Sehr geehrte Privatanleger,

in Sachen Neuemissionen ist es an der Börse wieder ruhiger geworden. Im Jahr 2021 gingen weltweit fast 3.000 Unternehmen an die Börse. Damit war vor zwei Jahren der Peak erreicht. Mit rund 1.500 Neuemissionen waren es letztes Jahr schon nur noch halb so viele. In diesem Jahr werden vermutlich noch weniger Unternehmen den Gang aufs Parkett wagen.

Umso spektakulärer war im vergangenen Monat der Börsengang des Chip-Designers ARM (WKN: A3EUCD). Die Papiere starteten zu einem Preis von 56,10 USD in den Handel. Das war bereits ein Plus von 10 % gegenüber dem Ausgabepreis von 51 USD. Danach stieg die Aktie weiter, bis auf 69 USD. Den ersten Handelstag schloss ARM schließlich mit einem Kurs von 63,59 USD – ein Plus von fast 25 %. Das Unternehmen wird aktuell mit 65 Mrd. USD bewertet.

Damit war der Börsengang ein voller Erfolg. Zumindest kurzfristig, denn in den Tagen nach dem Börsengang fiel der Kurs wieder weit unter den Einstiegspreis. Für den Haupteigner Softbank, der den Börsengang initiierte, und alle daran beteiligten Parteien ganz sicher. Investoren der ersten Stunde können sich (im Moment) auch über Kursgewinne freuen. Aber: Sie haben von Anfang an einen (zu) hohen Preis bezahlt.

Der Jahresumsatz von ARM betrug zuletzt 2,7 Mrd. USD. Der Gewinn lag bei 524 Mio. USD. Schon mit dem Ausgabepreis wurde das Unternehmen mit knapp 55 Mrd. USD bewertet – also zu einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 20 und einem KGV von 105. Im Moment notiert ARM zu einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 25 und einem KGV von 124.

Zugegeben, die Wachstumsperspektiven für ARM sehen für die nächsten Jahre gut aus. Das Unternehmen hat zudem einen Schlüsselrolle im Smartphone-Sektor. Praktisch sämtliche Chips von Apple und Samsung, die in Smartphones, Smartwatches etc. verbaut sind, basieren auf der Architektur, die ARM entwickelt und patentiert hat.

Sowohl Apple als auch Samsung werden von ARM lizensiert und das noch über viele Jahre. Erst kürzlich hat Apple seine Partnerschaft mit ARM bis mindestens 2041 verlängert. Und dennoch: der jetzige Preis ist aus unserer Sicht zu hoch. „Mr. Market“ preist Wachstumserwartungen ein, die sehr wahrscheinlich nicht erfüllt werden können.

Irgendwann, wenn die Ernüchterung einsetzt, kommt es zur Korrektur. Die jetzige Euphorie überrascht uns angesichts des aktuellen KI-Hypes nicht. Dies trieb in den letzten Monaten die Aktien etlicher Unternehmen der Halbleiterindustrie in nahezu schwindelerregende Höhe.

Nehmen Sie NVIDIA (WKN: 918422) als Beispiel. Das Geschäftsmodell ist erste Sahne und die Qualität ist hoch. Doch die Aktie notiert zurzeit zu einem KGV von 110! Das Kurs-Buchwert-Verhältnis steht bei 35 und auch das Kurs-Cashflow-Verhältnis steht mit 95 auf einem Rekordhoch.

Damit wählte Softbank einen idealen Zeitpunkt für den erneuten Börsengang von ARM. Sie lesen richtig. ARM war zwischen 1998 und 2016 schon einmal gelistet – bis Softbank das Unternehmen für rund 32 Mrd. USD aufkaufte und von der Börse nahm.

Die ganze Vorgeschichte, wie es nun zu diesem Börsen-Comeback von ARM kam, verdeutlicht noch einmal, um was es den Initiatoren von Börsengängen geht und welche Interessen den unseren (als Investoren) gegenüberstehen.



Die Entscheidung, ARM erneut zu listen, fiel, nachdem die zuvor geplante Übernahme durch NVIDIA platzte. Sowohl die US-Regierung als auch die großen Techkonzerne Alphabet, Amazon, Apple & Co. stemmten sich gegen diesen Deal. Softbank lenkte daher ein und blies das Ganze ab.

Um auf andere Weise frisches Kapital einzusammeln, jetzt also der Börsengang. Wir bleiben Neuemissionen gegenüber deshalb skeptisch und halten uns hier auch in Zukunft zurück.

Neben der Qualität muss für uns auch immer der Preis stimmen. Dies ist bei Börsengängen selten der Fall.

Wir werden die Entwicklung von ARM jedoch im Auge behalten. Die Börse ist und bleibt unberechenbar und so ist nicht ausgeschlossen, dass es früher oder später doch mal eine Möglichkeit gibt, in ARM einzusteigen.

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Auf gute Investments!

Ihre Kerstin Franzisi

Chefredakteurin Der Privatinvestor

Dieser Text ist eine Kurzversion der am 15.09.2023 erschienenen Börsenkolumne. Wenn Sie regelmäßig aktuell über die wichtigsten Ereignisse an den Märkten informiert werden wollen, werden Sie Mitglied bei Der Privatinvestor. Sie erhalten neben den wöchentlichen Analysen Zugang zu unserer Unternehmensdatenbank, der Sie Kursanalysen und den fairen Wert unserer Aktien entnehmen können.

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Auszug aus dem neuen Buch „Endlich mit Aktien Geld verdienen“ von Prof. Dr. Max Otte. Sie können es direkt bei uns zusammen mit einem vierwöchigen Testbezug im Wert von 46€ bestellen. Hier gelangen Sie zur Bestellseite.

»Okay«, sage ich meinem Sohn. »Du hast verstanden, was die Qualität eines Geschäfts, oder wie die Betriebswirte sagen, eines »Geschäftsmodells«, ausmacht. Aber ich muss mir in meinem Beruf noch zwei weitere Bereiche anschauen, bevor ich mir überlege, ob ich die Aktie eines Unternehmens kaufe und was sie wert sein könnte.«

»Das sieht ja doch nach Arbeit aus«, meint mein Sohn.

»Klar ist es Arbeit. Aber ich lerne auch unglaublich spannende Dinge. Bei den Punkten, die wir jetzt untersuchen werden, lerne ich zum Beispiel tolle Menschen kennen, aber auch völlige Idioten, Hochstapler, Betrüger und Größenwahnsinnige.«

»Das ist ja doch spannend«, sagt mein Sohn.

»Ja, das ist es, denn ich schaue mir an, wer die Leute sind, die das Unternehmen führen, und wie sie das Unternehmen führen.«

»Das ist ja ein bisschen wie Detektivarbeit.«

»Ja, ein bisschen schon.«

Ich stelle meinem Sohn eine Frage. »Okay, wir haben herausgefunden, dass Fritz sein Geschäft noch fünf Jahre betreiben kann und dass er bis zum Abitur 16.000 Euro verdienen kann. Nun bietet er dir an, sein Geschäft für 10.000 Euro zu kaufen und genauso weiterzuarbeiten wie bisher. Dafür will er 500 Euro im Jahr behalten und dir den verbliebenen Gewinn auszahlen. Würdest du das machen?«

Mein Sohn überlegt eine Weile. »Fritz bekommt 10.000 Euro als Kaufpreis. Dann bekommt er noch einmal 2.500 Euro an Lohn. Insgesamt bekommt er also 12.500 Euro. Ich nehme in fünf Jahren 13.500 Euro ein, weil 2.500 Euro als Lohn von den 16.000 Euro abgehen. Von den 13.500 Euro muss ich in Gedanken den Kaufpreis abziehen. Mir bleiben also am Ende 3.500 Euro als Gewinn. Ich weiß nicht recht. So viel ist das nicht für das, was ich reinstecke. Vielleicht hat Fritz ja nach zwei Jahren keine Lust mehr. Oder er hat eine andere Geschäftsidee. Oder er wird krank. Oder seine Eltern ziehen in eine andere Stadt. Ich glaube, ich würde es nicht machen.«

»Da hast du völlig recht. Fritz hat keine sehr hohen Anreize dabei zu bleiben Außerdem kann er ja krank werden oder wegziehen. Aber kommen wir mal zum Anfang unserer Überlegungen zurück. Fritz braucht Geld und bietet dir die Hälfte seiner Gewinne für 4.000 Euro an. Das Geschäft will er weiterführen.«

Mein Sohn überlegt nicht lange: »Ja, ich denke, schon. Ich habe die Aussicht, aus meinen 4.000 Euro insgesamt 8.000 Euro zu machen. Und Fritz hat auch ein großes Interesse weiterzumachen, denn er verdient insgesamt 8.000 Euro – das sind jedes Jahr 1.400 Euro. Ja, das würde ich machen.«

»Siehst du«, sage ich, »du hast dir Gedanken über die Anreize gemacht, die Fritz hat, seine Leistung zu erbringen. Das ist auch Teil meiner Arbeit, wenn ich mir das Management von größeren Unternehmen anschaue.«

Kaufen Sie nur Anteile an einem Unternehmen, das auch von einem völligen Idioten geleitet werden kann, denn eines Tages wird genau das passieren«, hat Warren Buffett einmal gesagt. In der Tat: In den letzten Jahrzehnten haben wir sehr viele Unternehmen gesehen, die von idiotischen oder größenwahnsinnigen Managern (oder solchen, die beides waren) an den Rand des Abgrundes getrieben und zum Teil völlig ruiniert wurden.

Buffetts Satz enthält zwei Kernaussagen. Erstens: Kaum ein Unternehmen ist dagegen gefeit, dass irgendwann mal ein Idiot an der Spitze steht. Ein Grund dafür ist das sogenannte »Peter-Prinzip«: Der kanadisch-US-amerikanische Psychologe und Lehrer Laurence Peter (1919–1990) stellte die These auf, dass in einer Hierarchie jeder bis zu seiner Stufe der Inkompetenz aufsteigt. Da ist was dran: Wenn jemand seinen Job gut macht, wird er befördert. Und wenn er irgendwann seinen Job nicht mehr gut macht, wird er nicht mehr befördert. Fatal wirkt sich das auf der Ebene des Unternehmenslenkers aus, denn da können natürlich die größten Fehler gemacht werden.

Während früher viele deutsche Vorstände als Kollegialorgan mit einem Sprecher organisiert waren, haben wir heute amerikanische (Un-)Sitten übernommen und CEOs mit fast unbegrenzter Machtfülle ausgestattet. Das geht ziemlich oft ins Auge, denn die Qualitäten, die ein Unternehmenslenker benötigt, sind ganz andere als diejenigen, die man sich als Teil der Unternehmenshierarchie erwirbt. Jemand, der in einer Hierarchie aufsteigt, muss letztlich in dieser Hierarchie funktionieren und seinen definierten Beitrag leisten. Ein Unternehmenslenker muss das Unternehmen in die Zukunft führen und dabei gelegentlich auch Neuland betreten. Wenn er oder sie allerdings zu visionär agiert oder mit seinen/ihren Visionen danebenliegt, dann ist das Unternehmen schnell ruiniert.

Im Buch „Endlich mit Aktien Geld verdienen“ erfahren Sie, wie Sie ein gutes Management von einem schlechten unterscheiden können. Bestellen Sie heute noch Ihr Exemplar unter: www.endlich-mit-aktien-geld-verdienen.de

Sehr geehrte Privatanleger,

was macht ein gutes Management aus? Ein Kriterium, das wir regelmäßig untersuchen, ist, ob die Schlüsselpersonen mit ihren Entscheidungen vorrangig langfristige Unternehmensziele verfolgen oder ob sie tendenziell eher auf schnelle, kurzfristig orientierte Erfolge aus sind. Überwiegt letzteres, kann dies mitunter unangenehme Folgen haben.

Ganz anders bei der Jungfraubahn Holding (WKN: A0CACJ). Mit Urs Kessler als CEO an der Spitze haben wir es hier mit einem Management zu tun, das zu jeder Zeit langfristig denkt und auch in schwierigen Situationen Weitblick beweist.

Die Corona-Jahre waren für das Bahnunternehmen hart und Urs Kessler und sein Vorstandsteam mussten in dieser Zeit auch harte Entscheidungen treffen. An den Investitionen in das V-Bahn-Projekt hielt die Konzernleitung jedoch fest. Als man Kessler darauf ansprach, sagte er selbstbewusst: „Wir ändern unsere Strategie doch nicht, nur weil es gerade Turbulenzen gibt“.

Die V-Bahn wurde im Dezember 2020 und damit mitten in der Pandemie und sogar früher als ursprünglich geplant, fertiggestellt. Wer dazu verständnislos den Kopf schüttelte, wird jetzt eines Besseren belehrt.

Mit dieser Entscheidung lag das Management goldrichtig: Gerade veröffentlichte die Jungfraubahn Holding ihre Ergebnisse für das erste Halbjahr 2023 – und präsentierte glatt einen neuen Rekordgewinn.

Das Nettoergebnis in Höhe von 35 Mio. CHF ist nicht nur das höchste, das dem Unternehmen bislang in einer ersten Jahreshälfte gelang, auch das Wachstum hat es in sich. Gegenüber der Vorjahresperiode ist das jetzige Ergebnis mehr als doppelt so hoch. Entscheidend ist für uns jedoch, dass der Gewinn des Vor-Corona-Zeitraums 2019 um 46 % übertroffen wurde.

Die Erholung des Geschäfts hat auch „Mr. Market“ honoriert. Wenn Sie, wie von uns empfohlen, durchgehalten haben, hat sich dies ausgezahlt. In den letzten sechs Monaten stieg der Kurs um 24 %. Bei jetzt 161,60 CHF fehlen nur noch 4 % bis zum Allzeithoch (bei 168,20 CHF, Januar 2020).

Ist jetzt ein günstiger Einstiegszeitpunkt?

Die Jungfraubahn Holding ist neben weiteren ausgewählten Qualitätsaktien in unserer Unternehmensdatenbank vertreten. Als Mitglied oder Clubmitglied haben Sie jederzeit Zugriff auf die Datenbank. Sie finden neben dem aktuellen Kurs auch den von uns berechneten fairen Wert – und haben auf dieser Basis die Möglichkeit, fundierte Anlageentscheidungen zu treffen. Bestellen Sie jetzt Ihr Abonnement und steigern Sie damit langfristig Ihren Investmenterfolg.

Auf gute Investments!

Ihre Kerstin Franzisi

Chefredakteurin Der Privatinvestor

Dieser Artikel ist eine gekürzte Version der Kolumne aus der Ausgabe 35/2023 vom 01.09.2023. Im wöchentlichen Kapitalanlagebrief erfahren Sie zu jedem Wertpapier weitere Informationen wie den von uns berechneten fairen Wert.

Sehr geehrte Privatanleger,

aktuell gibt es einen großen Hype um die künstliche Intelligenz (KI, AI, oder sogar AGI = artificial general intelligence).

Die KI-Technologie als solche ist real und wird unser Leben so massiv verändern wie vielleicht nichts zuvor, nicht die Erfindung des Rads, nicht der Buchdruck und nicht die Telefonie. Vielleicht kommt die Nutzbarmachung des Feuers dem noch nahe, die den Menschen erst zum Menschen gemacht hat.

Die Entwicklungen sind beängstigend schnell – so schnell, dass Elon Musk vor einigen Wochen ein halbjähriges Moratorium und eine staatliche Aufsichtsbehörde forderte. Derzeit beginnen die verschiedenen Fähigkeiten zusammenzuwachsen, so dass AI nun Bild- und Sprachkapazität, z.B. Bild- und Spracherkennung und Sprach- und Textgenerierung kombinieren kann. Zudem steht diesen Intelligenzen dann das ganze Wissen des Internets in Nanosekunden zur Verfügung.

Hier einige Videos zum Thema, allerdings auf Englisch:

Geoffrey Hinton, AI-Chefentwickler von Google, der vor einigen Monaten das Unternehmen verließ, um vor den Gefahren zu warnen:

MO Gawdat, ebenfalls ein hochrangiger Entwickler, der Google verließ:

Brian Roemmle, Unternehmer und Wissenschaftler:

Yuval Noah Harari über die Art und Weise, wie KI die Herrschaft übernehmen könnte:

Was heißt nun all das für die Börse?

Zunächst einmal ist Vorsicht geboten. Wenn Hype-Stimmung an den Börsen ist, sind viele Titel vielleicht schon zu weit gelaufen und es reißt auch weniger gute Titel mit.

Von einem geschätzten Mandanten bekam ich eine Liste der vielversprechendsten KI-Titel überreicht, dir er gefunden hatte. Darauf standen sieben aussichtsreiche Unternehmen. Ich fühle mich durch die Liste bestätigt.

Die ersten beiden Titel der Liste halten ich in meinen Fonds bzw. führen wir in der Datenbank: Microsoft und Alphabet. Nvidia stellte ein geschätzter Kollege vor ca. 1,5 Jahren auf einer Kapitalmarktkonferenz als seinen Favoriten vor. Mir war damals das Unternehmen noch leicht zu teuer. Aber Nvidia ist zweifelsohne ein Unternehmen mit massiven Wettbewerbsvorteilen. Wir halten einen weiteren Titel, den ich in Bezug auf KI als ebenso interessant ansehe wie Microsoft und Alphabet, das ist Amazon.

Es sind nämlich oft die Platzhirsche und nicht die Neulinge, die mittelfristig aufgrund ihrer Marktmacht und ihrer Organisation das Rennen machen. In den 90ern lancierte Netscape einen sehr erfolgreichen massenkompatiblen Internetbrowser. Der Aufstieg des Unternehmens in den beiden Folgejahren war rasant und schien unaufhaltsam. 1996 lag der Markanteil des Netscape-Browsers bei 80%. Zwei Jahre später allerdings bei nur 60%. Im Jahr 2000 fiel er dann auf unter 15 Prozent. Microsoft hatte seine Marktmacht eingesetzt – teilweise sicher unfair – und den Konkurrenten pulverisiert. 2008 wurde der Support für Netscape eingestellt.

Aufstieg und Fall des Netscape-Navigators

Quelle: wikipedia

Insofern setzen wir bei IFVE auf die Platzhirsche. Einige der jungen Unternehmen in der Liste werde ich mir genauer anschauen.

Auf gute Investments!
Ihr
Prof. Dr. Max Otte

Herausgeber Der Privatinvestor

Der vollständige Text dieser Kolumne inklusive der darin erwähnten KI-Titel erschien in der Ausgabe 30/2023 vom 28.07.2023. Sichern Sie sich jetzt Ihre Mitgliedschaft und Sie erhalten neben vielen weiteren Vorteilen Zugriff auf das Archiv unseres Börsenbriefs mit allen Ausgaben der letzten Jahre.

Sehr geehrte Privatinvestoren,

am 25. Juli erscheint das neue Buch von Prof. Dr. Max Otte: „Endlich mit Aktien Geld verdienen“. Darin erhalten Sie einen umfassenden Einblick in die Königsanalyse®, auf der unsere wöchentlichen Aktienanalysen beruhen. Die sieben Kapitel sind ein kompakter Lehrgang zu wichtigen Grundlagen des wertorientierten Investierens. Anhand aktueller Analysen von 14 Beispielunternehmen zeige ich Ihnen, wie Sie die Königsanalyse® richtig anwenden.  

Auf der Website zum Buch www.endlich-mit-aktien-geld-verdienen.de/bonusmaterial finden Sie umfangreiches Bonusmaterial, darunter die aktuellen Geschäftszahlen sowie die wichtigsten Zehn-Jahres-Zahlen der 14 Beispielunternehmen. Außerdem enthält das Bonusmaterial drei interaktive Excel-Dateien (Königsanalyse®, Buffett-Test, DCF-Rechner). Außerdem können Sie sich den ersten Teil des siebenteiligen Videokurses mit Prof. Dr. Max Otte und Kolja Barghoorn („Endlich mit Aktien Geld verdienen“) ansehen.

Die folgenden Inhalte stehen für Sie bereit:

  • Jahresabschluss zu allen Unternehmensbeispielen im Buch und Videokurs: In dieser Sektion finden Sie die den aktuellen Jahresabschluss aller 14 Unternehmensbeispiele, die im Buch verwendet werden. Wir haben die Daten aus den Original-Geschäftsberichten für Sie in ein Excel-Format übertragen. Damit können Sie die Zahlen leicht in andere Tabellen übertragen sowie als Datenbasis für die nützlichen Analysetools verwenden, die wir Ihnen ebenfalls zur Verfügung stellen. Nutzen Sie die Daten unter anderem für unser Königsanalyse®-Tool, den Buffett-Test oder den von uns bereitgestellten DCF-Rechner.  
  • 10-Jahres-Zahlen – zu allen Unternehmensbeispielen im Buch: Um sich ein ausführliches Bild von der Qualität eines Unternehmens zu machen, reicht es nicht, sich die aktuellen Geschäftsergebnisse anzusehen. Sie sollten mindestens die Geschäftsentwicklung der letzten fünf, besser noch der letzten zehn Jahre verfolgen. Um es Ihnen für die Unternehmensbeispiele im Buch und Videokurs auch hier so einfach wie möglich zu machen, haben wir Ihnen zu diesen alle relevanten Geschäftszahlen der letzten zehn Jahre bereits zusammengetragen. Für jedes Unternehmen haben wir diese in ein übersichtliches und zu Vergleichszwecken einheitliches Format übertragen. Wenn Sie beispielsweise für eines dieser Unternehmen die Königspunkte ermitteln wollen, brauchen Sie nur auf diese Daten zurückzugreifen.
  • Linksammlung: Wo lassen sich verlässliche Unternehmenszahlen, Kursdaten oder auch Informationen zu Zinsen und anderen relevanten Wirtschaftsdaten finden? In unserer Linksammlung haben wir für Sie nützliche und seriöse Quellen zusammengestellt.
  • Analyse-Tools: Die Unternehmensqualität anhand der Königsanalyse® ermitteln, den Inneren Wert eines Unternehmens mittels Buffett-Test oder einem Discounted-Cashflow-Verfahren ermitteln – unsere Strategie soll für Sie nicht nur transparent, sondern auch möglichst einfach nachvollziehbar und anwendbar sein. Deshalb haben wir für Sie gleich die passenden Berechnungstools erstellt. Sie können diese im praktischen Excel-Format abrufen und bei sich abspeichern.
    • Königsanalyse®-Tool: Wenden Sie das in Buch und Videokurs erlangte Wissen an. Ermitteln Sie zu den im Buch angeführten Unternehmensbeispiele selbst die Königspunkte. Mit unserem aufbereiteten Königsanalyse®-Tool geht dies einfach und übersichtlich. Sie brauchen dazu lediglich die Punkte, die Sie nach Ihren Berechnungen und Einschätzungen in der jeweiligen Kategorie vergeben, in die dafür vorgesehenen Felder eintragen. Den Rest, die Berechnung der Zwischensummen sowie der Gesamtsumme, übernimmt – dank unserer Verformelung – bereits unser Königsanalyse®-Rechner für Sie.
    • Buffett-Test-Tool: Im Buch wird auch die Methode des Buffett-Tests erläutert. Wenden Sie diese im Anschluss selbst für die Beispielunternehmen an. Nutzen Sie hierzu unser Buffett-Test-Tool.
    • DCF-Rechner: Auch auf die oft diskutierte Discounted-Cashflow-Methode (DCF-Methode, Abzinsungsmethode künftiger Cashflows) wird Prof. Otte in seinem Buch und Kurs eingehen. Sie möchten danach praktische Erfahrung mit der DCF-Methode (= Discounted Cashflow Methode, bzw. Methode abdiskontierter Cashflows) sammeln? Auch hierzu haben wir für Sie ein praktisches Rechen-Tool erstellt. Mit diesem können Sie eine vereinfachte DCF-Methode, bei der Sie die Cashflows eines Unternehmens der nächsten fünf Jahre abzinsen, anwenden. Tragen Sie die erforderlichen Unternehmenszahlen (z. B. der aktuelle Cashflow) sowie Ihre jeweiligen Annahmen zur Wachstumsrate für die nächsten fünf Jahre, für die danach folgende Langfristwachstumsrate (auch „ewige Rente“ genannt) ein. Den Rest macht auch hier das Rechen-Tool für Sie.

Wir wünschen Ihnen mit diesem Bonusmaterial viel Freude und gewinnbringende Einsichten. Um den gesamten Videokurs zu sehen, werden Sie heute noch Mitglied unseres Börsenbriefs.

Sie können Ihre Mitgliedschaft hier bestellen.

Auf gute Investments!

Ihr Kerstin Franzisi

Chefredakteurin Der Privatinvestor

Sehr geehrte Privatanleger,

bald ist es soweit: am Dienstag, den 25. Juli erscheint mein neues Buch Endlich mit Aktien Geld verdienen: Mit der Königsanalyse® die besten Unternehmen.

Die Mitglieder unseres Börsenbriefs erhalten von uns ein Exemplar zugesandt – als Dankeschön, als Basis für eigene Entscheidungen und als Nachschlagewerk zu unserer Methode. Zusätzlich erhalten unsere Mitglieder den exklusiven Videokurs mit mir und dem bekannten YouTuber Kolja Barghoorn („Aktien mit Kopf“) im Wert von 1.990€.

Um die Königsanalyse® unverbindlich kennenzulernen, können Sie das Buch auch separat bestellen. Besuchen Sie hierzu unsere Webseite www.endlich-mit-aktien-geld-verdienen.de. Dort können Sie sich außerdem kostenlos für unser Bonusmaterial im Wert von 660€ registrieren.

Auf dem Privatinvestor-Tag im Herbst 2022 habe ich die Fokussierung der Anlagestrategie meiner Fonds erläutert – back to basics. Das beinhaltet:

  • Investments überwiegend im westlichen Einflussbereich
  • BlueChips und krisensichere Investments
  • Weniger Trades
  • BigTech, Markenartikler, Energie, Edelmetalle und Rohstoffe sowie einige speziellere Mittelständler

Das hat sich bereits ausgezahlt – die Performance im ersten Halbjahr 2023 ist erfreulich. So darf es weitergehen, obwohl natürlich auch wieder ein Rückschlag kommen kann. Im brandaktuellen Interview mit Mario Lochner (ex Mission Money) diskutiere ich das aktuelle Investmentumfeld.

Zurück zu meinem Buch „Endlich mit Aktien Geld verdienen“. Es war deutlich aufwendiger als eine politische Analyse des Weltgeschehens, da die Materie didaktisch aufbereitet werden musste und das Buch auch viele Zahlen und Beispiele enthält.

Ich freue mich sehr, dass es nun fertig ist. Beim Schreiben konnte ich auch noch einmal mein eigenes Börsianerleben und meine Erfahrungen reflektieren. Eine ganz wichtige Lehre ist:

„Bei der Qualität keine Kompromisse eingehen.“

Die folgende Grafik zeigt drei Unternehmen der sogenannten „New Economy“ der Jahre 1998 bis 2001. Eines davon – ein früher Star – ist von der Bildfläche verschwunden, ein Unternehmen hat sich ganz ordentlich entwickelt und eines hat sich fantastisch entwickelt.

Intershop ist der gefallene Star, United Internet (WKN: 508903) ein Unternehmen mit einer ordentlichen Entwicklung (obwohl der Kurs seit einigen Jahren fällt) und ATOSS Software (WKN: 510440) der Star. Ein gutes Unternehmen reißt viele schlechte heraus.  In Kapitel 2 meines Buches arbeite ich das noch einmal heraus.

Bei der Qualität keine Kompromisse eingehen! Oft, wenn ich diese Maxime missachtet habe, musste ich dafür bezahlen. Aber man wird ja älter und weiser.

In seinem letzten Jahresbericht spricht Warren Buffett davon, dass es in den letzten 60 Jahren (seit er Berkshire Hathaway übernommen hatte) ca. ein Dutzend Investments waren, welche für die außerordentliche Performance von Berkshire verantwortlich waren – also eins alle fünf Jahre.

„Einige unserer Unternehmen sind verschwunden, viele haben sich mäßig entwickelt, einige gut und einige herausragend.“

Auch Buffett hat also nicht nur Top-Picks. Aber ein Top-Pick alle fünf Jahre hat gereicht, um die außerordentliche Performance von Berkshire zu ermöglichen.

Ich wünsche Ihnen allen einen guten Sommer.

Auf gute Investments!

Prof. Dr. Max Otte

Herausgeber Der Privatinvestor


In der Tech-Industrie beherrscht ein Thema die Schlagzeilen: der globale Hype um die Künstliche Intelligenz (KI). Die ganze Welt forscht an entsprechenden Modellen. Milliarden werden in KI-Entwicklungsprojekte gepumpt. Aber getreu dem Motto „The winner takes it all“: Am Ende könnte nur eine einzige große KI-Plattform das Rennen machen.

In den USA kämpfen gleich mehrere Unternehmen um den Spitzenplatz. OpenAI, eine Kooperation von Microsoft, entwickelt Modelle um den derzeit viel diskutierten Chatbot ChatGPT. Meta und Alphabet arbeiten an ähnlichen Entwicklungen für ihre eigenen Sprachmodelle. Mit einigen Einschränkungen gilt dies auch für Apple und dessen Sprachsystem Siri. Amazon arbeitet an maßgeschneiderten Lösungen für seine Kunden.

Die Unternehmen legen im Hinblick auf ihren jeweiligen Entwicklungsfortschritt in Sachen KI wohl kaum alle Karten auf den Tisch. Zudem sind sich selbst Experten uneinig darüber, welche Version der Künstlichen Intelligenz am Ende die Nase vorn haben wird. Daher ist es umso spannender, die zuletzt publizierten Fortschritte der einzelnen Konzerne zu betrachten.

Microsoft in der Pole Position

Bei den auch für „normalsterbliche“ User relevanten KI-Anwendungen erscheint Microsoft zurzeit in der Spitzenposition. Gerade erst hat das Unternehmen bekannt gegeben, dass aktuell mithilfe von „Microsoft 365 Copilot“ entsprechende Funktionen in die Büroprogramme wie Word, Outlook und PowerPoint integriert werden.

In diesem Zusammenhang stellte Microsoft einen neuartigen Business Chat vor. Dieser operiert nicht nur mit den Inhalten eines öffentlich zugänglichen KI-Sprachmodellen, sondern verwendet auch persönliche Inhalte wie Chats, E-Mails, Kalendereinträge und andere Dokumente der User. Der Software-Konzern will mit „Microsoft 365 Copilot“ seine Vormachtstellung auf dem Sektor der Office-Software absichern und weiter ausbauen.

Wie ein Sprecher von Microsoft erklärte, könnten diese Anwendungen auch bedenkenlos in der Europäischen Union eingesetzt werden. Sie erfüllten die Bestimmungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der EU. Dabei seien die KI-Lösungen auch nicht an die englische Sprache gebunden, sondern funktionierten beispielsweise auch sehr gut auf Deutsch.



Meta mischt mit

Auch der Facebook- und Instagram-Anbieter Meta mischt kräftig mit beim Thema KI. Kürzlich hat das Unternehmen ein Computer-Vision-Model unter der Bezeichnung Image Joint Embedding Predictive Architecture (I‑Jepa) vorgestellt. Mit dieser Anwendung sollen KI-gesteuerte Roboter die Welt so ähnlich wahrnehmen wie Menschen. Das soll effizienter sein als bisherige Verfahren und bessere Ergebnisse liefern.

Demnach kann I-Jepa seine Umgebung nach und nach verstehen. Die Anwendung ergänzt fehlende Informationen in Bildern und kann auf diese Weise vorhersagen, wie das Bild komplett aussehen soll – ganz ähnlich wie sich auch menschliche Augen die Welt um sich herum aufbaut. Vergleichbare Konkurrenz-Modelle arbeiten hier auf Pixelbasis und füllen so jedes Detail aus.

Google mit neuartigem KI-Übersetzer

Reisende oder im Ausland tätige Mitarbeiter nutzen Übersetzer wie Palm bereits längere Zeit. Anwendungen dieser Art dürften dank KI bald in einer ganz neuen Qualität verfügbar sein. Die Alphabet-Tochter Google hat ein neues Modell mit dem Namen Audio-Palm präsentiert, das sowohl Sprache als auch Text erkennen, verar­beiten und erzeugen kann. Und das sogar mit der eigenen Stimme des jewei­ligen Nutzers. 

Wie Wissenschaftler erklärten, übertreffe Audio-Palm bestehende Systeme für Sprach­über­set­zungs­auf­gaben erheb­lich. Zudem genüge bereits eine kurze gespro­chene Auffor­derung, damit das Modell die eigene Stimme des Users auf verschiedene andere Spra­chen über­tragen könne. Bei Model von Google handelt es sich um die Zusam­men­füh­rung des KI-Audio­gene­rators Audio-LM und dem KI-Sprach­model Palm. Letzteres findet etwa auch im Chatbot Bard von Google Verwendung.

Apple etwas zurückhaltender

Apple gibt sich beim Thema KI zurückhaltender als die Konkurrenz. CEO Tim Cook erklärte im Zuge der Präsentation der jüngsten Quartalszahlen, dass generative künstliche Intelligenz „sicherlich sehr interessant“ sei. Allerdings fügte er noch hinzu, dass es bei Anwendungen wie ChatGPT „eine Reihe von Problemen gibt, die geklärt werden müssen, worüber an verschiedenen Stellen gesprochen wird“.

Bei der Integration von generativer KI in seine Plattformen geht Apple beinahe schon „traditionell“ vorsichtig und mit Bedacht vor. Unter dem Eindruck der rasanten Entwicklungen der zurückliegenden Monate scheint der Konzern aber unter Zugzwang zu stehen. Er darf dabei nicht den Anschluss verlieren. Einiges deutet darauf hin, dass es dazu nicht kommen wird.

Insgesamt hat Apple seit März über 80 Stellen mit Bezug auf KI (AI) ausgeschrieben. Den Stellenausschreibungen zufolge baut das Unternehmen ein „engagiertes Kernteam“ auf, das die Gestaltung der Vorgehensweise skizzieren soll, wie generative KI-Technologien die mobilen Computerplattformen von Apple verändern soll.

Amazon investiert in AI Innovation Center

Amazon Web Services (AWS) stärkt um seine Präsenz auf dem Markt für generative KI. Der führende Anbieter von Cloud-Diensten investiert 100 Mio. USD in die Gründung des AWS Generative AI Innovation Center. Durch diese Initiative sollen Kunden mit Experten für KI und maschinelles Lernen zusammengebracht werden.

Dabei herauskommen sollen die Entwicklung und Bereitstellung maßgeschneiderter Anwendungen für verschiedene Branchen. Warum AWS den Kunden den Zugang zur neuesten KI-Technologie ermöglicht? Der Konzern möchte seinen Marktanteil in diesem Geschäftsfeld erhöhen und die Wettbewerber übertreffen.

Wer wird das Rennen machen?

Insgesamt bleibt es spannend. KI-Anwendungen lassen sich in den unterschiedlichsten Bereichen integrieren und so werden die Lösungen der Big Tech Konzerne viele Abnehmer finden. Experten wie der Bloomberg-Analyst Mandepp Singh schätzen, dass der Markt für generative KI bis 2032 ein Umsatzvolumen von 1,3 Billionen USD erreichen wird. Trotz des aktuellen Wettlaufs wäre der Markt also groß genug, dass hier mehrere große Konzerne dauerhaft mitmischen.

Für unsere Leser und Mitglieder von Der Privatinvestor behalten wir deshalb sowohl Amazon als auch Alphabet, Microsoft und Apple im Auge. Wir stellen diese Unternehmen regelmäßig unserer Königsanalyse und unsere Datenbank verrät, zu welchen Kursen Sie in diese Aktien einstiegen bzw. aussteigen sollten.

Auf gute Investments

Ihre Kerstin Franzisi

Chefredakteurin Der Privatinvestor


Sehr geehrte Privatanleger,

ChatGPT, Bard, Adobe Firefly – der Markt für „generative KI“ nimmt allmählich Fahrt auf. Experten wie der Bloomberg-Analyst Mandeep Singh schätzen, dass diese Branche in den nächsten neun Jahren um 42 % wachsen und bis 2032 ein Umsatzvolumen von 1,3 Billionen USD erreichen wird. Bei derartigen Wachstumsaussichten ist es kein Wunder, dass sich viele Unternehmen im Moment darauf stürzen. Der KI-Wettlauf unter den Technologie-Konzernen ist in vollem Gange. Wer wird das Rennen machen? Gerade bei kleinen Startups steht hier viel auf dem Spiel. Da wird es in einigen Jahren heißen „top oder flop“.

Wir setzen beim Thema KI auf die großen Player. Amazon  (WKN: 906866), Alphabet  (WKN: A14Y6F) und Microsoft (WKN: 870747) dominieren die Branche schon jetzt. Und wir sind überzeugt, dass dies so bleiben wird. Schon alleine, weil diese Konzerne über Milliarden verfügen, um derartige Technologien voranzutreiben. Oder sich das entsprechende Knowhow eben hinzuzukaufen. So machte es Microsoft im Falle von ChatGPT. Der Softwareriese stieg Anfang des Jahres für rund 10 Mrd. USD beim Entwickler dieses Chatbots ein. Microsoft hält derzeit 49 % der Anteile an OpenAI. Eine Komplettübernahme wäre früher oder später denkbar.

Amazon richtet gerade ein eigenes Innovationszentrum für generative KI ein. Damit will der Konzern Firmenkunden bei der Entwicklung generativer KI-Lösungen unterstützen. Unter anderem wird Amazon den Unternehmen seine KI-Experten zur Verfügung stellen. Diese „Großzügigkeit“ ist selbstverständlich nicht uneigennützig. Zum einen bindet Amazon Firmen dadurch noch stärker an sich. Zum anderen kann sich der Konzern von seinen Kunden auch die eine oder andere Idee für neue Produkte holen. Schließlich bekommt Amazon hautnah mit, was Unternehmen brauchen und wollen.



Im Vergleich zum OpenAI-Engagement von Microsoft ist diese aktuelle Investition von Amazon geradezu ein Klacks. Das „AWS Generative AI Innovation Center“ wird Amazon etwa 100 Mio. USD kosten. Doch was für diesen Konzern mit einem Jahresumsatz von 514 Mrd. USD nicht der Rede wert ist, wäre für manches Startup schon eine ordentliche Hürde.

KI-Anwendungen lassen sich in den unterschiedlichsten Bereichen integrieren und so werden die Lösungen von Amazon, Alphabet und Microsoft viele Abnehmer finden. Ein aktuelles Beispiel ist Booking (WKN: A2JEXP). Im Bereich Big Data und Maschinelles Lernen hat der Online-Reiseanbieter bereits immenses Knowhow. Darauf basieren die personalisierten Reiseempfehlungen, die Sie nach nur einmaligem Surfen auf der Plattform angezeigt bekommen. Jetzt kombiniert das Unternehmen diese Daten mit ChatGPT zu einem neuen digitalen Reiseplaner. Gut für OpenAI und damit auch gut für Microsoft.

Ist die hier besprochene Aktie jetzt einen Kauf wert? Wir führen die Aktie in unserer Unternehmensdatenbank. Als Mitglied haben Sie darauf jederzeit Zugriff wie auch zu unserem Heftarchiv. Hier können Sie die Bewertungen unserer Titel (u.a. Kaufschwelle, Verkaufsschwelle, fairer Wert) nachlesen und somit entscheiden, ob sich ein Einstieg für Sie aktuell lohnt. Sichern Sie sich heute noch Ihren Zugang mit einem Abonnement oder Club-Mitgliedschaft.    

Auf gute Investments!

Ihre

Kerstin Franzisi

Chefredakteurin Der Privatinvestor


Vor Kurzem präsentierte Apple in Kalifornien sein erstes Mixed-Reality-Headset, das unter dem Namen Vision Pro Anfang 2024 in den Handel kommen soll. Nach Angaben des Managements handelt es sich dabei um die wichtigste jemals gemachte Ankündigung, ein „revolutionäres neues Produkt“ und eine vollständig neue Plattform. Nach den Worten von Apple-CEO Tim Cook sei die neue Brille „der Anfang einer Reise zu einem neuen Umgang mit Technik im persönlichen Umfeld.“  

Wenn die neue Vision Pro in einigen Monaten (zunächst in den USA) erhältlich sein wird, soll sie stolze 3.499 USD kosten. Das ist ein Mehrfaches von dem, was die derzeit bereits verfügbaren Konkurrenzprodukte kosten. Daher stellt sich schon die Frage, woher der Apple-Chef seinen Optimismus nimmt. Obwohl – wie war das eigentlich beim iPhone?

Auch bei der Markteinführung des iPhones war das Gerät nicht das erste Smartphone im Handel. Denn auch das iPhone war im Vergleich zu den Produkten der Wettbewerber wesentlich teurer. Und dennoch wurde es ein absoluter Renner. Insofern sind ehrgeizigen Erwartungen von Tim Cook im Hinblick auf die Vision Pro vielleicht doch nicht so ambitioniert, wie sie auf den ersten Blick erscheinen.

Apple baut Spitzenposition als wertvollstes Unternehmen der Welt aus

Bereits seit einigen Jahren gilt Apple als wertvollstes Unternehmen der Welt. Daran konnten auch die Corona-Pandemie und die diversen Krisen des Jahres 2022 nur wenig ändern. Im Gegenteil: Der iPhone-Hersteller aus dem kalifornischen Cupertino steht heute besser da als vor Corona und hat, was den Börsenwert betrifft, seinen Abstand zu den Unternehmen auf Position 2 und 3 weiter ausgebaut.  

So beträgt die Marktkapitalisierung von Apple aktuell (Stand: 23.06.23) rund 2,7 Billionen EUR. Microsoft auf Platz 2 weist einen Börsenwert von ca. 2,3 Billionen EUR aus.

Der saudi-arabische Öl- und Gaskonzern Saudi Aramco rangiert mit einer Marktkapitalisierung von 1,9 Billionen EUR an dritter Stelle.

Dass die Apple-Aktie die Kursturbulenzen des Jahres 2022 inzwischen komplett überwunden hat, zeigt der Kurs-Chart in eindrucksvoller Weise:

Apple hat seit dem Jahresbeginn eine steile Performance hingelegt

Apple-Quartalszahlen: Mac-Sparte drückt Ergebnis

Apple vermeldete zwar im zweiten Quartal 2022/23 einen leichten Umsatzrückgang (-3 %), sowohl iPhones (+2 %) als auch das im Segment Services enthaltende Angebot über den App Store bleiben jedoch gefragt. Verantwortlich für das Umsatzminus war in erster Linie ein schwächeres Mac-Geschäft.

Die vierteljährliche Dividende wird, wenn auch nur um 1 US-Cent, zum elften Mal in Folge angehoben. Am 18. Mai haben die Aktionäre 0,24 USD je Aktie erhalten. Auf ein Jahr hochgerechnet, zahlt Apple somit künftig 0,96 USD aus. Die aktuelle Dividendenrendite von 0,6 % auf den jetzigen Kurs bleibt damit ausbaufähig, aber das Wachstumspotenzial, dass sich dem Konzern derzeit u. a. in Indien bietet, ist umso interessanter. Vor wenigen Wochen eröffnete Apple in Indien seine ersten beiden eigenen Stores.

Indien gewinnt für Apple nicht nur als Absatzmarkt an Bedeutung, sondern auch als Produktionsstandort. Apple lässt den größten Teil seiner Geräte bislang in China fertigen, hat aber in den vergangenen Jahren verstärkt Produktionskapazitäten in Ländern wie Indien und auch Vietnam aufgebaut.

Als Termin für die Ergebnisse des dritten Quartals 2022/2023 hat Apple den 26.07.2023 angegeben.

Bald neues Milliarden-Geschäft dank ChatGPT-App?

Die bevorstehende Einführung der VR-Brille kann durchaus als neuer Hoffnungsträger angesehen werden. Aber unabhängig davon eröffnet sich gerade für Apple an ganz anderer Stelle eine weitere lukrative Einnahmequelle. In den USA bietet OpenAI nun eine iOS-Version seiner KI ChatGPT im Apple -Store an. Neben einer Gratis-Version gibt es auch eine gebührenpflichtige Abo-Variante. Die Bezahlversion, in der ChatGPT schneller arbeitet und zudem mehr Funktionen bietet, kostet monatlich 19,99 USD.

In den USA nutzen Hochrechnungen zufolge rund 285 Millionen Menschen ein Smartphone. Der Marktanteil von Apple wurde im März 2023 bei 53,1 % ermittelt. Demnach nutzen etwa 150 Millionen US-Amerikaner ein iPhone. Wenn sich nur 5 % davon für ein ChatGPT-Abo entscheiden, wären dies im Apple -Store jährliche Umsätze in Höhe von 1,8 Mrd. USD. Davon streicht Apple 30 % ein. Das wäre immerhin bereits über eine halbe Milliarde USD.



Warren Buffet und Apple

Im Investmentportfolio von Berkshire Hathaway hat die Position Apple derzeit einen Anteil von nahezu 50 %. Auf der diesjährigen Hauptversammlung der Beteiligungsgesellschaft bekräftigte Warren Buffett noch einmal seine Aussage:

It‘s far better to buy a wonderful company at a fair price than a fair company at a wonderful price.“

(Lieber ein großartiges Unternehmen zu einem fairen Preis als ein faires Unternehmen zu einem großartigen Preis.)

Apple erfüllt für Buffett eindeutig das Attribut „großartig“. Das machte das Orakel von Omaha deutlich. Wir teilen die Meinung und führen Apple seit Jahren in der Datenbank unseres wöchentlichen Kapitalanlagebriefes „Der Privatinvestor“.

Ist die hier besprochene Aktie jetzt einen Kauf wert? Wir führen die Aktie in unserer Unternehmensdatenbank. Als Mitglied haben Sie darauf jederzeit Zugriff wie auch zu unserem Heftarchiv. Hier können Sie die Bewertungen unserer Titel (u.a. Kaufschwelle, Verkaufsschwelle, fairer Wert) nachlesen und somit entscheiden, ob sich ein Einstieg für Sie aktuell lohnt. Sichern Sie sich heute noch Ihren Zugang mit einem Abonnement oder Club-Mitgliedschaft.    

Auf gute Investments

Ihre

Kerstin Franzisi

Chefredakteurin Der Privatinvestor

Vor rund vier Monaten haben wir Bechtle (WKN: 515870) bereits eingehend geprüft (Der Privatinvestor 50/2022). Mittlerweile hat das Unternehmen seine Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2022 veröffentlicht. Auf dieser Grundlage haben wir die Bewertung in der Ausgabe 17/2023 vom 28. April noch einmal umfassend aktualisiert. Lesen Sie hier weiter, um zu erfahren, warum Bechtle für uns ein spannendes Investment bleibt.

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Das Bewertungsniveau von Bechtle ist derzeit attraktiv. Dies erst recht, wenn Sie sich das Potenzial, das bei diesem IT-Dienstleister noch besteht, vor Augen führen. Eine funktionierende IT-Infrastruktur ist heutzutage das Rückgrat ein jeder Firma. Entsprechend groß ist der Bedarf bei Firmenkunden nach einem zuverlässigen Partner, die sie hinsichtlich Modernisierung berät und zudem diese Infrastruktur verwaltet. 

Gleichzeitig ist diese Branche in Europa noch sehr stark fragmentiert. In Deutschland beispielsweise sind Schätzungen zufolge rund 90.000 IT-Dienstleister wie Bechtle aktiv. Rund 80.000 davon, also fast 90 %, sind rein lokal tätig und generieren weniger als 1 Mio. EUR Umsatz. 

Nur rund 200 IT-Häuser erwirtschaften einen Jahresumsatz zwischen 50 und 250 Mio. EUR und gerade einmal 48 Unternehmen generieren Erlöse von über 250 Mio. EUR. Allein am Heimatmarkt sind die Akquisitions- und Expansionsmöglichkeiten für Bechtle also riesig. Hinzu kommt das Entwicklungspotenzial im Rest Europas.

Gerade ist Bechtle dabei, sich über sein Handelsgeschäft (Segment E-Commerce) hinaus auch außerhalb der DACH Region als führendes IT-Systemhaus zu etablieren. Dem Unternehmen ist es die letzten zehn Jahre ununterbrochen gelungen, das jeweilige Vorjahresergebnis zu übertreffen. Und es sieht ganz so aus, als setze sich dies auch 2023 fort. Besser könnte es zum 40. Geburtstag von Bechtle nicht laufen – jedenfalls nicht, was die Geschäftsentwicklung betrifft.

Die hierzu gegenläufige Kursentwicklung der letzten zwölf Monate (-6 %) ist für uns ein weiterer Beweis, dass „Mr. Market“ im Moment verkennt, was in Bechtle steckt. 

Vision 2030: Ziele in greifbarer Nähe 

Im letzten Jahr steigerte Bechtle den Umsatz um 13,6 % auf 6,03 Mrd. EUR. Das Segment IT-Systemhaus wuchs dabei um 14,2 %. In der Sparte IT-E-Commerce betrug das Wachstum 12,5 %. Der operative Gewinn legte auf Konzernebene um 9,1 % zu. Die Umsatzrendite weist Bechtle mit 5,9 % aus. 

Trotz dieses Wachstums war das Jahr auch von Herausforderungen geprägt. Traditionell ist nämlich das Geschäft mit Mittelstandskunden das Rückgrat des Konzerns. Gerade dieses Kundensegment bekam jedoch die Auswirkungen enorm gestiegener Rohstoff- und Energiepreise stark zu spüren. Einige betroffene Unternehmen stellten deshalb diverse IT-Investitionen kurzfristig zurück. Dank erfolgreicher Auftragsakquise bei Großkunden konnte Bechtle dies kompensieren. Alles, was so mancher mittelständische Bechtle-Kunde an Investitionen im Moment aufschiebt, ist außerdem nicht gänzlich aufgehoben. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, werden die Unternehmen ihre IT früher oder später modernisieren und erweitern müssen. Das Umsatzziel, das sich Bechtle in seiner „Vision 2030“ bei 10 Mrd. EUR setzt, halten wir deshalb weiterhin für greifbar. 

Der IT-Dienstleister ist im Hinblick auf die aktuellen Geschäftszahlen ein Investment mit einer attraktiven Langfristperspektive. Wir bleiben für Sie am Ball und berichten regelmäßig über Neuigkeiten. 

Auf gute Investments!

Ihre Kerstin Franzisi

Chefredakteurin Der Privatinvestor

Titelbild: Bechtle AG (https://www.bechtle.com)


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Philipp Schäferhoff

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Sehr geehrte Privatanleger,

regelmäßig halten wir für Sie nach neuen Investmentideen Ausschau. So werden wir in den kommenden Monaten mit Sicherheit den einen oder anderen neuen Titel vorstellen. Wir werden hierbei jedoch selektiver vorgehen. Durch unsere überarbeiteten Königskriterien sind die Aufnahmekriterien außerdem strenger.

Für uns Investoren ist es eine wichtige Erkenntnis, dass wir das Rad nicht immer neu erfinden müssen. Sie können immens viel Zeit mit der Suche nach vermeintlich neuen und noch unentdeckten „Investmentperlen“ verbringen. Zugegeben, das ist sehr aufregend und spannend. Sehr viel spannender, als auf altbekannte Blue-Chips zu setzen. Entscheidend ist am Ende aber, dass Sie mit Ihren Investmententscheidungen Geld verdienen. Mit Unternehmen, die in ihrem Bereich Marktführer sind und das seit Jahrzehnten, stehen die Chancen dafür recht gut – sofern der Einstiegspreis stimmt.

Solche „Investmentklassiker“ bieten einen weiteren Vorteil: Sie geben Ihrem Portfolio und damit Ihnen selbst mehr Ruhe. Sie müssen nicht täglich die Kurse verfolgen und über Käufe oder Verkäufe nachdenken. Selbst in einer Krise können Sie besser schlafen, wenn Sie um die Qualität und Unverwüstbarkeit der Geschäftsmodelle wissen, an denen Sie beteiligt sind.

Ein solches Dauerinvestment ist für uns mitunter Coca-Cola (WKN: 850663). Getränke gehören nun mal zum Grundbedarf. Geht es um nicht-alkoholische Softdrinks ist das Unternehmen der größte Anbieter der Welt.



Die Corona-Jahre waren für den Konzern nicht einfach. Die Umsätze im Event- und Gastrogewerbe fielen längere Zeit aus. Die damit verbundenen Umsatzeinbußen waren schmerzhaft. Existenzbedrohend war die Situation für Coca-Cola allerdings nie. Damit war auch Ihr Investment zu keiner Zeit gefährdet. (Auf zwischenzeitliche Kursverluste müssen wir uns als Investoren immer einstellen. Das aus unserer Sicht echte Risiko ist das Ausfallrisiko, also ob ein Unternehmen überlebt oder nicht.)

Die Zahlen, die Coca-Cola für das abgelaufene Geschäftsjahr 2022 vorlegte, können sich sehen lassen. Der Umsatz stieg um 11 % von 38,7 auf 43,0 Mrd. USD. Durch die gestiegenen Rohstoffpreise und Energiekosten wurde die Gewinnentwicklung etwas ausgebremst, der operative Gewinn könnte dennoch um gute 6 % zulegen. Die EBIT-Marge blieb bei hohen 25,5 %. Das organische Umsatzwachstum lag bei 16 %.

Coca-Cola konnte seine Verkaufspreise im letzten Jahr durchschnittlich um 11 % anheben – ohne dass der Absatz dadurch zurückging. Im Gegenteil, das Absatzvolumen stieg sogar um 5 %. So etwas schaffen nur Spitzenunternehmen. Interessantes Detail: Am stärksten nahm die Verkaufsmenge in Lateinamerika zu (+6 %). Ausgerechnet in der Region, in der die Preise am stärksten, nämlich um 17 %, erhöht wurden.

Vor allem wenn Ihnen jährliche Dividendensteigerungen wichtig sind, ist Coca-Cola eine Aktie, an der Sie nicht vorbeikommen. Gerade erhöhte das Unternehmen den Ausschüttungsbetrag je Aktie das 61. Jahr in Folge. Die durchschnittliche Steigerungsrate in den letzten zehn Jahren liegt bei 5 % p. a.

Wir haben die Königspunkte und den Inneren Wert bei Coca-Cola anhand der neuen Zahlen überprüft. Wir halten Sie in unserem wöchentlichen Börsenbrief regelmäßig auf dem Laufenden, was die Entwicklung bei Coca-Cola betrifft.

Das Heftarchiv und die Datenbank mit den Bewertungen ist unseren Abonnenten und Clubmitgliedern vorbehalten. Sichern Sie sich jetzt Ihre exklusiven Vorteile und bestellen Sie sich das für Sie passende Produkt.

Auf gute Investments!

Ihre

Kerstin Franzisi

Chefredakteurin Der Privatinvestor

Sehr geehrte Privatanleger,

in Krisenzeiten funktionieren zwei Preissegmente besonders gut: Das Luxussegment und genau das Gegenteil. Dies zeigt sich derzeit nicht nur an der Supermarktkasse. Auch die neuesten Zahlen von LVMH (WKN: 853292) und Inditex (WKN: A11873) belegen dieses Phänomen schwarz auf weiß: Beide Unternehmen schreiben derzeit Rekordergebnisse.

LVMH ist der größte Luxusgüterkonzern der Welt. Das Segment Fashion & Lederwaren, das mit Marken wie Louis Vuitton, Marc Jacobs, Fendi oder Dior Bekleidung und Taschen abdeckt, generiert über die Hälfte der Umsätze. Inditex ist mit der Marke ZARA eines der größten Bekleidungsunternehmen der Welt, dabei aber am anderen Ende der Preisskala angesiedelt.

Der französische Luxusgüterkonzern steigerte seinen Umsatz im letzten Jahr um 23,3 % auf 79,2 Mrd. EUR. Mit jetzt +17 % bleibt die Wachstumsdynamik auch im ersten Quartal 2023 hoch. Fashion & Lederwaren weist dabei ein organisches Wachstum von 18 % aus. Der zweitgrößte Bereich – Selektiver Einzelhandel – zu dem u. a. die Parfümerie-Kette Sephora gehört, wuchs sogar um 30 % (organisch 28 %).

Inditex gelang im Geschäftsjahr 2022/23, das am 31. Januar 2023 zu Ende ging, ein Umsatzplus von 17,5 % auf den neuen Rekordstand von 32,6 Mrd. EUR. Der Gewinn stieg dazu überproportional um 27 % auf 5,4 Mrd. EUR. Dass Produkte mit niedrigschwelligen Preisen derzeit gefragter sind denn je, liegt auf der Hand: Hohe Inflation, die stark gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise, eine geopolitisch massiv angespannte Lage, Angst um die Zukunft – all dies sind Gründe, warum viele Verbraucher den Gürtel enger schnallen müssen.


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Dass auf der anderen Seite ausgerechnet Luxusprodukte eine hohe Nachfrage erfahren, hängt ebenfalls mit der aktuellen Weltlage zusammen. Die Stammkundschaft von LVMH, also diejenigen Kunden, für die Dom Perignon, Mode von Dior etc. ganz normal und alltäglich sind, sagen sich im Moment: „Jetzt erst recht.“ Dies vielleicht zum einen, weil sie angesichts der hohen Unsicherheit Zerstreuung suchen. Zum anderen, weil sie zeigen wollen „mir geht es weiterhin gut, ich kann es mir leisten“.

Unternehmen, die mit ihren Produkten preislich irgendwo dazwischen positioniert sind – im sogenannten Mittelpreissegment – haben es derzeit besonders schwer. Das zeigt das aktuelle Beispiel von ESPRIT: Nachdem die Bekleidungskette schon kurz vor dem „Aus“ stand, schrieb sie 2021 endlich wieder schwarze Zahlen. Der Moment des Aufatmens währte allerdings nur kurz. Letztes Jahr schrieb das Unternehmen erneut Verluste. Als Hauptgrund gibt ESPRIT die schwache Nachfrage im Hauptmarkt Europa an. Bei Inditex läuft es hingegen gerade am europäischen Markt hervorragend. Am Heimatmarkt Spanien stieg der Umsatz um 14,4 %. Im Rest Europas verzeichnete der ZARA-Besitzer ein Rekordumsatzwachstum von sage und schreibe 47,5 %.

Wir haben vor Kurzem sowohl LVMH als auch Inditex einer Bewertungsüberprüfung unterzogen. LVMH hatten wir bereits im Oktober 2022 unserer neuen Königsanalyse® gestellt, Inditex bisher noch nicht. Bei dem Update zu LVMH haben wir uns daher kurzgehalten. Unser Fokus galt in erster Linie dem fairen Wert, den wir auf eine mögliche Anhebung hin überprüft haben.

Auf gute Investments!

Ihre

Kerstin Franzisi

Chefredakteurin Der Privatinvestor

Auf gute Investments!

Ihre Kerstin Franzisi

Chefredakteurin Der Privatinvestor