Wie lange kann der Big-Tech-Boom noch gehen?
Sehr geehrte Privatanleger,
Mitte August machten die sogenannten „großartigen Sieben“ (engl. „Magnificent Seven“), also Apple, Microsoft, NVIDIA, Alphabet, Amazon, Meta (ehem. Facebook), und Tesla zusammen 34 % der Marktkapitalisierung des S&P 500 von insgesamt 50 Bio. USD aus.
Das US-BIP beträgt etwa 30 Billionen USD. Die Marktkapitalisierung der Magnificent Seven in Höhe von 17 Bio. USD entspricht also mehr als der Hälfte des US-BIP. Gleichzeitig haben viele der Magnificent Seven Kurshöchststände erreicht.
Diese Aktien sind in den passiven Indexprodukten enthalten (oder sie werden synthetisch nachgebildet). Entsprechend gut sind passive Indexprodukte gelaufen. In unserem Fonds sind die Magnificent Seven nur zwischen 11 und 15 % gewichtet und durch Alphabet, Amazon und Microsoft vertreten. Kann der Boom weitergehen?
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Big-Tech-Boom in der Entscheidungsphase
Einerseits: Ja. In der Plattformwirtschaft polarisieren sich die Märkte zunehmend. Immer weniger Player ziehen einen immer größeren Teil des Marktes auf sich. Diese Unternehmen sind „die neuen Konsumgüterunternehmen, (also z. B. die neue Coca Cola)“, wie es der bekannte Vermögensverwalter Jeremy Grantham schon vor zehn Jahren ausdrückte. Wenn ich nur in ein einziges Unternehmen investieren dürfte, dann wäre es wahrscheinlich Microsoft.
Andererseits: Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse der Magnificent Seven sind stattlich. Alle Titel bis auf Tesla notieren in der Nähe ihrer Höchstkurse. Der Kursaufschwung ging, unterbrochen vom kurzfristigen Tech-Schock Anfang dieses Jahres, seit dem Ende der längeren Korrektur im Jahr 2022 mehr oder weniger geradlinig weiter.
Ende 2021 korrigierten etliche der Magnificent Seven immerhin um ein Drittel, NVIDIA sogar um die Hälfte. So etwas kann immer wieder passieren.
Insgesamt zeichnet sich im Techsektor eine Spekulationsmanie ab, nicht aber bei den Magnificent Seven, die zwar optimistisch, aber nicht völlig unrealistisch bewertet sind. Unrealistische Bewertungen sehen wir hingegen bei den meisten Titeln im Kryptobereich. (Beispiele geben wir im Quartalsbericht zu meinen Fonds, den ich auch in diesem Video erläutere.)
Aber auch die Bewertungen der großen Titel unterliegen langfristigen Schwankungen, wie man es gut bei der Microsoft-Aktie sehen kann. Das KGV des Softwareriesen beschrieb seit der Tech-Manie um 2000 eineinhalb Wellenbewegungen von Wellenberg zu Wellenberg.

2001 lag das KGV von Microsoft bei 40 – noch war nicht aller Optimismus aus dem Markt gewichen. 2021 und heute liegt es wieder in der Nähe von 40. Im Jahr 2011 hatte das Unternehmen sogar mal ein KGV von 10. Die Bewertung ist aktuell also klar am oberen Ende und das KGV ist nun seit 15 Jahren gestiegen.
Natürlich kann das KGV von Microsoft auch wieder auf über 100 steigen, so wie im Jahr 1998. An der Börse ist alles möglich. Aber es ist doch unwahrscheinlich.
Deswegen schauen wir uns für Sie aktuell auch mehr im Bereich der Mid-Caps um, der aus meiner Sicht vom Börsenaufschwung noch nicht so richtig profitiert hat.
Auf gute Investments!
Ihr

Prof. Dr. Max Otte
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