Langsam geht das kulturelle Leben wieder los – es werden aktuell wieder viele Konzerte und Tourneen angekündigt. Lange lag das Live-Geschäft aufgrund der pandemiebedingten Lockdowns und Kontaktbeschränkungen auf Eis. Jetzt geht es mit zunehmender Geschwindigkeit wieder los, so die Hoffnung vieler Künstler, Veranstalter und anderer Kulturschaffender. Was während der gesamten Zeit jedoch nie verstummte, ist die Musik selbst. Im Gegenteil: Wenn es eins gab, was man in den vergangenen anderthalb Jahren die ganze Zeit über verstärkt machen konnte, um eine positive Stimmung halten zu können, war es – neben ausgiebigen Film- und Serienabenden – der Genuss von Musik.

Und genauso, wie in Sachen TV-Unterhaltung Netflix, Amazon Prime und Co. den klassischen DVD-Verkäufen längst den Rang abgelaufen haben, wird Musik mehr und mehr über Streaming-Plattformen wie Spotify, Apple Music und andere Wettbewerber gehört. Ganz gleich, ob Film- oder Musikindustrie: Das Geschäftsmodell Streaming boomt. Und, obwohl auch schon lange vor COVID ein Megatrend, wird hier für die Zukunft noch ein großes Wachstums- und Entwicklungspotenzial erwartet. Einer Studie von Statista zufolge wird im Segment Digitale Musik bis Ende dieses Jahres ein weltweiter Umsatz in Höhe von mehr als 20 Mrd. € erwartet. Dieser soll bis zum Jahr 2025 ein Marktvolumen von knapp 29 Mrd. € erreichen.

Wachstumsmarkt Musik-Streaming

Das Musik-Streaming verdrängt Downloads und CD-Verkäufe immer mehr. Der Branchen-Primus Spotify beispielsweise kann sich vor Neukunden kaum retten: Über 356 Millionen monatlich aktive Nutzer vermeldete der schwedische Anbieter Ende Juli im Bericht zum zweiten Quartal. Fast jeder zweite davon ist ein Premiumkunde mit entsprechendem Premium Account. Sowohl Umsatz als auch Zahl der Kundenkonten wuchsen mit einer Rate von über 20 %. Bisherigen Prognosen zufolge soll sich dieses Wachstum fortsetzen. Bei Amazon Music und Apple Music sieht es ganz ähnlich aus. Doch die Streaming-Dienste sind nicht die Einzigen, die ordentlich absahnen. Ihnen vorgeschaltet sind die Musik-Labels, die die Mehrheit der Künstler bei sich unter Vertrag haben und deshalb über die weltweiten Vermarktungsrechte ihrer Songs verfügen.

Um ein attraktives und breites Angebot bieten zu können, kommen die Streaming-Dienste nicht um dauerhafte Lizenzzahlungen an die Musik-Labels herum (was diese wiederum an ihre Kunden über die Abogebühren weiterreichen). Tatsächlich gelang den Plattenfirmen durch diese neue Einnahmequelle die Trendwende. Umsatz und Gewinn wachsen wieder – und das recht ordentlich. In den nächsten Jahren wird Musik-Streaming weiter an Bedeutung gewinnen. Damit bietet sich auch für die Musik-Labels ein spannendes Potenzial steigender Lizenzeinnahmen.

Frisch an der Börse – die Nummer 1 der Musikkonzerne

Das starke Wachstum des Streaming-Marktes im Bereich Musik ist natürlich auch für Anleger hochinteressant – vor allem jetzt, wo auch ein direktes Engagement in die Nr. 1 der Branche möglich ist: Universal Music Group. Bis vor kurzem war das Unternehmen eine hundertprozentige Tochter des Medienkonzerns Vivendi. Am 21. September gliederte Vivendi diesen Bereich jedoch als eigenständiges Unternehmen aus und seitdem ist die Universal Music Group an der Euronext Amsterdam gelistet. Der Börsengang der Universal Music Group war bislang der größte Börsengang an einem europäischen Handelsplatz in diesem Jahr.

Der erste offizielle Börsenkurs von rund 25 EUR lag dabei starke 35 % über dem Ausgabepreis von 18,50 EUR. 60 % der Anteile wurden im Zuge des IPO an die Aktionäre des ehemaligen Mutterkonzerns Vivendi ausgegeben. Vivendi selbst ist mit 10 % der Aktien weiterhin an der Universal Music Group beteiligt. Die restlichen 30 % gingen an neue Investoren, darunter zum Beispiel US-Investor William Ackman oder den chinesischen Technologiekonzern Tencent.

Die Historie des Musikgiganten reicht bis in die 30er-Jahre zurück. Neun Jahrzehnte und zahlreiche Fusionen später ist die Universal Music Group heute der größte Musikkonzern der Welt. Insgesamt sind es fast 100 Labels und Sublabels, die das Unternehmen unter seinem Dach vereint, darunter legendäre Labels wie Blue Note, Def Jam Recordings, Deutsche Grammophon, Geffen Records, Motown Records, Virgin und viele andere. Je nachdem, welche Quelle wir heranziehen, wird der Universal Music Group ein Marktanteil von 30 bis 32 % zugesprochen. Der Abstand zur Nr. 2 und 3 ist in jedem Fall groß. Während Sony Music über einen Marktanteil von 21 % verfügt, sind es bei Warner Music 16 %. Der Rest entfällt auf wesentlich kleinere Independent Labels.

Musik-Business heute: Lizenzgeschäft statt Plattenverkäufe

Die Universal Music Group verfügt über den umfangreichsten Musikkatalog der Welt. Er enthält die populärsten Künstler und Aufnahmen aus allen Genres und damit die wichtigsten Werke aus über 100 Jahren Musikgeschichte. Die Liste der Künstler, über deren Werke das Unternehmen die Verwertungsrechte besitzt, ist schier unendlich. Dazu gehören unter anderem: Bon Jovi, Mariah Carey, Eminem, Sarah Connor, Robbie Williams, Helene Fischer, Tokio Hotel, die Rolling-Stones, ABBA, Nirvana und die Beatles. Die Universal Music Group mit ihrem gigantischen Musikkatalog profitiert von Lizenzgebühren (im Fachjargon „Royalties“), sobald die Songs beispielsweise über Streaming-Plattformen, im Radio oder im TV abgerufen werden.

Auch die Royalties für Bob-Dylan-Songs kassiert seit kurzem die Universal Music Group. Bis letztes Jahr hielt der Künstler die Rechte an seinen mehr als 600 Songs selbst. Im Dezember 2020 trat der die Rechte jedoch für 300 Mio. USD ab. Der Preis mag sich im ersten Moment nach sehr viel anhören, tatsächlich glauben viele Experten aber, dass sich diese Investition für die Universal Music Group auszahlen wird. Bob Dylan ist einer der meistgecoverten Künstler der Welt. Und jedes Mal, wenn nun einer seiner Songs im Radio oder TV gespielt wird, von einem anderen Künstler neu interpretiert wird oder Teile daraus in der Werbung verwendet werden, verdient die Universal Music Group daran.

Streaming bedeutet Abomodell

Letztes Jahr lag der Umsatz der Musikindustrie weltweit bei rund 21,6 Mrd. USD. Dies umfasst Einkünfte aus dem physischen (z. B. CDs) und digitalen (Downloads) Musikverkauf, Streaming sowie Performance-Rechte und Synchronisation. Gegenüber dem Vorjahreswert kam es dabei zu einer Steigerung in Höhe von 7,4 %. Dabei nimmt Streaming einen immer größeren Teil ein. 2019 waren es bereits 11,2 Mrd. USD. 2020 stiegen die Streaming-Umsätze auf 13,4 Mrd. USD.

Das ist ein Zuwachs von 19,6 %. Streaming wächst damit auch deutlich stärker als der Gesamtmarkt. Downloads gingen indes weiter auf 1,2 Mrd. USD zurück. Der Verkauf klassischer Tonträger brachte noch 4,2 Mrd. USD ein (–4,5 %). Die gesamte Branche wird damit immer mehr zu einem Abogeschäft. Aus Anlegersicht entsteht dadurch eine größere Planungssicherheit, da die Umsätze der Universal Music Group immer kalkulierbarer werden.

Skalierbares Geschäftsmodell mit Zukunft

Weil die Universal Music Group gerade erst an die Börse ging, gehen die zurückgerechneten Geschäftszahlen lediglich bis 2018 zurück. Dies reicht jedoch aus, um eindeutig feststellen zu können: Einen negativen Corona-Effekt gab es nicht. Im Gegenteil, die Umsätze stiegen auch während der Pandemie munter weiter. Ebenso der Gewinn. Dieser stieg sogar überproportional zum Umsatz, sodass die operative Marge sowie die Nettomarge weiter ausgebaut wurden.

2020 verbuchte die Universal Music Group bei Umsätzen von 7,4 Mrd. EUR einen Nettogewinn in Höhe von 1,4 Mrd. EUR. Gute Aussichten bei den prognostizierten Entwicklungen speziell auf dem Streaming-Markt. „Ich glaube, dass wir erst am Anfang der Wachstumswelle stehen, da Musik-Abos und werbefinanziertes Streaming weltweit zunehmen werden“, so die Einschätzung von Universal-Chef Lucian Grainge.

Außerdem winkt eine solide Dividende. Das Management jedenfalls hat sich zu einer jährlichen Ausschüttung von mindestens 50 % des Gewinns bekannt. So wie die Gewinne sich derzeit entwickeln, würde dies auch jährlich steigende Dividenden bedeuten. Ausgehend von den bisher verfügbaren Daten ergibt sich aus dem für das Jahr 2020 rückgerechneten Gewinn ein Ergebnis je Aktie von 0,75 EUR. Eine Ausschüttungsquote von 50 % wären also 0,375 %. Zum jetzigen Kurs von 26,46 EUR (Stand 09.11.2021) ergäbe dies eine Dividendenrendite von grob 1,5 %. Selbst wenn die aktuelle Dividendenrendite noch gering wäre, bei jährlichen Steigerungen wird es in einigen Jahren interessant. Wir bleiben bei diesem sehr interessanten Börsenneuling in jedem Fall für Sie am Ball!

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Prof. Dr. Max Otte

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