Der schlaue Fuchs“ – so heißt es in der Fabelwelt. Tatsächlich kann man dieses Attribut auch dem Unternehmen Fuchs Petrolub zusprechen. Der Schmierstoffexperte verstand es ganz hervorragend, die Corona-Krise als Chance zu nutzen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Mannheim tätigte seitdem mehrere clevere Zukäufe. Auch sonst stellt sich Fuchs Petrolub seinen Herausforderungen mit neuen innovativen Lösungen.

Wie die Geschäfte von Fuchs Petrolub laufen, hängt in erster Linie davon ab, wie es den Industriekunden des Schmierstoffspezialisten geht. Ein wichtiger Abnehmer ist mitunter die Automobilbranche. Genau diese Branche hat derzeit einen gewaltigen Durchhänger. Durch den weitweiten Chipmangel ausgebremst, mussten die Fahrzeughersteller ihre Produktionsmengen deutlich drosseln. Von diesem Sektor wird die Nachfrage nach Schmierstoffen und Spezialölen künftig aber sowieso nachlassen, denn elektrifizierte Fahrzeuge, auf die immer mehr gesetzt wird, brauchen kein Motorenöl mehr. Als „schlauer Fuchs“ ist das Unternehmen aber vorbereitet.

Neue Produktlinie für E-Mobilität

30 % des Konzernumsatzes generiert Fuchs Petrolub bislang mit Kunden aus der Automobilbranche. Abnehme sind dabei sowohl die Autohersteller als auch deren Zulieferer. Fahrzeuge mit E-Antrieb (egal ob rein elektrifiziert oder durch Wasserstoffbrennzellen betrieben) brauchen kein Motorenöl mehr, zumindest nicht wie bisher.

Gewieft wie Fuchs Petrolub ist, entwickelte der Konzern nun eine erste Produktlinie für Elektrofahrzeuge. Auch einen neuen Markennamen gibt es gleich mit dazu: Fuchs BlueEV. Die neue Produktlinie umfasst zunächst drei Produktkategorien: BlueEV Drive Fluid sind dabei spezifische Getriebeöle für hybride Antriebe. BlueEV MotorGreasebietet speziell für E-Mobilitätsanwendungen konzipierte E-Motorenfette. Last but not least wäre da noch BlueEV ThermaFluid – dielektrische Wärmeübertragungsmedien für automotive Anwendungen.

Fuchs Petrolub wird dieses Angebot mit Sicherheit weiter ausbauen. In jedem Fall zeigt diese neue Produktlinie, dass das Management wach ist und es versteht, auf Veränderungen am Markt mit innovativen Lösungen zu reagieren.

Clevere Zukäufe in der Krise

Krisen bieten immer auch Chancen. Fuchs Petrolub hat diese Chancen hervorragend genutzt. Im November 2020 verleibte sich der Konzern den US-amerikanischen Wettbewerber PolySi Technologies ein. Einen Monat zuvor kaufte Fuchs Petrolub in Italien einen langjährigen Handelspartner (Welponer SRL).

Im Juli 2021 wurde das Schmierstoffgeschäft der schwedischen Gleitmo Technik AB übernommen. Fuchs Petrolubschluckt damit einen bisherigen Handelspartner. Der Deal umfasst neben dem Kundenstamm und Produktportfolio auch die komplette Belegschaft und sämtliche Mietverträge für Büros und Lager. Das Geschäft wird in die schwedische Konzerntochter Fuchs Lubricants Sweden AB integriert.

Erweiterung der Geschäftsaktivitäten in Afrika und in Asien

Seit einiger Zeit weitet Fuchs Petrolub seine Aktivitäten in Afrika weiter aus. Im März gründete der Konzern gemeinsam mit Alhamrani Gruppe ein neues Joint Venture. Die Unternehmen arbeiten bereits seit den 80er Jahren in der Region eng zusammen, so dass ein Joint Venture zwischen diesen beiden Parteien nun nahe lag. Das neue Gemeinschaftsunternehmen Fuchs Egypt Lubricants LLC ist eine Vertriebsgesellschaft, mit Hauptgeschäftsstelle und Zentrallager in Kairo. Produkte werden aus Saudi-Arabien und Europa importiert.

Für den Standort Ägypten entschieden sich die Unternehmen, weil das Land „gemessen am BIP eine der drei größten Volkswirtschaften in Afrika und einer der am stärksten industrialisierten Märkte auf dem Kontinent“ ist, so Alf Untersteller, der bei Fuchs Petrolub die Regionen Türkei, Afrika und Naher Osten verantwortet.

Auch in Asien expandiert Fuchs Petrolub. Eines der jüngsten Projekte ist ein Joint Venture in Vietnam mit STD & S, das im Februar 2021 ins Leben gerufen wurde. Auch dieses Gemeinschaftsunternehmen ist die Folge einer jahrelangen Zusammenarbeit. Fuchs Petrolub hält daran 70 %, STD & S 30 %.

Seit 2020 bereits in der Produktion CO2-neutral

CO2-neutral produzieren – dieses Ziel stecken sich derzeit viele Unternehmen. Coca-Cola etwa will bis 2040 klimaneutral sein. Google will dies bis immerhin bis 2030 schaffen und dabei auch tatsächlich nur noch vollständig kohlenstofffreie Energiequellen nutzen. Microsoft strebt bis dahin sogar eine negative CO2-Bilanz an. Das bedeutet, der Techriese will ab dann sogar mehr Kohlenstoffdioxid binden als auszustoßen.

So ambitioniert die Ziele auch sind, in den meisten Fällen umfasst der Zeithorizont zehn, wenn nicht gar zwanzig oder noch mehr Jahre. Fuchs Petrolub ist bei seiner Produktion bereits seit letztem Jahr CO2-neutral. Ab 2025 will das Unternehmen sogar sämtliche nicht-produzierenden Tochtergesellschaften und Joint Ventures an denen man beteiligt ist, in den Geltungsbereich der CO2-Neutralität einbeziehen.

Natürlich kommt ein Produktionsunternehmen wie Fuchs Petrolub um bestimmte Emissionen (zumindest nach derzeitigen Verfahren) nicht herum. Um die CO2-Neutralität dennoch zu erreichen, spielen deshalb auch CO2-Zertifikate für ausgewählte Klimaschutzprojekte eine Rolle. Dabei greift Fuchs Petrolub nicht etwa auf Tesla-Zertifikate zurück. Stattdessen unterstützt der Konzern weltweit diverse Umweltschutzprojekte. Gerne wählt das Unternehmen Projekte in Regionen, in denen es selbst tätig ist und die auch soziale Ziele verfolgen.

Fuchs Petrolub ist in jedem Fall aber auch ernsthaft bestrebt, seine Emissionen kontinuierlich weiter zu verringern. Dies gelingt. Im Zeitraum 2010 bis 2019 konnten die energiebedingten Emissionen je produzierte Tonne bereits um 26 % gesenkt werden.

Die Geschäftsentwicklung kann sich sehen lassen

Mit einem Umsatzrückgang von 7 % kam der Konzern recht gut durch das letzte Jahr. Seitdem hat sich das Geschäft wieder gut erholt. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres gelang ein Umsatzplus von 22 % gegenüber 2020. Gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019 ging es 9 % nach oben.

Fuchs Petrolub hat die Krise für sich gut genutzt und in den letzten 20 Monaten gleich mehrere strategisch kluge Übernahmen getätigt. So verleibte man sich also den einen oder anderen kleineren Konkurrenten ein oder man erweiterte die Wertschöpfungstiefe durch den Aufkauf früherer Zulieferer. Mit anderen Worten: Fuchs Petrolub hat verstanden, wie Krise geht!

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