden.

TotalEnergies ist Teil unserer Unternehmensdatenbank. In unserem Börsenbrief erhalten Sie regelmäßige Updates zu dieser und vielen weiteren Qualitätsaktien.

Auf gute Investments!

Ihre Kerstin Franzisi

Chefredakteurin Der Privatinvestor

Die Dekarbonisierung, die Abkehr von den fossilen Energieträgern in allen Bereichen der Wirtschaft, gilt als größte Herausforderung unserer Zeit. Ein möglicher Ausweg ist die Wasserstoff-Technologie. Kein Wunder, dass Unternehmen, die sich in diesem Bereich engagieren, an der Börse und bei den Anlegern hoch im Kurs stehen. Einer der bedeutendsten Player dieses Sektors ist Air Liquide

Air Liquide ist insgesamt einer der führenden Anbieter von Gasen aller Art – für die Industrie und die Medizin. Der Konzern mit Hauptsitz in Paris, erwirtschaftete 2022 einen Umsatz von knapp 30 Mrd. EUR. Nach eigenen Angaben verfügt das Unternehmen über einzigartiges Know-how im Bereich gasförmiger und flüssiger Wasserstoff und beherrscht die gesamte H2-Wertschöpfungskette. Air Liquide sieht sich in den Bereichen der kohlenstoffarmen Produktion, der Speicherung und der Distribution als Technologieführer.

Grünem Wasserstoff gilt Priorität

Welche Bedeutung die Wasserstoff-Technologie aktuell in der Politik besitzt, hat der jüngste Staatsbesuch von Bundeskanzler Scholz und Bundeswirtschaftsminister Habeck in Kanada gezeigt. Dabei unterzeichneten Habeck und der kanadische Energieminister Jonathan Wilkinson Mitte Februar ein Abkommen, das den Export von Wasserstoff von Kanada nach Deutschland ab dem Jahr 2025 sicherstellen soll.

Nicht nur in Deutschland, auch in anderen europäischen Staaten wird die Wasserstofferzeugung aus erneuerbaren Energiequellen hochgefahren. Frankreich verfolgt im Hinblick auf die H2-Wirtschaft einen eigenen Weg. Das Land setzt zwar auch auf die Wasserstoffwirtschaft, möchte jedoch erreichen, dass die EU auch mit Atomstrom hergestellten Wasserstoff als „erneuerbar“ anerkennt.

Trotz der vorhandenen Diskrepanzen fördern Frankreich wie Deutschland ehrgeizige Wasserstoff-Projekte in Milliardenhöhe. Die diversen ambitionierten Klimaziele sollen und müssen erreicht werden. Das hilft Unternehmen, die im Sektor Wasserstoff-Technologie tätig sind, wie eben Air Liquide – und das sogar auf direkte Art und Weise.

Hervorragende Zahlen im Jahr 2022

Ebenfalls Mitte Februar hat Air Liquide seine Zahlen für das Geschäftsjahr 2022 präsentiert. Der französische Industriegase-Konzern weist einen Umsatz in Höhe von 29,9 Mrd. EUR aus. Das sind 28,3 % mehr als ein Jahr zuvor. Auf vergleichbarer Basis, also um Währungs-, Akquisitions- und Energiepreiseffekte bereinigt, stieg der Umsatz um 7 %.

Mit einem Umsatzvolumen von nun 11,4 Mrd. EUR generierte das Unternehmen in Europa nun erstmals den größten Umsatzanteil (38 %). Die USA, der bislang größte Markt, bleibt mit 10,7 Mrd. EUR Umsatz jedoch dicht dahinter. Der Umsatz mit Kunden aus der Großindustrie legte von 6,9 auf 10,5 Mrd. EUR zu (+51 %). Mit Kunden aus der Elektronikbranche steigerte Air Liquide seine Erlöse um 22 %, während in der Gesundheitsbranche immerhin 6 % mehr umgesetzt wurde. Der operative Gewinn stieg um 16,9 % und das Nettoergebnis um 7,3 %.

Beim Cashflow ist Wachstum ebenfalls Programm. Der operative Cashflow stieg von 5,3 auf 6,3 Mrd. EUR. Dies ist ein Plus von über 18 %. Die operative Cashflowmarge steht mit 20,9 % hervorragend da.

Starker Jahresauftakt 2023

Auch im ersten Quartal 2023, über das Air Liquide am Donnerstag, den 27. April berichtete, lief es gut. Der Konzernumsatz legte um 4,2 % um. Auf vergleichbarer Basis, also bereinigt um die Folgen der hohen Energiepreise und des schwachen Euro betrug das Wachstum 6,2 %. Der Cashflow stieg um 14,3 %.

Der Kurs der Air Liquide-Aktie spiegelt die hervorragende Entwicklung. Insbesondere seit Herbst 2022 zog die Aktie deutlich an. Seit dem Jahrestief Ende September 2022 bei ca. 115 EUR stieg die Aktie bis dato auf etwa 162,50 EUR (Stand: 27.04.23). Das entspricht einem Plus von über 40 %.

Großzügige Dividendensteigerung

Air Liquide kann es sich leisten. Das Unternehmen lässt seine Aktionäre am Erfolg teilhaben. Die diesjährige Dividendensteigerung fällt üppig aus. Air Liquide hebt den Ausschüttungsbetrag je Aktie um fast 12 % von 2,64 EUR auf jetzt 2,95 EUR an. Bei dem aktuellen Kurs beträgt die Dividendenrendite rund 2,0 %. Zahltag ist der 17. Mai. Ex-Dividenden-Tag ist der 15. Mai. Aktionäre, die im Bonus-Programm registriert sind, werden auf diese reguläre Dividende noch einmal 10 % zusätzlich erhalten. Das bedeutet 3,245 EUR je Anteilsschein.

Joint Venture mit TotalEnergies

Wie beide Unternehmen vor wenigen Wochen mitteilten, planen TotalEnergies und Air Liquide die Gründung eines Joint Ventures zu gleichen Teilen. Ziel ist der Aufbau eines Netzes von Wasserstofftankstellen für schwere Nutzfahrzeuge entlang wichtiger europäischer Transportrouten. Die mehr als 100 Wasserstofftankstellen sollen an strategisch bedeutenden Korridoren in Frankreich, den Benelux-Ländern und Deutschland aufgebaut werden.

Dabei wird TotalEnergies seine Expertise über den Betrieb und das Management von Tankstellennetzen und den Vertrieb von Energie an Endkunden einbringen. Air Liquide wird sein technologisches Know-how entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette beitragen.

Investitionen in China

Air Liquide investiert in China 60 Mio. EUR in Modernisierung von Luftzerlegungsanlagen. Ziel des Umbaus ist es, den CO2-Fußabdruck der Anlagen in Tianjin zu reduzieren. Statt mit Dampf sollen die Anlagen künftig mit Strom betrieben werden – idealerweise aus erneuerbaren oder zumindest kohlenstoffarmen Energiequellen. Die Luftzerlegungsanlagen, die unter anderem Sauerstoff produzieren, versorgen die in Tianjin angesiedelten Chemie- und Industrieunternehmen.

Aus gute Investments

Ihre Kerstin Franzisi

Chefredakteurin | Der Privatinvestor

Linde (WKN: A2DSYC) ist nicht mehr im DAX gelistet. In Zukunft will der Industriekonzern seine Aktie nur noch am New York Stock Exchange notieren. Das ist folgerichtig: Bereits 2018 hatte Linde seinen Firmensitz in das irische Dublin verlegt. Nun löst sich der deutsche Traditionskonzern vollständig vom Standort Deutschland. Ist Linde also jetzt ein attraktives Investment? Wir setzen in unserem Langfristdepot schon lange auf den Wettbewerber Air Liquide (WKN: 850133). Er ist in der Branche technischer Gase die weltweite Nummer 2 – nach Linde. Lesen weiter, um einen direkten Vergleich zu sehen.

Linde & Air Liquide: Gleichstarke Bilanzqualität

Wir werden gefragt, ob das Unternehmen eine Alternative zu unserem Datenbanktitel ist. Oder, warum wir uns überhaupt für die Nr. 2 anstatt die Nr. 1 der Industriegase-Branche entschieden haben. Tatsächlich unterscheiden sich die beiden Wettbewerber beim operativen Geschäft sowie der Bilanzqualität kaum.

Während Linde im Zeitraum 01.10.2021 bis 30.09.2022 einen Umsatz in Höhe von umgerechnet 31,1 Mrd. EUR generierte, waren es bei Air Liquide im gleichen Zeitraum 29,1 Mrd. EUR. Der Abstand ist somit marginal. Auch in Sachen Wachstum, Margen und Eigenkapitalquote liegen beide Unternehmen nahe beieinander. Beim Verhältnis der Nettoschulden zum operativen Cashflow schneidet Linde im Moment sogar ein bisschen besser ab.

Dennoch haben wir einen triftigen Grund, warum wir Air Liquide gegenüber Linde bevorzugen: Es liegt am Management.

Beim Management fehlt es an Vertrauen

Bei Linde müssen wir leider die Kommunikation mit den Aktionären in Frage stellen. Damit haben wir auch Zweifel an der Eigentümerperspektive des Managements. Schon bei der Fusion von Linde mit Praxair missfiel uns die Kommunikation. Die ganze Art und Weise, wie der damalige Aufsichtsratsvorsitzende von Linde, Wolfang Reitzle, den Deal trotz starken Widerstands in den eigenen Reihen durchpaukte, war skandalös.

Verkauft wurde uns der Zusammenschluss dann auch noch als „Fusion unter Gleichen“. In Wahrheit handelte es sich aber um eine Übernahme durch den US-Wettbewerber. Von Linde ist heute nur noch der Name geblieben. Das neue Management wurde von Anfang an überwiegend durch Praxair-Personal besetzt. Führungsstil und Unternehmenskultur sind heute ebenfalls typisch amerikanisch.

Auch jetzt gerade wieder kommuniziert Linde aus unserer Sicht nicht offen und ehrlich. Vor wenigen Tagen machte in den Medien die Runde, dass Linde sein Doppel-Listing beenden und sich von einer Quotierung an der Deutschen Börse zurückziehen wird. Damit verlässt das einstige Vorzeigeunternehmen der deutschen Industrie nun auch den DAX.

So stark wir das operative Geschäft von Linde finden, die Art und Weise wie das Management kommuniziert, hinterlässt bei uns schon wieder einen faden Beigeschmack. In unserer Königsanalyse schneidet Linde insgesamt bei den Managementkriterien schlechter ab. Damit ist und bleibt Air Liquide für uns die erste Wahl.

In unserer Unternehmensdatenbank finden Sie neben Air Liquide noch viele weitere spannende Titel. Die Entwicklung können Sie in unseren drei Musterdepots (Wachstums-, Dividenden- und Langfristdepots) sowie dem wöchentlichen Börsenbrief nachvollziehen.

In diesem Sinne: Auf gute Investments!

„Wer gut schmiert, der gut fährt“. Dieser Spruch klingt für die meisten Unternehmen zwar etwas despektierlich, passt allerdings als Motto sehr gut zu dem Mannheimer MDAX-Konzern Fuchs Petrolub. Denn der Produzent und Anbieter für Schmierstoffe aller Art hat mit diesem Segment eine äußerst lukrative Nische besetzt. Damit hat sich das Unternehmen eine solide Finanzbasis erarbeitet. Fuchs Petrolub ist der weltweit größte unabhängige Anbieter von innovativen Schmierstofflösungen für nahezu alle Industrien und Anwendungsbereiche.

Im Portfolio sind mehrere tausend verschiedene Schmierstoffe vertreten. Beliefert werden Kunden aus dem Haushaltsbereich, dem Bergbau, der Landwirtschaft sowie der Stahl- und der Fahrzeugindustrie. Die jüngsten Entwicklungen – besonders im Hinblick auf die wirtschaftlichen Daten und den Kursverlauf der Aktie – geben Anlass zum Optimismus.

Aktuelle Quartalszahlen überzeugen

Im aktuellen Quartalsbericht findet sich für die ersten neun Monate 2022 ein Umsatz von 2.542 Mio. EUR (2.129), der 19 % über dem starken Vorjahreszeitraum mit 2.129 Mio. EUR lag. Das EBIT lag mit 280 Mio. EUR gegenüber 279 Mio. EUR leicht über dem Niveau des Vorjahres. Der freie Cashflow vor Akquisitionen lag hingegen deutlich unter dem des Vorjahreszeitraums, nämlich bei -31 Mio. EUR gegenüber 44 Mio. EUR.

Die Unternehmensführung begründet den negativen Effekt auf den freien Cashflow mit den weiterhin hohen Rohstoffpreisen und der starken Nachfrage. Dies habe zu einer erhöhten Mittelbindung im Nettoumlaufvermögen geführt. Alle Regionen hatten dabei überwiegend preisgetriebene Steigerungen gegenüber den ersten neun Monaten des Vorjahres verzeichnet. Dagegen befindet sich der chinesische Market im laufenden Jahr in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld. Vor allem die beharrlich durchgesetzte Null-Covid-Strategie macht der Wirtschaft noch immer zu schaffen. Auch Fuchs Petrolub musste in diesem Bereich spürbare Geschäftsrückgänge verzeichnen.

Stefan Fuchs, Vorstandsvorsitzender bei Fuchs Petrolub, stellt die positiven Entwicklung heraus: Das letzte Quartal „lag dank eines sehr guten dritten Quartals auf dem Niveau des sehr guten Vorjahres, welches von Nachholeffekten aus der Pandemiezeit sowie Rückenwind bei den Rohstoffpreisen profitiert hatte. Zum guten Ergebnis trug neben der Währungsentwicklung insbesondere die Region Nord- und Südamerika bei.“

Aktienkurs stark beflügelt

Der Kurs der Fuchs Petrolub-Aktie hat in der jüngeren Vergangenheit stark zugelegt – seit Anfang Oktober sogar einen neuen Aufwärtstrend ausgebildet. Unter den Einflüssen des Ukraine-Krieges und der Wende bei den Leitzinsen war der Aktienkurs des Schmierstoffherstellers in den ersten neun Monaten des Jahres 2022 stark unter Druck geraten.

Quelle: finanzen.net (Fuchs Petrolub-Chart)

Sinkender Ölpreis wirkt unterstützend

Natürlich ist der Ölpreis für einen Produzenten von Schmierstoffen ein entscheidender Kostenfaktor. Und weil der Preis für das schwarze Gold zu Beginn des Jahres infolge des Wegfalls des Öllieferanten Russland geradezu explodiert ist, hatte dies auch gravierende Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Bedingungen und Kurs der Fuchs Petrolub-Aktie. Zur Erinnerung: Anfang März des Jahres 2022 kostete der Barrel Rohöl knapp 125 USD, aktuell (Stand: 02.12.22) nur noch rund 86 USD.

Quelle: finanzen.net (Ölpreisentwicklung (WTI))

Angesichts immer höherer Preise für Verbrauchsgüter und nach wie vor kaum sinkender Inflationszahlen ist dieser Umstand bislang allerdings noch längst nicht im Bewusstsein vieler Verbraucher und vor allem von Privatinvestoren angekommen. Da es sich bei der Inflationsrate um eine nachlaufende Kennzahl handelt wird es wohl auch noch einige Zeit dauern, bis diese Umstände für alle sichtbar werden.

Ein niedrigerer Ölpreis und damit sinkende Inflationsdaten werden selbstverständlich auch anderen Unternehmen helfen und mit einiger Sicherheit auch den Zentralbanken die Möglichkeit eröffnen, die Leitzinsen weniger stark steigen zu lassen. Der Performance der Fuchs Petrolub-Aktie hat diese Entwicklung jedenfalls zunächst einmal nicht geschadet.

Aktienrückkaufprogramm: Fuchs Petrolub betreibt Kurspflege 

Das Aktienrückkaufprogramm ließ sich der Konzern bereits im Mai auf der diesjährigen Hauptversammlung genehmigen. Seitdem machte das Management von dieser Möglichkeit fleißig Gebrauch. Im Zeitraum 14. bis 18. November kaufte Fuchs Petrolub knapp 54.300 Stammaktien und 26.200 Vorzugsaktien zurück. Seit dem Start des Programms am 27. Juni 2022 nahm das Unternehmen nun bereits über 1 Million Stammaktien und 853.100 Vorzugsaktien vom Markt. Insgesamt ist Fuchs Petrolub zu einem Rückkauf von jeweils bis zu 3 Millionen Stammaktien und 3 Millionen Vorzugsaktien berechtigt.

Einer der großen Trümpfe für Anteilseigner der Fuchs Petrolub-Aktie ist allerdings die konstant steigende Dividende. Für das Jahr 2022 dürfen die Aktionäre eine Ausschüttung von 1,05 EUR erwarten, was einer aktuellen Dividendenrendite von 3,66 % entspricht. Bemerkenswert ist auch die Prognose des Managements. Diese lautet: „Unsere globale Aufstellung und solide Finanzbasis sind unverändert robust, und Fuchs fokussiert sich weiterhin auf profitables Wachstum sowie die konsequente Umsetzung der Fuchs 2025-Strategie.“ 

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Chefredakteurin Kerstin Franzisi | Der Privatinvestor