Kennen Sie das? Sie sitzen gemütlich auf der Couch und surfen mit dem Smartphone oder Tablet im Internet. Nicht selten entsteht dabei die Lust auf einen virtuellen Einkaufsbummel. Sei es mit einer klaren Zielvorstellung, angestoßen durch eine ansprechende Anzeige oder inspiriert durch die neusten Styles in den sozialen Medien: Herumstöbern und Einkaufen im Netz ist ein unumkehrbarer Mega-Trend.

Speziell der Online-Modehandel ist beliebter denn je. Die meisten Händler machen es einem aber auch mehr als einfach. Sie locken mit kostenlosen Rücksendungen ab dem ersten Euro Warenwert, Zustellung am nächsten Tag, Kauf auf Rechnung und so weiter und sofort. Auch die Online-Einkaufserlebnisse selbst werden immer ausgereifter: Hochwertige Fotos aus allen Perspektiven mit praktischer Zoom-Funktion, zahllose Filtereinstellungen für die zielsichere Recherche, ausführliche Kundenreviews und vieles mehr machen das Mode-Shopping im Web zum neuen Standard für viele.

Auf der Einkaufsmeile „Internet“ tummeln sich viele Anbieter, entsprechend groß ist die Konkurrenz. Ein Händler hat es jedoch geschafft, in Europa klar die Führung zu übernehmen. Sicher haben Sie selbst bereits mindestens schon einmal dort geschaut, wenn nicht sogar eingekauft.

Woran denken Sie als erstes bei Modebestellungen im Internet? Genau. Wir auch: Zalando. Vielen Verbrauchern geht es so. Sie beginnen ihre Suche sofort auf zalando.de und gehen gar nicht mehr auf andere Seiten. Es ist dasselbe Phänomen wie bei Booking.com im Reisesektor, wo Kunden ebenfalls direkt auf diese Buchungsseite gehen und gar nicht mehr die Alternativen nutzen. Zalando hat sich in den Köpfen der Verbraucher mittlerweile einen festen Platz erarbeitet.

Klarer Marktführer in Europa

Der europäische Modemarkt umfasst derzeit ein Gesamtvolumen von etwa 450 Mrd. EUR. Zalando generiert aktuell ein GMV von knapp 11 Mrd. EUR. GMV steht für Gross Merchandising Volume, zu Deutsch: Bruttowarenvolumen. Dabei handelt es sich nicht um den Umsatz, der bei Zalando entsteht, sondern um den Gesamtwarenwert, der über die virtuelle Theke dieses Onlinehändlers wandert. Da Zalando seine Plattform mittlerweile auch für Drittanbieter geöffnet hat und nicht mehr alle Waren auf eigene Rechnung verkauft, ist der Umsatz etwas kleiner. Mit zuletzt 8,7 Mrd. EUR macht dieser aber weiterhin fast 80 % des Bruttowarenvolumens aus.

Um den Marktanteil von Zalando zu ermitteln, ist das GMV die aus unserer Sicht aussagekräftigere Größe. Wir kommen so auf einen aktuellen Marktanteil von 2,4 %. Das mag nach wenig aussehen, ist in dieser extrem diversifizierten Branche jedoch ein gewaltiger Brocken. Es gibt in Europa keinen anderen Online-Shop im Modebereich, der Zalando in Bezug auf den Marktanteil nahekommt. Selbst andere bekannte Anbieter wie die zur Otto-Gruppe gehörenden Online-Shops AboutYou (ging gerade an die Börse) und Bonprix schaffen weder das Volumen noch die Reichweite. Andere wie outfittery.com oder herrenausstatter.de sind von vornherein nur auf eine spezielle Nische (in diesem Fall Herrenmode) konzentriert. In vielen Fällen ist zudem der Radius auf wenige Länder begrenzt.

Zalando ist mittlerweile in 17 Ländern Europas präsent und dort auch der stärkste Player. Man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen: In den größten fünf Absatzmärkten sind mehr als 20 % der Bevölkerung Zalando-Kunden! Wenn es dem Unternehmen gelingt, auch in den anderen Regionen diese Marktdurchdringung zu erreichen, wird dies die Zahl der aktiven Kunden verdoppeln. Zudem werden Netzwerk- und Skaleneffekte mit jeder weiteren Expansion immer stärker.

Starke Marke mit großen Plänen

Zalando hat sich zum Ziel gesetzt, in Sachen Mode der bedeutendste Player in ganz Europa zu werden. Wir finden es gut, dass das Unternehmen von einer globalen Expansion erst einmal absieht. In Europa ist das Potenzial schließlich noch groß genug. Langfristig will Zalando dort einen Marktanteil von 10 % erreichen. Ausgehend vom jetzigen Marktanteil wäre das eine Verdreifachung. Unrealistisch ist dies aber nicht.

Zwei Aspekte sprechen dafür, dass Zalando das schaffen kann: Erstens verfügt das Unternehmen über eine starke Marke und zweitens kann die neue Plattformstrategie dabei helfen. Zalando öffnet seinen Shop mittlerweile nämlich auch für Drittanbieter. Und genau dieses Partnerprogramm erfuhr während der Corona-Krise einen gehörigen Schub. Viele neue Geschäftspartner haben sich der Plattform angeschlossen.

Partnerprogramm mit Eigendynamik

Es liegt auf der Hand: Je mehr Käufer sich auf der Seite von Zalando tummeln, desto wichtiger ist es, dort vertreten zu sein. Gerade für kleinere Geschäfte eröffnet dies neue Potenziale. Mithilfe von Zalando können sie ihre Reichweite und ihren Kundenkreis erweitern. Bieten sie ihre Waren dort an, werden diese auch von Kunden gekauft, die den eigenen Online-Shop womöglich nie gefunden hätten. Zudem erweitert Zalando sein Geschäftsmodell gerade recht clever: Neben dem reinen Plattform-Dienst, für den das Unternehmen sich eine Gebühr einstreicht, bietet Zalando seinen Partnern seit neuestem auch Dienstleistungen aus den Bereichen Marketing und Fulfillment an.

Auch Zalando-Kunden profitieren von der Ausweitung des Partnerprogramms. Mit so manchem Hersteller will Zalando nämlich Exklusivrechte vereinbaren. Die neueste Kollektion oder Limited Edition eines Sportschuhherstellers oder bestimmten Mode-Labels könnte es damit demnächst im Pre-Sale exklusiv bei Zalando geben.

Spezielles Filialkonzept: Outlet-Stores in Toplagen

Die Eröffnung von Präsenz-Filialen ist mittlerweile fester Bestandteil des Zalando-Konzepts. Dabei geht das Unternehmen einen außergewöhnlichen Weg: Statt normale Läden mit einem ausgewählten Standard-Sortiment zu eröffnen, setzt Zalando auf Outlets in exklusiver Top-Lage.

Insgesamt hat Zalando mittlerweile 12 solcher Outlet-Stores in fast allen wichtigen deutschen Innenstädten – zum Beispiel auf der Düsseldorfer Kö. Exklusiver und präsenter geht kaum. Düsseldorf ist zwar nicht Paris oder Mailand, aber immerhin die Mode-Hauptstadt Deutschlands. Und Die Kö ist dort die Einkaufs- und Flaniermeile schlechthin. Der Standort ist ein klares Statement, wie stark die Marke Zalando mittlerweile ist.

Mit seinem Konzept schlägt das Unternehmen zudem gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe. Zum einen erreicht Zalando damit auch Kunden, die auch heute noch lieber auf die „altmodische“ Art einkaufen gehen. Gleichzeitig lockt das Unternehmen preissensible Konsumenten, die auf Schnäppchen aus sind. Die Outlets sind somit auch eine gute Möglichkeit, „Online-Ladenhüter“ auf diese Weise loszuwerden.

Gut aufgestellt für die Zukunft

Aktuell weist Zalando eine EBIT-Marge von 6,4 % auf. Für einen Modehändler ist dies ein guter Wert. In den letzten Jahren konnte der Konzern seine Marge bereits gut ausbauen. Es wäre Zalando zuzutrauen, dass hier in den nächsten Jahren noch ein bisschen mehr geht. Alles in allem scheint Zalando für die Zukunft gut gerüstet. Das Geschäftsmodell trifft jedenfalls den Zahn der Zeit und passt in die „neue digitale Welt“.

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