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Als wertorientierte Investoren mögen wir grundsätzlich Unternehmen, die bei Zukäufen auf den Preis achten und ihre Expansionspläne nicht um jeden Preis durchdrücken. Noch besser gefallen uns Unternehmen, bei denen beides zutrifft: Preismacht und Preisdisziplin. Ein solches Unternehmen ist Essity (WKN: A2DS20). Der Hersteller von Haushalts- und Hygienepapieren sowie Inkontinenzprodukten erhöhte seine Preise im dritten Quartal um fast 15 %. Und dennoch wurden die neuen Preise der Essity-Produkte von den Verbrauchern anstandslos akzeptiert. Das Absatzvolumen stieg um 1,5 %.

Im kumulierten Neunmonatszeitraum setzte Essity Preissteigerungen von über 12 % durch. Der Absatz legte 4,1 % zu. Dass sich die Absatzentwicklung im jüngsten Quartal verlangsamt hat, könnte zwar darauf hindeuten, dass die Preissteigerungen allmählich an ihre Grenzen stoßen. Da es sich um Produkte des täglichen Bedarfs handelt, auf die wir alle kaum verzichten können, gehen wir aber davon aus, dass weitere moderate Anpassungen problemlos möglich sein werden. Essity-Chef Magnus Groth kündigte bereits weitere Preisanpassungen in den nächsten Monaten an. Die Insolvenz von Hakle spielt dem Konzern dabei zusätzlich in die Karten.

Essity war schon zuvor die Nr. 1 in Europa und den USA. Jetzt, wo ein weiterer Konkurrent wegfällt, ist das Unternehmen noch stärker. Damit nimmt auch die Preismacht weiter zu. Kommen wir zur Preisdisziplin. Im August und September schloss Essity zwei Akquisitionen ab. Der Konzern übernahm 100 % des australischen Unternehmens Modibodi und 80 % der kanadischen Firma Knix. Bei beiden handelt es sich um Hersteller von spezieller Menstruations- und Inkontinenzwäsche. Infolge der weltweiten demographischen Entwicklung sowie dem steigenden Umweltbewusstsein von Verbrauchern (weniger Wegwerfartikel) wächst dieses Segment stark.

In der letzten Ausgabe unseres Börsenbriefs haben wir Essity einer gründlichen Prüfung nach der Königsanalyse® unterzogen. Wenn Sie Ihr Depot mit Qualitätstiteln nach der wertorientierten Kapitalanlage erfolgreich pflegen wollen, empfehlen wir Ihnen eines unserer Abonnements. Falls Sie uns erst unverbindlich kennenlernen möchten, bieten wir Ihnen unseren kostenlosen Testbezug  über 4 Ausgaben hinweg an.

Auf gute Investments

Kerstin Franzisi

Chefredakteurin | Der Privatinvestor

Preissetzungsmacht (engl.: Pricing-Power) ist ein charakteristisches Merkmal von großen Konsumgüteranbietern. Dennoch gelingt es längst nicht jedem Konzern in solch schwierigen Zeiten diese Stärke am Markt zu behaupten. Hier trennt sich gerade die Spreu vom Weizen. Mit seinen jüngsten Quartalszahlen hat Nestlé bewiesen, dass das Unternehmen zu den wenigen gehört, denen das Kunststück gelingt. Im abgelaufenen Quartal konnte der Lebensmittelkonzern erneut Preiserhöhungen von 7,5 % durchsetzen.

Gründe dafür, warum Verbraucher bereit sind, derartige Preiserhöhungen von Nestlé zu akzeptieren, gibt es mehr als einen: Der Konzern vereint über 2.000 Marken unter seinem Dach. Maggi, Buitoni, Wagner, Nespresso, Perrier, Vittel, Thomy, Schöller, After Eight, Kitkat, Alete, Beba sowie wichtige Produkte aus dem Bereich Tiernahrung – um nur einige zu nennen. Beim Einkauf im Supermarkt begegnen uns tagtäglich Produkte, die zur Angebotspalette des Unternehmens zählen. Und nicht immer sind wir uns bewusst, dass diese zum Nestlé -Universum gehören.

Viele Marken von Nestlé sind derart bekannt und verbreitet, dass die Kundenbindung enorm stark ist. Selbst wenn die Preise für Markenprodukte etwa aus Warengruppen wie Kaffee, Schokolade oder Babynahrung angehoben werden, sind Verbraucher nur selten bereit, auf günstigere, weniger bekannte Angebote auszuweichen. Die Akzeptanz der Premium-Produkte durch die Kunden ist kaum wandelbar.

Neueste Zahlen bestätigen Preismacht

Mitte Oktober veröffentlichte Nestlé seine Umsatzzahlen für die ersten neun Monate des Jahres 2022. Das organische Wachstum betrug in diesem Zeitraum 8,5 %. Der Bärenanteil davon (7,5 %) ist auf Preiserhöhungen zurückzuführen. Die Absatzmenge konnte um 1 % gesteigert werden.

Der Umsatz stieg in den ersten drei Quartalen um 9,2 % auf 69,1 Mrd. CHF. Nettozukäufe hatten dabei eine positive Auswirkung von 1,2 %. Dagegen schmälerten Wechselkurseffekte den Umsatz im Jahr 2022 leicht um 0,6 %.

Weiterhin auf Wachstumskurs

Auch für die Folgequartale spricht vieles dafür, dass Nestlé seinen bisherigen Wachstumskurs fortsetzen kann. Dies nicht zuletzt auch dank cleverer Akquisitionen. Nestlé Health Science beispielsweise schloss im dritten Quartal den Erwerb von Puravida in Brasilien und The Better Health Company in Neuseeland ab. Außerdem soll Nestlé an Yoga Bar interessiert sein. Es handelt sich dabei um einen indischen Hersteller gesunder Müsliriegel und sonstiger Snacks.

Medienberichten zufolge soll die Tochtergesellschaft Nestlé India derzeit in Verhandlungen, um eine „signifikante Beteiligung“ an dem Unternehmen zu erwerben. Sogar ein Preis soll schon im Raum stehen. Nestlé soll Yoga Bar etwa mit 450 bis 500 Crore Rupien bewerten. Dies entspricht 54 bis 60 Mio. CHF. Nestlé kommentierte die Meldung bislang nicht, grundsätzlich würde die Produktpalette von Yoga Bar aber gut in das Portfolio des Schweizer Lebensmittelriesen passen.

Gesamtjahresprognose erneut angehoben

Für das Gesamtjahr hat der Lebensmittelkonzern seine Prognose nun erneut angehoben. Jetzt stellt Nestlé ein organisches Wachstum von 8 % in Aussicht (zuvor 7-8 %). Die Umsatzrendite soll weiterhin bei etwa 17 % liegen. Auch an seinem Expansionskurs im Kaffee-Segment hält der Konzern fest. Vor rund vier Jahren übernahm Nestlé die weltweiten Vermarktungsrechte für die Kaffeemarke Starbucks im Einzelhandel. Jetzt kauft der Schweizer Nahrungsmittelkonzern ein weiteres Teilgeschäft von Starbucks: die Kaffeemarke Seattle’s Best.

Nestlé stärkt durch den Zukauf sein Kaffeegeschäft sowohl im US-Einzelhandel als auch im B2B-Segment. Denn in den USA verfügt Seattle’s Best über ein gutes Vertriebsnetz zur Gastronomie. Das Einzelhandelsgeschäft könnte Nestlé zudem internationalisieren, so wie der Konzern es bereits erfolgreich mit der Marke Starbucks in den letzten Jahren machte.

Alles in allem bleibt Nestlé ein Langfristinvestment ganz nach unserem Geschmack. Das Geschäftsmodell beweist sich auch im jetzigen Marktumfeld als krisenresistent. Nestlé ist geradezu ein Paradebeispiel für ein Unternehmen mit starker Preissetzungsmacht. Das Wachstum bleibt solide und nicht zuletzt ist auch auf die Dividende Verlass.

Auf gute Investments

der-privatinvestor-kerstin-franzisi

Chefredakteurin Der Privatinvestor

Ist Tesla uneinholbar vorn?

Deutschland steckt nun auch offiziell in einer dicken Rezession. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im 1. Quartal 2020 um 2,2 Prozent gegenüber dem 4. Quartal 2019. „Der stärkste Rückgang seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 und der zweitstärkste Rückgang seit der deutschen Vereinigung“, so das Statement der Statistiker. Da das BIP bereits im letzten Quartal 2019 um 0,1 Prozent geschrumpft war, sprechen sie nun von einer „technischen Rezession“.

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Die Stimuli der Zentralbanken treiben die Börsen

Die Fed kauft aktuell mehr US-Staatsanleihen, als Washington herausgibt. Japan will seine Fiskalpakete weiter ausbauen. Der chinesische Volkskongress und die Zentralbank sind sich ebenso einig über weitere Liquiditätshilfen und Zinssenkungen. In Singapur sehen wir bereits das vierte Konjunkturpaket. Und es gibt Gerüchte, dass die EZB trotz des Urteils des Bundesverfassungsgerichts weitere deutsche Bundesanleihen kaufen wird.

Wichtig: Am heutigen Mittwoch wird der 500 Mrd. EUR schwere Wiederaufbauplan der EU-Kommission erwartet.

Wir können uns also kaum wehren: Das Geld kommt gerade von allen Seiten. Und auch dieses sucht sich immer den Weg des geringsten Widerstands

Wo fließt es nun hin?

Was unternehmen beispielsweise die US-Amerikaner mit ihren Staatsschecks? Ein wesentlicher Teil fließt auch in den Aktienmarkt.

Vermeintliche Fortschritte bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs bescherten Novavax gestern einen Kurssprung. Der Aktienkurs der Pharmafirma steig um knapp 18 Prozent.  Was war der Grund für den Kurssprung? Die simple Meldung, dass nun rund 100 Probanden für eine erste klinische Testphase gesucht werden. Nicht mehr…

Wie die Erfolgsaussichten der Impfstoffforscher aussehen, erkennen wir womöglich an dieser Meldung: Sanofi verkauft seinen Anteil, rund 21 Prozent, an Regeneron Pharmaceuticals. Zuletzt hatte hier die Hoffnung auf eine „Antikörper-Cocktail-Therapie“ für Verzückung bei den Anlegern gesorgt. Bei Sanofi zumindest scheint die Skepsis nun zu überwiegen.

Forscher der Oxford University stufen die Erfolgsaussichten der eigenen Impfstoff-Ambitionen auf nur noch 50 Prozent ein.

Und auch Gilead Sciences musste etwas kleinlaut zugeben, dass sein Medikament Remdesivir nur solchen Patienten weiterhilft, die bereits beatmet werden. Eine alleinige Therapie mit dem Wirkstoff erscheint nicht erfolgversprechend.

Doch mit dem schleichenden Ende des Lockdowns steigt die Hoffnung. Die Menschen wollen wieder raus und etwas erleben. Und so auch die Anleger. Viele wittern womöglich Chancen, wo keine sind.

Auch manche Industriewerte erleben ein leichtes Comeback

Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder und viele andere holen Idee der Autokaufprämie wieder aus der Mottenkiste, um Volkswagen, Daimler, BMW und Co. angesichts der einbrechenden Nachfrage auf den Beinen zu halten.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron macht bereits Nägel mit Köpfen, kündigte an, seiner heimischen Autoindustrie mit einem Hilfspaket von mehr als 8 Mrd. EUR unter die Arme zu greifen. Er will nicht weniger als 1 Mio. „saubere Autos“ binnen der kommenden 5 Jahre bauen lassen. Frankreich soll damit zu Europas Top-Autobauer heranwachsen.

Düstere Aussichten für deutsche Autobauer

In wie weit solche Hilfsmaßnahmen der in Europa strauchelnden Branche helfen werden, bleibt abzuwarten. Zumindest um die deutschen Autobauer sieht es meiner Meinung nach düster aus. Tesla wächst und wächst. Nicht nur Batterien lässt Elon Musk in den eigenen Fabriken herstellen. Mittlerweile hat man auch die Kooperation mit Grafikprozessorenhersteller Nvidia beenden können, da die eigenen Prozessoren sehr viel leistungsfähiger sind. Gerade in puncto Autonomes Fahren gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Tesla hat in den letzten Jahren bereits Abermillionen von Daten und Insights sammeln können. Gerade die deutschen Konkurrenten liegen hier meilenweit zurück. Sie haben zudem keine eigene Infrastruktur, keine eigenen Prozessoren, keine eigenen Batterien. Ich fürchte, diese Tür hat sich für den Industriestandort Deutschland bereits geschlossen.

Corona gefährdet auch die Digitalwirtschaft

In den letzten Wochen schrieb auch ich an dieser Stelle oft von den Krisengewinnern aus der Digitalwirtschaft. Doch auf lange Sicht sind diese Unternehmen natürlich keineswegs gegen Probleme in der realen Welt gefeit.

Denn auch große Teile ihrer Infrastruktur liegen außerhalb der virtuellen Räume. Ihr daily business geschieht im echten Leben. Netflix beispielsweise ist abhängig von Produktionsteams und Film-Sets. Seit Mitte März ruhen die Aktivitäten an den Produktionsstandorten.

Auch Adobe, Entwickler von Software für Kreative und Künstler, leidet darunter, dass seit Beginn der Krise das kulturelle Leben nahezu vollkommen brach liegt. Es gibt keine Events, auf denen gefilmt wird. Clubs, die sonst Flyer produzieren, sind geschlossen. Online-Marketing ist stark zurückgefahren.

Hinzu kommt, dass auch all diese und viele andere Internetkonzerne eine physische Infrastruktur pflegen müssen. Techniker aus Fleisch und Blut müssen sich um Rechenzentren und Glasfasernetze kümmern.

Insolvenz trotz Gaming-Boom

Ein gutes Beispiel liefert auch die Spiele-Industrie. Die Big Player der Spiele-Software-Branche zählen gemeinhin zu den aufstrebenden „Bleib-zu-Hause-Aktien“. Das Papier von Activision Blizzard zog seit März 2020 um gut 30 Prozent an.

Und auch im April hat sich der Trend des weltweit gestiegenen Spieleraufkommens laut neuester Zahlen des Marktforschungsinstituts Superdata Research weiter fortgesetzt. Die Analyse der rein digitalen weltweiten Umsätze ergab ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem April 2019. Insgesamt konnten 10,5 Mrd. USD mit PC-, Konsolen- und Mobile-Spielen eingenommen werden. Den größten Zuwachs vermeldet dabei die Konsolen-Branche mit einem satten Plus von 42 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Und dennoch kommt es auch in diesem Sektor zu Problemen. Ein deutscher Mittelständler und Hersteller von Gaming-Zubehör steckt tief in die Krise. Die Jöllenbeck GmbH hat am 5. Mai 2020 den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Jöllenbeck stellt unter der Marke Speedlink zahlreiche Produkte mit Gamern als Zielgruppe her, von Tastaturen über Lenkräder bis Headsets.

Ganz so einfach ist es also nicht. Corona hat die Welt nicht monochrom gefärbt.

Für uns Investoren heißt es weiterhin, nicht den breiten Trends bedingungslos zu folgen. Stock Picking bleibt eine Kunst, die ein gutes Auge für Geschäftsmodell, Management, Profitabilität, Bilanz und zukünftige Erträge verlangt.

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Testen Sie unseren Börsenbrief – für wertbasierte Aktien-Investments in gute Unternehmen und Vermögensgegenstände, die wir kontinuierlich analysieren und mit nachweislich erfolgreichen Kriterien und Mechanismen bewerten. Durch unsere systematische und auf Langfristigkeit und Kontinuität ausgerichtete Anlagestrategie realisieren wir stabile Renditen zu angemessenen Chance-Risiko-Profilen. Unsere Value-Investing-Strategie machen wir Ihnen als Privatanleger über unseren Kapitalanlagebrief Der Privatinvestor inklusive angeschlossener Aktien-Datenbanken, Musterdepots und Sonderpublikationen zugänglich.

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Das Testabonnement ist ab dem Zeitpunkt der Anmeldung vier Wochen lang gültig. Sie gehen damit keine Verpflichtungen ein. Eine Notwendigkeit einer Kündigung besteht somit nicht.

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Prof. Dr. Max Otte

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Im kumulierten Neunmonatszeitraum setzte Essity Preissteigerungen von über 12 % durch. Der Absatz legte 4,1 % zu. Dass sich die Absatzentwicklung im jüngsten Quartal verlangsamt hat, könnte zwar darauf hindeuten, dass die Preissteigerungen allmählich an ihre Grenzen stoßen. Da es sich um Produkte des täglichen Bedarfs handelt, auf die wir alle kaum verzichten können, gehen wir aber davon aus, dass weitere moderate Anpassungen problemlos möglich sein werden. Essity-Chef Magnus Groth kündigte bereits weitere Preisanpassungen in den nächsten Monaten an. Die Insolvenz von Hakle spielt dem Konzern dabei zusätzlich in die Karten.

Essity war schon zuvor die Nr. 1 in Europa und den USA. Jetzt, wo ein weiterer Konkurrent wegfällt, ist das Unternehmen noch stärker. Damit nimmt auch die Preismacht weiter zu. Kommen wir zur Preisdisziplin. Im August und September schloss Essity zwei Akquisitionen ab. Der Konzern übernahm 100 % des australischen Unternehmens Modibodi und 80 % der kanadischen Firma Knix. Bei beiden handelt es sich um Hersteller von spezieller Menstruations- und Inkontinenzwäsche. Infolge der weltweiten demographischen Entwicklung sowie dem steigenden Umweltbewusstsein von Verbrauchern (weniger Wegwerfartikel) wächst dieses Segment stark.

In der letzten Ausgabe unseres Börsenbriefs haben wir Essity einer gründlichen Prüfung nach der Königsanalyse® unterzogen. Wenn Sie Ihr Depot mit Qualitätstiteln nach der wertorientierten Kapitalanlage erfolgreich pflegen wollen, empfehlen wir Ihnen eines unserer Abonnements. Falls Sie uns erst unverbindlich kennenlernen möchten, bieten wir Ihnen unseren kostenlosen Testbezug  über 4 Ausgaben hinweg an.

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Kerstin Franzisi

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Preissetzungsmacht (engl.: Pricing-Power) ist ein charakteristisches Merkmal von großen Konsumgüteranbietern. Dennoch gelingt es längst nicht jedem Konzern in solch schwierigen Zeiten diese Stärke am Markt zu behaupten. Hier trennt sich gerade die Spreu vom Weizen. Mit seinen jüngsten Quartalszahlen hat Nestlé bewiesen, dass das Unternehmen zu den wenigen gehört, denen das Kunststück gelingt. Im abgelaufenen Quartal konnte der Lebensmittelkonzern erneut Preiserhöhungen von 7,5 % durchsetzen.

Gründe dafür, warum Verbraucher bereit sind, derartige Preiserhöhungen von Nestlé zu akzeptieren, gibt es mehr als einen: Der Konzern vereint über 2.000 Marken unter seinem Dach. Maggi, Buitoni, Wagner, Nespresso, Perrier, Vittel, Thomy, Schöller, After Eight, Kitkat, Alete, Beba sowie wichtige Produkte aus dem Bereich Tiernahrung – um nur einige zu nennen. Beim Einkauf im Supermarkt begegnen uns tagtäglich Produkte, die zur Angebotspalette des Unternehmens zählen. Und nicht immer sind wir uns bewusst, dass diese zum Nestlé -Universum gehören.

Viele Marken von Nestlé sind derart bekannt und verbreitet, dass die Kundenbindung enorm stark ist. Selbst wenn die Preise für Markenprodukte etwa aus Warengruppen wie Kaffee, Schokolade oder Babynahrung angehoben werden, sind Verbraucher nur selten bereit, auf günstigere, weniger bekannte Angebote auszuweichen. Die Akzeptanz der Premium-Produkte durch die Kunden ist kaum wandelbar.

Neueste Zahlen bestätigen Preismacht

Mitte Oktober veröffentlichte Nestlé seine Umsatzzahlen für die ersten neun Monate des Jahres 2022. Das organische Wachstum betrug in diesem Zeitraum 8,5 %. Der Bärenanteil davon (7,5 %) ist auf Preiserhöhungen zurückzuführen. Die Absatzmenge konnte um 1 % gesteigert werden.

Der Umsatz stieg in den ersten drei Quartalen um 9,2 % auf 69,1 Mrd. CHF. Nettozukäufe hatten dabei eine positive Auswirkung von 1,2 %. Dagegen schmälerten Wechselkurseffekte den Umsatz im Jahr 2022 leicht um 0,6 %.

Weiterhin auf Wachstumskurs

Auch für die Folgequartale spricht vieles dafür, dass Nestlé seinen bisherigen Wachstumskurs fortsetzen kann. Dies nicht zuletzt auch dank cleverer Akquisitionen. Nestlé Health Science beispielsweise schloss im dritten Quartal den Erwerb von Puravida in Brasilien und The Better Health Company in Neuseeland ab. Außerdem soll Nestlé an Yoga Bar interessiert sein. Es handelt sich dabei um einen indischen Hersteller gesunder Müsliriegel und sonstiger Snacks.

Medienberichten zufolge soll die Tochtergesellschaft Nestlé India derzeit in Verhandlungen, um eine „signifikante Beteiligung“ an dem Unternehmen zu erwerben. Sogar ein Preis soll schon im Raum stehen. Nestlé soll Yoga Bar etwa mit 450 bis 500 Crore Rupien bewerten. Dies entspricht 54 bis 60 Mio. CHF. Nestlé kommentierte die Meldung bislang nicht, grundsätzlich würde die Produktpalette von Yoga Bar aber gut in das Portfolio des Schweizer Lebensmittelriesen passen.

Gesamtjahresprognose erneut angehoben

Für das Gesamtjahr hat der Lebensmittelkonzern seine Prognose nun erneut angehoben. Jetzt stellt Nestlé ein organisches Wachstum von 8 % in Aussicht (zuvor 7-8 %). Die Umsatzrendite soll weiterhin bei etwa 17 % liegen. Auch an seinem Expansionskurs im Kaffee-Segment hält der Konzern fest. Vor rund vier Jahren übernahm Nestlé die weltweiten Vermarktungsrechte für die Kaffeemarke Starbucks im Einzelhandel. Jetzt kauft der Schweizer Nahrungsmittelkonzern ein weiteres Teilgeschäft von Starbucks: die Kaffeemarke Seattle’s Best.

Nestlé stärkt durch den Zukauf sein Kaffeegeschäft sowohl im US-Einzelhandel als auch im B2B-Segment. Denn in den USA verfügt Seattle’s Best über ein gutes Vertriebsnetz zur Gastronomie. Das Einzelhandelsgeschäft könnte Nestlé zudem internationalisieren, so wie der Konzern es bereits erfolgreich mit der Marke Starbucks in den letzten Jahren machte.

Alles in allem bleibt Nestlé ein Langfristinvestment ganz nach unserem Geschmack. Das Geschäftsmodell beweist sich auch im jetzigen Marktumfeld als krisenresistent. Nestlé ist geradezu ein Paradebeispiel für ein Unternehmen mit starker Preissetzungsmacht. Das Wachstum bleibt solide und nicht zuletzt ist auch auf die Dividende Verlass.

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Ist Tesla uneinholbar vorn?

Deutschland steckt nun auch offiziell in einer dicken Rezession. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im 1. Quartal 2020 um 2,2 Prozent gegenüber dem 4. Quartal 2019. „Der stärkste Rückgang seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 und der zweitstärkste Rückgang seit der deutschen Vereinigung“, so das Statement der Statistiker. Da das BIP bereits im letzten Quartal 2019 um 0,1 Prozent geschrumpft war, sprechen sie nun von einer „technischen Rezession“.

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Die Stimuli der Zentralbanken treiben die Börsen

Die Fed kauft aktuell mehr US-Staatsanleihen, als Washington herausgibt. Japan will seine Fiskalpakete weiter ausbauen. Der chinesische Volkskongress und die Zentralbank sind sich ebenso einig über weitere Liquiditätshilfen und Zinssenkungen. In Singapur sehen wir bereits das vierte Konjunkturpaket. Und es gibt Gerüchte, dass die EZB trotz des Urteils des Bundesverfassungsgerichts weitere deutsche Bundesanleihen kaufen wird.

Wichtig: Am heutigen Mittwoch wird der 500 Mrd. EUR schwere Wiederaufbauplan der EU-Kommission erwartet.

Wir können uns also kaum wehren: Das Geld kommt gerade von allen Seiten. Und auch dieses sucht sich immer den Weg des geringsten Widerstands

Wo fließt es nun hin?

Was unternehmen beispielsweise die US-Amerikaner mit ihren Staatsschecks? Ein wesentlicher Teil fließt auch in den Aktienmarkt.

Vermeintliche Fortschritte bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs bescherten Novavax gestern einen Kurssprung. Der Aktienkurs der Pharmafirma steig um knapp 18 Prozent.  Was war der Grund für den Kurssprung? Die simple Meldung, dass nun rund 100 Probanden für eine erste klinische Testphase gesucht werden. Nicht mehr…

Wie die Erfolgsaussichten der Impfstoffforscher aussehen, erkennen wir womöglich an dieser Meldung: Sanofi verkauft seinen Anteil, rund 21 Prozent, an Regeneron Pharmaceuticals. Zuletzt hatte hier die Hoffnung auf eine „Antikörper-Cocktail-Therapie“ für Verzückung bei den Anlegern gesorgt. Bei Sanofi zumindest scheint die Skepsis nun zu überwiegen.

Forscher der Oxford University stufen die Erfolgsaussichten der eigenen Impfstoff-Ambitionen auf nur noch 50 Prozent ein.

Und auch Gilead Sciences musste etwas kleinlaut zugeben, dass sein Medikament Remdesivir nur solchen Patienten weiterhilft, die bereits beatmet werden. Eine alleinige Therapie mit dem Wirkstoff erscheint nicht erfolgversprechend.

Doch mit dem schleichenden Ende des Lockdowns steigt die Hoffnung. Die Menschen wollen wieder raus und etwas erleben. Und so auch die Anleger. Viele wittern womöglich Chancen, wo keine sind.

Auch manche Industriewerte erleben ein leichtes Comeback

Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder und viele andere holen Idee der Autokaufprämie wieder aus der Mottenkiste, um Volkswagen, Daimler, BMW und Co. angesichts der einbrechenden Nachfrage auf den Beinen zu halten.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron macht bereits Nägel mit Köpfen, kündigte an, seiner heimischen Autoindustrie mit einem Hilfspaket von mehr als 8 Mrd. EUR unter die Arme zu greifen. Er will nicht weniger als 1 Mio. „saubere Autos“ binnen der kommenden 5 Jahre bauen lassen. Frankreich soll damit zu Europas Top-Autobauer heranwachsen.

Düstere Aussichten für deutsche Autobauer

In wie weit solche Hilfsmaßnahmen der in Europa strauchelnden Branche helfen werden, bleibt abzuwarten. Zumindest um die deutschen Autobauer sieht es meiner Meinung nach düster aus. Tesla wächst und wächst. Nicht nur Batterien lässt Elon Musk in den eigenen Fabriken herstellen. Mittlerweile hat man auch die Kooperation mit Grafikprozessorenhersteller Nvidia beenden können, da die eigenen Prozessoren sehr viel leistungsfähiger sind. Gerade in puncto Autonomes Fahren gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Tesla hat in den letzten Jahren bereits Abermillionen von Daten und Insights sammeln können. Gerade die deutschen Konkurrenten liegen hier meilenweit zurück. Sie haben zudem keine eigene Infrastruktur, keine eigenen Prozessoren, keine eigenen Batterien. Ich fürchte, diese Tür hat sich für den Industriestandort Deutschland bereits geschlossen.

Corona gefährdet auch die Digitalwirtschaft

In den letzten Wochen schrieb auch ich an dieser Stelle oft von den Krisengewinnern aus der Digitalwirtschaft. Doch auf lange Sicht sind diese Unternehmen natürlich keineswegs gegen Probleme in der realen Welt gefeit.

Denn auch große Teile ihrer Infrastruktur liegen außerhalb der virtuellen Räume. Ihr daily business geschieht im echten Leben. Netflix beispielsweise ist abhängig von Produktionsteams und Film-Sets. Seit Mitte März ruhen die Aktivitäten an den Produktionsstandorten.

Auch Adobe, Entwickler von Software für Kreative und Künstler, leidet darunter, dass seit Beginn der Krise das kulturelle Leben nahezu vollkommen brach liegt. Es gibt keine Events, auf denen gefilmt wird. Clubs, die sonst Flyer produzieren, sind geschlossen. Online-Marketing ist stark zurückgefahren.

Hinzu kommt, dass auch all diese und viele andere Internetkonzerne eine physische Infrastruktur pflegen müssen. Techniker aus Fleisch und Blut müssen sich um Rechenzentren und Glasfasernetze kümmern.

Insolvenz trotz Gaming-Boom

Ein gutes Beispiel liefert auch die Spiele-Industrie. Die Big Player der Spiele-Software-Branche zählen gemeinhin zu den aufstrebenden „Bleib-zu-Hause-Aktien“. Das Papier von Activision Blizzard zog seit März 2020 um gut 30 Prozent an.

Und auch im April hat sich der Trend des weltweit gestiegenen Spieleraufkommens laut neuester Zahlen des Marktforschungsinstituts Superdata Research weiter fortgesetzt. Die Analyse der rein digitalen weltweiten Umsätze ergab ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem April 2019. Insgesamt konnten 10,5 Mrd. USD mit PC-, Konsolen- und Mobile-Spielen eingenommen werden. Den größten Zuwachs vermeldet dabei die Konsolen-Branche mit einem satten Plus von 42 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Und dennoch kommt es auch in diesem Sektor zu Problemen. Ein deutscher Mittelständler und Hersteller von Gaming-Zubehör steckt tief in die Krise. Die Jöllenbeck GmbH hat am 5. Mai 2020 den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Jöllenbeck stellt unter der Marke Speedlink zahlreiche Produkte mit Gamern als Zielgruppe her, von Tastaturen über Lenkräder bis Headsets.

Ganz so einfach ist es also nicht. Corona hat die Welt nicht monochrom gefärbt.

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